Folgen Sie uns

Europa

Die Inflation kommt – wichtigster Vorlaufindikator mit kräftigem Sprung

Redaktion

Veröffentlicht

am

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind deutlich angesprungen, und auch die Vorlaufindikatoren wie Großhandelspreise und Importpreise deuten für die nächsten Monate auf weitere Steigerungen hin. Heute früh wurde der wichtigste Vorlaufindikator für die Verbraucherpreise veröffentlicht. Die Erzeugerpreise für Mai steigen im Vergleich zu Mai 2017 um 2,7% nach 2,0% im April. Die Inflation kommt also in deutlichen Schritten!

Die Erzeuger reichen ihre höheren Preise an den Großhandel weiter, der sie dann wiederum an den Einzelhandel weiterleitet. Dort enstehen dann wohl in den nächsten Monaten die spürbar steigenden Verbraucherpreise. Wie auch bei den aktuellen Verbraucherpreisen und Vorlaufindikatoren sind es auch bei den Erzeugerpeisen die Energiepreise, die für den Sprung nach oben sorgen. Zitat Statistisches Bundesamt:

Die Preisentwicklung bei Energie wirkte sich im Mai 2018 am stärksten auf die Entwicklung der Erzeugerpreise insgesamt aus. Energie war um 5,5 % teurer als ein Jahr zuvor. Eine höhere Teuerungsrate gegenüber dem Vorjahr hatte es letztmalig im März 2012 gegeben (+ 6,0 %). Gegenüber April 2018 stiegen die Energiepreise um 1,3 %.

Aber nicht nur Energie, auch andere Güter sind teilweise deutlich im Preis angesprungen. Hier weitere Details:

Vorleistungsgüter waren im Mai 2018 um 2,6 % teurer als im Mai 2017. Gegenüber dem Vormonat April stiegen diese Preise um 0,4 %. Metalle kosteten 5,4 % mehr als im Mai 2017. Die Preise stiegen gegenüber dem Vormonat um 1,0 %. Walzstahl war im Vorjahresvergleich um 7,2 % teurer. Betonstahl verteuerte sich sogar um 17,6 %, hier fielen die Preise gegenüber April 2018 jedoch um 1,0 %. Papier, Pappe und Waren daraus kosteten 4,8 % mehr als ein Jahr zuvor. Billiger als ein Jahr zuvor waren unter anderem nichtmetallische Sekundärrohstoffe (– 9,6 %) und synthetischer Kautschuk, der 10,7 % weniger kostete als im Mai 2017.

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Mai 2018 um 0,8 % höher als im Mai 2017, im Vergleich zum Vormonat April stiegen sie geringfügig um 0,1 %. Nahrungsmittel kosteten im Jahresvergleich 0,7 % mehr. Gegenüber dem Vormonat April erhöhten sich hier die Preise um 0,2 %. Butter war 27,0 % teurer als im Mai 2017, deren Preise stiegen allein gegenüber dem Vormonat April um 9,8 %. Milch kostete 6,8 % mehr als im Vorjahresmonat, Backwaren 3,6 % mehr. Schweinefleisch war hingegen 12,4 % billiger als ein Jahr zuvor. Die Preise für Zucker waren um 24,2 % niedriger als im Mai 2017, lagen jedoch gegenüber dem Vormonat April um 0,5 % höher.

Investitionsgüter waren im Mai 2018 um 1,2 % teurer als im Mai 2017 (+ 0,1 % gegenüber April 2018), Gebrauchsgüter kosteten 1,6 % mehr als im Vorjahresmonat (+ 0,3 % gegenüber April 2018).

Erzeugerpreise Inflation

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

weiterlesen

Europa

Verbraucherpreise Eurozone November: Deflation den vierten Monat in Folge!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Geldbörse wird zusammengepresst

Soeben hat Eurostat als Vorabschätzung die Verbraucherpreise der Eurozone für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich ist es ein Wert von -0,3 Prozent nach ebenfalls -0,3 Prozent im Oktober. Erwartet für heute wurde eine Veränderung von -0,2 Prozent. Damit erlebt die Eurozone (basierend auf dem Modell des Harmonisierten Verbraucherpreisindex) den vierten Monat in Folge Deflation! Dies hängt natürlich auch mit der seit Juli geltenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland zusammen, welche in vier Wochen wieder rückgängig gemacht wird.

Man sieht: Die Preissteigerung bei Lebensmitteln bleibt relativ konstant mit +1,9 Prozent. Ebenfalls ändern sich die Verbraucherpreise im Negativen auch relativ konstant. Die Energiepreise sinken um 8,4 Prozent – das sind ähnlich hohe negative Werte wie in den Vormonaten. Wie gesagt, ab Januar könnte der Gesamtschnitt wieder Richtung Null-Linie tendieren mit den steigenden deutschen Mehrwertsteuersätzen.

Datenblatt zeigt aktuelle Verbraucherpreise in der Eurozone

weiterlesen

Europa

Verbraucherpreise im November: Dritter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Kartoffel mit Löffel und Münzen

Soeben hat das Statistische Bundesamt vorab die Verbraucherpreise für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich sind sie mit -0,3 Prozent den dritten Monat in Folge deflationär (Vormonate jeweils -0,2 Prozent im Jahresvergleich). Erwartet für heute waren ein Minus von 0,1 Prozent. Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, wie die Statistiker in ihrer Headline-Mittelung erwähnen. Hier die Daten im Detail:

Datenblatt zeigt Veränderungen der Verbraucherpreise im Detail

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage