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Die Märkte kurz vor dem G20-Gipfel – ein Meinungs-Check

Eine Faktenzusammenstellung über die Ausgangslage vor dem G20-Gipfel..

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am

Von Wolfgang Müller

Das Symbol der US-Wirtschaftsmacht, die Air Force One, ist in Buenos Aires gelandet. Insbesondere die Wirtschaft hält den Atem an – was wird das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jiping bringen?

 

Hier eine kleine Faktenzusammenstellung, abgeleitet aus vielen Statements an der Wall Street.

Die Ausgangslage besteht in einem Zustand widerstreitender Interessen zwischen den Forderungen des bisherigen Platzhirschen, den USA, und dem Aufsteiger in Gestalt des chinesischen Riesenreichs.

US-Forderungen auf den Gebieten

  • Diebstahl geistigen Eigentums, verstärkter Transfer von Technologie
  • Eigentumsverhältnisse von US-Firmen in China
  • Handelsbarrieren, einschließlich von Zöllen
  • Cybersecurity

sind für China eigentlich im Wesensgehalt nicht stark verhandelbar, denn dann müsste man seine jahrelange Strategie ändern, die staatlich gelenkte Wirtschaftskontrolle in vielen Bereichen aufgeben – es käme einer Unterwerfung gegenüber den USA gleich.

Die USA und damit Trump wähnen sich aufgrund des aktuellen Wirtschaftsbooms und der derzeitigen Schwäche Chinas in einer starken Ausgangsposition.

Das oberste Ziel in der nächsten Zeit für Donald Trump ist aber  – Hegemonialstreben hin oder her: er möchte 2020 wiedergewählt werden. Mit nur einer Wahlperiode abzutreten, das wäre mit Trumps Ego unvereinbar!

Dies schafft eine etwas andere Lage, denn

  • der US-Präsident, bzw. seine Administration registrieren, dass bei jeder seiner Zolläußerungen die Kurse an der Wall Street fallen und
  • dass die Gefahr besteht, dass die US-Märkte bei einer Verschärfung der Zollthematik das Jahr 2018 mit der Super-Steuerreform im Minus beenden werden.

Ein stark verbreiteter Tenor an den Märkten lautet deshalb: Es könnte zu einer Pause im Zollstreit kommen, der Präsident könnte sich kurzzeitig mit einem kleinen Deal zufrieden geben, etwa in chinesischen Zugeständnissen im Bereich der Landwirtschaft (Soja, Mais) oder dem Kauf amerikanischen Flüssiggases.

Das Stichwort hierzu lautet : Ceasefire – Waffenstillstand

Aber: Viele Insider behaupten, Trump hätte gar keinen Plan, er handele aus dem Bauch heraus und das Ergebnis des Gesprächs hänge von seiner Tagesverfassung ab. Was für eine Vorstellung! Ein weiterer Aspekt ist der Zorn Trumps über die Verurteilung seines langjährigen Anwalts Cohen, was ihn innenpolitisch stark unter Druck bringt und er deshalb seine Anhänger durch eine besondere außenpolitische Härte zu beeindrucken versuchen könnte.

Insgesamt betrachtet kann man in Buenos Aires keinen Deal erwarten  – es dürfte der Handelsstreit mit China das Thema der nächsten Jahre bleiben mit unglaublichen Umwälzungen auf wirtschaftlichen Gebieten (Warenströme, Wertschöpfungsketten, Währungsverhältnisse, Wirtschaftsbündnisse u.v.m.) – inklusive einer richtig großen Marktverwerfung.

 

Die G20-Staaten

By Marcin n® ☼ – Own work, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1517441

 

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Der Boom ist zu Ende

Nach Jahren des Booms soll es 2019 einen Rückgang von bis zu 20% im Bereich von Fusionen und Übernahmen in Deutschland geben. Dabei setzte bei der Spitzendisziplin des Investmentbankings (M&A) im ersten Quartal bereits ein Schrumpfen von 67 % bei den Ankündigungen ein, wie der Finanzdatenanbieter Refinitiv ausgerechnet hat. Im ersten Quartal 2018 hatte es noch einen richtigen Rausch auf diesem Gebiet gegeben.

Und wen erschwischt es dabei besonders? Dreimal dürfen Sie raten, richtig, die Deutsche Bank. Den deutschen Branchenprimus traf es im ersten Quartal besonders deutlich. Das Geldhaus erscheint bei Refinitiv nicht mehr unter den ersten zehn Topadressen bei Fusionen und Übernahmen in Deutschland, in früheren Zeiten eine Unmöglichkeit. Man glaube zwar im Gesamtjahr wieder zulegen zu können, gerade nach einer Fusion mit der Commerzbank. Aber…..?

Auch das Geschäft mit Börsengängen (IPOs) ist im ersten Quartal richtiggehend eingeschlafen. Das Geschäft mit Aktienemissionen brach laut Refinitiv um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Zuletzt hatte Volkswagen den Börsengang seiner Nutzfahrzeugsparte unter dem Namen Traton abgesagt.

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Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

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