Folgen Sie uns

Aktien

Die Illusion der Börse – Eine Geschichte von Magiern und Notenbanken

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Die Illusion der Börse: Beginnen möchte ich mit einem Zitat von Kostolany – „Mit etwas Zynismus kann man behaupten, dass das ganze kapitalistische System eine Illusion, vielleicht sogar ein Schwindel ist, aber eben ein gut gemachter. Hoffen wir das er noch lange besteht.“

Der Magier und die Notenbank

Als ein passendes Beispiel dient ein Magier. Jeder weiß, dass es alles nur Illusionen sind. Aber sobald ein Magier die Bühne betritt und seine Zaubertricks aufführt, sind wir fasziniert. Jeder Moment ist voller Spannung und Aufregung. Die Börse ist für mich das Gleiche. Sie ist die größte Bühne der Welt, jeden Tag eine neue Show, jeden Tag ist es aufregend. Und wir können alle daran teilhaben. Mit einer Vielzahl an Instrumenten können wir handeln und dabei Gewinne erzielen. Aber letztendlich ist sie zu einer Illusion geworden. Seitdem der Markt nicht mehr seinem natürlichen Verhalten folgen darf und die Manipulation ausartet, übernimmt die Illusion die Oberhand und die Notenbanken haben die Rolle des Magiers übernommen.

Die Entwicklung und Auswirkung

Seit der Finanzkrise von 2008 (hier gut erklärt) hat sich die Börse mehr und mehr von der Realwirtschaft abgekoppelt. Bewertungen und Gewinnerwartungen der Unternehmen rücken mittlerweile immer weiter in den Hintergrund. Heutzutage schaut man nur noch gespannt auf das was die Notenbanken tun – es wird sogar darauf gewettet, welche Maßnahmen als nächstes Folgen. Natürlich darf man nicht abstreiten, dass Liquidität immer schon eine große Rolle an der Börse gespielt hat. Nur ist es inzwischen so, dass es nicht mehr ohne geht.

Unser Finanzsystem basiert auf dem Grundsatz „Höher, Schneller und Weiter“ (hier der jüngste Beweis für das Eigenleben der EZB). Wenn man rational denkt, muss man feststellen, dass dieses System auf Dauer nicht funktionieren kann. Aber um es nicht scheitern zu lassen, hat man sich vor langer Zeit überlegt einer Orgnisation außerhalb der Regierung – der Notenbank – die Macht und das Recht zu geben, Geld aus dem NICHTS zu drucken. Um das System aufrecht zu erhalten, bedarf es jetzt aber immer mehr umfangreichere Maßnahmen. Es reicht nicht mehr Zinsen zu senken – inzwischen haben wir Negativzinsen. Es reicht auch nicht mehr Stimulus durch QE-Programme zu erzeugen, sondern es bedarf Geldflutungen, die ihresgleichen suchen.

Jede kleine Korrektur an der Börse oder Wirtschaftskrise wird in einer Geldflut ertränkt. Die Schulden wachsen exponentiell. Seien Sie versichert, diese Schulden werden niemals zurückgezahlt. Allein in den letzten 20 Jahren hat sich die weltweite Verschuldung verdreifacht. Auch wenn wir das Geld gerne zurückzahlen würden, wo soll es herkommen? Um das zu tun benötigt man Wachstumsraten, die in der jetzigen Situation gar nicht machbar sind. Zwischen 2010 und 2019 musste für einen Dollar globalen Wachstums 2,5 Dollar an Schulden aufgewendet werden. Das kann nicht nachhaltig sein und ist auf Dauer zum Scheitern verurteilt.

Fazit

The FED bails out everything – but who is gonna bail out the FED at the end? – Die Notenbanken retten alles – die globale Wirtschaft, die Börse und die Zombieunternehmen – aber wer rettet am Ende die Notenbanken? Die Macht der Notenbanken ist unendlich. Solange das Vertrauen in Sie und in das Fiat-Geld vorhanden ist, solange kann dieses System funktionieren. Ich hoffe Ihnen ist bewusst, dass das Geld was sie in den Händen halten, weniger Wert ist, als das Papier auf dem es gedruckt ist. Sollte dieses Vertrauen irgendwann weichen – aus welchem Grund auch immer – dann kommt es zum Platzen der Blase. Aber bis dahin sollten wir die großartigen Möglichkeiten, die uns die Börse bietet, auch nutzen. Um auf unser Beispiel der Magier zurückzukommen: die Börse bleibt faszinierend, spannend und aussichtsreich, indem wir an die Illusion glauben. Also lasst uns alle GLAUBEN – solange es noch möglich ist!

Illusion der Börse - Geschichte von Magiern und Notenbanken

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Axel

    22. Mai 2020 17:04 at 17:04

    Wir haben gar keine andere Möglichkeit, als daran zu glauben! Mit was sollen wir dann stattdessen bezahlen? Erbsen und Möhren?

    • Avatar

      Jan

      22. Mai 2020 19:20 at 19:20

      @Axel, bezahlen? Wer bezahlt denn heute noch? Wenn, dann mit Kreditkarte oder aufgeblasenen Girokonten. Bezahlen, also echt jetzt?!

  2. Avatar

    Mike Lohmann

    22. Mai 2020 17:51 at 17:51

    Bei wichtigen Geschäften gehen Firmen bereits seit einiger Zeit wieder zum Tauschhandel über. Nur noch kurzfristige Handlungen werden noch mit dem wertlosen Fiat-Money abgewickelt. Jeder weiss inzwischen, dass z.B. die Chinesen in Europa keinem mehr ihr gedrucktes Geld anbieten, der nicht mit echten Werten wie Grundstücke etc. die Verträge absichern kann. Europäer sind wie die alten Indianer, die auch ihr Gold gegen Glasperlen hergaben. Das Erwachen in Europa wird schmerzhaft sein.

  3. Avatar

    Harald Potter

    22. Mai 2020 19:15 at 19:15

    Von den Illusionisten-Zauber-Shows ist man nur solange fasziniert, wie man die Tricks nicht begriffen hat und/oder sich die Tricks grundsätzlich unterscheiden. Weder das Eine, noch das Andere ist der Fall.

    Sieht man täglich die gleichen zwei, drei Zauberstückchen oder noch viel billiger am Abend mehrmals nur mehr ein und dasselbe, einmal mit Tauben, einmal mit Hasen, einmal mit Bikini-Assistentinnen, danach noch mit (Börsen)Ratten und als Highlight mit Bull-Bären, ödet es irgendwann jeden an.

    Man bleibt der Veranstaltung fern und fragt sich, wofür man eigentlich Eintritt bezahlen sollte.

    • Avatar

      joah

      23. Mai 2020 00:42 at 00:42

      »Man bleibt der Veranstaltung fern und fragt sich, wofür man eigentlich Eintritt bezahlen sollte.«
      Das ist der Moment, in welchem der (geistige) Vorhang gefallen ist und man auf die nackte, unverputzte Wand dahinter schaut.

  4. Avatar

    md

    22. Mai 2020 22:12 at 22:12

    Die Illusion der Börse – da sag ich nur.
    tragödie plus zeit resultat komödie.

    • Avatar

      leftutti

      23. Mai 2020 01:29 at 01:29

      @md, warum so negativ?

      Die Türken haben doch Sinn für Humor und spielen fröhliche Musik, Leben und Realität statt Langeweile und dogmatischen Blödsinn von den Lautsprechern auf Kirchtürmen ab.

      Izmir schlecht… 🤢 🤮

  5. Avatar

    joah

    23. Mai 2020 01:08 at 01:08

    „Die Kapitalisten sind so habgierig und dumm, daß sie ihrem Henker auch noch die Stricke verkaufen, an denen er sie früher oder später aufhängen wird.“ Quelle unklar
    Noch zynischer, wenn der Kapitalist und Henker nicht nur ein und die selbe Person, sondern sich gar nicht seines zweiten Berufes gewahr ist.

    • Avatar

      Michael

      23. Mai 2020 12:45 at 12:45

      Das hieße letztendlich, dass der kapitalistische Henker an einer dissoziativen Identitätsstörung leidet, quasi vergleichbar einem Dr. Bull und Mr. Bär 🤪

