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Die komplizierte Sache mit den CFD-Verboten in Europa – Broker Plus500 akzeptiert 550.000 Euro-Strafe in Belgien

Es ist eine ziemlich komplizierte Sache mit den CFD-Verboten in Europa. In Deutschland zum Beispiel besteht die Finanzaufsicht offensichtlich nur darauf, dass die Anbieter zukünftig auf eine Nachschusspflicht…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist eine ziemlich komplizierte Sache mit den CFD-Verboten in Europa. In Deutschland zum Beispiel besteht die Finanzaufsicht offensichtlich nur darauf, dass die Anbieter zukünftig auf eine Nachschusspflicht für ihre Kunden verzichten. Andernorts (UK und Zypern) ist es den Behörden wichtig den Hebel auf beispielsweise maximal 50 zu begrenzen. In anderen Ländern gibt es Verbote für die Bewerbung von CFD- und Forex-Trading. Belgien ist da so ziemlich das strengste Land in der EU.


Beispielbild für aktiven Börsenhandel. Foto: Andyhill8/Wikipedia / Gemeinfrei

Man hat CFDs einfach ganz verboten. Anbieter dürfen also in Belgien und für Belgier diese Produkte nicht mehr anbieten oder bewerben. Nun sitzt zum Beispiel der Anbieter Plus500 in der EU auf Zypern und in London. Aber man hatte laut belgischer Finanzaufsicht „FSMA“ bislang unter anderem eine Firmenwebseite mit einer Endung „be“ für Belgien betrieben, die man nun geschlossen hat. Auch habe Plus500 durch die Aufforderung der FSMA nun auf seinen sonstigen Webseiten den Hinweis publiziert, dass man seine Produkte nicht an belgische Kunden offeriere.

Dies ist Teil einer Vereinbarung, nach der Plus500 jetzt an die belgische FSMA eine Strafe in Höhe von 550.000 Euro zahlt für diese „Verstöße“. Man hat zwar keine Niederlassung jedweder Art in Belgien, aber
Plus500 habe in Belgien seine Produkte angeboten, wofür man vorher „Prospekte“ mit umfassenden Produktinformationen und Risikoinformationen an die FSMA zur Genehmigung hätte senden müssen. Das tat man aber nicht.

Plus500 habe also seine Produkte (CFDs) auf belgischem Staatsgebiet angeboten, ohne Prospekt. Auch habe der Broker keine Erlaubnis zur Bewerbung seiner Produkte bei der FSMA eingeholt. Plus500 habe sich nun verpflichtet alle seine belgischen Kunden zu kontaktieren, und ihnen die Möglichkeit zu bieten ihr Konto bei Plus500 zu kündigen, ohne Extra-Kosten und mit voller Rückzahlung ihrer aktuellen Guthaben. Plus500 hatte vorher lange mit der FSMA über diese mögliche Strafe und über das Fehlverhalten gesprochen, das der Broker als Solches anscheinend gar nicht sah.

Die Belgier sahen es so, dass Plus500 ihre Verbannung von CFDs raus aus Belgien untergrub. Plus500 sah dies nicht so. Auch in seiner offiziellen Mitteilung zu dieser Strafzahlung weist Plus500 darauf hin, dass man sich in keiner Weise zu irgendetwas schuldig bekannt habe, oder zugegeben habe gegen irgendwelche Bestimmungen verstoßen zu haben. Man glaube, dass man sich an alle Regularien gehalten habe. Tja, es ist eine heikle Frage. Was ist, wenn der belgische Staatsbürger mit Wohnsitz Belgien nun einen Zweitwohnsitz direkt hinter der Grenze in Deutschland anmeldet, und über diesen Wohnsitz ein Konto bei Plus500 eröffnet?

Verstößt der Broker dann immer noch gegen das belgische CFD-Verbot? Oder was ist, wenn ein Belgier mit Wohnsitz Belgien bei irgendeinem XYZ-Broker mit Sitz irgendwo in der Karibik ein Konto eröffnet, obwohl der Broker aktiv gar keine Werbung in Belgien oder in belgischer Sprache betreibt? Hat dieser Broker dann auch gegen das belgische Verbot verstoßen? Es ist eben stets eine verdammt nervige Sache, wenn man Verbraucher/Konsumenten mit Verboten belegt. Wer das Produkt trotzdem unbedingt haben will, suchst sich einen Weg wie er es doch bekommen kann.

Plus500 veröffentlicht dazu folgendes Statement, Wortlaut:

Plus500, a leading online service provider for retail customers to trade CFDs, announces it has reached a settlement agreement with the Belgium Financial Services and Markets Authority („FSMA“) for the amount of EUR 550.000. The settlement was reached in the context of the public offering of investment instruments, including CFDs as offered by the Company, in Belgium.

The settlement does not amount to an admission of guilt or non-compliance by Plus500. Despite believing that it had introduced all necessary procedures to comply with the applicable legislation, Plus500 felt a settlement agreement was appropriate to respect the authority of FSMA and to reach a swift and final clearance of the jurisdictional process.

The Company reaffirms that it does not have any regulatory restrictions in any of the Group’s regulated markets.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Jeffrey

    10. Dezember 2018 14:01 at 14:01

    Hallo,

    Sie schreiben:
    „obwohl der Broker aktiv gar keine Werbung in Belgien oder in belgischer Sprache betreibt?“

    Muss Ihnen leider mitteilen, dass es die „belgische“ Sprache nicht gibt.
    Unsere Landessprachen sind flämisch, französisch und deutsch.

    Mit freundlichen Grüßen
    ein Belgie namens Jeff :)

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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Achtung Trader: Deutsche Börse führt „Xetra Trade-at-Close“ ein

Claudio Kummerfeld

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Achtung Trader! Ab 24. November bietet die Deutsche Börse für Trades über Xetra eine neue Handelsmöglichkeit an, die „Xetra Trade-at-Close“ Order. Sie bietet laut aktueller Aussage der Deutschen Börse eine zusätzliche Möglichkeit für Handelsteilnehmer zum offiziellen Schlusskurs zu handeln. Der Service steht dann für alle Wertpapiere im Xetra-Handel zur Verfügung. Hier die Details zu dem neuen Angebot im Wortlaut von der Deutschen Börse:

„Schlussauktionen gelten als Säule der Marktstabilität und des Anlegerschutzes. Sie bündeln die Liquidität pro Wertpapier zu einem Zeitpunkt und gewährleisten eine effiziente Preisbildung unter Berücksichtigung aller relevanten Informationen. Xetra Trade-at-Close adressiert die wachsende Nachfrage nach Orderausführungen am Ende des Handelstages“, sagt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der neue Service bietet verschiedene Vorteile: Mit Xetra Trade-at-Close können Marktteilnehmer Aufträge auch nach Ende der Schlussauktion auf Xetra eingeben. Sie profitieren davon, zu einem festen Preis zu handeln, ohne an der Preisbildung in der Schlussauktion teilzunehmen. Außerdem erhalten sie eine zusätzliche Möglichkeit, Positionen vor Ende des Handelstages zu schließen und dabei mit zusätzlicher Liquidität im börslichen Handel zu interagieren.

Wird die Option Trade-at-Close für eine Order ausgewählt, werden Aufträge, die in der Schlussauktion nicht ausgeführt wurden, automatisch in die Trade-at-Close-Phase übertragen. Während der Trade-at-Close-Phase können auch neue Orders eingegeben werden. Der Schlusskurs wird vor allem von Buy-side-Kunden wie Pensionskassen oder Investmentfonds zur Berechnung von Portfoliorenditen, zur Bewertung von Investmentfonds und als Grundlage für viele Derivategeschäfte verwendet.

Xetra-Bildschirme der Deutschen Börse
Xetra-Bildschirme. Foto: Deutsche Börse AG

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