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Die Lage an den Märkten – Quartalssaison mit weitgehend reduzierten Ausblicken, aber dennoch steigen die Kurse – warum?

Das erinnert an das Jahr 2007!

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Ausblicke verhalten bis enttäuschend

Die US-Berichtssaison hat weiter Fahrt aufgenommen, aber ohne jetzt explizit auf die einzelnen Ergebnisse einzugehen (3M, Verizon, Pfizer, Amgen, Ebay, Apple) ist eines doch sehr deutlich: Die aktuellen Ergebnisse des 4. Quartals 2018 erfüllen durchaus die vorher abgesenkten Prognosen, die Ausblicke für das Jahr 2019 hingegen sind eher verhalten bis enttäuschend. Dennoch steigen die Indizes als Ganzes, der S&P 500 ist auf dem Weg die beste Monats-Performance seit März 2016 abzuliefern.

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Wenn man eine Begründung dafür sucht, kommt man meines Erachtens auf zwei Deutungen. Die eine besagt, dass die Märkte davon ausgehen, dass sich die Konjunktur im Verlauf des Jahres wieder erholt und sich zu einem Rekordwachstumszyklus ausdehnt – und die andere, dass der monetäre Stimulus der US-Notenbank anhält, in Gestalt des Verzichts auf weitere Zinsanhebungen und im Extremfall sogar zu einem Verzicht auf die avisierte Bilanzreduzierung, der Fed-Put eben.

 

Für die Fed ist der S&P 500 wichtiger als die Daten!

Nachdem gestern das US-Verbrauchervertrauen mit 120,2 Punkten auf ein 2-Jahrestief gefallen war (Rekordhoch noch im Oktober bei 138 Punkten) – was deshalb sehr bedeutsam ist, weil schließlich die Verbraucher das Bollwerk schlechthin waren in der 70%-Konsumökonomie – kommen jetzt die großen Dickschiffe mit ihren Quartalszahlen. Dabei achtet man natürlich ganz besonders auf die Ausblicke, denn das entwickelt sich derzeit zum Haupthema an der Wall Street (Tenor: All guided lower!). Aber das wichtigste Thema bleibt für mich der monetäre Faktor in Gestalt der Fed-Entscheidung heute Abend. Da brachte ein Analyst gestern einen Satz, der eine starke Übereinstimmung zu meinen früheren Kommentaren zur Fed-Politik aufweist: „Fedˋs policy is not data dependant, itˋs S&P 500 dependent.“

 

Das erinnert an das Jahr 2007

Noch eine kleine Bemerkung zu einer „unheiligen“ Entwicklung an den US-Märkten, die auch in Europa mehr und mehr Fuß fasst, den Aktienrückkäufen. Gestern hat auch eBay bei der Präsentation seiner Q4-Zahlen angekündigt, an die Shareholder in den nächsten zwei Jahren 7 Mrd.$ an Dividenden und Aktienrückkäufen ausschütten zu wollen – wie schon mehrere Firmen in den letzten Wochen. Fällt den US-Firmen nichts mehr ein in puncto Investitionen und waren die eine Billionen Dollar im Jahr 2018 nicht schon genug?

Auch wenn wir derzeit eine andere Gemengelage haben als 2007, erinnert diese Verfahrensweise doch sehr an die Zeit vor der letzten großen Krise. Scheinbar ein „zwingender Automatismus“ und auch damals hieß es in den Ausblicken von Volkswirten und Analysten in der Mehrheit: man sehe keine Rezession im Anmarsch!

 

Foto: Deutsche Börse AG

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Altbär

    30. Januar 2019 10:18 at 10:18

    Nach dem von Vielen unerwarteten Ausverkauf im Dez. ist im traditionell starken Januar eine Erholung nicht besonders überraschend.Einzig die Stärke der Rally ist unerwartet.Die Frage ist , wie es weitergeht.Hatten wir doch genau vor einem Jahr ,Ende Januar eine Rieseneuphorie ,die dann abrupt endete.Wenn nur die Hoffnung auf die Notenbanken der Treiber ist, wird das nicht nachhaltig sein.
    Ich möchte wieder einmal die Wichtigkeit der Homm- Botschaft erwähnen, dass bei schwächerer Wirtschaft die Unternehmens- Anleihenzinsen der Trigger sein werden u.nicht die minimalen Zinsveränderungen von plus/ minus1/4 % die Powell steuern kann.
    Beispiel: Eine Tesla Anleihe mit Coupon 5%, Laufzeit 2025 steht bei einem Kurs von 0,86 .D. h.Tesla müsste also im Moment über 7% Zinsen bezahlen .Wolfgang M. hat schon mehrmals über diese Zeitbombe geschrieben

    • Avatar

      Unwissender

      30. Januar 2019 10:56 at 10:56

      @Altbär
      …Hallo! Können Sie mir bitte an ihrem Beispiel von Tesla erklären, warum Tesla nun 7 % Zinsen Zahlen muss?

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    Altbär

    30. Januar 2019 12:08 at 12:08

    @ Unwissender, da der Markt die zu 100% emittierte Anleihe mit 86 % bewertet, dies ergibt auf die Restlaufzeit von 6 Jahren ca. 2% Verlust pro Jahr, d.h. ein aktueller Käufer hätte auf die nächsten 6 Jahre
    eine Rendite von fast 8%, was auch dem entspricht,was Tesla zur Zeit bei einer Neuemission zahlen müsste.
    Soeben gelesen.
    – Unternehmenanleihen auf Rekordniveau
    -Bis 2023 werden 3,2 Bio = 2/3 aller dieser Investment Grade fällig.
    – 2019 werden etwa 619 Mrd. fällig, 12 mal mehr als 2018 ! !
    – Die Hälfte dieser Anleihen haben BBB – Rating. Eine Stufe tiefer BB = Ramsch.
    Quelle, David Rosenberg, von Gluskin Sheff

    Noch ein Satz von Mark Zandi, Chefökonom Moody´s :
    Die Höhe u.steigende Verschuldung der US Unternehmen ist die grösste Gefahr für die Wirtschaft.

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      Unwissender

      30. Januar 2019 13:55 at 13:55

      Vielen Dank! Anleihen sind nicht so leicht zu verstehen für mich.

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