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An KI-Investitions-Blase hängt die ganze US-Wirtschaft Die KI-Blase und ihre paradoxen Auswirkungen! Gewinner und Verlierer

Die Illusion und ihre Zauberkünstler

KI-Blase paradoxe Auswirkungen
Foto: Bloomberg

Die KI-Blase, die eine Investitions-Blase ist, hat paradoxe Auswirkungen! Nach letzten Berechnungen sind die KI-Investments der Big Tech-Firmen inzwischen für rund 3% des US -BIPs verantwortlich – faktisch ist das derzeitige BIP-Wachstum nur darauf zurückzuführen! Dabei sind die mit dem offensichtlichen Zweck der Kurs-Stützung geplanten, gegenseitigen milliardenschweren Beteiligungen jedoch nicht gemeint (zuletzt Nvidia und Apple an Intel, Nvidia an OpenAI, Nvidia an..). Die scheinen durch andere Motivationen begründet zu sein.

KI-Investment-Blase, Cashflow Extrem – wohin mit dem Kapital?

Derart gigantische Investitionen zu stemmen ist nur für die extrem Cashflow-starken Tech-Giganten möglich, die diese Investments jedoch nicht nicht nur aus dem laufendenden Geschäft und dem Speck der Nullzinsjahre stemmen, sondern zunehmend (aktuell teuer) fremdfinanzieren. Aber die Cash-Polster schrumpfen – böse Zungen sprechen von der größten Geldverbrennung der Geschichte, was nach den letzten Projektionen der Cashburn-Rate von etwa ChatGPT durchaus realistisch erscheint. OpenAI wird nach eigenen Zahlen noch bis Ende des Jahrzehnts kein Geld verdienen – schon gar nicht in dem Umfang, die die hunderten Milliarden an Investitionen bis dahin rechtfertigen würden. Der Return on Investment liegt also mathematisch ausgedrückt noch Jahre bei „minus Unendlich“.

Gigantomanie als Geschäftsmodell und Investorenattraktion

Aber man hat man nun einmal diesen irrwitzigen Höher-Weiter-Schneller-Wettbewerb losgetreten, ist man letztlich auch Gefangener dieses Systems. Der „Investor“ (in Anführungsstrichen, weil die normalerweise auf vernünftige Bewertungen achten) orientieren sich inzwischen nur noch an Superlativen: Milliardeninvestments locken keinen mehr hinter dem Ofen vor, da müssen es schon Billionen (englisch Trillions) sein, damit die Aktie bei einem KGV von 40+ noch verkäuflich bleibt. Profite? Wozu, das ist nur etwas für Miesmacher, die keine Phantasie über die wunderbare KI-Zukunft haben.

Nach den Umsatzschönungsaktionen durch die Gründung/Beteiligung/Querfinanzierung kommen nun also die gegenseitigen Stützungskäufe und Ankündigung von zukünftigen Phantasiegeschäften. Nachdem das keine Kapitalerhöhungen sind, muss es Verkäufer dieser Stücke geben, die sie auch verkaufen wollen. In diesen Dimensionen tippe ich mal eher nicht auf Kleinaktionäre. Man darf also (mit Ausnahme von vielleicht Intel) damit rechnen, dass hier Großinvestoren in sehr nennenswerten Umfang verkaufen müssen, um die Kurse nicht noch weiter explodieren zu lassen. Da stellt sich allerdings die Frage, wieso sie das tun und damit vermutlich noch weitere 100% Anstieg verpassen wollen (Warnhinweis: kann Spuren von Ironie enthalten)?.

Was sagen uns die Muster bisheriger Blasen?

Nach den Erfahrungen aus bisherigen Blasen scheinen diese Vorgänge darauf hinzudeuten, dass wir uns in der letzten Phase vor deren Platzen bewegen. Die Tech-Oligarchie umfasst eine sehr überschaubare Anzahl von Hauptbeteiligten (Stichwort: Mag7), die ganz offensichtlich noch versuchen, dieses aufgepumpte Luftschloss irgendwie am Leben und somit am Tropf der Mittelzuflüsse für deren weiteren Pump zu halten.

Es ist wie auch viele andere Kommentatoren immer wieder betonen äußerst schwierig, hier einen Zeitpunkt zu definieren, wann die Luft durch Vertrauensverlust abgelassen wird. Derzeit kann offensichtlich noch genug Marketing und Kurspflege insbesondere für Kleinanleger betrieben werden, um an die Story weiter glauben zu können. Sind absehbare Gewinne aus Investitionen also an den „neuen Börsen“ ein scheinbar vollkommen überbewerteter Teil der unternehmerischen Geschäftstätigkeit? Reicht eine Zukunftserzählung in bunten Farben für immer? Scheinbar ist es Social Media konzertiert möglich, Gewinnversprechen zum Sankt Nimmerleinstag problemlos zu den genannten Bewertungen weiterhin an den Mann/an die Frau zu bringen, da die Greater Fool-Theorie (noch) funktioniert.

Tech-Blase und ihre Auswirkungen auf die Realwirtschaft

Um nun auf den Titel zurückzukommen: Wie einleitend erwähnt, bestreiten die Tech-Giganten aktuell das Wirtschaftswachstum der USA und mehr. Das lässt die Zahlen dieser ansonsten maximal verschuldeten Volkswirtschaft (Staat, überwiegender Großteil der Unternehmen und Privaten) besser aussehen, als sie in der Realwirtschaft außerhalb der Tech-Blase sind.

Das ist auch die Ursache warum die Kapitalmärkte auf Zinssenkungen der Fed eigentlich paradox mit Renditeanstiegen reagieren: Senkungen in ein inflationäres und scheinbar starkes Wirtschaftsumfeld lassen Zweifel an der Bekämpfung der Inflation und somit Werthaltigkeit von länger laufenden Anleihen aufkommen. Deshalb auch die Zinsanstiege am langen Ende, was die Schuldensituation immer weiter durch hohe Zinsniveaus verschärft, und alles außerhalb dieser extrem liquiden Blase immer weiter in Liquiditätsschwierigkeiten bis hin zu Kreditausfällen und letztlich Konkursen bringt.

Auch auf Konsumentenseite ist inzwischen bekannt, dass der Konsum nur noch durch die obersten 10% der Einkommens-Pyramide (das für 50% der Ausgaben in diesem Bereich verantwortlich ist) gestützt wird. Diese Einkommensschicht ist natürlich auch jene mit dem höchsten Aktienbesitz: ihr Aufwertung ist also stark von der der KI-Blase abhängig, um weiter trotz hoher Zinsen weiter konsumieren zu können. Der Rest des Aktienmarktes und der Unter-/Mittelschicht ist hier in der Breite nur Grundrauschen und „Begleit-Musik“.

Die Illusion der KI-Blase – der wichtigste Teil eines Zauberkunststücks

Fazit: Die Liquidität (inklusive Cash burn) und Marktbewertung der Tech-Giganten erzeugen eine nach Zahlen starke Wirtschaft (inklusive Indizes auf Allzeithoch) und somit hohe Kapitalmarktzinsen, die dem Rest der Wirtschaft und Konsumenten außerhalb dieser Blase zunehmend die Luft abschnürt – der Arbeitsmarkt scheint hier schon eindeutige Signale als nachlaufender Indikator zu liefern.  Diese Effekte schwächen de facto praktisch alle Sektoren, die nicht unmittelbar an den Tech-Bereich angekoppelt sind und zumindest durch Umsätze profitieren. Auch bringt sie die Fed durch die zusätzlich zu den Trump-Zöllen inflationären Effekte in die Zwickmühle, die Zinssenkungen aktuell auslösen (Leitzinssenkung-Kapitalmarktzinserhöhung).

Beim Rückgrat der US-Wirtschaft, dem Konsumenten, ist nur mehr ein kleiner Teil kaufkräftig, nämlich jene, die aufgrund der Bewertungen einer Aktienkategorie mit minimaler Marktbreite „reicher“ werden, und so das systemisch notwendige Konsumwachstum generieren. Man kann sich also Vorstellen, welche Kaskade ein Vertrauensverlust in die KI-Blase auslösen würde, wenn hier die Phantasie nicht aufrechterhalten werden kann – das wird sich nicht mehr Stagflation, sondern Rezession nennen..



Oliver Stalzer
Über den RedakteurOliver Stalzer
Der Wirtschaftskolumnist Oliver Stalzer publiziert Wirtschaftspolitische und Finanzmarkt-Analysen
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1 Kommentar

  1. Das Außer KI Phantasie, Nichts mehr läuft, sieht man auch am Fear+Gread Index, Egal wie hoch KI steigt, der Index hängt wie Festgenagelt um/bei Neutral. Was sagt das Aus ?
    Quantencomputer sind die Zukunft, wenn der ganze Datacenter / ohne Strom Rausch rum ist, werden Viele Erkennen, das 1 Quantencomp. mehr kann als 10 Datacenter. Aber das lässt sich halt im Moment Nicht so Toll Verkaufen, wie Sozialmedia KI….davon sollen sich Alle ernähren; wie in den Filmen Alle sitzen mit Ihren Brillen in Sperrmüllcontainern und Lutschen Pfirsichkerne, damit auch der Hunger bedient wird….Jensen und Co. sind dann MultiMillardärs mit Inseln; Nahrung usw. müssen Sie dann Schmuggeln lassen, das Sie keiner an die Laterne hängt

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