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Die Lage an den Märkten – China, immer wieder China

Der Abschwung Chinas wird ein immer dominanteres Thema an den Finanzmärkten!

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Der Rückschlag gestern an den Märkten kam bestimmt nicht überraschend, nach dieser Monatsrallye. Was aber immer deutlicher wird, ist, dass die Abschwächung des Wachstums in China nicht nur die Asiaten trifft (und insbesondere Exportnationen wie Deutschland), sondern mit Verzögerung auch die Vereinigten Staaten. Was bei den Apple-Ausblicken im Herbst sichtbar wurde, schlägt auch dort immer stärker zu. Aus dem „slowdown in China“ wird mehr und mehr eine globale Wachstumsabschwächung.

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Beispiel Nvidia: Das US-Unternehmen, das gestern eine Gewinnwarnung ablieferte, wurde brutal abgestraft (-14%). Nvidia ist bestimmt ein Spezialfall, wenn man sich die Absatzregionen der Firma betrachtet. Taiwan 31%, China 19%, USA 13%, Japan 7% und der Rest 30%. Aber mit dem Einbruch des Chipherstellers wurde gleich der ganze Semiconductor-Bereich abgestraft (Intel, Texas Instruments, Taiwan Semiconductor, Broadcom). Kein gutes Zeichen, schließlich gelten diese Werte als Frühindikatoren.

Die Korrektur an den US-Märkten hatte natürlich noch weitere Ursachen. Caterpillars Umsatzwarnung für das Jahr 2019 – und hier sind die USA auch direkt betroffen, denn das Unternehmen erwirtschaftet 41% seiner Umsätze in den Vereinigten Staaten (China nur 5%, da dürfte die dortige Abschwächung eigentlich keine solche Reaktion von -9% der Caterpillar-Aktie auslösen). Die nächsten Tage werden weitere Klarheit bringen mit Apple, Microsoft u.v.a.

 

Trumps Handelskrieg und mögliche Folgen

Der Rückgang der chinesischen Wirtschaft wird vom US-Präsidenten nicht ungern gesehen, schließlich übt er seit Monaten Druck auf China aus, um das Land zu einer Änderung seiner Handelspolitik zu bewegen. Die Nebenwirkungen sind nun auch für die USA deutlich zu spüren, aber es gibt noch weitere Faktoren, die als Retourkutsche aus dem „leicht zu gewinnenden Wirtschaftskrieg“  (so original-Ton Trump) zurückkehren könnten. Ein sich verschlechterndes US-Wachstum hätte auch in der Folge große Bedeutung für die US-Anleihemärkte.

Denn: die Chinesen haben ein wichtiges Pfund in ihrer Hand, nämlich die amerikanische Staatsanleihen, die im Besitz ihrer Notenbank sind.

Jetzt sind die Chinesen dabei, ihre Bestände zu verringern, zwar sehr vorsichtig, dennoch schon den fünften Monat in Folge. Russland hat sich bereits von vier Fünftel seiner Staatsanleihen getrennt.

Dies kommt für die USA zu einer schlechten Zeit, denn das Haushaltsdefizit ist derzeit auf 4,6 % gestiegen (Steuerreform). Bei schlechter laufender Konjunktur sollte es sich drastisch vergrößern.

Als Faustformel gilt, dass bei einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um ein Prozent das Defizit um 2% steigt. Bei einem Anstieg der Quote von 3,9 auf 6% oder höher wäre dies schon eine Neuverschuldung, die man nur aus kleineren Entwicklungsländern kennt. Dieses Defizit muss aber über Staatsanleihen finanziert werden, für die es Käufer braucht. Bisher sprang die US Notenbank ein, die aber seit dem Herbst 2017 ihre Bilanzsumme schon um 400 Milliarden $ verringert hat.

China hat zwar auch in Davos verlauten lassen, seine im Besitz befindlichen US-Staatsanleihen nicht in drastischer Weise zu reduzieren, gleichzeitig erhöht man aber eher seinen Bestand an Goldreserven. Erstmals seit zwei Jahren wurde diese Position Ende 2018 wieder ausgeweitet von 1843 auf 1853 Tonnen.

Ob der US-Präsident sich der großen Implikationen seiner Verhandlungsstrategie in einer stark vernetzten Wirtschaftswelt bewusst ist?

 

Ausblick

Wenn sich die Gewinnwarnungen der US-Firmen fortsetzen, sollte sich Fed-Chef Powell nach seiner heute und morgen stattfindenden Sitzung kaum weniger „dovish“ äußern. Bleibt die Fed bei „wait and see“? Der nächste große Schritt wäre das von mir schon beschriebene und derzeit noch als Gerücht kursierende Aussetzen der Bilanzreduzierung. Die Gesamteinschätzung der meisten US-Ökonomen lautet aber immer (noch): Abschwächung ja, Rezession nein.

 

 

Von Mauchai – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7650610

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    29. Januar 2019 09:47 at 09:47

    Kommt generell ein Abschwung Chinas auf uns zu oder ist der nur großteils dem Handelskrieg geschuldet?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      29. Januar 2019 10:33 at 10:33

      @Columbo. Das dürfte die 100 000 Dollarfrage sein. Die chinesische Regierung versucht mit allen möglichen Maßnahmen eine Rezession zu verhindern. Das Ganze ist aber eine ziemliche Blackbox, wie und wen die chinesische Notenbank finanziert. Allein die Rückführung der gigantischen Unternehmensverschuldung (>160% zum BIP) ist eine Mammutaufgabe. Ich habe schon mal darüber geschrieben, dass der schuldenfinanzierte Aufstieg Chinas in seiner Geschwindigkeit einmalig ist in der neueren Wirtschaftsgeschichte – der Anstieg im BIP von 3,5 Bio. auf 12 Bio.$, nur von 2007 bis 2018 (in diesem Zeitraum verantwortlich für über 30% der weltweiten Gewinne) hat gewaltige Nebenwirkungen. Denken Sie nur an die Millionen leerstehende Wohnungen, ganze Geisterstädte.
      Der Handelskrieg Trumps wirkt noch als Abschwungsbeschleuniger. Eine chinesische Rezession betrifft alle, Rohstoffländer, Emerging Markets, Exportstaaten und auch die USA.

      • Avatar

        Columbo

        29. Januar 2019 11:01 at 11:01

        @Wolfgang, danke für die Antwort.
        Gruß

      • Avatar

        sabine

        29. Januar 2019 12:31 at 12:31

        Kann man sagen, daß das in den letzten Jahren weltweit gedruckte Geld der Notenbanken zum größten Teil in China gelandet ist, d.h. dort investiert wurde? Neben den Geisterstädten sollen ja auch die meisten Firmen unter Herstellkosten verkaufen, da ja immer neues Investgeld aus aller Welt nachgereicht wird.

  2. Avatar

    tm

    29. Januar 2019 11:04 at 11:04

    „Jetzt sind die Chinesen dabei, ihre Bestände zu verringern, zwar sehr vorsichtig, dennoch schon den fünften Monat in Folge. Russland hat sich bereits von vier Fünftel seiner Staatsanleihen getrennt.“

    Das scheint ein sehr ergiebiges Thema zu sein: Seit ca. 8 Jahren wird immer dann berichtet, wenn China seine Bestände etwas abbaut – obwohl sie im langfristigen Vergleich seit Q3 2010 nahezu stabil sind. Von einen wirklichen Abbau ist dort nichts zu sehen und wäre dieser Abbau zu sehen, hätte Trump tatsächlich gewonnen. Im Handelskrieg ist Russland ohnehin kein Akteur.

    Und Russland hat seine Bestände im April und Mai 2018 notgedrungen reduziert, um so den Rubel zu stabilisieren. Leider wird in den Quellen nicht getrennt dargestellt, wie hoch der Anteil an öffentlich und an privat gehaltenen Anleihen ist. Der Verlauf spricht ein wenig dafür, dass der russische Staat gar keine US-Anleihen mehr hat, was aber eher blöd für Russland als für die USA ist.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      29. Januar 2019 13:04 at 13:04

      @tm. Hallo, mir ging es in meinem Kommentar nicht so sehr um den Verkauf von US-Anleihen durch die chinesische Zentralbank, sondern um deren Wille als Käufer neuer Anleihen (und des Nachkauf auslaufender) aufzutreten, die infolge der trumpschen Politik in nächster Zeit anfallen werden. Besonders unter dem dargestellten Aspekt einer möglichen Rezession. Stichwort: Fed allein zu Hause. Der Handelskrieg schafft bestimmt keine Freundschaft.
      Gruß

      • Avatar

        tm

        29. Januar 2019 13:13 at 13:13

        Stimmt, Freundschaft sicher nicht. Ich sehe China da allerdings in einem Dilemma: Um in Handelskrieg Boden zu gewinnen, müsste der CNY eigentlich abwerten, aber dafür müsste China mindestens auslaufende Anleihen ersetzen, eher netto dazu kaufen. Damit würde China die Trumpsche Schuldenpolitik aber stützen, was wohl kaum gewollt ist.

        • Avatar

          Wolfgang M.

          29. Januar 2019 13:31 at 13:31

          Da haben Sie recht. Die Verquickung von Handels- und Währungsströmen schafft unweigerlich Abhängigkeiten und Dilemmata. Deshalb strebt China eine langsame Abkehr vom US-Dollar an (Beispiel Ölhandelswährung). Ein langer Weg, aber Trump beschleunigt die Abkehr von der weltweiten Akzeptanz.

          • Avatar

            TM

            29. Januar 2019 13:54 at 13:54

            Naja, ich bin bei der seit Jahren postulierten Abkehr vom USD nicht so sicher. Wenn China das wirklich wollte, müsste der CNY einfach nur frei konvertierbar werden – aber das ist offenbar auch nicht gewünscht. China versucht in Währungsfragen die Kubisierung der Kugel: Der CNY soll Weltwährung werden, aber bitte nicht verwendet werden.

            Und Trump…tja..dank ihm regt sich vermutlich mehr Widerwillen, den USD immer zu verwenden. Aber der weltweit steigende Protektionismus könnte am Ende den Effekt haben, dass sogar mehr USD verwendet werden, weil das die einzig weltweit liquide Währung ist, auf die man zurückgreifen muss, wenn die Währungen der Handelspartner nicht frei konvertierbar sind und es weniger Handelsabkommen gibt.

  3. Avatar

    Prognostiker

    29. Januar 2019 11:07 at 11:07

    Der Unterschied zu 2008 wird sein , dass China diesmal vor allem eigennützig sich selber retten muss u.dies für die Restwelt sicher nicht vorteilhaft ist.Abwertung, eigene Anleihen u.ev .Aktien kaufen u.s.w.. ( Japan könnte ein Vorbild sein )

    • Avatar

      tm

      29. Januar 2019 11:15 at 11:15

      Stimmt, wenn China die US-Anleihen verkauft, käme es allerdings zu einer Auf- und nicht zu einer Abwertung.

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Dax: Jahresausblick – Anleger sehen mehr Gefahren als Chancen

Stephan Heibel

Veröffentlicht

am

Der Dax ist 2021 bereits angesprungen, der Bitcoin hatte die 40.000 USD geknackt und Tesla konnte in den ersten Tagen des neuen Jahres bereits um 30% zulegen!

Der Quadratmeter Bauland wird in meiner Nachbarschaft auf 2.200 Euro taxiert, ich war bis vor kurzem von 800-1.000 Euro ausgegangen. Ja, liebe Notenbanken, von Inflation keine Spur, oder? Ich habe gelesen, dass die EZB im Rahmen ihrer strategischen Neuausrichtung nach Möglichkeiten sucht, den Zins für langfristig laufende Anleihen zu beeinflussen, ohne über den Geldmarkt gehen zu müssen. Abenteuerlich.

Für uns Anleger sind das goldene Zeiten, wobei der Gradmesser der Inflation, das Gold, tatsächlich nicht anschlägt. Die Feinunze Gold verlor diese Woche 1,4%. Ich denke, die überschüssige Liquidität der Anleger wandert derzeit eher in den Bitcoin als ins Gold. Den Bitcoin können Sie problemlos über Landesgrenzen mitnehmen, beim Gold ist das nicht so einfach.

Durch Disruption zum Milliardär

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ Mahatma Gandhi

1990-2000:

Es ist nicht leicht, Milliardär zu werden: Bill Gates lief sich in der Industrie die Hacken wund, niemand wollte Computer für den Privatanwender bauen. Das solle man den Profis überlassen, war die Antwort und IBM hatte eine ganze IT-Industrie erschaffen, die von den Personal Computern nichts wissen wollte. Der IBM Mainframe fristet heute ein Nischendasein, Bill Gates wurde mit seinem Betriebssystem für Personal Computer, dem Windows, zum reichsten Mann der Welt.

2000-2010:

Man muss in Büchern herumblättern, wenn man sich eine Kaufentscheidung bilden möchte, so das Dogma des Buchhandels vor 20 Jahren. Jeff Bezos bot die Bücher im Online-Versand an und hatte nicht nur alle Buchhändler der Welt, sondern später auch alle Einzelhändler der Welt gegen sich. Eine kleine Nische, die kaum Potential habe, urteilten viele damals. Amazon liefert heute so ziemlich alles, was das Herz an materiellen Wünschen hat. Jeff Bezos löste Bill Gates als reichsten Mann der Welt ab.

2010-2020:

Wenn Sie sich einmal die Ölindustrie und deren weltweite Logistiknetze anschauen, dann können Sie sich vorstellen, dass nicht nur die Autoindustrie gegen die Ablösung der Verbrennermotoren war: Als wichtiger Abnehmer der Ölindustrie liefen also gleich mehrere Branchen weltweit Sturm gegen das Elektroauto. Elon Musk peitschte sein Projekt durch, baute weltweit mangels Kooperationswillen in der Ölindustrie (denen gehören die meisten Tankstellen) ein eigenes Netz an Ladesäulen auf, die weltweit größten Batteriefabriken (Giga-Factories). Durch den Kurssprung in den Tesla-Aktien löste Elon Musk gestern Jeff Bezos als reichten Mann der Welt ab.

2020-2030:

Vielleicht steht der nächste Milliardär ja schon in den Startlöchern. Der Erfinder des Bitcoin ist nicht bekannt. Die mRNA-Technologie wird von mehreren Unternehmen genutzt, aber Moderna und BionTech scheinen die Nase vorn zu haben. Beyond Meat krumpelt die Nahrungsmittelindustrie um. Und Zoom Video und Twilio verändern die Art und Weise, in der wir untereinander kommunizieren. Spannend! Und es lohnt sich, am Ball zu bleiben.

Ich habe den Eindruck, dass die Coronakrise in einigen Bereichen Entwicklungen der kommenden Jahre vorweg genommen hat. So konnten die Aktien von BionTech, Zoom Video usw. im vergangenen Jahr exorbitant anspringen. Im Jahr 2021 wird sich zeigen, welche Entwicklungen tatsächlich beschleunigt wurden, und welche lediglich eine Sonderkonjunktur erfuhren.

Dax: Jahresausblick 2021

Bereits seit sechs Jahren führe ich die Jahresumfrage unter Lesern des Handelsblatts durch. Im Sinne der Sentiment-Theorie interpretiere ich die Mehrheitsmeinung dahingehend, dass es unwahrscheinlich ist, dass genau diese Erwartung eintritt. Vielmehr haben Untersuchungen gezeigt, dass an den Finanzmärkten in der Regel das Unerwartete passiert.

Das Ergebnis meiner Analyse der Jahresumfrage vor einem Jahr war die Erwartung, dass der DAX frühzeitig im Jahr 2020 ausverkauft würde, um dann bis in den November hinein stark anzusteigen. Den Jahresschlusskurs hatte ich sodann auf knapp unter das Jahreshoch taxiert. Optisch betrachtet habe ich damit ziemlich gut gelegen.

Wenn wir jedoch die Beschriftung der X-Achse zufügen, könnte ich nicht schlechter gelegen haben: Das Tief hatte ich auf über 12.000 festgelegt und als Jahreshoch hielt ich die 15.000 Punkte für möglich.

Nun könnte man sagen, die Corona-Pandemie hat ohnehin alles auf den Kopf gestellt. Doch gerade solche unvorhersehbaren Ereignisse sollen ja mit Hilfe technischer Instrumente, wie beispielsweise dieser Jahresumfrage, berücksichtigt werden. Dennoch würde ich sagen, dass wir den Verlauf recht gut prognostiziert haben, wenngleich die Intensität durch Corona nach unten verstärkt wurde. Heute werden wir untersuchen, ob der Lauf in Richtung 15.000 nur um ein Jahr verschoben wurde, oder ob sich nach Corona eine vollständig neue Situation ergibt.

Bei unserer Jahresumfrage vor einem Jahr wurde die Anlage in Immobilien als beste Investmentchance bezeichnet, gefolgt von Aktien und Edelmetallen. Industriemetalle (bspw. Kupfer) und Nahrungsmittel (bspw. Getreide) wurden als mäßig attraktiv betrachtet.

Tatsächlich haben gerade Industriemetalle (+26%) und Nahrungsmittel (+16%) im abgelaufenen Jahr eine gute Performance gezeigt. Der DAX konnte sich auf Jahressicht knapp ins Plus retten (+3,5%).

Immobilien muss man für das Jahr 2020 detailliert betrachten: Bauland zeigt mit +13% den stärksten Wertzuwachs, gefolgt von Wohnimmobilien mit +8%. Gewerbeimmobilien litten stark unter der Corona-Pandemie, wobei Büroimmobilien Einbußen erlitten, während Flächen für logistische Nutzung gefragt waren.

Wenngleich der Wertzuwachs bei Wohnimmobilien nicht mit Industriemetallen und Nahrungsmitteln mithalten konnte, so ändert sich das Bild wenn wir berücksichtigen, dass Immobilien in der Regel zu einem großen Teil finanziert werden. Die Wertentwicklung des Eigenkapitals ist, auch nach Abzug der derzeit niedrigen Zinsen, deutlich höher anzusetzen.

Hier die Jahresperformance:

· Kupfer +26%

· Getreide +16%

· Gold +12%

· Immobilien 8%

· DAX +3,5%

· Anleihen +0,5%

· Öl -25%

· Dow Jones +6%

· Nikkei +16%

· Shanghai A-Aktien +12%

In einem Punkt haben die Umfrageteilnehmer vor einem Jahr gut gelegen: Der Median der Umfrageerwartung von vor einem Jahr erwartete einen DAX-Jahresschluss 2020 bei 13.750 Punkten, was einem Plus von 3,8% entsprochen hätte. Mit dem tatsächlichen Jahresschlusskurs von 13.719 (+3,5%) wurde dieser Median ziemlich gut getroffen.

In den vergangenen 50 Jahren hat der DAX nur fünfmal mit einem so kleinen Plus (kleiner 5%) geschlossen.

Nun hat die Corona-Pandemie zu einem durchweg überraschenden und untypischen Börsenjahr geführt, sowohl im Ergebnis als auch im Verlauf. Ich wäre daher vorsichtig, unseren Umfrageteilnehmern vorschnell eine hohe Trefferquote zuzusprechen: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Gedämpfte Erwartungen für Aktien im Jahr 2021

Für das Jahr 2021 erwarten Anleger nicht viel vom Aktienmarkt: zum Jahresende dürfte sich der DAX in etwa erneut auf dem aktuellen Kursniveau bewegen, wenn unsere Umfrageteilnehmer Recht haben.

Wo steht der Dax Ende 2021?
Abbildung 1: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahresschlusskurs DAX

Die meisten gehen von einem Jahresschlusskurs im Bereich von 13.600 bis 13.900 aus, was im Mittel einem Jahresplus von mageren 0,2% entspräche. Wenn wir die durchschnittliche Erwartung unter Einbeziehung aller Antworten errechnen, ergibt sich sogar nur ein Wert von 13.726 Punkten, also +0,1%.

Interessant dabei ist, dass die Streuung der Erwartungen sehr gering ist: 60% aller Teilnehmer erwarten einen Jahresschlusskurs zwischen 13.500 und 14.400 Punkten. Werte außerhalb dieses Bereiches wurden nur vereinzelt ausgewählt. Einen Schlusskurs unter 13.000 befürchtet fast keiner mehr. Nach oben gibt es vereinzelte Stimmen, die sogar einen DAX bis 16.000 Punkte erwarten.

Wo wird der Höchststand beim Dax 2021 sein?
Abbildung 2: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahreshoch im DAX

Das Jahreshoch wird gemäß der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens über 13.950 Punkten liegen, im Mittel wird ein Jahreshoch bei 14.250 (+3,9%) Punkten erwartet. Berechnen wir den Durchschnitt aller Erwartungen, so erhalten wir einen Wert von 14.385 Punkten (+4,9%). Ein Jahreshoch über 14.850 Punkte (+8,2%) hält kaum jemand für möglich.

Wo wird das Tief beim Dax sein?
Abbildung 3: Jahresumfrage Handelsblatt: Jahrestief im DAX

Auch beim Jahrestief sind die Erwartungen etwas pessimistischer: Unter 12.750 Punkte (-7,1%) sollte der DAX nach der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer mindestens nochmals rutschen. Im Mittel wird sogar ein zwischenzeitliches Abrutschen bis auf 12.150 Punkte (-11,4%) befürchtet. Das durchschnittlich erwartete Tief im Jahr 2021 liegt bei 11.910 Punkten (-13,2%). Immerhin fürchtet kaum jemand ein erneutes Abrutschen unter 11.250 Punkte (-18%).

Ich finde dieses Ergebnis merkwürdig: Im Jahr 2019 sprang der DAX um 25% an. Im Corona-Jahr 2020 betrug die Schwankungsbreite im DAX über 60%! Für das Jahr 2021 gehen Anleger jedoch nur von einer maximalen Schwankungsbreite von 24% aus, die meisten erwarten eine Schwankungsbreite von nur 17%. Es wäre schön, wenn’s so kommt.

Für den DAX erwarten die meisten Anleger das Jahreshoch im Mai. „Sell in May and go away…” heißt eine Börsenweisheit, die sich offensichtlich in den Köpfen der Anleger festgesetzt hat. Doch in den vergangenen Jahren galt diese Regel kaum.

Das Jahrestief wird im August erwartet, ebenfalls entsprechend der obigen Börsenregel: „… and always remember to come back in September”.

Bis zum Jahresschluss würde der DAX dann wieder in Richtung seiner Höchststände marschieren, wenn wir der Erwartung unserer Umfrageteilnehmer glauben. Soweit wird hier eine durchaus typische Jahresentwicklung erwartet.

Untypisch ist jedoch die Befürchtung eines unmittelbar anstehenden Ausverkaufs zum Jahresbeginn: Verhältnismäßig viele Anleger befürchten, dass wir bereits im Februar das Jahrestief sehen können. Daraus können wir zwei Schlussfolgerungen ziehen:

Zum einen wird der Markt aktuell als überhitzt wahrgenommen, so dass kurzfristig keine weiteren Kurssteigerungen erwartet werden. Nach dem Jahresschlussspurt wird nun eine Konsolidierung bis hin zu einer Korrektur erwartet.

Zum anderen spiegelt die Erwartung der Kurstiefs bereits so früh im Jahr die optimistische Erwartung der Anleger wider, dass die Kurse im Jahr 2021 überwiegend steigen werden.

Diese Erwartung widerspricht offensichtlich der weiter oben formulierten Erwartung der geringen Sprunghöhe im DAX: Wenn der DAX schon in den kommenden Wochen sein Tief sieht und dann für den Rest des Jahres steigt, dann erscheint das Kursziel bis zum Jahresende bei durchschnittlich 13.726 Punkten (+0,1%) sehr konservativ. Einzige Erklärungsmöglichkeit wäre ein heftiger Ausverkauf in den kommenden Wochen, so dass der DAX von tiefem Niveau aus dann das ganze Jahr steigen kann, ohne über die 14.000 Punkte zu springen.

Das wäre eine Entwicklung, die der DAX-Entwicklung aus dem Pandemie-Jahr 2020 entspräche. Ich halte das für sehr unwahrscheinlich.

Umfragen zum Dax im Jahr 2021

 

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Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

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Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Charttechnik bei Dow, Nasdaq und Silber

Redaktion

Veröffentlicht

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Von

Ganz so einfach ist die Lage bei Dow Jones, Nasdaq und Silber derzeit nicht. Schauen wir genauer auf die Charts im folgenden Video.

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