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Die historische Rede von Jerome Powell in Jackson Hole: Eine Analyse

Die Rede von Jerome Powell in Jackson Hole zeigt, was kommen wird – sie ist ein Signal an die Wall Street, an die Schwellenländer, an Trump und die Finanzierbarkeit des ausufernden US-Defizits..

Markus Fugmann

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Historische Rede von Jerome Powell?

Manchmal erweist sich erst bei genauerer Betrachtung, also gewissermaßen im Nachgang, die Bedeutung einer Rede eines Notenbankers – und so ist es wohl besonders bei der Rede von Jerome Powell in Jackson Hole am letzten Freitag. Denn Powell gab den Märkten damit eine Botschaft, die eine Langzeitwirkung haben dürfte – vermutlich nicht in der Dimension der Rede Draghis im Juli 2012 mit dem legendären Satz „whatever it takes“, die damals zu einem kompletten Stimmungsumschung an den Finanzmärkten führte. Dennoch ist das Signal Powells für die Märkte von immenser Bedeutung, zumal Powell als „Nicht-Ökonom“ klarer und verständlicher, weniger akademisch formuliert als seine Vorgänger Bernanke und Yellen.

 

Powells Leitstern: Alan Greenspan

Schon im ersten Absatz der Rede Powells in Jackson Hole fällt auf, dass er Alan Greenspan zitiert: dieser hatte die Unsicherheit, das nicht-wirklich-wissen-können wie die Dinge wirklich sind und sein werden, als Charakteristikum der Notenbankpolitik ausgemacht („uncertainty is not just an important feature of the monetary policy landscape; it is the defining characteristic of that landscape.“).

Überhaupt ist Alan Greenspan im Grunde der Anker dieser Rede – es wird klar, dass Powell in ihm seinen Leitstern sieht, nicht in Bernanke oder Yellen. Der Grund dürfte darin liegen, dass Greenspan eine weniger theoretische Herangehensweise an die Notenbankpolitik hatte als eben Powells beiden Vorgänger. Damit begründet Powell also einen „neuen“ Stil, der eine Rückkehr ist zum Magier der Märkte, als der Alan Greenspan jahrelang an den Finanzmärkten gesehen wurde (bis hin zu den damals weit verbreiteten, absurden Spekulationen, ob eine bestimmte Tasche Greenspans ein bestimmtes Signal an die Märkte sei etc.). Der geradezu magische Ruf Greenspans  (der von 1987 bis 2006 Fed-Chef war) hatte durch die Finanzkrise schwere Kratzer bekommen, man gab ihm eine Mitschuld an eben dieser Finanzkrise, die er durch seine Geldpolitik maßgeblich verursacht habe, so der Vorwurf. Powell rehablitiert also gewissermaßen Greenspan mit seinen Aussagen vom Freitag – und macht ihn wieder, unter Verweis auf dessen Fingerspitzengefühl und unkonventionelles Denken, zum Leitstern der Fed-Politik.

Das wird deutlich in folgenden Aussagen Powells über Greenspan: in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre boomte die US-Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit war gering, und viele innerhalb der Fed und ausserhalb der Fed forderten damals, so Powell, die Zinsen anzuheben, um den Inflationsrisiken zu begegnen. Aber Greenspan tat das nicht (mit einer Ausnahme einer Zinsanhebung zwischen 1996 und 1998) – weil er ahnte, dass eine bisher unverstandene Veränderung eingetreten sei, die klassischem Lehrbuch-Denken nicht entsprach: Greenspan ahnte, dass die Inflation nicht so stark ansteigen werde, wie fast alle vermuteten:

„But Chairman Greenspan had a hunch that the United States was experiencing the wonders of a „new economy“ in which improved productivity growth would allow faster output growth and lower unemployment, without serious inflation risks. Greenspan argued that the FOMC should hold off on rate increases.
Over the next two years, thanks to his considerable fortitude, Greenspan prevailed, and the FOMC raised the federal funds rate only once from mid-1996 through late 1998.10 Starting in 1996, the economy boomed and the unemployment rate fell, but, contrary to conventional wisdom at the time, inflation fell.“

Greenspan, so Powell, habe damals Recht behalten, die Inflation stieg nicht nachhaltig an – und wenn die Inflation nicht nachhaltig anstieg, war es gut, die Leitzinsen nicht wirklich zu erhöhen und damit die Wirtschaft einzubremsen.

 

Powell, Greenspan, Trump

Dass Powell diese Bild wählt, zeigt klar: auch Powell meint, dass die Inflation nicht zu stark steigen werde, sodass die Fed gut daran tue, den Boom der US-Wirtschaft nicht unnötig abzuwürgen – faktisch ist das nichts anderes als eine Absage an stets weiter steigende Leitzinsen und die Aufnahme der Botschaft Trumps, dass die Fed der US-Wirtschaft (und damit vor allem Trump selbst!) helfen solle!

So wie das damals auch Greenspan getan hatte, als er anmahnte, die Entwicklungen der Inflation erst einmal abzuwarten statt voreilig zu agieren – praktisches Risikomanagement also statt eines Aktionismus, der akademisch starr an Prinzipien orientiert ist:

„Under Chairman Greenspan’s leadership, the Committee converged on a risk-management strategy that can be distilled into a simple request: Let’s wait one more meeting; if there are clearer signs of inflation, we will commence tightening.13 Meeting after meeting, the Committee held off on rate increases while believing that signs of rising inflation would soon appear. And meeting after meeting, inflation gradually declined.“

Entscheidend sei, so Powell, dass die Märkte die Gewißheit hätten, dass die Inflation nicht zu stark abweicht vom Zielbereich der Fed – und genau dafür müsse die Fed sorgen:

„When longer-term inflation expectations are anchored, unanticipated developments may push inflation up or down, but people expect that inflation will return fairly promptly to the desired value.“

Die Inflation könne, wenn eine Notenbank weiter die Wirtschaft unterstützt, durchaus auch einmal steigen – das sei kein Problem, wenn die Sicherheit bestünde, dass die Fed dann wieder dafür sorgt, dass die Inflation wieder in den Zielbreich läuft:

„When a central bank acts to stimulate the economy to bring down unemployment, inflation might push above the bank’s inflation target. With expectations anchored, people expect the central bank to pursue policies that bring inflation back down, and longer-term inflation expectations do not rise. Thus, policy can be a bit more accommodative than if policymakers had to offset a rise in longer-term expectations.“

 

Alles wird gut – oder kein Selbstmord aus Angst vor dem Tod

Und nun kommen die vermutlich entscheidenden Sätze Powells unter Anspielung auf Deaghis „whatever it takes“: es sei doch besser und wirksamer, so Powell, wenn die Märkte wüssten, dass die Notenbank dann alles tun werde, was nötig ist, wenn eine aussergwöhnliche Situation eintritt – statt im vorhinein, gewissermaßen Selbstmord aus Angst vor dem Tod zu begehen und aus reiner Vorsicht Schritte zu unternehmen, die die Wirtschaft bremsen könnten:


„In such situations, the famous words „We will do whatever it takes“ will likely be more effective than „We will take cautious steps toward doing whatever it takes (..) I am confident that the FOMC would resolutely „do whatever it takes“ should inflation expectations drift materially up or down or should crisis again threaten.“

Faktisch ist also das Signal Powells an die Wirtschaft und die Finanzmärkte: wir werden euch nicht durch zu viele Zinsanhebungen weh tun, wenn es nicht nötig ist (nämlich wenn die Inflation nicht aus dem Ruder läuft) – aber wenn wir eingreifen müssen um entweder zu retten oder die Inflation im Zaum zu halten, dann werden wir das mit allen Mitteln tun. Aus Sicht der Wall Street ist das wohl eine Art Freifahrtschein – die Rückkehr der seligen Greenspan-Boom-Zeiten mit der Notenbank Fed als dein Freund und Helfer!

 


Powell bei seiner Amtseinführung

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    29. August 2018 12:32 at 12:32

    By the way, der Leitstern Alan Greenspan hatte 1966 folgendes gesagt:
    „Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel mehr. – Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, daß es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Dies ist das schäbige Geheimnis, daß hinter der Verteufelung des Goldes durch die Vertreter des Wohlfahrtsstaates steht“.

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    29. August 2018 14:08 at 14:08

    Man kann die Rede Powells aus vielen Blinkwinkeln analysieren. Zum Ende stellt sich immer die gleiche Frage? Warum fängt der Fed-Chef schon bei einem Zinssatz von 2,0% (+ vermutlich 0,25% im September) an dovish zu werden? 2004 bis 2006 erhöhte die Fed die Zinsen in 17 Schritten von 1,0 bis 5,25%. Und von da an hatte es noch geraume Zeit bis zum Einbruch gedauert. Welche Daten bzw. Frühindikatoren hat die Notenbank im Fokus? 2,5 bis 3% Leitzinsen sollten doch kein Problem sein, für eine starke Volkswirtschaft.
    Ist das Bremsen einer heiß gelaufenen Konjunktur nicht so wichtig, wie die Besorgnis um eine sich bereits abzuzeichnende Konjunkturabschwächung bei dem weltweiten Schuldenproblem? Ich setze auf Letzteres.
    Gruß

    • Avatar

      joerghh

      29. August 2018 21:52 at 21:52

      Warum fängt der Fed-Chef schon bei einem Zinssatz von 2,0% (+ vermutlich 0,25% im September) an dovish zu werden? … die Besorgnis um eine sich bereits abzuzeichnende Konjunkturabschwächung bei dem weltweiten Schuldenproblem?

      Hallo Wolfgang,
      ich glaube auch: es ist die Besorgnis um die Konjunktur. Der wichtige Immobilienmarkt kippt gerade und wenn man sich die Zinsdifferenzkurve am Anleihemarkt anguckt, muss man sagen, dass dieser Markt nicht an einen weiteren Konjunkturaufschwung glaubt. Mit jeder weiteren Zinserhöhung riskiert Powell eine Invertierung der Zinsdifferenzkurve, einer der besten Rezessionsindikatoren. Den Schuh möchte er sich nicht anziehen. Der Aktienmarkt ist total bullisch, der Anleihemarkt skeptisch und der Devisenmarkt unentschlossen, würde ich sagen. Problem ist, dass die Alternativen für die Big Player schwierig sind, da alle anderen liquiden Anleihemärkte auch in Fiatwährungen notieren und in den Anleihemärkten eine noch grössere Blase erzeugt wurde durch Zentralbankkäufe als in den Aktienmärkten. Immobilien sind auch teuer, bleiben also Rohstoffe. Hier ist China ein Risiko, aber eine bessere Idee habe ich nicht. Bin in Gold, Silber, Uran, Rare Earths, Batteriemetallen, Zinn, Wolfram, Phosphor. Leider habe ich auch eine Shortposition in Aktien. Mal sehen, in Gold & Silver we trust :-) Grüsse, Jörg

  3. Avatar

    Denker

    29. August 2018 15:55 at 15:55

    Bäume wachsen nicht in den Himmel. Auch ein Ponzischema hat ein Ende. Die Reißleine wird irgendwann gezogen werden,spätestens dann wenn es all den frisch erzeugten Nullen und Einsen auf der Festplatte zu eng wird… man sollte vielleicht doch mal einen Blick in die Vergangenheit setzen… dort , vor ca 90 Jahren spielten sich genau die selben Dinge ab.
    Und selbst heute, jetzt gerade läßt es sich gut studieren welche Auswirkungen Powells Rede auf uns haben wird. Venezuela ist uns nur ein Stück vorraus. In diesem Sinne “ whatever it takes“ !!!

  4. Avatar

    bademeister

    29. August 2018 16:54 at 16:54

    Warum sollte sich Powell jetzt, bei ungetrübtem Sonnenschein, mit Trump anlegen wollen? ..in der vermutlich weisen Voraussicht, dass Trump bald von ganz anderer Seite ernsthafte Probleme bekommen wird. Trump versagt gerade auf allen außenpolitischen Ebenen..NAFTA vielleicht aktuell ausgenommen..aber auch das könnte ein gewohnt toter Kuhhandel werden…bei der ersten Wolke, die über den herbstlichen Himmel ziehen wird, kann Powell ja wieder eine Rede halten..vielleicht sieht man dann die letzte Rede nicht mehr historisch…

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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