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Die Illusion der Börse – Eine Geschichte von Magiern und Notenbanken

Stefan Jäger

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Die Illusion der Börse: Beginnen möchte ich mit einem Zitat von Kostolany – „Mit etwas Zynismus kann man behaupten, dass das ganze kapitalistische System eine Illusion, vielleicht sogar ein Schwindel ist, aber eben ein gut gemachter. Hoffen wir das er noch lange besteht.“

Der Magier und die Notenbank

Als ein passendes Beispiel dient ein Magier. Jeder weiß, dass es alles nur Illusionen sind. Aber sobald ein Magier die Bühne betritt und seine Zaubertricks aufführt, sind wir fasziniert. Jeder Moment ist voller Spannung und Aufregung. Die Börse ist für mich das Gleiche. Sie ist die größte Bühne der Welt, jeden Tag eine neue Show, jeden Tag ist es aufregend. Und wir können alle daran teilhaben. Mit einer Vielzahl an Instrumenten können wir handeln und dabei Gewinne erzielen. Aber letztendlich ist sie zu einer Illusion geworden. Seitdem der Markt nicht mehr seinem natürlichen Verhalten folgen darf und die Manipulation ausartet, übernimmt die Illusion die Oberhand und die Notenbanken haben die Rolle des Magiers übernommen.

Die Entwicklung und Auswirkung

Seit der Finanzkrise von 2008 (hier gut erklärt) hat sich die Börse mehr und mehr von der Realwirtschaft abgekoppelt. Bewertungen und Gewinnerwartungen der Unternehmen rücken mittlerweile immer weiter in den Hintergrund. Heutzutage schaut man nur noch gespannt auf das was die Notenbanken tun – es wird sogar darauf gewettet, welche Maßnahmen als nächstes Folgen. Natürlich darf man nicht abstreiten, dass Liquidität immer schon eine große Rolle an der Börse gespielt hat. Nur ist es inzwischen so, dass es nicht mehr ohne geht.

Unser Finanzsystem basiert auf dem Grundsatz „Höher, Schneller und Weiter“ (hier der jüngste Beweis für das Eigenleben der EZB). Wenn man rational denkt, muss man feststellen, dass dieses System auf Dauer nicht funktionieren kann. Aber um es nicht scheitern zu lassen, hat man sich vor langer Zeit überlegt einer Orgnisation außerhalb der Regierung – der Notenbank – die Macht und das Recht zu geben, Geld aus dem NICHTS zu drucken. Um das System aufrecht zu erhalten, bedarf es jetzt aber immer mehr umfangreichere Maßnahmen. Es reicht nicht mehr Zinsen zu senken – inzwischen haben wir Negativzinsen. Es reicht auch nicht mehr Stimulus durch QE-Programme zu erzeugen, sondern es bedarf Geldflutungen, die ihresgleichen suchen.

Jede kleine Korrektur an der Börse oder Wirtschaftskrise wird in einer Geldflut ertränkt. Die Schulden wachsen exponentiell. Seien Sie versichert, diese Schulden werden niemals zurückgezahlt. Allein in den letzten 20 Jahren hat sich die weltweite Verschuldung verdreifacht. Auch wenn wir das Geld gerne zurückzahlen würden, wo soll es herkommen? Um das zu tun benötigt man Wachstumsraten, die in der jetzigen Situation gar nicht machbar sind. Zwischen 2010 und 2019 musste für einen Dollar globalen Wachstums 2,5 Dollar an Schulden aufgewendet werden. Das kann nicht nachhaltig sein und ist auf Dauer zum Scheitern verurteilt.

Fazit

The FED bails out everything – but who is gonna bail out the FED at the end? – Die Notenbanken retten alles – die globale Wirtschaft, die Börse und die Zombieunternehmen – aber wer rettet am Ende die Notenbanken? Die Macht der Notenbanken ist unendlich. Solange das Vertrauen in Sie und in das Fiat-Geld vorhanden ist, solange kann dieses System funktionieren. Ich hoffe Ihnen ist bewusst, dass das Geld was sie in den Händen halten, weniger Wert ist, als das Papier auf dem es gedruckt ist. Sollte dieses Vertrauen irgendwann weichen – aus welchem Grund auch immer – dann kommt es zum Platzen der Blase. Aber bis dahin sollten wir die großartigen Möglichkeiten, die uns die Börse bietet, auch nutzen. Um auf unser Beispiel der Magier zurückzukommen: die Börse bleibt faszinierend, spannend und aussichtsreich, indem wir an die Illusion glauben. Also lasst uns alle GLAUBEN – solange es noch möglich ist!

Illusion der Börse - Geschichte von Magiern und Notenbanken

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Axel

    22. Mai 2020 17:04 at 17:04

    Wir haben gar keine andere Möglichkeit, als daran zu glauben! Mit was sollen wir dann stattdessen bezahlen? Erbsen und Möhren?

    • Avatar

      Jan

      22. Mai 2020 19:20 at 19:20

      @Axel, bezahlen? Wer bezahlt denn heute noch? Wenn, dann mit Kreditkarte oder aufgeblasenen Girokonten. Bezahlen, also echt jetzt?!

  2. Avatar

    Mike Lohmann

    22. Mai 2020 17:51 at 17:51

    Bei wichtigen Geschäften gehen Firmen bereits seit einiger Zeit wieder zum Tauschhandel über. Nur noch kurzfristige Handlungen werden noch mit dem wertlosen Fiat-Money abgewickelt. Jeder weiss inzwischen, dass z.B. die Chinesen in Europa keinem mehr ihr gedrucktes Geld anbieten, der nicht mit echten Werten wie Grundstücke etc. die Verträge absichern kann. Europäer sind wie die alten Indianer, die auch ihr Gold gegen Glasperlen hergaben. Das Erwachen in Europa wird schmerzhaft sein.

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    Harald Potter

    22. Mai 2020 19:15 at 19:15

    Von den Illusionisten-Zauber-Shows ist man nur solange fasziniert, wie man die Tricks nicht begriffen hat und/oder sich die Tricks grundsätzlich unterscheiden. Weder das Eine, noch das Andere ist der Fall.

    Sieht man täglich die gleichen zwei, drei Zauberstückchen oder noch viel billiger am Abend mehrmals nur mehr ein und dasselbe, einmal mit Tauben, einmal mit Hasen, einmal mit Bikini-Assistentinnen, danach noch mit (Börsen)Ratten und als Highlight mit Bull-Bären, ödet es irgendwann jeden an.

    Man bleibt der Veranstaltung fern und fragt sich, wofür man eigentlich Eintritt bezahlen sollte.

    • Avatar

      joah

      23. Mai 2020 00:42 at 00:42

      »Man bleibt der Veranstaltung fern und fragt sich, wofür man eigentlich Eintritt bezahlen sollte.«
      Das ist der Moment, in welchem der (geistige) Vorhang gefallen ist und man auf die nackte, unverputzte Wand dahinter schaut.

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    md

    22. Mai 2020 22:12 at 22:12

    Die Illusion der Börse – da sag ich nur.
    tragödie plus zeit resultat komödie.

    • Avatar

      leftutti

      23. Mai 2020 01:29 at 01:29

      @md, warum so negativ?

      Die Türken haben doch Sinn für Humor und spielen fröhliche Musik, Leben und Realität statt Langeweile und dogmatischen Blödsinn von den Lautsprechern auf Kirchtürmen ab.

      Izmir schlecht… 🤢 🤮

  5. Avatar

    joah

    23. Mai 2020 01:08 at 01:08

    „Die Kapitalisten sind so habgierig und dumm, daß sie ihrem Henker auch noch die Stricke verkaufen, an denen er sie früher oder später aufhängen wird.“ Quelle unklar
    Noch zynischer, wenn der Kapitalist und Henker nicht nur ein und die selbe Person, sondern sich gar nicht seines zweiten Berufes gewahr ist.

    • Avatar

      Michael

      23. Mai 2020 12:45 at 12:45

      Das hieße letztendlich, dass der kapitalistische Henker an einer dissoziativen Identitätsstörung leidet, quasi vergleichbar einem Dr. Bull und Mr. Bär 🤪

  6. Pingback: Die Illusion der Börse – Eine Geschichte von Magiern und Notenbanken – finanzmarktwelt.de

  7. Avatar

    Koch

    23. Mai 2020 18:07 at 18:07

    Die Notenbanken kommen mit der Zerstörung jahrhundertealter Wirtschafts&Finanzgepflogenheiten planmässig voran.Am baldigen Ende des Crack-up-Booms wartet auf die „alternativlosen“,jedoch wertmässig überaufgeblasenen Sachwerte,wie Aktien und Immobilien ein fürchterlicher Absturz.Wenn ich mir bspw.ein neues Auto kaufen will.das ca.35000€ kosten soll und ich dem verdutzten Händler sage:Hier nimm das Doppelte,ist ja schliesslich ein Sachwert,wird der mich genauso anschauen,wie ich momentan die „Exbörse“Mit Börse im herkömmlichen Sinn hat der Istzustand nichts aber auch rein garnichts mehr zu tun!Ich hoffe,dass diese kriminelle Vermögensverschiebung der Notenbanken vom Faktor Arbeit und Anstrengung zur bourgeoisen Kapitalklasse genauso endet wie im Original von 1789!Macht Euere Augen&Ohren auf,dann könnt ihr die Guillotinen schon schemenhaft sehen und hören!

  8. Avatar

    Pessi-Mist

    23. Mai 2020 19:42 at 19:42

    Schön u.gut ,aber die Macht der Notenbanken ist nicht unendlich u.viele Aktien sind keine Sachwerte.Das war früher so, als die Firmenbosse noch ehrenhafte Leute waren u.keine kriminellen Kurstreiber.
    Amazon hat z.B. noch nie Gewinn gemacht, Tesla ist nicht besser, alle diese Pseudo Sachwerte basieren auf Hoffnung u.waren von immer höheren Umsatzzahlen genährt. Hertz die gerade am kollabieren ist ,war ja auch ein grosser Sachwert.Das Spiel „IMMER HÖHER , IMMER WEITER, wird jetzt gerade in Frage gestellt.
    Wenn du Visionen hast, gehe zum Arzt, wenn du Illusionen hast ,gehe an die Börse.
    Meine vor Wochen erwähnte Befürchtung, dass der Börsenkiller Corona gerade in Südamerika gnadenlos zuschlägt, wird gerade ersichtlich. Der Betongold -Optimist hat doch gerade geschrieben, Corona sei abgehackt. Die V- Erholung lässt grüssen !

    • Avatar

      Realist

      24. Mai 2020 10:48 at 10:48

      @Pessi-Mist. Ungeachtet des Namens. Wer sich so auf längere Zeit bezeichnet, hat an der Börse schon verloren. Wie sagte einst André Kostolany: Wer im Abschwung keine Aktien besitzt, hat diese auch nicht im Aufschwung.
      Dazu noch ein paar Sätze für Ihre bärentypische Fehlbeurteilung.
      Die fünf nach Börsenwert größten Unternehmen: Microsoft, Apple, Amazon, Alphabet, Facebook. Allein im vergangenen Geschäftsjahr haben sie zusammen einen Nettogewinn von 159 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Das sind rund 435 Millionen pro Tag.
      Aber wir halten lieber Cash oder Trash!

  9. Avatar

    md

    24. Mai 2020 02:23 at 02:23

    @leftutti, – Die Türken haben doch Sinn für Humor und spielen fröhliche Musik, Leben und Realität statt Langeweile.

    – da hast du recht. nicht nur das, die türkei ( mesopotamien ) die wiege der zivilisation ist. soviel völker, kulturen, religionen.

    – aber warum greifst du mich so an. sind dir die argumente ausgegangen.
    meine argumente:
    – seit 1998 die rot/grünen regieren ist eine schleichende verknechtung und verarmung der bevölkerung vollzogen worden und absichtlich, dem anschein nach.
    – ab ’98 sind nachdenkliche ( betrugsumfragen ) umfragen von den medien veröffentlicht worden.
    – zb. umfrage: müssen wir diese oder jene steuern anheben, resultat der umfragen: immer mit „ja“, die mehrheit war immer für steuererhöhungen. egal ob strom, wasser, krankenkassenbeiträge etc. ( da muss man sehr kritisch nachdenken, wer hat diese medien so im griff, das diese scheinheilige umfragewerte publik machten )
    – gewerkschaften gibts seit 1998 nicht mehr. oder hast du mal eine demo gesehen für lohnerhöhungen.
    – stattdessen sehen wir nur noch demos vom grünenkindergarten. unter ausnutzung unserer kinder.

    – und leftutti, welchen konsum meinst du ? die grossen kaufhäuser (zb. karstatd, quelle usw.) gehen einer nachdem anderen pleite.
    – komm mir bitte nicht mit dem einwand: wir haben die „höchste verschuldung der privaten haushalte“ in europa. bei uns muss jeder für die kleinste anschaffung (waschmaschine, pc, möbel etc.) einen kredit aufnehmen. ich meine bei dem medianvermögen auch nicht anders möglich. in anderen euro-ländern haben die mensxhen das nötige kleingeld solche dinge bar zu bezahlen. gibst du mir dbzgl recht.
    und ich sehe das genauso wie in den usa, 70-80 % der konsumausgaben sind eher von den oberen 10-20%.
    bist du bis hierher bei mir oder musst du widersprechen.

    ich hasse es das man für jedwede kürzungsvorhaben oder verbote gegen das volk immer den trumpf der klimakarte zieht. das ist abschäulich.

    jetzt kommt wieder der einwand “ wollen wir den nächsten generationen soviel schulden hinterlassen. moment mal apropos „schulden ? generationen ? da war doch mal in der vergangenheit etwas. hat dieses argument nicht schon rot/grün als trumpf für steuerergöhungen in ihrer regierungszeit gezogen. und es ist fast eine generation vorbei und wir haben mehr schulden ? ( falls ich nicht falsch liege ) und das thema ist wieder auf dem tisch.

    leftutti, der scholzi möchte allen familien eine entschädigung von jämmerlichrn 300 euro ( insgesamt 6 mrd euro ) zahlen.
    warum nicht 3000 euro ( gesamtausgabe 60 mrd ) wäre das nicht gerechter.
    woher das geld nehmen?. naja, ich meine wir hätten offenstände von 3000 mrd euro von unseren euro mitgliedern zu bekommen. können wir die nicht bitten eine allererste zahlung von jämmerlichen 60 mrd eur zu leisten. problem gelöst :)

    ich bin für ein zufriedeneres volk. bitte die nächsten jahre nicht wieder themen wie, strompreise hoch, wasser/kanal preise hoch, überlegungen wie man das volk entmobilisiert, debatten über erhöhung von gebühren gez. oder andere.
    oder seine eigene wirtschaft gegenüber der welt bloss stellen „dieselskandal“
    einfach mal das volk für paar jahre in ruhe lassen.
    den grünen mal einen maulkorb geben.

    leugnen tun wir nichts, aber wir „das arbeitende volk“ weiss immer was nach solchen debatten kommt.
    dieselskandal – dieselverbot
    klimaproblem – klimasteuer
    korona virus – ? kommt bald der wunsch seitens der grünen/spd das man über eine „korona steuer“ debattiert. ?? die umfragewerte bei n-tv/bild/focus kann ich dir jetzt schon verraten. – ja die mehrheit ist für eine koronasteuer um zb. die krankenkassen zu entlasten.

    vg md.
    ( du weisst ich schreibe nicht gern 😆 ) und loben muss ich dich noch. du schaust auf den inhalt des gesxhriebenen und nicht wie manch ein hochnäsiger user auf meine grammatik oder wortschatzarme satzbildung.

    • Avatar

      leftutti

      24. Mai 2020 14:41 at 14:41

      @md, mein alter Freund, man lernt doch nie aus. Dachte ich bisher doch immer, dass Mesopotamien zum allergrößten Teil eher im Gebiet des heutigen Syrien und Irak lag, als die frühen Osmanen noch mit Keulen bewaffnet auf den Bäumen lebten. Und folgten danach nicht erst noch ganz andere Hochkulturen wie Babylonien oder das Byzantinische Reich, bevor die räuberischen türkischen und osmanischen Nomadenvölker etwa 12.000 bis 13.000 Jahre nach den ersten Besiedlungsspuren in Mesopotamien irgendwann im 14. und 15. Jahrhundert begannen, diese Kulturen zu überfallen und zu plündern? Ich denke, da schmückst du die Türken mit fremden Federn, waren doch sogar die barbarischen West- und Ostgoten schon 1000 Jahre früher in Adrianopel (Edirne), um den Oströmern Saures zu geben 😤

      Ansonsten sehe ich bei dir leider keine Argumente, sondern die immer gleichen hanebüchenen Behauptungen. Wir drehen uns nur im Kreis, das ist, wie ein Kampf gegen Windmühlen. Erst kürzlich habe ich dir geschrieben, dass von 1995 bis 1997 unter der Regierung Kohl der Eingangssteuersatz von 19 auf 26% (!!!) angehoben wurde, während der Spitzensteuersatz unverändert blieb. Eine massive Benachteiligung der Seite links vom Medianeinkommen. Und ich hatte auch geschrieben, dass von 1998 bis 2005 unter Rot-Grün die Einkommenssteuer in allen Bereichen um 11 bis 12% gesenkt wurde. Doch unglücklicherweise hat es die Politik in den letzten 15 Jahren versäumt, diese erfreuliche und positive Steuerpolitik weiterhin an die Lohn- und Preisentwicklungen bzw. die Entwicklung der Medianeinkommen anzupassen.

      Immer wieder schreibst du, seit 1998 regiert Rot-Grün. Schaust du keine Nachrichten, liest du keine Zeitung? Seit 2005 malträtiert und quält uns nur eine Partei mit wechselnden Juniorpartnern. Erinnerst du dich an die letzte Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19% im Jahr 2007? Waren das auch die Grünen?

      Und erzähle mir doch bitte nicht, dass bei einem bedarfsgewichteten Netto-Medianeinkommen von etwa 1.900 EUR und einem Netto-Medianvermögen von etwa 71.000 EUR jeder für die kleinste Anschaffung einen Kredit benötigt. Und gleichzeitig aber immer das neueste iPhone und/oder den neuesten iMac zum E-Mail-Checken und Smart-Home-Steuern sein Eigen nennt, während man gerade den dritten oder vierten Urlaub pro Jahr genießt oder am gebogenen 100“-Fernseher Fußball im Pay-TV guckt.

      • Avatar

        leftutti

        24. Mai 2020 15:09 at 15:09

        @md, ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass ich mir durchaus der Einkommens- und Vermögensungleichgewichte bewusst bin. Und auch der Tatsache, dass diese immer weiter auseinander driften. Und ich weiß auch, dass DE im europäischen Vergleich bei den Nettovermögen eher schlecht dasteht, nicht zuletzt auch im Vergleich zu den lieben südeuropäischen „Krisen“ländern.

        Aber findest du es tatsächlich gut und erstrebenswert, dass manche Länder andere aussaugen, wie blutrünstige Zecken, sich immer weiter auf Kosten anderer verschulden, ihren Steuerbetrügern und korrupt-kriminellen Politikern einen Steuer-Ablass nach dem anderen gewähren, während das Medianvermögen deutlich über dem von DE liegt? Der erste italienische Steuer-Ablass z. B. kam 1973, weitere sechs große und zahlreiche kleine sollten folgen. Dabei muss der Steuersünder einen Teil der hinterzogenen Steuern als „Buße“ entrichten, Verzugs- und Strafzinsen werden erlassen. Damit sind dann alle finanziellen und rechtlichen Folgen „beerdigt“, wie es auf Italienisch passenderweise heißt: „Grab-Ablass“ (condono tombale). Die Gelackmeierten sind die ehrlichen Steuerzahler: Jeder Ablass ist die direkte Einladung zur nachfolgenden Steuerhinterziehung.

  10. Avatar

    Pessi- Mist

    24. Mai 2020 16:30 at 16:30

    @Realist, ich bin nur für die Börsenkurse in der jetzigen Lage pessimistisch, der Warren u.der Ray Dalio hätten mit meiner Einstellung bei der letzten Korrektur riesige Verluste verhindert. Anderseits bin ich sehr sehr optimistisch , dass ich bald noch einen richtigen Short- Knüller landen kann.Übrigens Buffett war ja auch vorsichtig u.hatte viel Cash, aber mit gehebelten Vermögen sollte man im Abschwung eben doch keine Aktien halten.Im übrigen bin ich sehr grosser Profiteur des grössten NOTENBANKWAHNSINNS aller Zeiten.
    Sie würden grosse Augen machen wenn sie meine von den Notenbanken gepushten Immowerte sehen würden.Und kommen sie jetzt ja nicht mit Risiko bei steigenden Zinsen,die Hochzinsphase 1994 habe Ich gut überstanden ( ca.9% Hypozinsen) Immobilien sind auch bei gewissen Preisschwankungen reale Werte.
    Es gibt keine Derivate u.Termingeschäfte, es können nicht fremde Leute zu tausenden auf fremde Häuser spekulieren.Lieber Realist, ich meine,dass sie auch ein eher skeptischer Börsianer sind, aber einem alten Affen wie mir können sie keine neuen Grimassen vormachen.

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Kaufverbot für die Nikola-Aktie – Werbung

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Lieber Börsianer,

am Firmensitz der Nikola in Phoenix (Arizona) glühen schon seit Wochen die Telefonleitungen. Das junge Unternehmen kämpft hart um seine Reputation. Man kämpft um die letzten Investoren, die noch nicht gegangen sind. Und vor allem, man kämpft um seine Partner wie General Motors, Bosch oder Iveco. Denn wenn die abspringen, wird die Nikola-Zentrale in Phoenix zugesperrt.

Aber der Reihe nach! Was ist zuletzt passiert bei Nikola?

Der charismatische Firmengründer Trevor Milton wurde aufs Abstellgleis geschoben und seitdem geben trockene Technikertypen den Ton bei Nikola an. So trat der Technik-Chef Jesse Schneider zuletzt vor die Presse und referierte betont sachlich über Patente, Chassis-Zeichnungen und andere Dokumente. Er legte haarklein auseinander, welcher Bestandteil des Nikola-Trucks fremd eingekauft, welcher extern entwickelt wurde.

Die Veranstaltung war langweilig, aber wichtig. Wenn Nikola überleben will, muss es das Vertrauen des Marktes und der Industrie wiederherstellen. Dafür wollen die Investoren jetzt keine Visionen hören, sondern Fakten und Details sehen.

Diese Fakten und Details entscheiden in den kommenden Wochen über den Kursverlauf der Aktie. Denn am 30. November läuft die Sperrfrist (lock-up-period) für die vorbörslichen Investoren der Nikola ab. Wenn diese Investoren bis dahin nicht von der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells überzeugt werden können, werden sie an diesem Tag mit großem Volumen aus der Aktie aussteigen und ein erneutes Kursmassaker herbeiführen.

Aber denken wir positiv! Unterstellen wir einmal, Jesse Schneider und CEO Mark Russell können die Investoren überzeugen, dann dürfte auch General Motors an Bord bleiben. Das ist aktuell der wichtigste Nikola-Partner. Mehr noch: Der US-Autobauer entscheidet wahrscheinlich über die Zukunft des Lkw-Bauers Nikola.

Nur zur Erinnerung: General Motors (GM) hat zugesagt, für Nikola die Werkbank zu machen und insgesamt Produktionsleistungen im Wert von 2 Milliarden USD für das Startup zur Verfügung zu stellen. Konkret war oder ist geplant, dass GM den…..

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Wie die UBS ihren Gewinn im Vergleich zu 2019 um 99 Prozent steigern konnte

Claudio Kummerfeld

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Coronakrise, Insolvenzwelle voraus, mögliche Krisen bei den Banken? Die US-Banken jedenfalls haben robuste Quartalszahlen gemeldet (siehe hier Branchenführer JP Morgan). Oder man hat die Erwartungen sogar extrem stark übertroffen, wie zum Beispiel Goldman Sachs mit einem sehr starken Kapitalmarktgeschäft – denn die Coronakrise hat die letzten Monate Kapitalmarktaktivitäten stark erhöht. Und heute war der Schweizer Bankgigant UBS an der Reihe. Und die Finanzdaten für das 3. Quartal sind äußerst stark ausgefallen, wie bei Goldman Sachs. Sensationell positiv überrascht, so darf man es formulieren. So notiert die UBS-Aktie heute auch 2,8 Prozent im Plus. Die UBS meldet für die letzten drei Monate einen um Sonderfaktoren bereinigten Vorsteuergewinn von 2,1 Milliarden Dollar. Dies ist ein Plus von 99 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2019. Unfassbar, und das in diesen Zeiten. Wie hat die UBS das geschafft?

UBS mit sehr niedrigen Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle

Nun, zunächst lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Risikovorsorge der Bank für möglicherweise anstehende Kreditausfälle. Dafür muss eine Bank schon im Vorweg möglichst gut planen und Geld bei Seite legen, also die Rücklagen aus dem Gewinn herausrechnen und auf die hohe Kante legen. Die aktuellen Quartalszahlen der UBS umfassten Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von 89 Millionen US-Dollar. Davon entfielen insbesondere 92 Millionen US-Dollar auf den Bereich Personal & Corporate Banking und 15 Millionen US-Dollar auf die Investment Bank. Dem standen Auflösungen von Wertberichtigungen für Kreditrisiken von netto 22 Millionen US-Dollar in Global Wealth Management gegenüber. Also, für einen so riesigen Tanker wie die UBS sind Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle in Höhe von 89 Millionen US-Dollar fast gar nichts. Entweder die Bank hat wirklich kaum bis gar keine anstehenden Kreditausfälle, oder man blickt viel zu optimistisch auf die nächsten Quartale. Auf jeden Fall erhöht diese fast nicht vorhandene Rückstellungssumme den Gewinn.

Global Wealth Management und Investment Bank bei der UBS laufen prächtig

Vermögensverwaltung, Kapitalmärkte und Investment Banking laufen in turbulenten Coronazeiten offenbar bestens. Das sah man wie gesagt bereits an den blendenden Quartalszahlen von Goldman Sachs. Wer also seinen Fokus auf Kapitalmärkte und Vermögensverwaltung hat, der fährt als Bank in so einer Krise deutlich besser als Banken, die auf das klassische Geschäft mit Krediten und Spareinlagen setzen – denn dort sind die möglichen Ausfallsummen bei Krediten logischerweise höher.

Wir picken uns an dieser Stelle zwei Geschäftsbereiche bei der UBS heraus. Das Global Wealth Management zeigt einen Vorsteuergewinn von 1,057 Milliarden Dollar. Asien und die Region Americas erzielten einen rekordhohen Vorsteuergewinn für ein drittes Quartal. Die positive Operating Leverage stützte sich auf das Kreditwachstum und höhere transaktionsbasierte Erträge, bei rückläufigen Kosten. In der Investment Bank der UBS lag der Vorsteuergewinn bei 632 Millionen Dollar, mit starkem Wachstum in allen Regionen. Die annualisierte Rendite auf das zugeteilte Eigenkapital belief sich auf 19,9% Prozent.

Möglichst viel Geld an Aktionäre ausschütten?

Die UBS scheint wenig bestrebt zu sein, viel Geld in Rücklagen zu parken. Nein, das Geld soll wohl so kräftig wie möglich an die Anteilseigener fließen. Wenn man denn die Kreditrisiken wirklich so gut im Griff hat? Zitat UBS:

UBS ist nach wie vor bestrebt, überschüssiges Kapital an ihre Aktionäre zurückzuführen und ihre Kapitalrückführungen im bisherigen Umfang beizubehalten. Dabei wird das Verhältnis von Bardividende versus Aktienrückkäufe ab 2020 im Vergleich zu früheren Jahren angepasst werden. Per 30. September 2020 hat UBS bislang USD 1,0 Milliarde für die Bardividende zurückgestellt, deren Ausschüttung voraussichtlich an der Generalversammlung im April 2021 vorgeschlagen wird. Zusätzlich hat UBS im dritten Quartal eine Kapitaleinlagereserve von USD 1,5 Milliarden für potenzielle Aktienrückkäufe gebildet, was die starke Kapitalgenerierung durch ihre Geschäfte widerspiegelt. Unter Ausklammerung dieser Reserve hätte sich die harte Kernkapitalquote (CET1) um 70 Basispunkte auf 14,0% per 30. September 2020 erhöht. UBS erwartet, 2021 ihre Aktienrückkäufe wieder aufnehmen zu dürfen.

Die UBS zu ihrer Kernkapitalquote:

Per 30. September 2020 wies UBS eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 13,5% (Vorgabe: ~13% bzw. 12,7–13,3%), eine Leverage Ratio des harten Kernkapitals (CET1) von 3,8% (Vorgabe: >3,7%) und eine Tier 1 Leverage Ratio4 von 5,5% aus, ohne Berücksichtigung vorübergehender Konzessionen oder Erleichterungen.

Das UBS-Logo am Frankfurter Opernturm
UBS-Logo am Frankfurter Opernturm. Foto: Quartl CC BY-SA 3.0 de

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Netflix-Quartalszahlen heute Abend – hier eine kurze Vorschau

Claudio Kummerfeld

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Fernbedienung zeigt auf Netflix-Schrift auf Fernseher

Heute Abend kurz nach Börsenschluss um 22 Uhr wird Netflix seine Quartalszahlen präsentieren. Wir werden dann umgehend berichten. An dieser Stelle wollen wir eine kurze Vorschau bieten. Der Umsatz lag im Vorjahresquartal bei 5,24 Milliarden Dollar, und im zweiten Quartal 2020 bei 6,15 Milliarden Dollar. Für heute liegen die Erwartungen bei 6,4 Milliarden Dollar. Nicht mehr? Kann es da also heute Abend eine „tolle Überraschung“ nach oben geben, oder fand der Großteil des Corona-Wachstums im ersten und zweiten Quartal statt? (die Leute sitzen in Corona-Zeiten zuhause und gucken in die Flimmerkiste)

Erwartungen zu Gewinnen und Abos bei Netflix

Der Gewinn pro Aktie bei Netflix lag vor einem Jahr bei 1,47 Dollar, und im zweiten Quartal bei 1,59 Dollar. Für heute liegen die Erwartungen im Durchschnitt von 38 Analystenschätzungen bei 2,13 Dollar. Und die Abos? Die Zahl von netto neu hinzugewonnenen Abonnenten ist bei Netflix stets die wichtigste Kennzahl. Es geht darum, ob die seit Jahren kräftig laufende Wachstumsstory aufrechterhalten werden kann. In diesem besonderen Jahr 2020 geht es darum zu sehen, ob das große Corona-bedingte Wachstum jetzt vorbei ist. Mit +15,77 Millionen Abos im ersten und +10,09 Millionen Abos im zweiten Quartal hatte das Unternehmen schon blendend von der Coronakrise profitiert. Hier zeigte sich bereits, dass Millionen von Menschen vor Corona-Langeweile (zuhause rumsitzen) wohl Netflix-Abos gebucht haben. Für heute werden für das 3. Quartal 2,5 Millionen neue Abos erwartet (entspricht auch der Erwartung von Netflix selbst), aber es gibt auch optimistischere Schätzungen von +3,26 Millionen.

Quartalszahlen heute Abend mit Überraschung?

Wird Netflix mit den heutigen Quartalszahlen doch überraschend mehr Wachstum präsentieren können bei den neuen Abonnenten? Das könnte der Aktie einen weiteren Schub geben. Denn mehr als 3 Millionen neue Abos im dritten Quartal wären wohl ein Zeichen, dass das Nutzerwachstum weiter anhält, trotz der bereits zwei extrem starken vorigen Quartale. Und es wäre ein Zeichen, dass Netflix sich weiter kräftig behaupten kann gegen seine neuen Streaming-Konkurrenten wie den Giganten Disney mit seinem neuen Angebot „Disney+“. Der folgende Chart zeigt den Verlauf der Netflix-Aktie in den letzten 12 Monaten. Interessant sind die drei Hochpunkte seit Juli. Über 575 Dollar müsste die Aktie laufen für einen großen frischen Ausbruch in neue Sphären (gestern 530,72 Dollar).

Chart zeigt Kursverlauf der Netflix-Aktie in den letzten 12 Monaten

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