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„Die Hausse nährt die Hausse“: Neues Kursziel für Amazon-Aktie 1.250 Dollar

Wenn alles steigt, wäre es doch am Schönsten, wenn einfach alles immer weiter steigt? Die Amazon-Aktie stand nach der Jahrtausendwende gerade mal um die 10 Dollar herum. Was für ein Anstieg auf jetzt über…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wenn alles steigt, wäre es doch am Schönsten, wenn einfach alles immer weiter steigt? Die Amazon-Aktie stand nach der Jahrtausendwende gerade mal um die 10 Dollar herum. Was für ein Anstieg auf jetzt über 900 Dollar! Der Langfristchart zeigt diese atemberaubende Entwicklung. Und wer hatte nun wirklich die Nerven all die Jahre die Aktie zu behalten? Wenn sie diese Strecke und diese prozentuale Entwicklung gegangen ist, dann kann sie auch noch von aktuell 909 auf 1250 Dollar steigen, oder? Richtig.

Möglich ist auch das. „Die Hausse nährt die Hausse“, so lautet ein deutsches Börsianer-Sprichwort. Der Broker Wedbush Securities hat als neues Kursziel für die Amazon-Aktie eben diese Zahl von 1250 Dollar für Amazon veröffentlicht. Das Allzeithoch lag am 5. April bei 924 Dollar. Das KGV für das Geschäftsjahr 2016 lag bei 184, und für das laufende Jahr erwartet man ein KGV von um die 120-130. Da ist ein so schönes hohes Kursziel ambitioniert, aber wie gesagt – möglichst ist ja alles in so einer Hausse.

Über Risiken oder überhöhte Bewertungen wollen wir gar nicht sprechen – das sieht man beim KGV, bei dem Chart und bei den Rekordständen an den Börsen schon von ganz alleine, oder man ist blind. Man muss eben nur an die Konsum-Story von Amazon glauben. Und diese Story läuft momentan auf Hochtouren. Übertrieben gesagt fegt Amazon fast im Wochentakt eine US-Einzelhandelskette nach der anderen in die Insolvenz. Am wahnsinniges Tempo wird derzeit in den USA vorgelegt bei der Transformation des Einzelhandels weg von Geschäften hin zum Onlineshopping, und Amazon genehmigt sich mehr als die Hälfte dieses Kuchens!

Wo sind die inhaltlichen Gründe für Wedbush für dieses Kursziel? Es ist relativ simpel. Man glaube einfach an ein weiter kräftiges Gewinnwachstum. Der Gewinn pro Aktie werde nach 6,73 Dollar in 2017 auf 10,73 Dollar in 2018 steigen. Die Amazon-Aktie biete einen sogenannten „substanziellen Wert“. Man bleibt bei seiner Einstufung „Outperform“ und zieht sein Kursziel hoch von 900 auf 1250 Dollar. Damit ist man laut FactSet unter 46 Analysten der mit dem höchsten Kursziel für diese Aktie. Goldman Sachs zieht sein Kursziel rauf von 1000 auf 1100 Dollar, ebenfalls wegen der Beschleunigung der Gewinnzunahme bei Amazon.

Donnerstag Abend meldet Amazon seine Quartalszahlen.


Die Amazon-Aktie seit dem Jahr 2001.

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    Walter Schmid

    25. April 2017 18:03 at 18:03

    Amazon gehört die Zukunft des Online-Handels, davon bin ich überzeugt. Das ist ein Langfristinvestment und einen Kurs von 1250 halte ich für möglich, so verrückt wie Börsianer sein können. Die Aktie ist natürlich genau wie Tesla aktuell viel zu teuer. Aber im Gegensatz zu Tesla würde ich Amazon nie shorten. Ich war bei Amazon beim Kurs von 600 ausgestiegen und wollte dann günstiger wieder einsteigen. Den Gefallen hatte mir die Aktie aber leider nicht getan. Aber irgendwann wird es auch bei Amazon eine kräftige Korrektur geben. Dann ist die Aktie ganz sicher ein Kauf. Auf dem gegenwärtigen Niveau kann man sich mit einer Longposition aber ganz schön die Finger verbrennen.

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      Michael

      25. April 2017 18:24 at 18:24

      Warum sind Sie denn nicht bei 650 oder 700 wieder eingestiegen?

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        vogel

        25. April 2017 19:42 at 19:42

        „Warum sind Sie denn nicht bei 650 oder 700 wieder eingestiegen?“
        @Michael:
        Weil Herr Schmidt nicht nur alles weiß, sondern alles auch noch besser.
        Zumindest im Nachhinein:
        Vor knapp drei Wochen wollte er noch mit seinem Shortie-Kumpel Pit demnächst „die Bullen Schlachten“ und seit gestern hat er schon immer diese Hausse vorausgesehen und voll die Gewinne mitgenommen.
        Ein echter Schenkelklopfer. :-)
        Sein Original-Kommentar nachzulesen unter dem Beitrag „Der Marktbeweger“ (über Suchfunktion schnell aufrufbar).

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          Michael

          25. April 2017 20:02 at 20:02

          @vogel
          Danke, ich habe diese Beiträge alle bereits gelesen und (relativ konform mit Ihrer Meinung) auch dort kommentiert.
          Der Herr heißt übrigens Schmid (ohne „dt“), wie Schmidchen Schleicher mit den elastischen Argumenten und Handelsstrategien ;)

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      Michael

      25. April 2017 19:57 at 19:57

      Das muss ja dann im März oder April 2016 gewesen sein, denn zuvor ist die Aktie ja nochmals bis auf 474 gefallen, nachdem sie erstmals die 600 erreicht hatte. Und seither ist sie nur noch am Wuchern, wie ein Krebsgeschwür.
      Manchmal verstehe ich das jahrelange Warten auf fallende Kurse und umgekehrt für einen Wiedereinstieg wirklich nicht.
      Das erinnert mich an einige skurrile Investoren am Forexmarkt, die nach Draghis Erstschlag im Mai 2014 bei 1.36 derart verzweifelt wegen verpasster Short-Gewinne waren und auf einem Anstieg auf zumindest 1.38 gehofft hatten, dass ihnen auch die restlichen 3000 Pips durch die Lappen gegangen sind.
      Aber Ähnliches war ja hier vor kurzem bereits von @Gerd zu lesen: Die Hoffnung auf maximale Gewinne, also ein optimaler Einstieg bei optimalem Ausstieg, also die pure Gier, scheint so manch andere bessere rationale Denk- und Handlungsweise hoffnungslos zu dominieren ;)

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        vogel

        25. April 2017 20:06 at 20:06

        @Michael:
        Exakt auf den Punkt gebracht.
        Ihrem Kommentar ist nichts hinzuzufügen. ;-)

        • Avatar

          Lars

          25. April 2017 20:54 at 20:54

          @vogel @Michael
          „Ihrem Kommentar ist nichts hinzuzufügen.“
          Dann warten Sie mal ab, wenn die konzentrierte rechtspopulistische Propagandafront ihre Le Pen-Wunden geleckt hat, wenn Gerd aus seinem monatlichen Gefängnistag entlassen wird, wenn bearishe Bullen wieder zu bullisch-bearishen Flexiblen werden, dann wird hier wieder viel hinzugefügt werden.
          Da wird es noch viel „Tiefschürfendes“ zu kommentieren geben. Leider!

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        Michael

        25. April 2017 22:14 at 22:14

        Vernunft siegt über Gier bei mir:
        Erst gestern musste ich bei einem Gold-Long (Einsieg am 10.04. bei 1254.60) „verzweifelt“ feststellen, dass ich am besten am 17.04 oder 18.04. oder spätestens am 21.04. hätte aussteigen sollen.
        Habe ich aber nicht getan. Doch nach dem Abwärts-Gap und kurzer Erholung wurde mir klar, das Ganze bringt derzeit nichts prickelnd Positives mehr. Also bin ich bei 1275 ausgestiegen, da ja auch die täglichen Swap-Gebühren nicht für Erheiterung sorgen. Jetzt steht Gold bei 1263.
        Sollte sich die Abwärtsentwicklung bremsen, werde ich erneut long gehen. Oder eben etwas tiefer, vielleicht sogar bei 1254.60 ;)
        Ich finde, 2000 $ Gewinn sind besser als gar keiner, nur weil es am 17.04. bereits 4000 $ hätten sein können.

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      Marcus

      25. April 2017 20:33 at 20:33

      Grundsätzlich ist die Aktie sicher nicht uninteressant, aber derzeit ist Amazon einfach nur wahnsinnig überbewertet. Und Amazons Geschäftszahlen rechtfertigen diese Bewertung in keinster Weise !

    • Avatar

      Walter Schmid

      25. April 2017 21:07 at 21:07

      @Michael und vogel
      Sie haben beide nicht verstanden, dass ich bei Amazon nicht short, sondern long war und das, obwohl ich schrieb, dass ich Amazon nie shorten würde. Sie haben auch nicht verstanden, dass meine Anlage- und Handelsstrategie aus vielen Short- und Longpositionen besteht und dass man in jedem Markt gleichzeitig bullisch und bärisch unterwegs sein kann, obwohl ich es erklärt hatte.
      Sie beide senken leider das Niveau dieser Seite beträchtlich, so dass mir nun doch etwas die Lust vergeht, hier weiter zu posten. Jedenfalls bis zum Schlachtfest mit Pit.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        25. April 2017 22:23 at 22:23

        @Walter, bitte fair bleiben! Bei meinem kleinem Sohn war das Motto in seinem Kindergarten: „Wir passen aufeinander auf“! Ich denke, dass das auch für uns vermeintlich Erwachsene gelten sollte :)

        • Avatar

          Walter Schmid

          26. April 2017 19:19 at 19:19

          Na gut, dann werde ich auf die beiden aufpassen und ich lade sie auch zum Schlachtfest ein, allerdings sieht es derzeit danach auch, als würde sich das noch ein wenig verschieben. :-)

      • Avatar

        Michael

        25. April 2017 22:39 at 22:39

        @Walter Schmid
        Ich habe sehr wohl verstanden, dass Sie bei Amazon long waren. Sie haben ja gepostet: „Aber im Gegensatz zu Tesla würde ich Amazon nie shorten. Ich war bei Amazon beim Kurs von 600 ausgestiegen und wollte dann günstiger wieder einsteigen. Den Gefallen hatte mir die Aktie aber leider nicht getan.“
        Woraufhin ich mich gewundert habe: „Warum sind Sie denn nicht bei 650 oder 700 wieder eingestiegen?“ Long natürlich, wenn Sie Amazon nie shorten würden und einen Kurs von 1250 nicht ausschließen?
        Und den letzten Satz von wegen Niveau dieser Seite senken und Lust vergehen, haben wir nun schon zu oft von zu vielen gehört, deren inkonsistente Logik aufgrund ihrer eigenen Aussagen widerlegt wurde.

        • Avatar

          Walter Schmid

          26. April 2017 19:41 at 19:41

          Sie fassen meine Logik nur als inkonsistent auf, weil Sie falsche Schlussfolgerungen aus meinen Aussagen ziehen. Warum sollte ich Amazon beim Kurs von 650 wieder kaufen, wenn ich die Aktie beim Kurs von 600 verkauft hatte, weil ich die Bewertung der Aktie schon zu diesem Zeitpunkt als sportlich erachtete? Und wenn ich einen Kurs von 1250 zwar nicht ausschließe, gleichzeitig aber schreibe, dass die Aktie viel zu teuer ist, warum sollte ich dann beim Kurs von 900 einsteigen?

          • Avatar

            Lars

            26. April 2017 20:50 at 20:50

            Amazon war also bereits bei 600 Ihrer Meinung nach überbewertet, trotz Ihrer Aussage „Amazon gehört die Zukunft des Online-Handels, davon bin ich überzeugt. Das ist ein Langfristinvestment und einen Kurs von 1250 halte ich für möglich…“ ???
            Dass Sie beim Kurs von 900 einsteigen sollen, hat nie jemand erwähnt.
            Es ist leicht möglich, falsche Schlussfolgerungen aus derart wirren Aussagen zu ziehen.

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            Walter Schmid

            26. April 2017 23:05 at 23:05

            Ach, lieber Lars, lassen wir es bitte sein. Meine Aussagen waren eindeutig, wirr sind hier nur manche Kommentare. Interpretieren Sie es einfach, wie Sie möchten.

      • Avatar

        Lars

        25. April 2017 22:57 at 22:57

        @Walter
        Wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihnen jemand aufgrund logisch jederzeit nachvollziehbarer, sachlich und neutral-höflich formulierter Argumente mit Gegenargumenten antworten würde, die Sie in Verruf bringen, das Niveau einer gesamten Website beträchtlich zu senken?
        Haben Sie sich schon einmal mit der Möglichkeit befasst, eventuelle Fehler einzugestehen? Das hat man uns zumindest im Kindergarten und der Schule gelehrt.

        • Avatar

          Lars

          26. April 2017 00:26 at 00:26

          Es muss natürlich lauten, „…wenn Ihnen jemand trotz logisch jederzeit nachvollziehbarer…Argumente…“

        • Avatar

          Walter Schmid

          26. April 2017 19:53 at 19:53

          Nun ja, so logisch, sachlich und höflich-neutral hatte ich die Kommentare nicht gerade empfunden.

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

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