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Die große deutsche Rentenlüge – Fake News-Alarm in der Tagesschau!

Haben Sie es gesehen? Tagesschau am 30.12.2017 um 20 Uhr. Dort wurde zum Thema Rentenkasse folgendes verkündet (in voller Länge im Wortlaut): „Die Rentenkassen starten gut gefüllt ins neue Jahr. Deshalb sinken die Beiträge zum 1. Januar leicht von 18,7 auf 18,6%. Im Sommer können Rentner dann mit 3% mehr Geld rechnen“. Zitat Ende. Das hört sich doch gut an, oder? Und wer freut…

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FMW-Redaktion

Haben Sie es gesehen? Tagesschau am 30.12.2017 um 20 Uhr. Dort wurde zum Thema Rentenkasse folgendes verkündet (in voller Länge im Wortlaut): „Die Rentenkassen starten gut gefüllt ins neue Jahr. Deshalb sinken die Beiträge zum 1. Januar leicht von 18,7 auf 18,6%. Im Sommer können Rentner dann mit 3% mehr Geld rechnen“. Zitat Ende. Das hört sich doch gut an, oder? Und wer freut sich da nicht? Immerhin sinken ja die Beiträge. Und die Rentenkasse ist voll. Also muss man sich auch um die Zukunft keine Sorge machen.

Kurz danach ging es in der Tagesschau um den Arbeitsmarkt. Hier lautete das Zitat: „Die Bundesagentur für Arbeit hat im vergangenen Jahr mehr Geld eingenommen als ausgezahlt“. Komisch. Warum wurde zum Thema Rentenversicherung nicht auch von mehr Einnahmen als Ausgaben gesprochen? Hier hieß es lediglich, dass die Rentenkassen „gut gefüllt“ seien, und dass sogar der Beitrag sinken werde. Dass die Deutsche Rentenversicherung allein im Jahr 2016 bei Ausgaben von 282,7 Milliarden Euro nur 214,8 Milliarden Euro eingenommen hat, wurde nicht erwähnt. Mit „gut gefüllt“ wird der Eindruck erweckt, dass auch die Rentenkasse ihre Ausgaben durch echte Einnahmen komplett abdecken kann, und sogar noch Überschüsse erwirtschaftet.

Um die Lücke in 2016 zu schließen, kamen 2016 exakt 64,5 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt in die Rentenkasse, also aus Steuereinnahmen. Eine Quersubventionierung, die niemandem auffällt, obwohl sie schon jetzt fortlaufend notwendig ist, damit die Beiträge nicht explodieren! Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales vom 22. November sind die Einnahmen der Rentenkassen bis Oktober 2017 4,4% höher ausgefallen als im Jahr zuvor. Von daher dürfte die Lücke in der Rentenkasse ein klein wenig schrumpfen, aber für 2017 immer noch um die 60 Milliarden Euro liegen.

Und vor diesem Hintergrund von gut gefüllten Rentenkassen zu sprechen, ist nicht nur eine dreiste FalschmEldung. Ja verdammt nochmal, das ist doch bereits eine Fake News, oder etwa nicht? Eine Irreführung der Zuschauer! Denn „gut gefüllt“ gibt einfach ein gutes Gefühl, dass alles in bester Ordnung ist, obwohl das Haus lichterloh brennt. Und wer die Veröffentlichung vom Ministerium vom 22. November weiter liest, der liest auch, dass der Beitragssatz im Jahr 2018 zwar um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent sinkt. Aber so heißt es danach auch Zitat: “

Infolge der Verstetigungsregel bleibt er in der mittleren Variante bis 2022 unverändert bei 18,6 Prozent. Anschließend steigt der Beitragssatz schrittweise wieder an, über 20,1 Prozent im Jahr 2025 bis auf 21,6 Prozent im Jahr 2030. Im Jahr 2031 beträgt der Beitragssatz 21,9 Prozent.“

Das hätte die Tagesschau genau so erwähnen können. Aber was kümmert einen schon die Zukunft in ein paar Jahren? Der Bürger soll sich gefälligst jetzt gut fühlen? Warum berichtet die Tagesschau nicht hierüber, wo man doch ein unabhängiges Medienorgan ist? Schließlich bedarf es nur einer simplen Google-Suche von wenigen Sekunden, um an diese von uns präsentierten Informationen zu gelangen!

Würde der Bundeshaushalt nicht mehr pro Jahr gut 60 Milliarden Euro in die staatliche Rentenkasse zuschießen, würde was passieren? Richtig, die Rente würde drastisch sinken, und/oder die Beiträge drastisch steigen! Zu sagen, dass die Rentenkasse gut gefüllt ist, stellt eine drastische Verzerrung und Falschmeldung dar, da ja eine Lücke von ca. 60 Milliarden Euro existiert, die nur durch Zuschüsse aus Steuergeldern geschlossen wird. Auch die kräftige Anhebung der Beiträge schon in sieben Jahren (wie oben beschrieben) wird der breiten Masse der Zuschauer jetzt noch vorenthalten. Denn wer stöbert in seiner Freizeit schon herum auf der Webseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales?

Ab Minute 5:14 im Video zu sehen.


Bundesministerin Nahles war in der alten Koalition bislang zuständig für Arbeit und Soziales. Foto: Sandro Halank / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

24 Kommentare

24 Comments

  1. baeuerin

    2. Januar 2018 11:30 at 11:30

    Die erste Renten Fake-News,fand 1986 statt!
    „Die Rente ist SICHER“!!!
    …man hatte nur das Wort…“wenig“nicht erwaehnt!!
    Deutsche Rentenversicherung??
    Es ist doch gar keine Versicherung!!
    …weil die heutige Jugend gar keinen Pfifferling mehr sehen wird!!
    Uns hatte man 1990,einige Rentenpunkte gestohlen!
    Warum sind denn heutzutage soviele Rentner an den Tafeln zu sehen?
    Wieviele werden das Rentenalter gar nicht erleben?

    • joah

      2. Januar 2018 22:40 at 22:40

      Die Rente ist auch wahrhaftig sicher, von Kaufkraft hat keiner gesprochen.

  2. isntit

    2. Januar 2018 12:48 at 12:48

    Zur ganzen Wahrheit gehört, dass der Bundeszuschuss von ca. 64 Mrd. nur die versicherungsFREMDEN Leistungen abdeckt, und die nicht einmal ganz. Das sind Ausgaben, die eigentlich die gesamte Gesellschaft, also der Steuerzahler, und nicht der Beitragszahler tragen müsste. Dazu gehören z.B. Kriegsfolgelasten, Hinterbliebenenenrenten, Anrechnungszeiten für Wehrdienst und Kindererziehung, Frührenten, Aufstockung von Ostrenten.
    Die „Lücke“ ist also nicht wirklich eine, kein Grund für FMW, mit Alarmismus ins neue Jahr zu starten.

    • R. Flik

      2. Januar 2018 13:46 at 13:46

      Der Einwand entwertet den Befund, dass die Rentenversicherung unter dem derzeit geltenden Beitragssatz hochdefizitär, das System also nicht nachhaltig konstruiert ist, nicht. Er wäre nur dann hilfreich („problemadäquat“), wenn, als Konsequenz daraus, ab Februar 2018 alle in Ihrem Kommentar genannten Leistungen abgeschafft oder aus Steuermitteln finanziert würden.

      • isntit

        2. Januar 2018 14:06 at 14:06

        Die versicherungsfremden Leistungen werden ja jetzt schon weitgehend aus Steuermitteln finanziert – nur indirekt, eben über den Bundeszuschuss. Und dies völlig zu recht, warum sollten Gutverdiener, Selbsständige und Beamte nicht beteiligt werden? Aber Sie haben recht, ehrlicher wäre natürlich eine direkte Steuerfinanzierung.
        Die Nachhaltigkeit des Systems in Zukunft (Demografie) ist eine andere Sache, darüber traue ich mir keinen Aussage zu. Ich wollte nur die angeblich heute existierende riesige „Lücke“ in Frage stellen.

  3. asisi1

    2. Januar 2018 12:53 at 12:53

    der größte beschiss ist doch der, die renten sind mittlerweile bei ca. 50% angelangt. wie kann mir mal jemand erklären , dass ich eine rentensteigerung von ca. 3% bekomme.
    also noch mal, mir verweigert man die mir zustehenden 100% und dann erzählt diese lumpenregierung von rentensteigerung. alles eine große bande von lumpen und Verbrechern!

  4. Hans Kolpak

    2. Januar 2018 12:55 at 12:55

    Rente: Alles nur geklaut!

    Die Teufelstabelle: Rentenkassen-Ausplünderung
    1957 bis 2002: rund 700 Milliarden Euro incl. 300 Mrd. Euro Zinsen

    Rentenkassen – Plünderkatalog (Ergänzung zur „Rentenklautabelle“)
    Sogenannte „Versicherungsfremde Leistungen“ -Tarnbezeichnung für 700-Milliarden-Veruntreuung – Rentnerbetrug seit 1957

    6. Dezember 2016 | Michael Winkler in seinem Tageskommentar:

    Kohl hat für politische Zwecke die Rentenkassen geplündert, Merkel tut dasselbe mit dem Gesundheitsfonds. 1,5 Milliarden Euro aus den von den Versicherten angesparten Beiträgen werden liquidiert, um Merkels geschätzte Gäste zu behandeln. Wo immer ein demokratischer Politiker einen Geldtopf vorfindet, erfüllt ihn das innige Bestreben, selbigen zu leeren. Dank des Gesundheitsfonds kann Schäuble die „schwarze Null“ halten, ohne die Steuern zu erhöhen. Es ist jedoch ein Leben aus der Substanz, das hier geführt wird, das Loch wird nur an anderer Stelle gerissen. Besonders perfide ist dabei, daß es das Geld der kleinen Leute, der gesetzlich Krankenversicherten ist, das dazu herhalten muß. Beamte und Privatversicherte tragen zur Finanzierung der ach so kranken Zudringlinge nichts bei. Da sagen wir doch: Danke, Kanzlerin!

    • baeuerin

      2. Januar 2018 13:05 at 13:05

      Wenigstens wissen wir Alten Saecke,dass wir bestohlen worden sind…!
      Die jungen werdens in 2030 dann auf dem Rentenbescheid sehen,dass sie auch beschissen werden.
      Langsam aber sicher,gehts ueber den Jordan….

  5. Jana

    2. Januar 2018 13:43 at 13:43

    Es wird einem richtig schlecht, wenn man diese Versagerpolitiker sieht – die Merkel mit ihrem Neujahrsgequatsche auch wieder. Verlogene und heuchlerische Marionetten sind das.

    • Alfred Decker

      2. Januar 2018 13:52 at 13:52

      Vor den Versagerpolitikern kommen die „Versagerbürger“ (oder „Versagerwähler“)

  6. Jasper

    2. Januar 2018 14:26 at 14:26

    Nochmal zu „Fake-News in der Tagesschau“:
    Da stimme ich FMW vollkommen zu. Es ist erschreckend zu beobachten, wie die scheinbar seriösen und unabhängigen Medien sich den Machthabern anbiedern.
    Das fällt ganz besonders auch bei einem anderen Thema auf. Mehr sag ich dazu jetzt nicht, darum geht es gerade nicht.
    Mein Rat: Bleibt kritisch und hinterfragt auch immer die Darstellung, die ihr von den angeblich unabhängigen Medien serviert bekommt!

    M.f.G.
    JaSper

    • Gixxer

      3. Januar 2018 16:42 at 16:42

      So sieht es aus. Auf die Tagesschau (Mainstreammedien) alleine vertraue ich schon lange nicht mehr.

      • baeuerin

        3. Januar 2018 16:49 at 16:49

        Hauptsach die GEZ wird ueberwiesen….

  7. baeuerin

    2. Januar 2018 14:40 at 14:40

    Um es leider nochmal Klar zustellen:
    DE ist seit der bedingungslosen Kapitalisierung….keine Macht mehr!!
    Wenn ein Land,so wie DE zerbombt wurde…,dann durfte es sich auch ueber ein Wirtschaftswunder freuen!
    Aber was ist denn seitdem passiert?
    Das Wirtschaftswunder ist doch schon lange Geschichte!
    Seit 1970 wurde alles (schoene) auf PUMP und jetzt auf Enteignung,finanziert!!
    Seit spaetestens 2000 (Dotcom),,ist DE auf dem absteigenden Ast!
    Daher darf sich DE zurecht, als Billiglohnland in der EU betiteln…
    Wann erlebt das zerbombte Syrien sein Wirtschaftswunder unter Aufsicht der Russen&USA?!

    Wie kann sich das MADE IN GERMANY ueber jahrzehnte incl.seinen Dichter&Denkern ,so ausweglos unterwerfen??
    Der Chinese bestimmt den Preis und der dt.Buckler legt einen Zahn zu….aber hat immer weniger Geld im Beutel!

    Sollte DE nur einen Funken Nationalstolz besitzen,dann waere einiges anders gelaufen.
    Ganz einfach:
    Mein Land bzw.Grundstueck gehoert nur den DEUTSCHEN Michl und nicht den ausl.Spekulanten!!!
    Fangt mal damit an!!!
    In die Rentenversicherung habe ich zum Glueck nur ca.14200 Euro einbezahlt…die ich nie wieder sehen werde!!!

    • baeuerin

      2. Januar 2018 15:29 at 15:29

      Fugi..bitte loeschen zwecks SCHREIBFEHLER!

      • Markus Fugmann

        2. Januar 2018 15:32 at 15:32

        @baeuerin, warum auf einmal so sensibel gegenüber Schreibfehlern?

        • baeuerin

          2. Januar 2018 15:36 at 15:36

          Kapitulation statt Kapitalisierung…
          das ist ein entscheidender Fehler….den @baeuerin so nicht stehen lassen kann!

          • Michael

            2. Januar 2018 15:43 at 15:43

            Warum, das läuft doch für das Volk auf das Gleiche hinaus?!

  8. baeuerin

    2. Januar 2018 14:48 at 14:48

    Um es leider nochmal Klar zustellen:
    DE ist seit der bedingungslosen Kapitulation….keine(Vasallen) Macht mehr!!
    Wenn ein Land,so wie DE zerbombt wurde…,dann durfte es sich auch ueber ein Wirtschaftswunder freuen!
    Aber was ist denn seitdem passiert?
    Das Wirtschaftswunder ist doch schon lange Geschichte!
    Seit 1970 wurde alles (schoene) auf PUMP und jetzt auf Enteignung,finanziert!!
    Seit spaetestens 2000 (Dotcom),,ist DE auf dem absteigenden Ast!
    Daher darf sich DE zurecht, als Billiglohnland in der EU betiteln…
    Wann erlebt das zerbombte Syrien sein Wirtschaftswunder unter Aufsicht der Russen&USA?!

    Wie kann sich das MADE IN GERMANY ueber jahrzehnte incl.seinen Dichter&Denkern ,so ausweglos unterwerfen??
    Der Chinese bestimmt den Preis und der dt.Buckler legt einen Zahn zu….aber hat immer weniger Geld im Beutel!

    Sollte DE nur einen Funken Nationalstolz besitzen,dann waere einiges anders gelaufen.
    Ganz einfach:
    Mein Land bzw.Grundstueck gehoert nur den DEUTSCHEN Michl und nicht den ausl.Spekulanten!!!
    Warum laesst man US-Konzerne in DE,nicht die erforderlichen Steuersaetze zahlen??
    Fangt mal damit an!!!
    In die Rentenversicherung habe ich zum Glueck nur ca.14200 Euro einbezahlt…die ich nie wieder sehen werde!!!

  9. baeuerin

    2. Januar 2018 15:07 at 15:07

    Nicht Nur in der Tagesschau…sondern auch auf der ZDF-Mediathek!!
    Da wird dem deutschen Zuschauer seit ca.6 Jahren,die Schuld ins Gehirn gehaemmert!!
    Seit 6 Jahren NUR 1&2 WK..immer wieder und immer wieder… !!
    u.a.Mord &Totschlag, ist dort an der Tagesordnung!
    Und jetzt frage ich mich,wie kann es sein,dass ich mich als Deutscher schuldig fuehlen MUSS???Ich war da noch gar nicht geboren!
    Wer befiehlt und wer laest sich befehlen?
    So laeuft das Spiel ,ueber dt.Genarationen….
    D.h.ich bin schuldig,was 1939-45 geschehen ist….lol ha ha ned mit mir…
    Macht euch ueber die Unterwuerfigkeit mal gedanken!

  10. Chris Meyer

    28. Januar 2018 16:06 at 16:06

    Fake News ist wohl dieser Beitrag. Er unterschlägt nämlich, dass die Rentenversicherung für viele versicherungsfremde Leistungen Gelder auszahlen muss, die eigentlich durch die Allgemeinheit – also auch den Besserverdienenden – gezahlt werden müssten. Ob die Rentenversicherung querfinanziert wird oder nicht sogar noch mehr Geld erhalten müsste, rechnen Sie nicht vor. Ihr werdne wohl in Summe Gelder entzogen. Warum die Rentenversicherung z. B. Zuschläge für Kinder an Mütter zahlen muss, ist nicht ersichtlich. Allenfalls, wenn diese zukünftige Beitragszahler würden. Das weiß jedoch niemand. Sind die Kinder Ärzte oder Hartz IV-Empfänger nutzen sie der Rentenversicherung nicht. Hier wird mit falschen Fakten Stimmung gemacht.

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Hans-Werner Sinn mit großem Vortrag – Erläuterung von TARGET

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Hans-Werner Sinn ist als ifo-Chef a.D. immer noch für das ifo-Institut aktiv und hält Vorträge, so auch aktuell über das Thema TARGET. Es ist eines seiner Lieblingsthemen der letzten Jahre. Oft wurde es schon durchgekaut. Für Ökonomen wie ihn sind die Ungleichgewichte im TARGET-System eine riesige tickende Zeitbombe. Für andere Experten sind die Risiken ein reines Hirngespinst, weil sie ja erst real würden, wenn das Euro-System kollabiert. Und das werde ja nicht passieren.

Aber was genau ist das TARGET-System, wie funktioniert es, und sind die Risiken wirklich so weit entfernt davon in der Realität zu Verlusten für Deutschland zu werden, wo man inzwischen gigantische Forderungen angehäuft hat in diesem System? All das erklärt Hans-Werner Sinn im folgenden ausführlichen Vortrag. Sinn versteht es komplexe Sachverhalte in relativ einfache Worte zu fassen. Also, wer die Zeit hat, kann sich den Vortrag gerne antun!

Hans-Werner Sinn erklärt TARGET
Hans-Werner Sinn. Foto: Hanswernersinn.de

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„Frankreich befeuert Elend in Afrika“ – hat Italiens Di Maio recht?

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Italiens Vize-Premier Di Maio sorgt aktuell für einen diplomatischen Eklat zwischen Frankreich und Italien. So hat er gesagt, dass Frankreich kräftig mit verantwortlich ist für das Elend in Afrika. Denn Frankreich würde für 14 Länder in Afrika Geld drucken. Damit würde Frankreich die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Ländern behindern, und sei letztlich auch mit verantwortlich für das Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer (um es mal verkürzt zusammenzufassen).

Frankreich mit verantwortlich für Elend in Afrika?

Nur was meint Di Maio damit eigentlich? Es ist kein großes Geheimnis, dass zahlreiche Länder vor allem in Afrika oft nicht das technische Know How besitzen um relativ fälschungssichere Banknoten zu drucken. Auch fehlt wohl das Vertrauen der dortigen Bürger und Institutionen in ein Geld, das von einem möglicherweise korrupten Regime im eigenen Keller beim Präsidenten gedruckt wird (polemisch und vereinfacht ausgedrückt).

Hinter der Kritik von Di Maio steckt aber mehr. Seit Ende des zweiten Weltkriegs hat Frankreich angefangen für zahlreiche seiner ehemaligen Kolonien eine eigene Währung zu drucken, den sogenannten „CFA Franc“. Der ist in diesen 14 Ländern immer noch Zahlungsmittel. Ursprünglich war er an den französischen Franc gekoppelt. Aufgrund der wirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen Frankreich und diesen afrikanischen Staaten wurde der CFA-Franc abgewertet. Das war natürlich gut für die Exporte dieser Länder.

An Euro gebunden bleiben oder abwerten?

Seit der Euro-Einführung ist der CFA-Franc an den Euro gekoppelt, und wurde seither aber nicht abgewertet. Das bedeutet: Diese Länder wie zum Beispiel die Elfenbeinküste, Mali, Niger, Togo und Senegal können ihre Exportwirtschaft nicht wettbewerbsfähig machen, in dem sie ihre Währung abwerten. Sie haben also rein technisch gesehen das selbe Problem wie Griechenland und Italien, wo die Volkswirtschaften durch eine schwächere Währung ihre Erzeugnisse im Ausland billiger anbieten könnten. Aber die starre teure Währung verhindert dies. Frankreich garantiert nach wie vor den festen Wechselkurs.

Und so geschieht es auch in diesen afrikanischen Ländern wie in Griechenland oder Italien (aus währungstechnischer Sicht gesehen). Von daher ist die Kritik von Di Maio nicht ganz falsch. Man kann aber auch sagen: Diese Länder können ja die Währungsbindung zum Euro einfach verlassen. Das läge schließlich in ihrer eigenen Zuständigkeit. Nur wissen viele dieser Regierungen wohl, dass die Menschen von da an nur noch schwarz bezahlen in US-Dollar oder Euro, weil das Vertrauen in eine frei fallende Währung fehlenwürde. Aber immerhin, den Schritt raus aus dieser Währungsbindung könnten diese Länder eigenständig gehen. Also kann man letztlich sagen: Zu einem gewissen Teil hat Di Maio recht mit seiner Kritik an Frankreich, aber eben nicht zu 100%.

Frankreich mit verantwortlich für das Elend in Afrika?
Befeuert Frankreich das Elend in Afrika? Hier die Karte von Ländern mit CFA-Franc in Afrika. Grafik: User:Glentamara CC BY-SA 3.0

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Brexit – ein Alptraum für Nordeuropa

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Jetzt haben wir die Bescherung. Erwartungsgemäß haben die Parlamentarier des tief gespaltenen Großbritanniens den von Theresa May ausgehandelten Deal mit der Europäischen Union (EU) mit großer Mehrheit abgeschmettert. Auch May’s sogenannter Plan B, wenn man diesen überhaupt als Plan bezeichnen kann, wird krachend scheitern. Wie von uns erwartet steigt damit die Wahrscheinlichkeit für einen harten und schmutzigen Brexit mit drastischen Konsequenzen für Großbritannien, die EU, aber auch für Deutschland.

Matthias Weik und Marc Friedrich über den Brexit
Matthias Weik und Marc Friedrich

Folgen eines harten Brexits für die Wirtschaft Großbritanniens?

GB ist nicht mehr Mitglied des Europäischen Binnenmarkts und das Ende des freien Warenverkehrs zwischen der GB und dem europäischen Festland ist besiegelt. Viele tausend Regelungen für Handel und Verkehr zwischen GB und der EU sind ungültig und werden durch die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) abgelöst.

Die Wirtschaft des Landes wird erstmal in eine Rezession rutschen

Insbesondere eine der britischen Schlüsselindustrien, die Finanzindustrie wird sich warm anziehen müssen. Arbeitsplätze im Finanzzentrum London werden verloren gehen. Britische Banken benötigen zukünftig für ihre Dienstleistungen, wie beispielsweise Einlagen- und Kreditgeschäft, rechtlich selbstständige Einheiten in einem EU-Staat. Ob und wenn ja wie leicht jedoch Banker aus London die notwendige Arbeitserlaubnis innerhalb der EU-Länder erhalten ist noch vollkommen offen.

Der IWF geht von Wachstumsverlusten für die britische Wirtschaft im Falle auf vier Prozentpunkte in fünf Jahren aus. Kurzfristig wird der Außenhandel in die Bredouille kommen. Das Pfund wird abermals deutlich abwerten und die Inflation steigen. Die Renditen britischer Staatsanleihen werden ebenfalls steigen, mit Konsequenzen für den Staatshaushalt. Die Aktienmärkte werden deutlich nach unten korrigieren. Inwieweit das auf die Märkte innerhalb der EU überschwappt, ist nicht klar zu prognostizieren. Wir gehen jedoch von erheblichen Folgen aus. Von einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf der Insel ist auszugehen. Diese wird weitreichende Folgen auf den Immobilienmarkt, insbesondere im unteren und mittleren Preissegment, haben. Langfristig erwarten wir jedoch auf Grund der starken Abwertung der Währung und neu geschlossener Handelsdeals mit verschiedenen Ländern eine Erholung der Konjunktur. Ferner gehen wir im Falle eines harten Brexits davon aus, dass wir bald die größte Steueroase mitten in Europa haben werden – Großbritannien.

Welche menschliche Tragödie an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland auf uns zukommen wird möchten wir uns überhaupt nicht ausdenken.

Zumeist wird in den Medien nur über die gravierenden Folgen für Großbritannien – zweitgrößte Volkswirtschaft Europas – gesprochen, aber nicht über die Auswirkungen für Europa und insbesondere für Deutschland.

Chaotische Zustände in der Luftfahrt

Im Bereich der Luftfahrt werden chaotische Zustände herrschen, denn zahllose Verkehrsrechte und Betriebsgenehmigungen werden ungültig. Inwieweit die EU Flüge mit Sonderregeln aufrechterhalten kann, ist nicht klar. Der Airline-Verband IATA fordert bereits eine wechselseitige Anerkennung von Lizenzen, Sicherheits- und Industriestandards. Ansonsten müssen alle Gepäckstücke von Passagieren, die über Großbritannien nach Europa reisen, abermals durch die Sicherheitskontrolle.