  6. Pingback: Die Illusion der Börse – Eine Geschichte von Magiern und Notenbanken – finanzmarktwelt.de

  7. Avatar

    Koch

    23. Mai 2020 18:07 at 18:07

    Die Notenbanken kommen mit der Zerstörung jahrhundertealter Wirtschafts&Finanzgepflogenheiten planmässig voran.Am baldigen Ende des Crack-up-Booms wartet auf die „alternativlosen“,jedoch wertmässig überaufgeblasenen Sachwerte,wie Aktien und Immobilien ein fürchterlicher Absturz.Wenn ich mir bspw.ein neues Auto kaufen will.das ca.35000€ kosten soll und ich dem verdutzten Händler sage:Hier nimm das Doppelte,ist ja schliesslich ein Sachwert,wird der mich genauso anschauen,wie ich momentan die „Exbörse“Mit Börse im herkömmlichen Sinn hat der Istzustand nichts aber auch rein garnichts mehr zu tun!Ich hoffe,dass diese kriminelle Vermögensverschiebung der Notenbanken vom Faktor Arbeit und Anstrengung zur bourgeoisen Kapitalklasse genauso endet wie im Original von 1789!Macht Euere Augen&Ohren auf,dann könnt ihr die Guillotinen schon schemenhaft sehen und hören!

  8. Avatar

    Pessi-Mist

    23. Mai 2020 19:42 at 19:42

    Schön u.gut ,aber die Macht der Notenbanken ist nicht unendlich u.viele Aktien sind keine Sachwerte.Das war früher so, als die Firmenbosse noch ehrenhafte Leute waren u.keine kriminellen Kurstreiber.
    Amazon hat z.B. noch nie Gewinn gemacht, Tesla ist nicht besser, alle diese Pseudo Sachwerte basieren auf Hoffnung u.waren von immer höheren Umsatzzahlen genährt. Hertz die gerade am kollabieren ist ,war ja auch ein grosser Sachwert.Das Spiel „IMMER HÖHER , IMMER WEITER, wird jetzt gerade in Frage gestellt.
    Wenn du Visionen hast, gehe zum Arzt, wenn du Illusionen hast ,gehe an die Börse.
    Meine vor Wochen erwähnte Befürchtung, dass der Börsenkiller Corona gerade in Südamerika gnadenlos zuschlägt, wird gerade ersichtlich. Der Betongold -Optimist hat doch gerade geschrieben, Corona sei abgehackt. Die V- Erholung lässt grüssen !

    • Avatar

      Realist

      24. Mai 2020 10:48 at 10:48

      @Pessi-Mist. Ungeachtet des Namens. Wer sich so auf längere Zeit bezeichnet, hat an der Börse schon verloren. Wie sagte einst André Kostolany: Wer im Abschwung keine Aktien besitzt, hat diese auch nicht im Aufschwung.
      Dazu noch ein paar Sätze für Ihre bärentypische Fehlbeurteilung.
      Die fünf nach Börsenwert größten Unternehmen: Microsoft, Apple, Amazon, Alphabet, Facebook. Allein im vergangenen Geschäftsjahr haben sie zusammen einen Nettogewinn von 159 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Das sind rund 435 Millionen pro Tag.
      Aber wir halten lieber Cash oder Trash!

  9. Avatar

    md

    24. Mai 2020 02:23 at 02:23

    @leftutti, – Die Türken haben doch Sinn für Humor und spielen fröhliche Musik, Leben und Realität statt Langeweile.

    – da hast du recht. nicht nur das, die türkei ( mesopotamien ) die wiege der zivilisation ist. soviel völker, kulturen, religionen.

    – aber warum greifst du mich so an. sind dir die argumente ausgegangen.
    meine argumente:
    – seit 1998 die rot/grünen regieren ist eine schleichende verknechtung und verarmung der bevölkerung vollzogen worden und absichtlich, dem anschein nach.
    – ab ’98 sind nachdenkliche ( betrugsumfragen ) umfragen von den medien veröffentlicht worden.
    – zb. umfrage: müssen wir diese oder jene steuern anheben, resultat der umfragen: immer mit „ja“, die mehrheit war immer für steuererhöhungen. egal ob strom, wasser, krankenkassenbeiträge etc. ( da muss man sehr kritisch nachdenken, wer hat diese medien so im griff, das diese scheinheilige umfragewerte publik machten )
    – gewerkschaften gibts seit 1998 nicht mehr. oder hast du mal eine demo gesehen für lohnerhöhungen.
    – stattdessen sehen wir nur noch demos vom grünenkindergarten. unter ausnutzung unserer kinder.

    – und leftutti, welchen konsum meinst du ? die grossen kaufhäuser (zb. karstatd, quelle usw.) gehen einer nachdem anderen pleite.
    – komm mir bitte nicht mit dem einwand: wir haben die „höchste verschuldung der privaten haushalte“ in europa. bei uns muss jeder für die kleinste anschaffung (waschmaschine, pc, möbel etc.) einen kredit aufnehmen. ich meine bei dem medianvermögen auch nicht anders möglich. in anderen euro-ländern haben die mensxhen das nötige kleingeld solche dinge bar zu bezahlen. gibst du mir dbzgl recht.
    und ich sehe das genauso wie in den usa, 70-80 % der konsumausgaben sind eher von den oberen 10-20%.
    bist du bis hierher bei mir oder musst du widersprechen.

    ich hasse es das man für jedwede kürzungsvorhaben oder verbote gegen das volk immer den trumpf der klimakarte zieht. das ist abschäulich.

    jetzt kommt wieder der einwand “ wollen wir den nächsten generationen soviel schulden hinterlassen. moment mal apropos „schulden ? generationen ? da war doch mal in der vergangenheit etwas. hat dieses argument nicht schon rot/grün als trumpf für steuerergöhungen in ihrer regierungszeit gezogen. und es ist fast eine generation vorbei und wir haben mehr schulden ? ( falls ich nicht falsch liege ) und das thema ist wieder auf dem tisch.

    leftutti, der scholzi möchte allen familien eine entschädigung von jämmerlichrn 300 euro ( insgesamt 6 mrd euro ) zahlen.
    warum nicht 3000 euro ( gesamtausgabe 60 mrd ) wäre das nicht gerechter.
    woher das geld nehmen?. naja, ich meine wir hätten offenstände von 3000 mrd euro von unseren euro mitgliedern zu bekommen. können wir die nicht bitten eine allererste zahlung von jämmerlichen 60 mrd eur zu leisten. problem gelöst :)

    ich bin für ein zufriedeneres volk. bitte die nächsten jahre nicht wieder themen wie, strompreise hoch, wasser/kanal preise hoch, überlegungen wie man das volk entmobilisiert, debatten über erhöhung von gebühren gez. oder andere.
    oder seine eigene wirtschaft gegenüber der welt bloss stellen „dieselskandal“
    einfach mal das volk für paar jahre in ruhe lassen.
    den grünen mal einen maulkorb geben.

    leugnen tun wir nichts, aber wir „das arbeitende volk“ weiss immer was nach solchen debatten kommt.
    dieselskandal – dieselverbot
    klimaproblem – klimasteuer
    korona virus – ? kommt bald der wunsch seitens der grünen/spd das man über eine „korona steuer“ debattiert. ?? die umfragewerte bei n-tv/bild/focus kann ich dir jetzt schon verraten. – ja die mehrheit ist für eine koronasteuer um zb. die krankenkassen zu entlasten.

    vg md.
    ( du weisst ich schreibe nicht gern 😆 ) und loben muss ich dich noch. du schaust auf den inhalt des gesxhriebenen und nicht wie manch ein hochnäsiger user auf meine grammatik oder wortschatzarme satzbildung.

    • Avatar

      leftutti

      24. Mai 2020 14:41 at 14:41

      @md, mein alter Freund, man lernt doch nie aus. Dachte ich bisher doch immer, dass Mesopotamien zum allergrößten Teil eher im Gebiet des heutigen Syrien und Irak lag, als die frühen Osmanen noch mit Keulen bewaffnet auf den Bäumen lebten. Und folgten danach nicht erst noch ganz andere Hochkulturen wie Babylonien oder das Byzantinische Reich, bevor die räuberischen türkischen und osmanischen Nomadenvölker etwa 12.000 bis 13.000 Jahre nach den ersten Besiedlungsspuren in Mesopotamien irgendwann im 14. und 15. Jahrhundert begannen, diese Kulturen zu überfallen und zu plündern? Ich denke, da schmückst du die Türken mit fremden Federn, waren doch sogar die barbarischen West- und Ostgoten schon 1000 Jahre früher in Adrianopel (Edirne), um den Oströmern Saures zu geben 😤

      Ansonsten sehe ich bei dir leider keine Argumente, sondern die immer gleichen hanebüchenen Behauptungen. Wir drehen uns nur im Kreis, das ist, wie ein Kampf gegen Windmühlen. Erst kürzlich habe ich dir geschrieben, dass von 1995 bis 1997 unter der Regierung Kohl der Eingangssteuersatz von 19 auf 26% (!!!) angehoben wurde, während der Spitzensteuersatz unverändert blieb. Eine massive Benachteiligung der Seite links vom Medianeinkommen. Und ich hatte auch geschrieben, dass von 1998 bis 2005 unter Rot-Grün die Einkommenssteuer in allen Bereichen um 11 bis 12% gesenkt wurde. Doch unglücklicherweise hat es die Politik in den letzten 15 Jahren versäumt, diese erfreuliche und positive Steuerpolitik weiterhin an die Lohn- und Preisentwicklungen bzw. die Entwicklung der Medianeinkommen anzupassen.

      Immer wieder schreibst du, seit 1998 regiert Rot-Grün. Schaust du keine Nachrichten, liest du keine Zeitung? Seit 2005 malträtiert und quält uns nur eine Partei mit wechselnden Juniorpartnern. Erinnerst du dich an die letzte Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19% im Jahr 2007? Waren das auch die Grünen?

      Und erzähle mir doch bitte nicht, dass bei einem bedarfsgewichteten Netto-Medianeinkommen von etwa 1.900 EUR und einem Netto-Medianvermögen von etwa 71.000 EUR jeder für die kleinste Anschaffung einen Kredit benötigt. Und gleichzeitig aber immer das neueste iPhone und/oder den neuesten iMac zum E-Mail-Checken und Smart-Home-Steuern sein Eigen nennt, während man gerade den dritten oder vierten Urlaub pro Jahr genießt oder am gebogenen 100“-Fernseher Fußball im Pay-TV guckt.

      • Avatar

        leftutti

        24. Mai 2020 15:09 at 15:09

        @md, ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass ich mir durchaus der Einkommens- und Vermögensungleichgewichte bewusst bin. Und auch der Tatsache, dass diese immer weiter auseinander driften. Und ich weiß auch, dass DE im europäischen Vergleich bei den Nettovermögen eher schlecht dasteht, nicht zuletzt auch im Vergleich zu den lieben südeuropäischen „Krisen“ländern.

        Aber findest du es tatsächlich gut und erstrebenswert, dass manche Länder andere aussaugen, wie blutrünstige Zecken, sich immer weiter auf Kosten anderer verschulden, ihren Steuerbetrügern und korrupt-kriminellen Politikern einen Steuer-Ablass nach dem anderen gewähren, während das Medianvermögen deutlich über dem von DE liegt? Der erste italienische Steuer-Ablass z. B. kam 1973, weitere sechs große und zahlreiche kleine sollten folgen. Dabei muss der Steuersünder einen Teil der hinterzogenen Steuern als „Buße“ entrichten, Verzugs- und Strafzinsen werden erlassen. Damit sind dann alle finanziellen und rechtlichen Folgen „beerdigt“, wie es auf Italienisch passenderweise heißt: „Grab-Ablass“ (condono tombale). Die Gelackmeierten sind die ehrlichen Steuerzahler: Jeder Ablass ist die direkte Einladung zur nachfolgenden Steuerhinterziehung.

  10. Avatar

    Pessi- Mist

    24. Mai 2020 16:30 at 16:30

    @Realist, ich bin nur für die Börsenkurse in der jetzigen Lage pessimistisch, der Warren u.der Ray Dalio hätten mit meiner Einstellung bei der letzten Korrektur riesige Verluste verhindert. Anderseits bin ich sehr sehr optimistisch , dass ich bald noch einen richtigen Short- Knüller landen kann.Übrigens Buffett war ja auch vorsichtig u.hatte viel Cash, aber mit gehebelten Vermögen sollte man im Abschwung eben doch keine Aktien halten.Im übrigen bin ich sehr grosser Profiteur des grössten NOTENBANKWAHNSINNS aller Zeiten.
    Sie würden grosse Augen machen wenn sie meine von den Notenbanken gepushten Immowerte sehen würden.Und kommen sie jetzt ja nicht mit Risiko bei steigenden Zinsen,die Hochzinsphase 1994 habe Ich gut überstanden ( ca.9% Hypozinsen) Immobilien sind auch bei gewissen Preisschwankungen reale Werte.
    Es gibt keine Derivate u.Termingeschäfte, es können nicht fremde Leute zu tausenden auf fremde Häuser spekulieren.Lieber Realist, ich meine,dass sie auch ein eher skeptischer Börsianer sind, aber einem alten Affen wie mir können sie keine neuen Grimassen vormachen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage