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Die Mär von den ewig steigenden Kursen – aber wo steht der DAX derzeit wirklich?

Zwei Drittel der Dax-Werte sind heute weniger wert als vor vier Jahren – warum der Dax so schwach auf der Brust ist!

Wolfgang Müller

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am

Man hört und liest ständig von der langen Hausse an den Aktienmärkten, immerhin ist es ja schon zehn Jahre her, seit dem letzten Kurstief an den großen Märkten. Aber gilt dies auch für den DAX?

 

Der Kursverlauf in den letzen beiden Dekaden

Nach den beiden Hochs in den Jahren 2000 (8069 Punkte) und 2007 (8101 Punkte), war unser Index im März im Zuge der Finanzkrise 2009 bis auf 3666 Punkte gefallen, um dann infolge von Zinssenkungen und Anleihekäufen bis zum 23. Januar 2018 auf sein Rekordhoch von 13559 Punkte zu klettern. Nicht unterschlagen sollte man allerdings die zwei veritablen Bärenmärkte in den Jahren 2011 (Eurokrise) und 2015/16 (Chinas Abschwächung) mit Verlusten von bis zu 30 Prozent.

Seit fast 14 Monaten geht es nun schon bergab, daran ändert auch die Rally seit Jahresbeginn noch wenig.

Ergebnis: Unser Leitindex steht auf dem gleichen Stand wie vor vier Jahren im März 2015.

 

Die Ursachen für die Dax-Stagnation

Über die Ursachen der Dax-Schwäche wird hier täglich berichtet: Exportlastigkeit unseres Dax und damit die Abhängigkeit von den Weltmärkten (insbesondere Chinas Abschwächung), die von Skandalen gebeutelte Automobilindustrie mit all ihren Zulieferern, der Protektionismus ausgehend von den USA, Sorgen um die Folgen des Brexit u.s.w. und so fort, aber auch das Manko im neuen Technikzeitalter, Stichwort IT-Branche.

Die Probleme sind leicht auszumachen, wenn man sich die Entwicklung der Dax-Werte in den letzten Jahren ansieht.

Das Dax-Schwergewicht mit 117 Mrd.€ Börsenwert, SAP, ist eine von 12 Firmen, die heute höher als vor vier Jahren stehen, demzufolge sind zwei Drittel der Dax-Werte weniger wert als damals. Natürlich dabei unsere Autotitel und die Banken, von denen es die Deutsche Bank nicht nur geschafft hat, zwei Drittel tiefer zu stehen als zu Beginn des Betrachtungszeitraums, sondern auch nur noch auf dem Niveau wie zur Finanzkrise, als man ums sprichwörtliche Überleben kämpfen musste.

 

Foto: Von Dontworry – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3549689

 

Wie könnte es weitergehen?

Ich habe hier schon mehrfach in Kommentaren über die Deutungsfähigkeiten des Ifo-Index hinsichtlich unseres Leitindex geschrieben. Die Aussichten der 9000 Firmemchefs werden seit sechs Monaten sukzessive schlechter und was machen die Industriedaten? Sie tun es auch, wie wir erst gestern in den jüngsten Daten zur Industrieproduktion erfahren durften. Von dieser Seite könnte es zu verwertbaren Hinweisen auf eine Wende in der Konjunktur kommen.

 

Dauer von Rezessionen

Ich hatte es gestern in meiner langfristigen Betrachtung schon angedeutet. Anleihemärkte und Aktienmärkte stehen langfristig in Konkurrenz zueinander und korrelieren mit ihrer erzielbaren Rendite (mit einem kleinen Aufschlag für das Risiko bei den Aktienmärkten). Da es für die zehnjährige deutsche Staatsanleihe seit einigen Jahren schon keine Zinsen mehr gibt, könnte es durchaus sein, dass auch am Aktienmarkt für eine längere Zeit kleinere Brötchen gebacken werden müssen.

Was die Dauer von Rezessionen betrifft, ist die Betrachtung der letzten drei Abschwünge aufschlussreich. Dauer der Rezessionen: 1991-94 / 40 Monate – 2001-03 / 32 Monate – 2008-09 / 12 Monate, d.b. die Notenbanken wurden immer aggressiver mit ihren Gegenmaßnahmen.

Aber auch in quer laufenden Märkten gibt es immer wieder heftige Aufwärtsbewegungen – Japan lässt grüßen. Ich vermute, dass bei der offiziellen Feststellung einer Rezession durch das Statistische Bundesamt ein Mechanismus eintritt, der für den kausal denkenden Beobachter mehr als befremdlich ist – die Kurse vollziehen erstmal einen Schwenk nach oben. Aber soweit sind wir noch nicht. Nach dem Minusquartal Q3 (2018), erfolgte gerade so ein Minimalkonter in Q4 und sollte das erste Quartal in Deutschland wieder negativ werden, braucht es bis zur Erfüllung der Kriterien einer technischen Rezession nochmals einer Schrumpfung bis in den Juni hinein.

 

Mein Fazit

Der Dax sitzt ein bisschen in der Klemme. Direkt abhängig vom Zustand der Weltwirtschaft und damit auch vom Ausgang des Zollstreits zwischen Trump versus China und der EU, begleitet von einer Europäischen Zentralbank, die ihr Pulver verschossen hat, macht sich zunehmend Unsicherheit breit (ubiquitäre Abstufungen unseres Wirtschaftswachstums).

Anders die USA. Dort vertrauen die Märkte ihrer Federal Reserve und einem Durchstarten der Konjunktur im 2. Halbjahr. Powell sinngemäß: „Ich sehe keinen Grund, warum die Wirtschaft nicht weiter wachsen sollte“. Also: „The Fed-Put is back“ und „in Powell we trust“! Sollte die Konjunktur weiter wachsen, die Zinsen aber niedrig bleiben, wird der Margendruck und die Lohninflation (wage Inflation) aber weiter zunehmen und Inflation entstehen. Und die war nahezu immer bei den letzten sieben Rezessionen mit von der Partie.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marko

    12. März 2019 16:25 at 16:25

    Ergebnis: Unser Leitindex steht auf dem gleichen Stand wie vor vier Jahren im März 2015.

    „Ich hatte es gestern in meiner langfristigen Betrachtung schon angedeutet. Anleihemärkte und Aktienmärkte stehen langfristig in Konkurrenz zueinander und korrelieren mit ihrer erzielbaren Rendite (mit einem kleinen Aufschlag für das Risiko bei den Aktienmärkten). Da es für die zehnjährige deutsche Staatsanleihe seit einigen Jahren schon keine Zinsen mehr gibt, könnte es durchaus sein, dass auch am Aktienmarkt für eine längere Zeit kleinere Brötchen gebacken werden müssen.

    Was die Dauer von Rezessionen betrifft, ist die Betrachtung der letzten drei Abschwünge aufschlussreich. Dauer der Rezessionen: 1991-94 / 40 Monate – 2001-03 / 32 Monate – 2008-09 / 12 Monate, d.b. die Notenbanken wurden immer aggressiver mit ihren Gegenmaßnahmen.“

    Richtig Wolfgang, wo steht dann heute „Nummer 1“ seit 2015, die Amis als Index gesehen ? – Fragen über Fragen ?

    Ihr Bären… :D Ihr Bären wollt offenbar weiter „ballern“ ?

    Der Aktienmarkt ist zu teuer und so .. ? – Viel Spass.. :D

    “ Direkt abhängig vom Zustand der Weltwirtschaft und damit auch vom Ausgang des Zollstreits zwischen Trump versus China und der EU, begleitet von einer Europäischen Zentralbank, die ihr Pulver verschossen hat“ ???

