Folgen Sie uns

Indizes

Die Logik eines Profi-Investors – eines der besten Interviews der letzten Jahre!

Redaktion

Veröffentlicht

am

Flossbach von Storch zählt fraglos zu den renommiertesten Vermögensverwaltern hierzulande – neben einer sehr guten performance der Fonds zählen vor allem die analytischen Beiträge und Analysen von Flossbach von Storch zum Besten, was man in Deutschland bekommen kann!

Einer der besten Köpfe bei Flossbach von Storch ist sicher Philipp Vorndran – in einem in jeder Hinsicht sehr sehenswerten Interview mit „Mission Money“ erklärt Vorndran den Ansatz von Profi-Investoren. Dabei zeigt er auf, was den Unterschied zu „Hobby-Investoren“ ausmacht, warum ein Zeitraum von sechs Monaten für Profi-Investoren keine Rolle spielt, warum der Spruch „an Gewinntmitnahmen ist noch keiner gestorben“ schlicht Unsinn ist. Must see!

21 Kommentare

21 Comments

  1. Avatar

    Nico

    17. Juli 2019 10:53 at 10:53

    Wenn dieses Interview inhaltlich zum Besten gehört, was man seit Jahren gehört hat, waren hunderte von Kommentaren von Bären und Aktienskeptikern (Parallelwelt Aktienmarkt) hier in dem Forum komplett für den Mülleimer. Muss auch mal gesagt werden.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      17. Juli 2019 10:58 at 10:58

      @Nico, das sehe ich anders! Vordran spricht ja über bestimmte, hochqualitative (und sehr große) Unternehmen und nicht über den gesamten Aktienmarkt! Blickt man etwa auf den Großteil anderer Aktien, dann sieht es da mit der Qualität der Unternehmen eben eher schlecht aus, siehe die Werte im Russell 2000, die fast zu 50% konstant Verluste schreiben. Man muß da also differenzieren – derzeit ist es doch gerade so, dass Wachstumswerte viel besser laufen als langweiligere Qualitätswerte (value) – und diese Wachstumswerte sind über die Maßen meist sehr teuer (Netflix, Uber, Lyft etc.)..

      • Avatar

        Nico

        17. Juli 2019 13:08 at 13:08

        Nein Markus, genauso ist es. Vordran spricht von der Alternativlosigkeit der Aktienanlage, davon dass die Märkte nicht teuer sind, dass es keinen Crash in absehbarer Zeit gibt. Und worum drehen sich hunderte Kommentare: Um manipulierte Märkte, kranke Notenbanken, um Mondpreise bei den Aktien, um einen Zusammenbruch des Euroraums, um einen Riesencrash an den Aktienmärkten.
        Sie scheinen diese teilweise drastischen Kommentare vergessen zu haben. Nochmals, wenn Vorndran recht behält, waren zahllose Bärenkommentare nur Frustentladung.

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          17. Juli 2019 13:17 at 13:17

          @Nico, nochmal: Vorndran spricht explizit von Qualitäts-Aktien, nicht vom Aktienmarkt als solchem (ab 5 Milliarden Marktkapitalisierung)! Er geht schlicht und wohl zu Recht davon aus, dass die Notenbanken, bis es zu einer Währungsreform kommt, alles tun, um einen Abschwung zu vermeiden. Das ultimative Bären-Szenario ist eben dieses Scheitern der Notenbanken..

        • Avatar

          Columbo

          17. Juli 2019 14:06 at 14:06

          @Nico
          Vorndran ist Fondsmanager, sein Job ist es, sehr selbstsicher und mit viel Optimismus den Leuten die Aktienwelt nahezubringen. Wenn er über Gold spricht, läßt er allerdings auch die Möglichkeit eines Zusammenbruchs zu.
          Friedrich, Krall, Homm machen einen andern Job, sie warnen, drohen, zeigen auf die Schwächen des Systems. Wer hat Recht? Beide!
          Das sind seit ewigen Zeiten die zwei Seiten der Geldanlage, da kann man jahrelang Tausende von Kommentaren schreiben und lesen, am Ende muß man selbst entscheiden oder draußen bleiben.
          Karl Valentin sagte, als ihn jemand fragt, warum er in einem Bergwerk wohne: “ Mir geht Sicherheit vor Wahrscheinlichkeit”.

          • Avatar

            Wolfgang M.

            17. Juli 2019 15:42 at 15:42

            @Columbo. Gestatten Sie, dass ich mich einmische. Recht hat nur die langfristige Performance der Anlage. Wenn ich mit einem Startkapital von 10 000 Euro fünf statt sieben Prozent Rendite über 40 Jahre erwirtschafte, weil ich aus Sorge öfters ausgestiegen bin, komme ich auf ca. 70 Tausend Euro Endsumme, bei sieben Prozent aber auf 149 Tausend Euro. „Der Zinseszins ist das achte Weltwunder“ hat Albert Einstein behauptet, der ist als Referenz irgendwie passender als Karl Valentin. „Mögen taten wir schon wollen, nur dürfen haben wir uns nicht getraut“, dieser Valentin-Spruch könnte für den deutschen Aktienmuffel schon eher passen.
            Welcher Anleger hat mit seiner Performance über einen so langen Zeitraum die Benchmark geschlagen? 0,x Prozent! Das ist der Stand langfristiger Studien. Buy and hold ist auf lange Sicht nicht zu schlagen, das ist die Kernaussage von Vorndran aus meiner Sicht.
            Viele Grüße nach Südtirol

        • Avatar

          Shong09

          17. Juli 2019 14:20 at 14:20

          Wenn Sie voll investiert sind, können Sie im Crash eben nicht günstig kaufen (außer Sie haben einen sehr hohen CF). Wenn aber erst die Währungsreform kommt und dann der Crash, dann ist Ihr Geld schon nicht mehr existent, bevor die Preise am Aktienmarkt wieder normalisiert sind.

  2. Avatar

    Columbo

    17. Juli 2019 16:45 at 16:45

    @Wolfgang M.
    Stimmt genau.
    Deshalb sollte man den deutschen Aktienmuffeln auch die Lektüre von Krall, Friedrich, Homm usw.
    verbieten oder besser eine Crashbuch-Verbrennung starten: „Wir übergeben dem Feuer die Schriften von Markus Krall….“ Sorry, ich entschuldige mich sofort für meinen schwarzen Humor.
    Gold und Immobilienkauf sollte man den Muffeln ebenfalls verbieten und ihnen mehr Vertrauen in das Notenbanksystem einimpfen. Bis sie endlich massenhaft ETF‘s kaufen, weil Einzelaktien kann man ihnen wiederum nicht zumuten.

    Auch Schöne Grüße.

    • Avatar

      Koch

      17. Juli 2019 19:01 at 19:01

      Moin,moin aus Franken,Herr Columbo.Ich kann auch Satire.Wenn ich mich nicht verdammt täusche,dann liegt ihr Semsrott/Sonneborn-Humor genau auf meiner Linie.Ich bin sogar noch schlimmer!Ich halte den „Michel“(Otto Normaldeutschen,Max Mustermann und Co.)für alternativlos meschugge,devot und masochistisch.Wie,zur Hölle ,sind so die jüngsten politischhen Ereignisse möglich?In Franken/bayerisch autonomes Herrschaftsgebiet,setzt man sich da nepalesisch omm-berauscht in einen Biergarten und wartet,bis das weggeht oder bis man so voll ist,dass es einem egal ist!Leider ist die deutsche und europäische Politik so hirnrissig-hanebüchen(personell wie inhaltlich),dass diese Methode auch nur kurzfristig anwendbar ist,will man nicht schwere Leber und Nierenschäden,davontragen.Das EU-Parlament kommt mir vor wie die Jury des Dschungelcamps,die/der grösste Krötenlutscher wird „gewählt“,was immer das auch sein soll!Europa ist an sich eine „perfekte,aber hochkomplexe Sache“.Ob’s irgendwann die völlig selbstlosen Macher,welches dieses Europa braucht,geben wird?

      • Avatar

        A echta Bayer

        17. Juli 2019 20:17 at 20:17

        Dere Koch, oida Frankenbeidl, Dschungelcamp-Gucker, sprachlich-kulturelle Chimäre im nepalesisch omm-berauschten Biergarten zwischen Hessen, Thüringern, Schwaben und echten Bayern ohne eigenes Herrschaftsterritorium 🥴 Das ist nur eine kleine Stichelei, nicht ernst oder beleidigend gemeint. In sehr vielen Punkten meine sofortige Zustimmung. Aber was bitte kann der alternativlos meschugge, devote und masochistische deutsche Wählermichel in diesem Fall dafür, dass eine Handvoll rechtspopulistischer Vollpfosten dem Rest der europäischen Weicheier und Warmduscher ihr kindisch-beleidigtes Veto auferlegt haben? Im Biergarten werden wir die offenen Fragen sicher auch nicht auflösen. Obwohl, mit steigendem Pegel werden die Diskussionen und Lösungsvorschläge an das Niveau von Profipolitikern herangeführt.

  3. Avatar

    Roberto

    17. Juli 2019 17:06 at 17:06

    Alles schön und gut was der Hr. Vorndran da aussagt. Ich erinnere mich an die Zeit von 2001 bis 2000 bis 2009/2010. Das waren auch 10 Jahre. Jemand der im jahr 2000 eine qualitativ gute Aktie gekauft hat, hat sich nach 10 Jahren schwer die Augen gerieben und hat wahrscheinlich einen Herzinfarkt erlitten. Diese Pauschalität von 10-20 Jahren ist eine Aussage für einen Profi meines Erachtens völlig amateurhaft. Ich glaube nicht das General Electric qualitativ ein schlechtes Unternehmen ist. Aber schauen wir uns den Aktienkurs 2000 und heute an. das sind knapp 20 Jahre. Und nun ?
    Nein, ich empfand dieses Interview mehr als Werbung das die deutschen doch so veil Geld wie möglich doch dem Unternehmen Flossbach von Storch überweisen sollen. Jemandem der seit ein paar Jahren an der Börse ist mag dieses Viedeo toll gefallen haben…aber nicht demjenigen der schon etwas länger als nur 2 Jahrzehente dabei ist. Mal ganz abgesehen davon das sich dieser Hr. Vorndran erlaubt Lehrerhaft und Allwissend mit einer gewissen Arroganz gegeüber dem Interviewer zu benehmen.

    • Avatar

      Shong09

      17. Juli 2019 17:31 at 17:31

      Vollkommen richtig. Was mir am meisten missfällt, ist seine Aussage, er hätte 98% seines Vermögens in den Fonds. Gleichzeitig rät er zu 5-10% Gold, und bemängelt, dass die Wohneigentumsquote in D so niedrig wäre (im Video sagt er meine ich 40%, soweit ich weiss liegt sie aber aktuell bei ca. 50%, da sie in den letzten Jahren (stark) angestiegen ist), welches wiederum annehmen lässt, dass er auch Wohneigentum besitzen sollte. Abhängig von der Größe seines Vermögens kann der Wert seines/r Hauses/Wohnung natürlich einen marginal niedrigen %satz an seinem Gesamtvermörgen ausmachen. Die 5-10% Gold sind aber bei 2% schon mal unterschritten. Eine Nachfrage zu beiden wäre da schon nett gewesen. Über Auto als Vermögensgegenstand kann man sich schließlich streiten.

  4. Avatar

    Hesterberg

    17. Juli 2019 17:25 at 17:25

    Ist doch alles richtig, was Nico, Columbo, Wolfgang M. und Shong09 schreiben!
    Vorndran hat gut reden. Wie viele Jahre in Folge hat er denn die Benchmark mit seinen Fonds schon geschlagen? Fondsmanager brüllen immer in die eine Richtung und tun so, als würde es keinen Unterschied machen, ob es Juli 2019 oder Juli 2009 ist. Aber genau das ist eben der große Unterschied. Die einzigen Sachwerte, die man jetzt noch mit ruhigem Gewissen kaufen kann und sollte, sind Edelmetalle. Wer jetzt noch in US-Indizes investiert, der fährt auch bedenkenlos bei Rot über die Ampelkreuzung.

    • Avatar

      Columbo

      17. Juli 2019 18:09 at 18:09

      @Hesterberg
      Bin da mal ganz bei Ihnen.
      Und…ich werd mich bessern😉.

  5. Avatar

    joah

    17. Juli 2019 18:25 at 18:25

    Auch den besten Optimisten trifft irgendwann die Realität.

    «Optimismus ist nur ein Mangel an Information.» Heiner Müller, Schriftsteller

  6. Avatar

    Roberto

    17. Juli 2019 18:55 at 18:55

    oder : Pessimisten sind Optimisten mit Erfahrung :-))

    • Avatar

      Columbo

      17. Juli 2019 19:12 at 19:12

      oder: Die positive Kraft des negativen Denkens.

    • Avatar

      joah

      17. Juli 2019 19:12 at 19:12

      ;-)

  7. Avatar

    Altbär

    17. Juli 2019 21:58 at 21:58

    Flossbach u. Storch hätten eine sehr gute Performace ? ? Nach der längsten Hausse in der Geschichte mit Buchwertsteigerungen von300 bis 700% hätte man schon extrem unglücklich investieren müssen um keine gute Performace zu haben.Anleihen ,Aktien, Immobilien sind hauptsächlich von den Notenbanken hochgepusht worden.Alle die aus irgendwelchen Gründen in diese Assts investiert haben sind also gute Anleger, das müssten etwa zwischen 95 u.100 % sein.
    Ich kann die Aussagen von Betongold- Roberto nur unterstützen. Übrigens hat anscheinend der realistische Fugi eine kleine Meinungsänderung erlebt, war er doch früher auch der Meinung, dass die sogenannten „ guten Unternehmen bei einer Korrektur eher mehr verlieren als andere, weil eben die ganze Anlagewelt in diesen Aktien investiert ist. ( Beispiel Apple ) Übrigens,was sind gute Firmen?Waren denn nicht Credit Suisse u.UBS imJahre 07 etwas vom Besten was man zu haben glaubte,seither sind sie mindestens 80% weniger gut. Haben früher gute Firmen wirklich noch Generationen überlebt, hat sich das mit der Aktientreiberei auch geändert. Der Amazon Boss sagte selbst, dass heute dieHalbwertszeit grosser Firmen noch etwa 30 bis 40 Jahre betrage.Die Permabullen, die die letzten 20 Börsenjahre in die Zukunft weiterschreiben werden grauenhaft auf die Schnauze fallen.Wenn selbst der Fugenmann nicht mehr an die Baisse glaubt, könnte sie nicht mehr weit weg sein.

  8. Avatar

    Quintus

    18. Juli 2019 07:02 at 07:02

    Ich würde Herrn Vorndran gerne ein Buch empfehlen um sich darüber klar zu werden: Alles hat seine Zeit!

    In dem Buch „The Fourth Turning“ von William Strauss und Neil Howe (www.fourthturning.com) – bereits Mitte der 90 Jahre erschienen – beschreiben die Autoren die Geschichte der Welt im Wandel der vier Jahreszeiten im Einfluss auf Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft.

    Frühling – Das Hoch ca. 1945 bis 1965
    Bringt ein Wiederbeleben der Gemeinschaft, eine neue zivile Ordnung
    Die Menschen wollen die Krise zurücklassen und sind zufrieden mit dem neuen Leben
    Die Angst ums Überleben dreht sich um dem Wunsch nach Wachstum, Investition, politischer Stabilität und Wohlstand.
    Die Einstellung dreht sich aus der dunklen Not mit neuer Energie und Tatkraft zum Optimismus
    Der Zyklus drängt die gesamte Gesellschaft in Richtung Konformismus, Familie und Ordnung
    Gehorsame Mitbürger dienen dem Gemeinwohl
    Es werden viele Kinder geboren
    Kriege sind unwahrscheinlich

    Sommer – Das Erwachen ca. 1965 – 1985
    Wenn die Gesellschaft vom Hoch in das Erwachen dreht, dann ist die Änderung trügerisch. Sie wird am Anfang als minimal eingestuft, später löst sie oft Gewalt, Chaos und politische Veränderung aus.
    Die jungen Erwachsenen, die die Dinge vorantreiben, kennen aus eigener Erfahrung nur das Hoch, nicht aber die Krise.
    Als kreative Denker herangezogen, fordern sie ärgerlich die Älteren heraus.
    Sie fühlen sich ihnen moralisch weit überlegen. Sie schätzen sich selbst als die Überbringer neuer und besserer Werte.
    Soziale Ideen und spirituelle Gedanken sind vorherrschend, Angriffe der Jugend auf das Establishment.
    Wohlstand und Sicherheit werden als selbstverständlich empfunden.
    Die Menschen hören auf zu glauben, dass soziale Weiterentwicklung mit sozialer Disziplin verbunden ist.

    Herbst – Das Enträtseln ca. 1985 bis 2005
    Soziale Kräfte, von der Vorgängergeneration entfesselt, sind nicht mehr zu stoppen.
    Die Tendenz entweder zum Ausnutzen oder Ablehnen der sozialen Errungenschaften nimmt zu.
    Individuelle Befreiung geht einher mit Moralprotest oder Selbstfindung.
    Schwere Debatten über Werte und die sich abschwächenden zivilen Bürgerpflichten.
    Die Menschen neigen dazu, über ihre Verhältnisse zu leben.
    Um das wirkliche Gemeinwohl kümmert sich niemand mehr.
    Lähmungen in der Politik und im öffentlichen Leben, die früher undenkbar waren, prägen das Bild.
    Die Krise ist noch nicht in Sicht, mit der sozialen Befreiung durch das Erwachen hinter sich, können die Menschen ihr persönliches Leben in vollem Maß ausleben.
    Das Kollektiv ist nichts, das Individuum alles.
    Durch das In-Kraft-setzen der Ideale aus der Zeit des Erwachens wird die Basis für die folgende KRISE gelegt.

    Winter – Die Krise ca. 2005 bis 2025
    Jede Krise beginnt mit einem Ereignis, das die vorherrschende Laune umkehrt, es lässt ein Gefühl der Krise aufkommen. Solche Ereignisse gibt es zu allen Zeiten, aber nur in dieser Zeit wird dadurch eine neue Dynamik gestartet.
    Die Geschichte lehrt uns, dass ca. 3 Jahre nach diesem Katalysator die Menschen die Änderung erkennen und Konsens zum Lösen der Konflikte erzwingen wollen.
    Plötzliche Bedrohungen, die lange ignoriert wurden, werden nun für jeden sichtbar, Gesetze werden verabschiedet, die Jahre früher noch undenkbar waren.
    Die Gesellschaft muss überleben, aggressive staatliche Einrichtungen werden geschaffen. Das alles verlangt persönliche Opfer.
    Die private Risikoübernahme entwickelt sich zurück.
    Erbitterte Kriege um entscheidende Ausgänge werden geführt.
    Letztendlich kommt Erleichterung und Optimismus auf, aber erst nach der völligen Erschöpfung.
    Die Menschen sehnen sich nach guten und einfachen Dingen.
    Ein neuer Glaube an die Gemeinschaft und an die Planer und die Autorität reißt die Menschen mit.

    • Avatar

      joah

      14. August 2019 09:55 at 09:55

      Sehr gute Darlegung, welche auch meine Gedanken widerspiegelt. Danke

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Nur etwas mehr als eine Woche dauert es bis zur US-Wahl, aber fast 90 Tage sind es noch, bis in den USA die Amtseinführung des neuen bzw. alten Präsidenten stattfindet. Bis dahin sind große Würfe im US-Kongress in Sachen Wirtschaftshilfen unwahrscheinlich. Können die Aktienmärkte ihren Optimismus auch gegen die ungewöhnliche Vielfalt an Unsicherheiten aufrechterhalten und ihre Kursniveaus verteidigen – oder droht ein neuer Crash?

US-Wahl der Extreme

Die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 finden in einer Zeit statt, in der die Finanzmärkte mit außergewöhnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Diese begannen schon vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Implosion des US-Repo-Marktes. Damals konnte nur durch Notfallmaßnahmen der US-Geldpolitik in Form von Interventionen am Geldmarkt und durch die zur Verfügung Stellung von internationalen US-Dollar-SWAP-Linien ein Kollaps des Bankensystems verhindert werden.

Ohne die anhaltende und im Zuge der Pandemie sogar noch drastisch ausgeweitete Notfallpolitik der US-Notenbank Fed wäre der Stress am Markt für US-Repo-Geschäfte wohl auch ein Thema bei der US-Wahl gewesen. Schließlich war es auch die hohe Neuverschuldung durch das US-Finanzministerium die zu der Liquiditätsaustrocknung am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen führte. Dabei lautete eines der spektakulärsten Wahlversprechen von Donald J. Trump gegenüber The Washington Post im April 2016 die damals 19,3 Billionen US-Dollar hohen Bundesschulden im Falle seiner Wahl innerhalb von nur acht Jahren komplett zu tilgen. Auch ohne die Kosten der Corona-Pandemie war das utopisch und nichts weiter als billige Wahlkampfpropaganda. Die Schuldenuhr zeigt gemäß US-Finanzministerium zum 22. Oktober 2020 übrigens einen Stand von 27,1 Billionen US-Dollar an (Public Total Debt). Ein Anstieg um 7,3 Billionen US-Dollar bzw. 36 Prozent seit dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar 2017.

Weitere Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Wirtschafts- und Gewinnentwicklung in den USA sind neben der wieder stark an Dynamik gewinnenden Corona-Pandemie die Zerschlagungsbestrebungen von „Big Tech“, die nach wie vor prekäre Lage am US-Arbeitsmarkt mit über 30 Millionen Transferleistungsempfängern sowie saisonbereinigt rund 12,6 Millionen Arbeitslosen im September 2020.

Fast unbemerkt von den Devisenmärkten hat sich kurz vor der US-Wahl das Handelsbilanzdefizit der USA mit 67,1 Mrd. US-Dollar im August 2020 auf das höchste Niveau seit der Lehman-Krise im Jahr 2008 aufgebläht. Der Handelskrieg, nicht nur mit China, konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Nach wie vor sind die USA in der Gesamtbetrachtung nicht in der Lage, in vielen Sektoren international wettbewerbsfähig zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Herausforderungen, mit denen die USA in Friedenszeiten während dieser US-Wahl konfrontiert werden, sind einmalig. Dies gilt auch für den Amtsinhaber Donald J. Trump, der in vielen seiner Handlungen und Worte sehr unkonventionell und extrem anmutet. Man kann nur spekulieren, wie ein Präsident oder eine Präsidentin anderen Charakters eine solche Gemengelage meistern würde.

Der heimliche Präsident tritt bei der US-Wahl gar nicht an

In Kombination mit dem US-Staatsdefizit in Höhe von ca. 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergibt sich mit dem Defizit im Außenhandel ein fatales Bild für die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Mantra des stärksten und mächtigsten Landes der Welt ist nur noch eine hohle Phrase, basierend auf der Androhung von Waffengewalt und extraterritorialen Repressalien. Ob die Welt ohne diesen Status besser dastünde, ist seriös nicht prognostizierbar und auch nicht, wie lange diese Epoche der US-Dominanz noch währt.

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet aber weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed, die beliebig viele Dollars zum Ausgleich des Zwillingsdefizits und zur Aufrechterhaltung der US-Wirtschaft erzeugen kann. Natürlich auch, um die Party im Börsensaal auf der Titanic in Schwung zu halten. Dem heimlichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Jerome Hayden „Jay“ Powell und seinem Offenmarkt-Komitee sei Dank.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) hat nun kurz vor der US-Wahl mit einem Gesamtvolumen von 7,18 Billionen US-Dollar das absolut und in Relation zum jährlichen BIP höchste Niveau aller Zeiten erreicht. Dabei kann man den geldpolitischen Akteuren keine Parteinahme für den ein oder anderen Kandidaten im US-Wahlkampf unterstellen. Die Intention der anhaltenden Geldflutung des Finanzsystems ist schlicht und einfach, dessen Existenz weiterhin sicherzustellen. Gegen diese Zwangslage wird auch in Zukunft keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten Politik betreiben können. Damit manifestiert sich die Rolle der zum Teil in privater Hand befindlichen Fed als Staat im Staate weiter und die Demokratie US-amerikanischer Prägung wird trotz Wahl endgültig zur Illusion.

Die Wallstreet hat Trump schon abgehakt

Die Finanzmärkte haben diesen Zusammenhang längst hergestellt, was auch erklärt, warum sich die Vermögenspreise trotz der Vielfalt extremer Unsicherheiten, inkl. dem Ausgang der US-Wahl, in luftigen Höhen bewegen. Besonders deutlich wird dies an der positiven Korrelation zwischen steigenden Umfragewerten für den Herausforderer Joseph Biden und der Zuversicht auf ein noch größeres, von der Fed finanziertes Stimulusprogramm. Für diese Aussicht ignoriert man sogar mögliche Steuererhöhungen für Einkommensmillionäre und Unternehmen im Falle eines Sieges der Demokraten bei der US-Wahl.

Aus Sicht vieler tief religiöser Trump-Wähler stellt sich ohnehin die Frage, warum man den exzentrischen Präsidenten nochmals wählen sollte? Schließlich hat er mit der Neubesetzung des obersten Gerichts und der größten Steuerreform der letzten 35 Jahre schon sehr viel erreicht. Wie viel mehr könnte er in einer zweiten Amtsperiode noch erreichen, was sein exzentrisches und volatiles Verhalten aus Sicht evangelikaler und katholischerer Wähler entschuldigt?

Die Zeitlücke nach der US-Wahl

Lediglich die zeitliche Verzögerung zwischen dem Wahltermin am 3. November und der Amtseinführung am 20. Januar könnte bei dieser US-Wahl ein besonderes Risiko darstellen. Die Zahlungen aus den Corona-Hilfspaketen gehen bereits seit August deutlich zurück, die zweite Welle der Pandemie schließt in den USA mit neuen Rekordansteckungen nahtlos an die erste Welle an. Wie lange wird es dauern, bis sich dies in der Konsumentenstimmung sowie den Konjunktur- und Unternehmenszahlen niederschlagen wird?

Ein nochmaliger Corona-Crash als erneute Einstiegsopportunität?

Im wahrscheinlichsten Fall wäre ein nochmaliger Rückschlag bei den Vermögenspreisen eine ebenso lohnenswerte Einstiegsmöglichkeit wie bereits während des Lockdown-Crashs im März dieses Jahres.

Man sollte also trotz aller Risiken nicht zu viele Chips vom Tisch nehmen, auch wenn die Gemengelage zur Vorsicht mahnt. Doch Fakt bleibt: Auf die Fed ist Verlass und deren Pulverkammern, bestehend aus ungedecktem digitalem FIAT-Geld, sind unlimitiert und können unabhängig von finanzpolitischen Entscheidungen des Kongresses die Unternehmen, die Verbraucher und die Finanzmärkte stützen.

Fazit und Ausblick

Mag man zu den US-Präsidentschaftskandidaten stehen, wie man will, für die Finanzmärkte spielt die Musik schon lange nicht mehr in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington (Weißes Haus), sondern Ecke Constitution Ave NW und 20th St. NW (Board of Governors of the Fed).
Besonders bei dieser US-Wahl spielen für Anleger starke Nerven und das Aushalten hoher Volatilität eine große Rolle. Ebenso wie ein gesunder Opportunismus. Dabei ist es für den Anlageerfolg unerheblich, welchen Kandidaten man persönlich präferiert oder ob man an dieses oder jenes glaubt oder nicht glaubt. Entscheidend ist das Verständnis für den Zusammenhang zwischen digitaler Notenpresse und Vermögenspreisen. Diese Konstante wird uns mit weiter zunehmender Bedeutung noch eine Weile erhalten bleiben.

Die US-Wahl bringt zunächst Unsicherheit, aber entscheidend für die Aktienmärkte ist die Fed

 

weiterlesen

Finanznews

US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Gute Laune bei Dax und S&P 500 – Rücksetzer möglich?

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Dax und S&P 500 sind derzeit gut gelaunt. Ist an den steigenden Kursen derzeit aus charttechnischer Sicht nichts auszusetzen? Oder sind Rücksetzer doch möglich? Mehr dazu im folgenden Video.

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

ico Capital.com
Capital.com CFD Trading App
Kostenfrei

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen