Folgen Sie uns

Allgemein

Die jüngsten EZB-Erläuterungen zum laufenden Anleihekaufprogramm (QE)

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Parallel zur gestrigen Sitzung veröffentlichte die EZB eine aktuelle Übersicht mit Erläuterungen zu ihrem aktuellen Anleihekaufprogramm (QE). Hier eine Übersicht.

Die EZB beschreibt, dass die Liste der Emittenten (Staatliche und Halbstaatliche/Öffentliche)
seit QE-Beginn im März zwei Mal erweitert wurde – hier die aktuelle Liste – der Grund dafür ist klar. Der Markt ist jetzt schon arg leergekauft. Man muss also den Kreis der möglichen Anleiheemittenten, von denen man Anleihen kaufen möchte, vergrößern.

Die EZB betont zu ihren Anleihekäufen, dass sie in ihren Büchern nicht den aktuellen Börsenwert der Anleihen ausweist, sondern den Nominalwert, also den Ursprungswert der Anleihe. Wenn sie zu 100% ausgegeben wird, steht ihr Wert auch so bei der EZB als aufgekaufte Summe, auch wenn der Börsenkurs aktuell höher oder tiefer liegt.

EZB Übersicht QE
Hier eine Übersicht der aktuell aufgekauften Summen pro Land in Mio Euro.
Grafik: EZB

Die EZB entscheidet zwar über die Höhe der Ankäufe, gewährt den nationalen Notenbanken, die die Käufe durchführen, aber einen „gewissen“ Spielraum, von welchen Emittenten sie wie viel kaufen. So gibt die EZB den nationalen Notenbanken „etwas Flexibilität“, ob man z.B. mehr Anleihen des eigenen Staates kauft oder doch etwas mehr Anleihen von öffentlichen Infrastrukturfinanzierern.

Die EZB hat gestern das „Issuer Share Limit“ von 25 auf 33% erhöht. Auch das zeigt, wie ausgetrocknet der Anleihemarkt in der Eurozone schon ist. Die EZB gestattet sich also selbst von einer einzelnen Anleiheemission statt bisher maximal 25 jetzt maximal 33% zu kaufen. Emittiert der Staat Frankreich z.B. eine Staatsanleihe für insg. 10 Milliarden Euro, kann die französische Notenbank im Auftrag der EZB jetzt bis zu 3,3 Milliarden statt bisher maximal 2,5 Milliarden Euro davon aufkaufen.

Wenn es sich beim QE-Anleiheaufkauf nicht um nationale, sondern um Anleihen europäischer Institutionen handelt, genehmigt die EZB „einigen wenigen“ nationalen Notenbanken sozusagen grenzüberschreitend auch diese Anleihen aufzukaufen. Die EZB selbst übernimmt also nicht den Kauf von EU-Anleihen, sondern die nationalen Notenbanken, die hauptsächlich dazu da sind im QE-Programm Anleihen in ihren Ländern aufzukaufen.

Die EZB betont erneut, dass sie NICHT im Primärmarkt kauft. Das ist sehr wichtig! Im Primärmarkt, also bei der Erstausgabe der Anleihe (Emission) direkt vom Emittenten an die Erstkäufer, muss ein realer Käufer außerhalb der Notenbanken vorhanden sein, der den staatlichen bzw. öffentlichen Emittenten finanziert, sonst kommt es zu einer realen direkten Staatsfinanzierung durch eine staatliche Institution (Notenbank). Das wäre ein in sich geschlossener Kreislauf von „Linke Tasche Rechte Tasche“. Daher warten die Notenbanken, bis die Anleihe am Markt frei gehandelt wird, und kauft dort jetzt bis maximal 33% davon auf.

Die EZB kauft für das QE-Programm Anleihen, die zum Zeitpunkt des Kaufes eine Restlaufzeit von mindestens 2 und maximal 30 Jahren haben. Die Anleihen liegen dann bis zum endgültigen Auslaufen im Bestand der EZB. Sie kassiert jährlich die Zinsen und erhält beim Auslauf den Nominalwert vom Emittenten zurück. Durch diesen dauerhaften Entzug der Anleihen vom Markt soll das frei gewordene Cash für diesen langen Zeitraum die Banken dazu drängen es aufgrund des Anlagenotstands in die Realwirtschaft zu pumpen (was ja nicht wirklich funktioniert). Auch wenn das QE im September 2016 ausläuft, verbleiben bei der EZB also noch jahrzehntelang Anleihewerte, die sich erst nach und nach abbauen.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Warum wir technische Innovationen unterschätzen – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

als damals zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts die ersten Autos über die Straßen rollten, wollte niemand so richtig an die Zukunft dieser Vehikel glauben. Sie waren schmutzig, laut und nicht besonders zuverlässig. Lediglich besonders wohlhabende Menschen und technikaffine Bastler interessierten sich für diese Entwicklung. Der Verkehrsalltag wurde, auch nach der Erfindung des Automobils von Kutschen und Pferdekarren dominiert. Die meisten Menschen glaubten daran, dass sich das wohl nie ändern würde. Kaiser Wilhelm II soll gesagt haben: „Ich glaube an das Pferd, das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

