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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Die Lage an den Märkten kurz vor dem dreifachen Hexensabbat – wann kommt die Korrektur? Ein kleiner Streifzug

Wer hätte das gedacht? Trotz sich verschlechternder Wirtschaftsdaten legt der größte Aktienindex der Welt, der S&P 500, eine Quartals-Hausse hin..

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Die US-Indizes stehen vor einem langjährigen Spitzenquartal

Wer hätte das gedacht? Trotz sich verschlechternder Wirtschaftsdaten legt der größte Aktienindex der Welt, der S&P 500, bis einen Tag vor der großen Abrechnung an den Terminmärkten eine Quartals-Hausse hin (plus 12%), die es bereits seit den 90-er-Jahren nicht mehr gegeben hat. Noch stärker der Nasdaq, bei dem die FAANGs fröhliche Wiedergeburt feiern. Der S&P 500 liegt gerade an seinem Widerstandsbereich (bis 2820 Punkte), an dem ihn viele Optionshändler haben wollen und wo schon mehrfach die Aufwärtsrally zu Ende war.

Jetzt ist eine wirklich spannende aber auch surreale Situation entstanden. Es besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur, aber sehr viele große Fonds sind unterinvestiert und müssten bei einem weiteren Anstieg – woher der auch immer seine Kraft speisen mag – zwangsläufig in den Markt einsteigen.

Fundamental wähnen sich die Amerikaner in einem Wunschumfeld. Die Wirtschaft wächst schwach, aber mit einer vermuteten Beschleunigung im 2.Halbjahr und die Notenbank hält für längere Zeit die Füße still. Man preist alles Gute ein, setzt auf die Kraft seiner Konsumenten und glaubt daher sich von der Weltwirtschaft abkoppeln zu können. Das ist für mich das Trügerische, aber woher wird das Störfeuer kommen? Von Seiten der Inflation oder doch von der Fed, die zum Handeln gezwungen wird?

 

Die Lage beim Dax

Unserem Leitindex fehlen derzeit die Impulse. Im Zwiespalt absolut niedriger Zinsen (noch für lange Zeit garantiert durch die EZB, was bisher die Aktienmärkte gestützt hatte) und gesunkener Wirtschaftsaussichten (Ifo-Index), besonders in Europa, warten die Investoren auf neue Signale. Verschiebung des Brexit oder Abkehr von weiteren US-Zöllen, irgend etwas muss kommen, damit der Markt mit einem KGV unter dem langfristigen Durchschnitt wieder Käufer anlockt. Und das sind bei unserer Aktionärsstruktur nunmal in der Mehrzahl ausländische Käufer.

 

Das Drama um den Brexit

 

Zur Zurückhaltung ausländischer Investoren zählt auch der Hickhack um einen ungeordneten Brexit, der sicher auch mit Einbußen für unsere Exportwirtschaft verbunden ist. Wie viele Unternehmer und Finanzexperten haben in den letzen Monaten nicht schon in den Medien vorgerechnet, was uns ein ungeregelter Austritt kosten würde.(Jammern gehört zum Handwerk der Kaufleute!)

Im Zusammenhang mit der Diskussion um den Brexit und seine Folgen ist mir ein Interview mit Jim O‘ Neill, dem Direktor von Chatham House und ehemaligen Chefvolkswirt von Goldman Sachs im Handelsblatt aufgefallen, welches ich hier wiedergeben möchte:

„Der wichtigste Faktor für die Weltwirtschaft ist der chinesische Verbraucher. Selbst wenn die chinesische Wirtschaft in den kommenden zwei Jahren nur um sechs Prozent wachsen sollte, würde das ein Bruttosozialprodukt von der Größe Großbritanniens schaffen. Die Abkühlung in China ist der Grund, warum das Wachstum in Deutschland so stark zurückgegangen ist. Für die Weltkonjunktur ist der Brexit nur von mäßiger Bedeutung. Politisch und gesellschaftlich ist er jedoch sehr wichtig, weil er die Schwächen der westlichen Gesellschaften aufzeigt.

Ein interessanter Gedanke zu den Dimensionen der Angelegenheit.

 

Mein Fazit

Es riecht aus den von mir dargelegten Gründen in den nächsten Tagen und Wochen nach starken Marktschwankungen. Seien sie technisch oder fundamental getrieben und sie werden wieder viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischen.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Beobachter

    14. März 2019 12:37 at 12:37

    Frage an Wolfgang M. Beim DAX kann ich den gewünschten Kurs im „ VERFALLSTAG- Diagramm sehen
    bei stockstreet de. Wo kann ich den entsprechenden S& P Kurs einsehen?
    Vielen Dank zum Voraus.

  2. kritisch on fire

    14. März 2019 16:45 at 16:45

    Eine dermaßen diametrale Entwicklung der Fundamentaldaten zu den Börsedaten habe ich persönlich noch nicht erlebt. Wie um alles in der Welt kann bei solch stark rückläufigen Wirtschaftsdaten die Börse grosso modo dermaßen gegensätzlich reagieren – einzig und allein, so ist meine persönliche Überzeugung, aus einem Selbstzerstörungstrieb der Anleger heraus getrieben, gefüttert durch die Gier. Es gilt wohl der Spruch dass je länger Bullenmärkte andauern besagte Gier das Hirn auffrisst und Korrekturen, egal wie massiv, und stark abschwächende Fundamentaldaten nur als günstigere Einstiegskurse gesehen werden wollen. Die Fallhöhe und der damit verbundene Crash wird immer schlimmer und massiver. Die selbst auserkorenen „Pflaster“ bei Korrekturen sind auch schnell zur Hand. Der BREXIT, HEDGING, die FED, der WINTER, der SOMMER, ein HURRICANE, TRUMP, MAY, JUNCKER, die CHINESEN, etc. etc. Keiner will sehen wohin das Schiff steuert. Mir kommt das so vor als wäre die gesamte Wirtschaftwelt Kapitän auf der TITANIC, der Eisberg ist in Sicht und die Ansage an den Steuermann würde lauten „VOLLE KRAFT VORAUS – DER WEICHT SCHON ZUR SEITE“. Na dann, AHOI Kameraden, ich steig schon mal ins Rettungsboot.,

    • leftutti

      14. März 2019 23:52 at 23:52

      @kritisch on fire, ich unterschreibe jedes Wort, das Sie da schreiben.

      Mit zwei Ausnahmen: Eine dermaßen diametrale Entwicklung der Fundamentaldaten zu den Börsendaten habe ich persönlich noch nicht erlebt.
      Die europäischen Börsen haben bereits 2014 begonnen, sich diametral zur Realität zu entwickeln, seit Draghi seine Wahnvorstellungen europaweit in die Tat umgesetzt hat.
      Was Amerika betrifft, gilt Analoges seit November 2016…

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Indizes

Chinas Leidensfähigkeit im Handelsstreit – dafür gibt es Grenzen

Über die Schwachstellen der beiden Supermächte im Handelskrieg – im Fokus China

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Hatte Chinas Regierungschef Xi Jinping nicht erst jüngst sein Volk auf eine magere, entbehrungsreiche Periode hingewiesen? Die Ursachen dafür reichen schon etwas zurück und werden durch den Handelsstreit massiv verstärkt.

 

Chinas Achillesferse: der Arbeitsmarkt

Es ist wahrscheinlich die unzuverlässigste Wirtschaftszahl aus den entwickelten Staaten, Chinas Arbeitslosenstatistik. In den Jahren 2002 bis 2018 stieg diese Zahl nie über 4,3 Prozent und fiel nie unter 3,9 Prozent, einer Marke, die auch derzeit „offiziell“ Bestand hat. Trotz Finanzkrise 2008 und Chinas Wachstumsproblem 2015/2016.

Kann man diesem Wirtschaftsmärchen auch nur im Ansatz trauen? Daraus erschließt sich die große Sorge, die Chinas Regierung am meisten umtreibt, der Angst vor einen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt. Ich habe in unserem freundlichen Streitgespräch zwischen Markus Fugmann und mir am letzen Mittwoch darauf hingewiesen, welch sozialer Sprengstoff hinter der Thematik steckt angesichts von weit über 100 Millionen Wanderarbeitern in China, die versorgt werden müssen. Dazu ein paar Argumente.

 

Chinas Zählweise der Arbeitslosigkeit

Ein Grund für die seltsamen Arbeitslosenzahlen liegt wohl in der Erfassung. Nach dem chinesischen Einwohnermeldesystem (Hukou) werden Stadtbewohner als Arbeiter registriert und die Landbevölkerung als Bauern. Damit werden die Hunderte Millionen Wanderarbeiter von der Statistik nicht richtig verbucht, wenn sie ihre Heimat verlassen, um in einer Fabrik zu arbeiten.

 

Chinas Sozialsysteme

Da man in China sehr geringe Beiträge in die Arbeitslosenversicherung einzahlt – in Peking sind es gerade mal 0,2% vom Salär, 0,8% zahlt der Arbeitgeber – melden sich viele Menschen nach einem Jobverlust nicht arbeitslos, weil es eben kaum etwas bringt. Aus anderen Statistiken (Volksuniversität Peking) ergeben sich bedenkliche Entwicklungen. Im ganzen Land sind die Jobangebote um 10 Prozent gesunken, während die Nachfrage um 8 Prozent gestiegen ist. Allein in Peking ist die Zahl der Arbeitssuchenden im letzten Quartal 2018 um 47 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen und dies war noch deutlich vor der weiteren Verschärfung der Zölle durch Donald Trump.

Zwar unterstützt der Staat seine Firmen und fordert zu Einstellungen auf, jedoch beträgt der Anteil der Privatfirmen bereits 85 Prozent. China steckt im größten Strukturwandel seit Jahrzehnten – dem Wandel von der Produktionsstätte für die Welt hin zu einem Hightech-Land mit Dienstleistungssektor.

 

Ein weiteres Problem – Industrieroboter

Auch in China schreitet die Automatisierung voran. Nach offiziellen chinesischen Angaben ist die Zahl der Industriearbeiter von 2012 bis 2017 um 60 Millionen zurückgegangen, den Ausgleich bildeten die Jobs im Dienstleistungsbereich. Aktuell sehr interessant auch die Absicht des Endfertigers von Apples iPones, Foxconn, 30 Prozent seiner Arbeiter durch Roboter zu ersetzen.

Aus all den angeführten Argumenten wird deutlich, warum Xi Jinping seine Landsleute auf härtere Zeiten eingeschworen hat, auch unabhängig vom Handelsstreit. Er vertraut auf die Leidensfähigkeit seiner Bürger, aber bei massiven Jobverlusten, ohne Auffangsystem, dürfte diese rasch an ihre Grenzen geraten. Die berüchtigten sozialen Unruhen. Auch wenn Xi Jinping auf Lebenszeit gewählt wurde, hat er keine Allmacht und eine Rezession würde ein soziales Problem ungeahnten Ausmaßes generieren.

 

Fazit

Es ist zweifelsohne ein Kampf der Giganten, der Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China. Und derzeit ist nicht absehbar, wer ab welchem Punkt einlenken wird, um einen gesichtswahrenden Kompromiss zu erzielen.

Es gibt aber zwei Schwachstellen, die von keiner Regierung ignoriert werden kann. In den USA ist es der Aktienmarkt, über den ich schon mehrere Kommentare verfasst habe „Das Billionen-Dollar-Risiko…“ und für China das oben skizzierte Beschäftigungsproblem. Mal sehen, wen es härter trifft und wer eher einlenkt. Auf eines möchte ich aber fast schon wetten: Donald Trump wird bei einem Aktieneinbruch in der Größenordnung von 10 Prozent plus ganz schön kleinlaut werden. Nur vertrauen die Märkte bisher immer noch auf den wirtschaftlichen Status der Supermacht – bald tempi passati?

 

Von Kzw – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8937812

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Indizes

Aktienmärkte: Ab wann greift der „Trump-Put“?

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Gibt es einen „Trump-Put“, also eine Versicherung gegen fallende Kurse? Gestern wieder ein optimistischer Tweet von Trump – und schon erholten sich die US-Indizes. Faktisch – das bringt Jochen Stanzl gut auf den Punkt – geht das Geld aus Sektoren und Aktien heraus, die in Sachen Handelskrieg viel zu verlieren haben, und in Sektoren und Aktien hinein, die davon wenig betroffen zu sein scheinen. Linke Tasche, rechte Tasche..

Aber das 2.Quartal könnte negative Überraschungen bringen bei den Firmenergebnissen der US-Konzerne (auf Link im Tweet klicken):

Aber hören wir die klaren Aussagen von Stanzl:


By Steve Jurvetson from Menlo Park, USA – The Donald & Mark Wahlberg, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55327521

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Rüdiger Born: Gold Long und Aktien Short?

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Gold ist gestern explodiert. Nach einem Rücksetzer könnte man bei Gold Long einsteigen und Aktienmärkte shorten. Dies möchte ich im Video besprechen. Für meinen heutigen „Trade des Tages“ sowie auch alle folgenden können Sie sich beim Klick an dieser Stelle anmelden, falls Sie sich noch nicht registriert haben. Die Nutzung ist völlig kostenfrei!

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