Europa

Die Inflation ist längst da: Baupreise steigen so stark wie seit 11 Jahren nicht mehr

Präsident Clemens Fuest hatte es gerade erst in einem Interview angesprochen. Die Inflation sei längst da. Nicht bei den Verbraucherpreisen, aber bei Vermögenswerten wie Aktien und Immobilien könne man das sehen. Ganz frische Daten vom Statistischen Bundesamt belegen diese These. Denn wo der Bau von Wohngebäuden drastisch teurer wird, werden die Wohnungen alleine schon durch die Baukosten immer teurer werden – ganz ohne Immobilien-Spekulanten, die durch ständigen Kauf und Verkauf von Immobilien Preise hoch pushen.

Die Baupreise für Wohngebäude sind im Mai im Vergleich zum Mai 2017 um 4,1% gestiegen, und damit so stark wie seit November 2007 nicht mehr. Damals lag die Steigerung bei 5,8%. Interessant ist es die Details zu betrachten. Alle Gewerke, wirklich alle Gewerke verzeichnen deutlich steigende Preise. Daran erkennt man: Dies ist ein breit angelegtes Phänomen. Die Knappheit an Handwerkern treibt die Preise in die Höhe.

Der dringende Bedarf an Wohnungen in Ballungszentren und die Niedrigzinsen treiben die Preise an. Dazu kommt, dass der Staat beim Bau von Schulen, Straßen, Brücken uvm jahrelang gespart hat, und nun einen riesigen Investitionsstau nachholen muss. Beim Straßenbau steigen die Baupreise aktuell sogar um 5,6%. Hier mehr Details zu den einzelnen Gewerken:

Die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden stiegen von Mai 2017 bis Mai 2018 um 4,6 %. Unter den Rohbauarbeiten erhöhten sich die Preise für Betonarbeiten um 5,4 %, für Mauerarbeiten um 3,7 % sowie für Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten um 3,6 %. Zimmer- und Holzbauarbeiten waren um 4,3 % teurer als im Mai 2017. Die Preise für Ausbauarbeiten nahmen im Mai 2018 gegenüber dem Vorjahr um 3,6 % zu. Unter den Ausbauarbeiten stiegen die Preise für Tischlerarbeiten um 4,1 %, für Heizanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen um 3,8 % sowie für Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden um 5,0 %. Putz- und Stuckarbeiten waren im Mai 2018 um 3,0 % teurer als im Mai 2017. Die Preise für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) waren im Mai 2018 um 3,8 % höher als im Vorjahr. Die Neubaupreise für Bürogebäude und für gewerbliche Betriebsgebäude stiegen jeweils um 4,1 %. Im Straßenbau erhöhten sich die Preise binnen Jahresfrist um 5,6 %.

Baupreise
Baustelle in Frankfurt. Foto: EPei (CC BY-SA 3.0)



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1 Kommentar

  1. „Die Inflation sei längst da. Nicht bei den Verbraucherpreisen, aber bei Vermögenswerten wie Aktien und Immobilien könne man das sehen.“

    Naja mit Inflation ist üblicherweise die Verbraucherpreisinflation gemeint – andernfalls wären die 1970er Jahre von Deflation gekennzeichnet gewesen.

    Und an den Aktien sieht man das? DAX Kursindex heute: 5.765. Dax Kursindex 9.7.2017: 5.871. Hm, also ich sehe da keinen Anstieg….

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