Diese Geschichte lehrt uns, wie falsch die meisten Menschen die Tragweite von technischer Innovation beurteilen. Innerhalb weniger Jahrzehnte sind Autos und Lastkraftwagen zur Normalität geworden. Das Pferd als Transportmittel ist hingegen zu einem Exoten für Liebhaber geworden.

Die technische Innovation schreitet seit Menschheitsbeginn immer schneller voran und keine Branche ist davor geschützt, plötzlich obsolet zu werden. Die Kunst liegt darin, diese Veränderungen frühzeitig vorherzusehen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn den meisten Menschen fällt es schwer das Potential neuer Technologien zu erkennen.

Während sich viele Unternehmen auf eine spezielle Branche fokussieren, kämpfen andere gleich an zahlreichen Fronten. Ein gutes Beispiel ist Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt. Kaum ein Konzern hat die Entwicklung moderner PCs so maßgeblich beeinflusst wie das Unternehmen aus Cupertino. Seit der Jahrtausendwände dringt Apple regelmäßig in neue Märkte vor. Mit dem iPod hat Apple die Branche für mobile Mediaplayer quasi erfunden. Mit dem iPhone revolutionierte Apple den Handymarkt und drängte die großen Player wie Nokia und Blackberry in die Bedeutungslosigkeit. Auch das iPad war das erste massentaugliche Gerät seiner Klasse.

Vor fünf Jahren hat das Unternehmen mit der Apple Watch einen neuen Markt betreten. Anfangs wurde die Computeruhr von vielen belächelt. Geringe Akkukapazität, geringe Leistung. Jetzt auch noch die Armbanduhr jede Nacht ans Ladegerät hängen zu müssen, war für viele Menschen, die erst kurz zuvor von den alten Handys mit schier ewiger Akkuleistung auf die energiehungrigen Smartphones umgestiegen sind, eine Horrorvorstellung.

Die meisten dachten wohl, die Apple Watch wird ein Nischenprodukt für Technikfreaks. Niemand rechnete damit, dass Apple eine ernsthafte Konkurrenz für die altehrwürdige Luxusuhren oder für die Hersteller auf dem Massenmarkt werden könnte.

Wer so dachte, unterlag dem gleichen Irrtum wie einst Kaiser Wilhelm II. Innerhalb weniger Jahre stieg die Apple Watch zur meistverkauften Uhr der Welt auf. Im Jahr 2019 verkaufte Apple 31 Millionen Stück seiner…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Allgemein

Aktuell: Risk Off treibt US-Dollar – Dax, Goldpreis und Euro fallen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Da hatten wir gerade erst darüber berichtet, dass man als Gold-Trader genauer auf den US-Dollar schauen sollte, dann bewegt er sich kurz darauf tatsächlich. Nur halt in die falsche Richtung, aus Sicht der Gold-Bullen. Der Dollar-Index (Währungskorb gegen Euro, Pfund, Franken etc) prallte bei 92,80 Indexpunkten zum siebten Mal in zehn Tagen nach oben ab, und steigt die letzten Stunden auf aktuell 93,32 Indexpunkte.

Risk Off beeinflusst US-Dollar

Risk Off nennt man das. Hat der Markt aufgrund bestimmter Umstände plötzlich Angst, flieht man in sichere Häfen. Und heute ist dies der US-Dollar. Euro, Pfund und Franken verlieren heute alle gleichzeitig gegen den US-Dollar. Und wenn er schnell steigt, leidet oft auch der Goldpreis. Manchmal ist beim Risk Off auch Gold als sicherer Hafen der große Gewinner. Aber schon seit Wochen schielt der Goldpreis in erster Linie auf den US-Dollar, und nimmt logischerweise die gegenteilige Positionierung ein. Der Goldpreis verliert daher seit heute früh von 1.954 auf aktuell 1.931 Dollar.

Dax, Euro und Goldpreis fallen gleichzeitig

Der Euro verliert seit heute früh gegen den US-Dollar von 1,1870 auf aktuell 1,1784. Von einem schwächeren Euro profitiert in der Regel der exportlastige Dax. Aber nicht so in einem Corona-Umfeld mit steigenden Infektionen und immer mehr Beschränkungen (ganz aktuell zum Beispiel in Bayern). Sowas macht auch in angelsächsischen Medien die Runde, dass sogar im so „erfolgreichen“ Deutschland nun wieder mehr Corona-Restriktionen um sich greifen! Der Dax verliert im Vergleich zu Freitag Abend gut 450 Punkte. Im Chart sehen wir seit Freitag den heute steigenden US-Dollar gegen den gleichzeitig fallenden Dax und Goldpreis.

Chart zeigt Kursverläufe von US-Dollar, Goldpreis, Dax

weiterlesen

Allgemein

Markus Krall über das Geldsystem als Matrix zur Täuschung der Menschen

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Krall über das Geldsystem als große Matrix

Markus Krall gilt als einer der sogenannten „Crashpropheten„, die von den großen Medienpublikationen nur all zu gerne in die Clown-Ecke gestellt werden. Schwarzseher, Angstmacher etc. Auch wenn man sicherlich über einige seiner Aussagen streiten und sie kritsich betrachten kann, so sind seine Analysten doch klar und hochinteressant. Der anerkannte Kreditexperte, Banken-Kenner und Degussa-Chef hat in einem aktuellen Video (am Ende dieses Artikels) das derzeitige Geldsystem in den Fokus seiner Betrachtung genommen.

Markus Krall über das Geldsystem als Matrix

Markus Krall (Crash im Herbst, mehr dazu hier) spricht aktuell von einem bestehenden Geldsystem, dass eine regelrechte Matrix zur Täuschung der Menschen sei. Seit der Einführung des Papiergelds im Jahr 1914 sei allen Arten von Manipulation durch die Notenbanken Tür und Tor geöffnet. Auch wird im Video das gut bekannte Zitat von Henry Ford erwähnt, dass es noch vor morgen früh eine Revolution gebe, wenn die Menschen das derzeitige Geldsystem verstehen würden.

Was interessant ist und was von Markus Krall angesprochen wird, ist in der Tat die bei jeder Krise sich exponentiell vergrößernde Menge an Rettungsgeld, die seitens der Notenbanken eingesetzt werde für die Rettung, die in Wirklichkeit gar keine echte Rettung sei, wie Markus Krall es betont. Es gehe nur darum das Geldsystem notdürftig am Leben zu halten, und das mit immer mehr gedrucktem Geld. Er erwähnt die Dotcom-Blase, die Finanzkrise 2008 und jetzt die Coronakrise.

Planwirtschaftliche Umverteilung durch Notenbanken

Beispielsweise für das Thema Zinsen brauche es laut Markus Krall eine freie Preisfindung. Die sei derzeit überhaupt nicht gewährleistet. Was seit Jahrzehnten ablaufe, sei eine planwirtschaftliche Umverteilung durch Notenbanken, die eine winzige Anzahl von Menschen immer reicher mache. Würden Aktienmärkte stark fallen und Spekulanten kurz davor stehen viel Geld zu verlieren, würden die Notenbanken durch neue Geld-Flutungen die Zinsen noch weiter in den Keller schicken, und die Aktienkurse somit noch weiter ansteigen lassen.

Die Notenbanken wie auch er selbst (Markus Krall) hätten keine Ahnung von der Steuerung der Geldpolitik und des Finanzsystems. Nur der Markt selbst könne eine intelligente Antwort finden. Man müsse der Weisheit von Milliarden Menschen vertrauen, die alle zusammen den Markt bilden, so die Worte von Markus Krall. Im Papiergeldsystem sei das ganze Geld nur noch Kredit. Die angehäuften Schulden können laut Markus Krall nicht mehr zurückgezahlt werden. Gläubiger verlieren irgendwann ihre kompletten Ansprüche – hier nennt er Deutschland, die Nordeuropäer, Chinesen, Japaner.

Wir meinen: Tja, wenn man irgendwann zu viel Schulden hat, dann hat man kein Problem mehr, sondern der Gläubiger hat das Problem. Und erklären sich irgendwann große Staaten mit hohen Staatsschulden für zahlungsunfähig, sind alle die schönen Anleihen wertlos, womit auch all die Fondsgesellschaften, Versicherungen etc auf einmal ein Problem haben, weil ihre Geldanlagen entwertet sind. Sehen Sie hier das sehenswerte Interview. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle hochinteressante Aussagen von Markus Krall zum Thema „Neuer Gold-Standard, Trennung von Staat und Geld“.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen