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Die große deutsche Rentenlüge – Fake News-Alarm in der Tagesschau!

Haben Sie es gesehen? Tagesschau am 30.12.2017 um 20 Uhr. Dort wurde zum Thema Rentenkasse folgendes verkündet (in voller Länge im Wortlaut): „Die Rentenkassen starten gut gefüllt ins neue Jahr. Deshalb sinken die Beiträge zum 1. Januar leicht von 18,7 auf 18,6%. Im Sommer können Rentner dann mit 3% mehr Geld rechnen“. Zitat Ende. Das hört sich doch gut an, oder? Und wer freut…

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FMW-Redaktion

Haben Sie es gesehen? Tagesschau am 30.12.2017 um 20 Uhr. Dort wurde zum Thema Rentenkasse folgendes verkündet (in voller Länge im Wortlaut): „Die Rentenkassen starten gut gefüllt ins neue Jahr. Deshalb sinken die Beiträge zum 1. Januar leicht von 18,7 auf 18,6%. Im Sommer können Rentner dann mit 3% mehr Geld rechnen“. Zitat Ende. Das hört sich doch gut an, oder? Und wer freut sich da nicht? Immerhin sinken ja die Beiträge. Und die Rentenkasse ist voll. Also muss man sich auch um die Zukunft keine Sorge machen.

Kurz danach ging es in der Tagesschau um den Arbeitsmarkt. Hier lautete das Zitat: „Die Bundesagentur für Arbeit hat im vergangenen Jahr mehr Geld eingenommen als ausgezahlt“. Komisch. Warum wurde zum Thema Rentenversicherung nicht auch von mehr Einnahmen als Ausgaben gesprochen? Hier hieß es lediglich, dass die Rentenkassen „gut gefüllt“ seien, und dass sogar der Beitrag sinken werde. Dass die Deutsche Rentenversicherung allein im Jahr 2016 bei Ausgaben von 282,7 Milliarden Euro nur 214,8 Milliarden Euro eingenommen hat, wurde nicht erwähnt. Mit „gut gefüllt“ wird der Eindruck erweckt, dass auch die Rentenkasse ihre Ausgaben durch echte Einnahmen komplett abdecken kann, und sogar noch Überschüsse erwirtschaftet.

Um die Lücke in 2016 zu schließen, kamen 2016 exakt 64,5 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt in die Rentenkasse, also aus Steuereinnahmen. Eine Quersubventionierung, die niemandem auffällt, obwohl sie schon jetzt fortlaufend notwendig ist, damit die Beiträge nicht explodieren! Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales vom 22. November sind die Einnahmen der Rentenkassen bis Oktober 2017 4,4% höher ausgefallen als im Jahr zuvor. Von daher dürfte die Lücke in der Rentenkasse ein klein wenig schrumpfen, aber für 2017 immer noch um die 60 Milliarden Euro liegen.

Und vor diesem Hintergrund von gut gefüllten Rentenkassen zu sprechen, ist nicht nur eine dreiste FalschmEldung. Ja verdammt nochmal, das ist doch bereits eine Fake News, oder etwa nicht? Eine Irreführung der Zuschauer! Denn „gut gefüllt“ gibt einfach ein gutes Gefühl, dass alles in bester Ordnung ist, obwohl das Haus lichterloh brennt. Und wer die Veröffentlichung vom Ministerium vom 22. November weiter liest, der liest auch, dass der Beitragssatz im Jahr 2018 zwar um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent sinkt. Aber so heißt es danach auch Zitat: “

Infolge der Verstetigungsregel bleibt er in der mittleren Variante bis 2022 unverändert bei 18,6 Prozent. Anschließend steigt der Beitragssatz schrittweise wieder an, über 20,1 Prozent im Jahr 2025 bis auf 21,6 Prozent im Jahr 2030. Im Jahr 2031 beträgt der Beitragssatz 21,9 Prozent.“

Das hätte die Tagesschau genau so erwähnen können. Aber was kümmert einen schon die Zukunft in ein paar Jahren? Der Bürger soll sich gefälligst jetzt gut fühlen? Warum berichtet die Tagesschau nicht hierüber, wo man doch ein unabhängiges Medienorgan ist? Schließlich bedarf es nur einer simplen Google-Suche von wenigen Sekunden, um an diese von uns präsentierten Informationen zu gelangen!

Würde der Bundeshaushalt nicht mehr pro Jahr gut 60 Milliarden Euro in die staatliche Rentenkasse zuschießen, würde was passieren? Richtig, die Rente würde drastisch sinken, und/oder die Beiträge drastisch steigen! Zu sagen, dass die Rentenkasse gut gefüllt ist, stellt eine drastische Verzerrung und Falschmeldung dar, da ja eine Lücke von ca. 60 Milliarden Euro existiert, die nur durch Zuschüsse aus Steuergeldern geschlossen wird. Auch die kräftige Anhebung der Beiträge schon in sieben Jahren (wie oben beschrieben) wird der breiten Masse der Zuschauer jetzt noch vorenthalten. Denn wer stöbert in seiner Freizeit schon herum auf der Webseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales?

Ab Minute 5:14 im Video zu sehen.


Bundesministerin Nahles war in der alten Koalition bislang zuständig für Arbeit und Soziales. Foto: Sandro Halank / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    baeuerin

    2. Januar 2018 11:30 at 11:30

    Die erste Renten Fake-News,fand 1986 statt!
    „Die Rente ist SICHER“!!!
    …man hatte nur das Wort…“wenig“nicht erwaehnt!!
    Deutsche Rentenversicherung??
    Es ist doch gar keine Versicherung!!
    …weil die heutige Jugend gar keinen Pfifferling mehr sehen wird!!
    Uns hatte man 1990,einige Rentenpunkte gestohlen!
    Warum sind denn heutzutage soviele Rentner an den Tafeln zu sehen?
    Wieviele werden das Rentenalter gar nicht erleben?

    • Avatar

      joah

      2. Januar 2018 22:40 at 22:40

      Die Rente ist auch wahrhaftig sicher, von Kaufkraft hat keiner gesprochen.

  2. Avatar

    isntit

    2. Januar 2018 12:48 at 12:48

    Zur ganzen Wahrheit gehört, dass der Bundeszuschuss von ca. 64 Mrd. nur die versicherungsFREMDEN Leistungen abdeckt, und die nicht einmal ganz. Das sind Ausgaben, die eigentlich die gesamte Gesellschaft, also der Steuerzahler, und nicht der Beitragszahler tragen müsste. Dazu gehören z.B. Kriegsfolgelasten, Hinterbliebenenenrenten, Anrechnungszeiten für Wehrdienst und Kindererziehung, Frührenten, Aufstockung von Ostrenten.
    Die „Lücke“ ist also nicht wirklich eine, kein Grund für FMW, mit Alarmismus ins neue Jahr zu starten.

    • Avatar

      R. Flik

      2. Januar 2018 13:46 at 13:46

      Der Einwand entwertet den Befund, dass die Rentenversicherung unter dem derzeit geltenden Beitragssatz hochdefizitär, das System also nicht nachhaltig konstruiert ist, nicht. Er wäre nur dann hilfreich („problemadäquat“), wenn, als Konsequenz daraus, ab Februar 2018 alle in Ihrem Kommentar genannten Leistungen abgeschafft oder aus Steuermitteln finanziert würden.

      • Avatar

        isntit

        2. Januar 2018 14:06 at 14:06

        Die versicherungsfremden Leistungen werden ja jetzt schon weitgehend aus Steuermitteln finanziert – nur indirekt, eben über den Bundeszuschuss. Und dies völlig zu recht, warum sollten Gutverdiener, Selbsständige und Beamte nicht beteiligt werden? Aber Sie haben recht, ehrlicher wäre natürlich eine direkte Steuerfinanzierung.
        Die Nachhaltigkeit des Systems in Zukunft (Demografie) ist eine andere Sache, darüber traue ich mir keinen Aussage zu. Ich wollte nur die angeblich heute existierende riesige „Lücke“ in Frage stellen.

    • Avatar

      Hilt

      12. November 2019 14:19 at 14:19

      endlich eine Antwort die nicht gleich in Schnappatmung verfällt weil sie die Fakten kennt weiter so…..

  3. Avatar

    asisi1

    2. Januar 2018 12:53 at 12:53

    der größte beschiss ist doch der, die renten sind mittlerweile bei ca. 50% angelangt. wie kann mir mal jemand erklären , dass ich eine rentensteigerung von ca. 3% bekomme.
    also noch mal, mir verweigert man die mir zustehenden 100% und dann erzählt diese lumpenregierung von rentensteigerung. alles eine große bande von lumpen und Verbrechern!

  4. Avatar

    Hans Kolpak

    2. Januar 2018 12:55 at 12:55

    Rente: Alles nur geklaut!

    Die Teufelstabelle: Rentenkassen-Ausplünderung
    1957 bis 2002: rund 700 Milliarden Euro incl. 300 Mrd. Euro Zinsen

    Rentenkassen – Plünderkatalog (Ergänzung zur „Rentenklautabelle“)
    Sogenannte „Versicherungsfremde Leistungen“ -Tarnbezeichnung für 700-Milliarden-Veruntreuung – Rentnerbetrug seit 1957

    6. Dezember 2016 | Michael Winkler in seinem Tageskommentar:

    Kohl hat für politische Zwecke die Rentenkassen geplündert, Merkel tut dasselbe mit dem Gesundheitsfonds. 1,5 Milliarden Euro aus den von den Versicherten angesparten Beiträgen werden liquidiert, um Merkels geschätzte Gäste zu behandeln. Wo immer ein demokratischer Politiker einen Geldtopf vorfindet, erfüllt ihn das innige Bestreben, selbigen zu leeren. Dank des Gesundheitsfonds kann Schäuble die „schwarze Null“ halten, ohne die Steuern zu erhöhen. Es ist jedoch ein Leben aus der Substanz, das hier geführt wird, das Loch wird nur an anderer Stelle gerissen. Besonders perfide ist dabei, daß es das Geld der kleinen Leute, der gesetzlich Krankenversicherten ist, das dazu herhalten muß. Beamte und Privatversicherte tragen zur Finanzierung der ach so kranken Zudringlinge nichts bei. Da sagen wir doch: Danke, Kanzlerin!

    • Avatar

      baeuerin

      2. Januar 2018 13:05 at 13:05

      Wenigstens wissen wir Alten Saecke,dass wir bestohlen worden sind…!
      Die jungen werdens in 2030 dann auf dem Rentenbescheid sehen,dass sie auch beschissen werden.
      Langsam aber sicher,gehts ueber den Jordan….

  5. Avatar

    Jana

    2. Januar 2018 13:43 at 13:43

    Es wird einem richtig schlecht, wenn man diese Versagerpolitiker sieht – die Merkel mit ihrem Neujahrsgequatsche auch wieder. Verlogene und heuchlerische Marionetten sind das.

    • Avatar

      Alfred Decker

      2. Januar 2018 13:52 at 13:52

      Vor den Versagerpolitikern kommen die „Versagerbürger“ (oder „Versagerwähler“)

  6. Avatar

    Jasper

    2. Januar 2018 14:26 at 14:26

    Nochmal zu „Fake-News in der Tagesschau“:
    Da stimme ich FMW vollkommen zu. Es ist erschreckend zu beobachten, wie die scheinbar seriösen und unabhängigen Medien sich den Machthabern anbiedern.
    Das fällt ganz besonders auch bei einem anderen Thema auf. Mehr sag ich dazu jetzt nicht, darum geht es gerade nicht.
    Mein Rat: Bleibt kritisch und hinterfragt auch immer die Darstellung, die ihr von den angeblich unabhängigen Medien serviert bekommt!

    M.f.G.
    JaSper

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      Gixxer

      3. Januar 2018 16:42 at 16:42

      So sieht es aus. Auf die Tagesschau (Mainstreammedien) alleine vertraue ich schon lange nicht mehr.

      • Avatar

        baeuerin

        3. Januar 2018 16:49 at 16:49

        Hauptsach die GEZ wird ueberwiesen….

  7. Avatar

    baeuerin

    2. Januar 2018 14:40 at 14:40

    Um es leider nochmal Klar zustellen:
    DE ist seit der bedingungslosen Kapitalisierung….keine Macht mehr!!
    Wenn ein Land,so wie DE zerbombt wurde…,dann durfte es sich auch ueber ein Wirtschaftswunder freuen!
    Aber was ist denn seitdem passiert?
    Das Wirtschaftswunder ist doch schon lange Geschichte!
    Seit 1970 wurde alles (schoene) auf PUMP und jetzt auf Enteignung,finanziert!!
    Seit spaetestens 2000 (Dotcom),,ist DE auf dem absteigenden Ast!
    Daher darf sich DE zurecht, als Billiglohnland in der EU betiteln…
    Wann erlebt das zerbombte Syrien sein Wirtschaftswunder unter Aufsicht der Russen&USA?!

    Wie kann sich das MADE IN GERMANY ueber jahrzehnte incl.seinen Dichter&Denkern ,so ausweglos unterwerfen??
    Der Chinese bestimmt den Preis und der dt.Buckler legt einen Zahn zu….aber hat immer weniger Geld im Beutel!

    Sollte DE nur einen Funken Nationalstolz besitzen,dann waere einiges anders gelaufen.
    Ganz einfach:
    Mein Land bzw.Grundstueck gehoert nur den DEUTSCHEN Michl und nicht den ausl.Spekulanten!!!
    Fangt mal damit an!!!
    In die Rentenversicherung habe ich zum Glueck nur ca.14200 Euro einbezahlt…die ich nie wieder sehen werde!!!

    • Avatar

      baeuerin

      2. Januar 2018 15:29 at 15:29

      Fugi..bitte loeschen zwecks SCHREIBFEHLER!

      • Avatar

        Markus Fugmann

        2. Januar 2018 15:32 at 15:32

        @baeuerin, warum auf einmal so sensibel gegenüber Schreibfehlern?

        • Avatar

          baeuerin

          2. Januar 2018 15:36 at 15:36

          Kapitulation statt Kapitalisierung…
          das ist ein entscheidender Fehler….den @baeuerin so nicht stehen lassen kann!

          • Avatar

            Michael

            2. Januar 2018 15:43 at 15:43

            Warum, das läuft doch für das Volk auf das Gleiche hinaus?!

  8. Avatar

    baeuerin

    2. Januar 2018 14:48 at 14:48

    Um es leider nochmal Klar zustellen:
    DE ist seit der bedingungslosen Kapitulation….keine(Vasallen) Macht mehr!!
    Wenn ein Land,so wie DE zerbombt wurde…,dann durfte es sich auch ueber ein Wirtschaftswunder freuen!
    Aber was ist denn seitdem passiert?
    Das Wirtschaftswunder ist doch schon lange Geschichte!
    Seit 1970 wurde alles (schoene) auf PUMP und jetzt auf Enteignung,finanziert!!
    Seit spaetestens 2000 (Dotcom),,ist DE auf dem absteigenden Ast!
    Daher darf sich DE zurecht, als Billiglohnland in der EU betiteln…
    Wann erlebt das zerbombte Syrien sein Wirtschaftswunder unter Aufsicht der Russen&USA?!

    Wie kann sich das MADE IN GERMANY ueber jahrzehnte incl.seinen Dichter&Denkern ,so ausweglos unterwerfen??
    Der Chinese bestimmt den Preis und der dt.Buckler legt einen Zahn zu….aber hat immer weniger Geld im Beutel!

    Sollte DE nur einen Funken Nationalstolz besitzen,dann waere einiges anders gelaufen.
    Ganz einfach:
    Mein Land bzw.Grundstueck gehoert nur den DEUTSCHEN Michl und nicht den ausl.Spekulanten!!!
    Warum laesst man US-Konzerne in DE,nicht die erforderlichen Steuersaetze zahlen??
    Fangt mal damit an!!!
    In die Rentenversicherung habe ich zum Glueck nur ca.14200 Euro einbezahlt…die ich nie wieder sehen werde!!!

  9. Avatar

    baeuerin

    2. Januar 2018 15:07 at 15:07

    Nicht Nur in der Tagesschau…sondern auch auf der ZDF-Mediathek!!
    Da wird dem deutschen Zuschauer seit ca.6 Jahren,die Schuld ins Gehirn gehaemmert!!
    Seit 6 Jahren NUR 1&2 WK..immer wieder und immer wieder… !!
    u.a.Mord &Totschlag, ist dort an der Tagesordnung!
    Und jetzt frage ich mich,wie kann es sein,dass ich mich als Deutscher schuldig fuehlen MUSS???Ich war da noch gar nicht geboren!
    Wer befiehlt und wer laest sich befehlen?
    So laeuft das Spiel ,ueber dt.Genarationen….
    D.h.ich bin schuldig,was 1939-45 geschehen ist….lol ha ha ned mit mir…
    Macht euch ueber die Unterwuerfigkeit mal gedanken!

  10. Avatar

    Chris Meyer

    28. Januar 2018 16:06 at 16:06

    Fake News ist wohl dieser Beitrag. Er unterschlägt nämlich, dass die Rentenversicherung für viele versicherungsfremde Leistungen Gelder auszahlen muss, die eigentlich durch die Allgemeinheit – also auch den Besserverdienenden – gezahlt werden müssten. Ob die Rentenversicherung querfinanziert wird oder nicht sogar noch mehr Geld erhalten müsste, rechnen Sie nicht vor. Ihr werdne wohl in Summe Gelder entzogen. Warum die Rentenversicherung z. B. Zuschläge für Kinder an Mütter zahlen muss, ist nicht ersichtlich. Allenfalls, wenn diese zukünftige Beitragszahler würden. Das weiß jedoch niemand. Sind die Kinder Ärzte oder Hartz IV-Empfänger nutzen sie der Rentenversicherung nicht. Hier wird mit falschen Fakten Stimmung gemacht.

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Industrie und Gewerkschaften: Dramatisch mehr staatliche Investitionen bitte! Hallo Clemens Fuest!

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Gerade erst heute Vormittag hatten wir in einem Artikel die relativ große Bedeutungslosigkeit öffentlicher Investitionen für das Anwachsen der gesamten Wirtschaftsleistung besprochen. Clemens Fuest, Chef des ifo-Instituts und damit Nachfolger des hochgeschätzten wie auch umstrittenen Hans-Werner Sinn, hatte in einem Vortrag (Video hier sehen) klar aufgezeigt, wie klein und unwichtig die staatlichen Investitionen im Vergleich zu privatwirtschfaftlichen Investitionen sind, die ungefähr das zehnfache Volumen haben. Laut Clemens Fuest wäre es viel wichtiger zu schauen, wie private Investitionen stimuliert werden können, anstatt krampfhaft zu versuchen den Staat zu mehr Ausgaben zu bewegen. Selbst große Steigerungen bei staatlichen Ausgaben hätten im großen Bild nur minimale Wirkungen. Und laut Fuest würden solche unter massivem Druck stattfindenden öffentlichen Investitionen auch oft zu völlig sinnlosem Geldausgeben animieren (Steuergeldverschwendung ohne jeden Nutzen).

Aber jetzt ganz aktuell haben sich Vertreter von Industrie und Gewerkschaften dazu durchgerungen, gemeinsam den deutschen Staat zu mehr öffentlichen Ausgaben aufzufordern. Sie haben sogar eine gemeinsame Erklärung herausgegeben. Wann hat es sowas schon mal gegeben? BDI und DGB betiteln ihre Forderung mit den Worten „BDI und DGB verlangen ambitionierte Investitionsoffensive der öffentlichen Hand“. Anmerkung: Wie Clemens Fuest es richtigerweise erwähnt hat, merkt auch der BDI in seiner Forderung an, dass 90% der Investitionen aus dem Privatsektor kommen, und dass auch dieser Sektor stimuliert werden müsse. Der DGB denkt eher nur an staatliche Mehrausgaben. Hier Aussagen aus der gemeinsamen Erklärung, auszugsweise:

Demnach ist die Einrichtung eines Investitionsfonds ein möglicher Weg, um zu deutlich mehr Investitionen zu kommen. Der Analyse von IW und IMK zufolge steigert eine Erhöhung des staatlichen Infrastrukturbestands um zehn Milliarden Euro das Bruttoinlandsprodukt dauerhaft um rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr. „Es geht nicht in erster Linie darum, Symptome einer Rezession zu bekämpfen, sondern Ursachen einer Wachstumsschwäche anzugehen“, sagte der BDI-Präsident. „Die Politik steht in der Pflicht, den Industriestandort Deutschland zu bewahren und zu verbessern, um dauerhaft Wohlstand und Beschäftigung zu sichern.“ Notwendig dafür sei vor allem politische Berechenbarkeit. „Aus Sicht des BDI fehlen schon heute öffentliche Investitionen in Höhe von einem halben Prozentpunkt der Wirtschaftsleistung. Dabei sind die Zusatzanforderungen für den Klimaschutz noch nicht berücksichtigt“, kritisierte Kempf. In vielen Feldern seien diese Voraussetzung für höhere und effiziente private Investitionen, etwa im Verkehr oder der digitalen Infrastruktur.

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann stellte klar: „Nur ein umfangreiches, langfristiges öffentliches Investitionsprogramm sichert die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft – und damit die guten Arbeitsplätze von morgen.“ Das gelte insbesondere angesichts des strukturellen Wandels, der durch Digitalisierung, Klimawandel und Globalisierungsprozesse getrieben wird. „Wir können es uns nicht länger leisten, den Wohlstand künftiger Generationen durch eine veraltete Infrastruktur und ein unterfinanziertes Bildungssystem zu gefährden. Öffentliche Investitionen stärken den sozialen Zusammenhalt und fördern gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Deutschland“, betonte Hoffmann.

IW liefert Basis für Forderungen und will 450 Milliarden Euro bis 2030

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fordert aktuell, dass die Schuldenbremse modifiziert werden müsse, damit der Staat bis runter auf die Kommunen bis 2030 insgesamt 450 Milliarden Euro investieren könne. So könne ein Investitionsstau aufgelöst werden. Die Aussagen des IW sind auch Basis der Forderungen von DGB und BDI. Aber mal ehrlich. Auch ohne diese Aussagen des IW hätten Gewerkschaft und Industrieverband ihre Forderungen formuliert, nicht wahr? Zitat auszugsweise vom IW:

Um Wirtschaft und Gesellschaft zukunftsfähig mit Blick auf Digitalisierung, Verkehrsinfrastruktur, Klima- und demografischen Wandel zu machen, sollte der deutsche Staat jährlich rund 45 Milliarden Euro gezielt zusätzlich investieren. Und zwar über mindestens zehn Jahre. Mit den insgesamt gut 450 Milliarden Euro könnten bis 2030 nicht nur der Investitionsstau in den Kommunen aufgelöst werden, sondern auch dringend nötige Fortschritte in der Qualität des Bildungssystem, bei Daten- und Verkehrsnetzen sowie bei der Dekarbonisierung des Landes erzielt werden. Eine derartige Investitionsoffensive würde deutliche wirtschaftliche Vorteile über Jahrzehnte bringe – etwa weil teure Energieimporte wegfallen oder weil eine höhere Produktivität durch bessere Bildung und effektivere Technik die geringere Anzahl an Arbeitskräften in einer alternden Gesellschaft teilweise ausgleichen kann. Weil künftige Generationen so von diesen Investitionen profitieren, ist es sinnvoll, solche Investitionen zumindest zum Teil über Kredite zu finanzieren – zumal der deutsche Staat aktuell auch für Finanzierungen über lange Zeiträume kaum oder keine Zinsen zahlen muss. Die Regelungen zur Schuldenbremse sollten so schnell wie möglich modifiziert werden, um den notwendigen Spielraum für Kredite zu ermöglichen.

Fehlende Investitionen in die Bahn - das Symbol schlechthin in Deutschland
Bahnschienen als Symbol für jahrzehntelang ausgebliebene Investitionen.

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Immobilien: Zinsen auf Rekordtief, Kredite sprudeln, Boom läuft weiter

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Beispielbild für Einfamilienhaus - Boom bei Immobilien läuft auf Hochtouren

Die Preise für Immobilien kennen nur eine Richtung. Der aktuellste Preisindex von Flossbach von Storch vom letzten Freitag geht immer weiter nach oben mit kräftigen Steigerungsraten, wie auch der Europace Hauspreisindex. Je nach Betrachtung liegen die Preiszuwächse für Immobilien im Jahresvergleich bei bis zu 10%. Aber trotz der immens steigenden Preise, sind die Kaufwilligen auch weiterhin gierig auf neue Wohnungen und Häuser? Geht der Nachfrageboom weiter? Dazu schauen wir mal auf den Monatsbericht der Bundesbank, der heute Mittag veröffentlicht wurde. Auf Seite 33 findet man Aussagen der Bundesbanker zum Punkt Kreditnachfrage. Hier geht es auch um Kredite für Immobilien. Zitat auszugsweise:

So erreichten die Zinsen für Wohnungsbaukredite mit langen Zinsbindungsfristen zum Ende des dritten Quartals mit 1,2 % einen neuen historischen Tiefstand. Hinzu kam, dass die privaten Haushalte die Aussichten auf dem Wohnungsmarkt sowie die Entwicklung der Preise für Wohneigentum weiterhin positiv einschätzten. Im Ergebnis stieg die Jahreswachstumsrate der Kredite an private Haushalte weiter leicht auf 4,2 % zum Quartalsende und lag damit ½ Prozentpunkt höher als vor einem Jahr. Die jüngsten Ergebnisse des BLS deuten darauf hin, dass die Vergabepolitik der Banken gegenüber Privatkunden im Berichtsquartal weitgehend unverändert blieb. Hier gaben die befragten Banken an, ihre Kreditstandards unverändert gelassen zu haben. Allerdings verschärften sie die Bedingungen für Wohnungsbaukredite in der Gesamtbetrachtung zum zweiten Mal in Folge, nachdem sie diese seit Anfang 2017 nahezu kontinuierlich gelockert hatten.

Also: Die Zinsen für Wohnungsbaukredite sind auf einem Rekordtief angekommen. Gleichzeitig haben die Banken ihre Bedingungen für diese Kreditart aber zum zweiten Mal verschärft. Und auch gleichzeitig ist das Volumen der herausgereichten Kredite trotzdem kräftig angestiegen. Das zeigt: Nicht nur der Preisboom bei Immobilien ist weiterhin voll intakt, sondern auch die reale Nachfrage der Käufer. Somit wird der Tanz auf dem Vulkan immer wilder. Es geht weiter, und weiter, und weiter. Bis irgendwann die Musik ausgeht und nicht nur einer, sondern mehrere Käufer keinen Stuhl mehr abkriegen beim rechtzeitigen Ausstieg. Man hat dann zu absoluten Höchstpreisen gekauft. Da nützt auch eine noch so günstige Finanzierung nichts. Crashen die Preise für Immobilien  irgendwann in der Zukunft überraschend schnell in den Keller, und man arbeitet noch zufällig bei einem Autozulieferer in Baden-Württemberg… dann ist die Katastrophe perfekt, wenn man seinen Job verliert, und das Häuschen zwangsversteigert werden muss. Der Erlös fällt dann katastrophal gering aus. So, das war nun das Worst Case Szenario in Kurzform. Nun aber mal Schluss mit den negativen Gedanken. Der Boom bei Immobilien läuft doch gerade auf vollen Touren. Also Lächeln bitte!

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Handelskrieg aktuell: China pessimistisch, glaubt nicht mehr an Deal

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Laut der bisher immer sehr zuverlässigen Eunice Yoon (CNBC-Korrespondentin in Peking) hat China die Hoffnung auf einen Deal faktisch aufgegeben. Peking sei entmutigt durch die Weigerung Trumps, bestehende Zölle schrittweise abzubauen, so Eunice Yoon unter Berufung auf Regierungs-Insiderin Peking.

Man wolle nun abwarten, wie das Impeachment-Verfahren weiter gehe – bzw. auf den Ausgang der Wahl 2020 warten:

Gestern hatte – laut Global Times – erneut ein Gespräch zwischen Liu He und Mnuchin/Lighthyzer stattgefunden. Offenkundig wurde Peking durch dieses Gespräch klar, dass die Trump-Administration nicht bereit ist, bestehende Zölle wieder aufzuheben..

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