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Die Macht der Notenbanken – hat die Fed es wirklich noch in der Hand?

Warum eine Zinssenkung im 11. Jahr eines Aufschwungs kein Grund für eine erneute Aktienhausse ist!

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Gedanken zur aktuellen Lage an den Märkten vor der heute beginnenden Fed-Sitzung..

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Aktienmärkte und Politiker lieben niedrige Zinsen, billiges Geld, welches alle Boote hebt. So ist es zumeist die Regel, bedingt schon durch die Konkurrenz zwischen Aktien- und Rentenmärkten, zudem fließt das billige Geld dann nicht in die Wirtschaft, sondern in die Kapitalmärkte. Der viel zitierte monetäre Faktor. Das gilt aber nicht immer und zwar dann nicht, wenn nach jahrelanger Hausse die Wirkung der Droge so viel Fehlallokationen zur Folge hatte, dass eine weitere Geldzufuhr ihre Wirkung verliert. Dies ist immer dann der Fall, wenn ein Wirtschaftsabschwung unmittelbar vor der Tür steht.

 

Die Wirkmechanismen

Als erstes reagieren die Anleihemärkte. Sie nehmen den Wirtschaftsabschwung in der Regel vorweg, die Zinsen fallen, es kommt zu einer inversen Zinsstrukturkurve und zwar bereits weit vor dem eigentlichen Auftreten der Rezession. Damit wirken Zinssenkungen weniger – derzeit liegt die 10-jährige US-Treasury (2,08%) bereits weit unter der Fed Funds Rate. Die Gewinne der Banken geraten unter Wasser durch Fristentransformation/Kreditgeschäfte etc., was in den USA schon deshalb leicht zur Wirtschaftsschrumpfung führt, weil circa ein Viertel der Gewinne an der Wall Street aus dem Finanzsektor stammen.

Wenn dann die Aktienmärkte fallen, wird das Ganze zur „self fulfilling prophecy“, da einbrechende Aktienkurse zu Vermögensverlusten (gerade in den USA) führen, mit entsprechender Zurückhaltung im Bereich der Anschaffungen und bei einer 70-Prozent-Konsum-Ökonomie wie in den USA ist dann der Boden für die Baisse bereitet.

Sowohl im Jahr 2000 als auch in der Finanzkrise 2007/2008 fielen die Aktienkurse mit nur einem geringen „timelag“ zu den Zinssenkungen. Aus diesem Grund ist für mich eine Zinssenkung im 11. Jahr eines Aufschwungs kein Grund für eine erneute Aktienhausse. Zunächst kann die Hoffnung auf billiges Geld nochmals für ein kurzes Strohfeuer sorgen.

Die Zinssenkungen werden aber verpuffen, die Rentenmärkte sind schon weit vorausgelaufen.

 

Wer könnte es noch richten?

Wieso schwächt sich die Weltwirtschaft eigentlich ab? Klar befinden wir uns im späten Stadium eines langen Aufschwungs, aber der Auslöser für die Schwäche ist der Handelsstreit, den Donald Trump seit über einem Jahr mit Mexiko, Kanada, der EU, China, Südkorea, Japan, Indien und weiteren Nationen führt, mit Zöllen, Sanktionen, schwarzen Listen und vor allen Dingen mit Drohungen, die Daumenschrauben immer stärker anzuziehen.

Wie bereits mehrfach erwähnt, führt dies zwangsläufig zur Zurückhaltung bei Investitionen – ich habe die Zahlen des Internationalen Währungsfonds erst gestern genannt – zu einer Schockstarre der Unternehmen, die sich der Investitionsbedingungen nicht mehr sicher sein können. Nicht zu vergessen die Störung der Lieferketten, die Verteuerung der Waren oder zumindest die Erosion der Gewinne, wenn die Exporteure ihre Produkte billiger anbieten müssen.

Was wäre also die Lösung, um den Niedergang zumindest abzufedern?

Zunächst ein Verzicht Donald Trumps auf weitere Zölle und dann die Rücknahme der bereits verhängten Sanktionen, um den Investitionsstau aufzulösen.

Aber ist das in der jetzigen Lage denkbar? Bei einem Präsidenten, der die Schuld sowieso woanders suchen wird (Powell), als in seiner Politik. Wohl eher nicht. Außer ein scharfer Einbruch an der Wall Street gefährdet seine Wiederwahl.

Rezession ante portas?

Ein Kommentar

Ein Kommentar

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    Columbo

    18. Juni 2019 09:39 at 09:39

    @Wolfgang M., danke für die hervorragende Analyse.
    Dazu passend:
    https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/crash-von-80-denkbar/

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