    So,so die EZB hat ihr „Pulver verschossen“, und zwar komplett ? – Die EZB hat „NULL“ , gemacht, weil die EZB das „KANN“, sogar die FED hat da keine Chance. NULL !
    Zinserhöhungen sollten doch bei der EZB im „Bereich des möglichen sein“ ? Vielleicht habe ich da gar nix mitgekriegt ? Vielleicht lebe ich in anderen Welt ? Kann ja sein ?

    VG

    Marko

  2. Avatar

    permabear

    12. März 2019 17:10 at 17:10

    Du hast es erkannt! Du lebst „In einer anderen Welt“ :D
    Herzlichen „Glückwunsch“
    Selbsterkenntnis ist der erste „Schritt“ zur „Besserung“

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DAX daily: Turnaround im Dax – mit Fed und Tech zur 14.000er Marke?

Stefan Jäger

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am

Am heutigen Handelstag dreht sich alles um die Fed und die Tech-Riesen. Nachdem Turnaround Tuesday könnte das den Dax weiter beflügeln. Im gestrigen Handel legte der deutsche Leitindex bereits eine beeindruckende Rally hin und komplettierte dabei ein V-Reversal. Dementsprechend gelang es ihm auch die Verluste vom Wochenauftakt mehr als wettzumachen. Trotz Pandemiesorgen und Meldungen über Grenzkontrollen und Reisestillstand haben Anleger wieder kräftig bei Aktien zugegriffen. Am Ende des Handelstags stand damit ein Plus von 227 Punkte (+1,66%) zu Buche. Mit einem Schlusskurs bei 13.871 hat der deutsche Leitindex den turnaround letztendlich vollzogen. Dabei erwies sich der Unterstützungsbereich bei 13.600 erneut als eine gute Kaufgelegenheit und diente als Sprungbrett für höhere Kurse. Im Grunde dreht sich im Dax alles um zwei Marken – 13.600 auf der Unterseite und 14.030 auf der Oberseite. Seit vier Wochen spielt sich das Geschehen in dieser Range ab. Ein Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung könnte schließlich eine Richtungsentscheidung bringen.

Mit der heutigen Fed-Sitzung und den Quartalszahlen der Tech-Giganten Apple, Facebook und Tesla stehen interessante Trading-Events auf der Agenda, die für Volatilität sorgen können. Die Kaufbereitschaft und Vorfreude der Investoren auf gute Geschäftsberichte und Notenbanken-Geld könnte demnach die Hürde bei 14.000 Punkten wieder in Reichweite bringen. Zwar stellen die Corona-Restriktionen, fehlende Impfstoffe und sportliche Aktienbewertungen Risiken dar, aber das nimmt man derzeit in Kauf, aus Angst eine Rally an den Märkten zu verpassen.

News und fundamentale Daten

Vor wenigen Minuten wurde das GfK Konsumklima veröffentlicht, die Daten sind mit einem Wert von -15,6 deutlich schlechter als erwartet ausgefallen (Prognose -7,9, vorher -7,3), damit trübt sich die Lage weiter ein. Seit April letzten Jahres befindet sich der Wert nun schon im negativen Bereich. Darüber hinaus ist in den letzten fünf Monaten beim Konsumklima ein Abwärtstrend erkennbar. Ab 14:30 Uhr folgen dann noch Wirtschaftsdaten aus den USA. Zuerst erscheinen um 14:30 Uhr die Auftragseingänge für langlebige Güter. Danach werden um 16:30 Uhr die Rohöllagerbestände veröffentlicht. Am Abend steht dann die Fed-Sitzung an. Um 20:00 Uhr gewährt die Fed einen Einblick in das FOMC Statement und der Zinsentscheidung. Schließlich tritt Fed-Chef Jerome Powell um 20:30 Uhr vor die Presse und gibt Auskunft über den zukünftigen geldpolitischen Fahrplan. Ähnlich wie die Europäische Zentralbank werde die Fed erstmal ihre Füße stillhalten.

Nach US-Börsenschluss wird es dann nochmal richtig spannend, wenn Apple, Facebook und Tesla ihre Quartalsberichte veröffentlichen. Die Zahlen könnten nachbörslich für reichlich Bewegung im Nasdaq und S&P500 sorgen, da die drei Unternehmen zusammen eine enorme Marktkapitalisierung auf die Waage bringen. Die Tesla-Jünger werden genau auf die Daten schauen, da sie sich, wie von vielen Analysten prophezeit, einen Aktienkurs von 1.000 USD herbeisehnen. Außerdem öffnen Unternehmen wie Boeing, AT&T und Lam Research ihre Bücher. Auch die beiden deutschen Unternehmen Sartorius und Software AG veröffentlichen ihre Berichte. Bisher verläuft die Bilanzsaison durchweg überzeugend, das ist aber auch nicht überraschend, wenn die Erwartungen immer noch auf einem niedrigen Level liegen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Durch eine rasante Rally hat sich der Dax im gestrigen Handel wieder zur Marke von 13.900 zurückgekämpft. Im Bereich von 13.920 wurde er allerdings ausgebremst. Um wieder zur 14.000er Marke zu gelangen, muss er zwei Widerstände bei 13.925 und 13.950/960 überwinden. Erst dann könnte ein erneuter Test der Hürde bei 14.030 anstehen. Ein Anstieg über 14.030 wäre ein starkes Signal und könnte weiteres Aufwärtspotenzial bis 14.115 und 14.131 eröffnen.

Zuvor könnte nach dem kräftigen Anstieg von gestern eine Konsolidierung anstehen. Dann würde es zunächst zum Nachttief bei 13.830 gehen. Dort könnte der Dax bereits wieder die Aufwärtsbewegung aufnehmen. Fällt er jedoch daruntern, dann dürfte es noch zum Unterstützungsbereich bei 13.800 laufen, dort liegt auch das 38,2% Retracement des gestrigen Anstiegs. Hier sollte der Dax spätestens drehen, ansonsten droht ein Abrutschen bis 13.745 oder sogar 13.700. Das gestrige Tagestief bei 13.670 sollte aus Sicht der Bullen nicht mehr unterschritten werden.

Der Börsen Jäger

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Dax daily: Ausblick 27.01. - H1-Chart - Fed & Tech Quartalszahlen im Fokus

Dax Unterstützungen (US):

13.874 – Schlusskurs 22.01.

13.804 – Punkt 1 Topbildung (H4)

13.700 – mehrfache US/WS (H4)

13.670 – Tagestief 26.01.

13.600 – US-Zone

13.566 – Tagestief 05.01.

Dax Widerstände (WS):

13.925 – Tageshoch 26.01.

13.958 – 61,8% Retracement (14.131 – 13.672)

14.000 – psychologische Marke

14.029 – Doppeltop

14.049 – Gap 08.01.

14.115 – 127,5 % Extension

14.131 – Tageshoch 08.01.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktien: Generation Z und die Spekulation! Marktgeflüster (Video)

Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht wieder Schlagzeilen und pusht auch heute wieder bestimme Aktien nach oben. Das böse Ende aber wird kommen..

Markus Fugmann

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Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht auch heute wieder Schlagzeilen und pusht wieder Aktien wie Gamestop oder Beyond Meat nach oben. Diese Generation Z wird nicht nur den Klimawandel ausbaden müssen, sondern ahnt auch, dass sie seit langer Zeit die erste Generation sein wird, für die der Kuchen nicht größer, sondern vermutlich kleiner sein wird. Und diese Generation Z wähnt sich nun durch die Fed und andere Notenbanken in einem Casino, in dem man ohne Risiko zocken könne – weil Aktien angeblich immer steigen. Aber an der Börse hat die Mehrheit schon immer verloren, und das wird diesmal nicht anders sein..

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

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