Der Brexit wird für die deutsche Wirtschaft teuer

Mit einem bilateralen Außenhandelsvolumen von rund 122 Mrd. Euro pro Jahr (Exporte plus Importe) rangieren die Briten auf Platz fünf der wichtigsten Partnerländer. Der Handelsüberschuss Deutschland gegenüber GB betrug 2017 knapp 47 Milliarden Euro.

Allein in Deutschland hängen 750.000 Arbeitsplätze vom Handel mit Großbritannien (GB), einem der wichtigsten Handelspartner Deutschlands, ab. GB ist ein extrem wichtiger Exportmarkt für Autos aus Deutschland. Ferner produzieren deutsche Automobilhersteller, wie beispielsweise BMW (Mini und Rolls-Royce) in GB. Großbritannien ist ebenfalls ein wichtiger Exportmarkt und Produktionsstandort für die Chemie- und Pharmaindustrie. Knapp 17.000 Mitarbeiter deutscher Firmen stellen in GB laut dem Branchenverband der Chemischen Industrie VCI Vorprodukte her. Diese werden überwiegend in Deutschland weiterverarbeitet. Die Branche geht von Problemen bei Zulieferungen aus GB auf Grund fehlender relevanter Zulassungen aus.

Niemand kann heute die enorm hohen volkswirtschaftlichen Kosten und Schäden auf Grund der immensen Komplexität bei einem Brexit ohne Vertrag seriös berechnen. Im Falle eines schmutzigen Brexits werden insbesondere die intensiven Lieferketten zwischen Industrieunternehmen in Deutschland und GB unterbrochen. Endlose Lastwagenkolonnen an den Grenzen zu GB werden zum Alltag gehören. Produktionsausfälle auf Grund nicht rechtzeitig gelieferter Teile werden die Folge sein. Von der Problematik von aufkommenden Zöllen und den damit verbundenen Kosten ganz zu schweigen. Laut Berechnungen des Industrie- und Handelskammertags (DIHK) müssten deutsche Unternehmen jährlich allein drei Milliarden Euro für den Zoll zahlen. Hinzu kommen knapp 200 Millionen Euro für Zollformalitäten. Folglich wird es in Zukunft bestimmt nicht billiger.

EU – wer bezahlt für Großbritannien?

Großbritannien ist nach Deutschland der größte Nettozahler in der EU. 16,5 Milliarden Euro fehlen im EU-Haushalt allein von April 2019 bis Ende 2020 bei einem britischen EU-Austritt ohne Abkommen.
Die Gelder, welche durch den Brexit entfallen, müssen auf die übrigen Mitgliedsstaaten verteilt werden. Demgemäß werden Mehrbelastungen auf den größten Nettozahler Deutschland zukommen. Die Rede ist von bis zu 4,2 Milliarden Euro zusätzlich bis Ende kommenden Jahres

Sperrminoritätsregel – der Super-Gau für Deutschland

Wesentlich teurer zu stehen kommen wird uns die „Sperrminoritätsregel“ im Ministerrat. Mit dem Verlassen Großbritanniens ist das Gleichgewicht innerhalb der EU unwiederbringlich gestört und die Südeuropäer haben ab dann die Mehrheit im Europäischen Rat und können folglich die Nordeuropäer überstimmen. Ein jeder kann sich ausmalen was da auf uns zukommen wird und wer die Rechnung begleichen darf. Wir gehen von erheblichen Mehrkosten für Deutschland in Zukunft aus.

Die Welt wird auch nach dem Brexit nicht untergehen und Deutschland und die restlichen EU-Länder werden auch in Zukunft mit den Briten Geschäfte treiben. Fakt ist: weder Deutschlands wichtigster Handelspartner USA noch unser drittwichtigster Handelspartner China sowie die meisten Länder der Erde sind nicht Mitglied der EU und dennoch treiben wir als Exportweltmeister offensichtlich äußerst fleißig und erfolgreich Handel mit ihnen.

Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben gemeinsam die vier Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ und „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/, www.instagram.com/friedrich_weik/, bei YouTube und bei Twitter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.

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