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Die Meinung eines Chef-Analysten: „Zum Crash wird es nicht kommen“

Redaktion

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Viele Beobachter warten ja schon seit Jahren auf den großen Crash, das große reinigende Gewitter. Denn die jahrelange Hausse an den Aktienmärkten läuft historisch gesehen schon viel zu lange. Eine Korrektur oder ein deftiger Crash würden da gut tun. Aber es bleibt die Frage aller Fragen: Sind wir jetzt gerade in einer Korrektur-Phase, oder stehen wir noch relativ weit am Anfang vom Crash, und merken es nur noch gar nicht? Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank (die mit den Krediten…) hat aktuell einen Marktkommentar veröffentlicht. Er ist sich relativ sicher, dass es sich nur um eine Korrektur handelt, und dass kein Crash kommen wird. Der von ihm hervorgehobene Satz lautet:

So sollte es in absehbarer Zeit unserer Einschätzung nach auch nicht zum viel befürchteten Crash kommen, sondern bei einer Korrektur bleiben.

Warum es nicht zu einem Crash kommen soll, dazu schreibt er nicht wirklich etwas. Also bleiben wir relativ ratlos zurück. Denn auch Dr. Lang führt negative Faktoren auf, die momentan die Märkte negativ beeinflussen. Nur warum all das nicht in einem Crash enden soll, sondern nur in einer „normalen“ Korrektur mündet, das bleibt argumentativ gesehen unklar. Hier sein Text im Wortlaut:

Die Aktienmärkte sind weltweit unter Druck. Die Risiken – vor allem die politischen – sind vielfältig: Die umstrittene Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump und die gleichzeitige Überhitzungsgefahr für die amerikanische Wirtschaft, das Italien-Risiko für die Europäische Währungsunion und ein möglicher Wachstumsabschwung in China tragen zur Unsicherheit der Investoren bei.

Darüber hinaus werden die Konjunkturprognosen zusammengestrichen. Zwar ist die Weltwirtschaft unverändert auf Wachstumskurs, doch der verliert an Kraft. Vor allem in Europa, im EM-Raum und hier insbesondere in China sind die Zeiten des beschleunigten Wachstums vorbei. Lediglich in den USA scheint das Bild noch unbeschadet, hier hilft vor allem die US-Steuerreform.

Doch richtig kritisch wird es für Aktienmärkte erst, wenn die Inflation in den USA überraschend steigen und/oder sich die Konjunktur in den USA oder in China massiv abschwächen würde. Dies ist allerdings derzeit so nicht zu erwarten. So sollte es in absehbarer Zeit unserer Einschätzung nach auch nicht zum viel befürchteten Crash kommen, sondern bei einer Korrektur bleiben.

Diese Phase kann jedoch durchaus noch länger andauern. Denn zum einen müssen die Aktienmärkte den Zinsnormalisierungsprozess, der in den USA im vollen Gang ist, noch richtig einordnen. Zum anderen liegen die aktuellen Notierungen der wichtigsten Aktienindizes inzwischen alle unter ihren 200-Tage-Linien – ein klares Signal zum Verkaufen.

Die Kurse können weltweit also durchaus noch weiter nachgeben, möglicherweise bis Ende November. Bis dahin sind in den USA die von den Märkten mit Spannung erwarteten Mid-Term-Wahlen gelaufen. Außerdem sollte bis dahin klar sein, ob Amerika und China beim G20-Gipfel Fortschritte zur Überwindung ihres Zollkonflikts erzielt haben oder nicht.

Dax Crash oder nur Korrektur?
Crash oder nur Korrektur? Der Dax seit 2016.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Steven

    30. Oktober 2018 08:36 at 08:36

    „…oder sich die Konjunktur in den USA oder in China massiv abschwächen würde.

    Dies ist allerdings derzeit so nicht zu erwarten.“ <<<<Aha das ist ja interessant, also all in

    Ps: ein paar zeilen weiter oben heißt es noch "möglicher Wachstumsabschwung in China"

    Bitte an FMW. Selbst ich als absoluter Anfänger, erkenne widersprüchliches Blabla. Sowas ist das weitertratschen nicht wert.

    Das ein chefanalyst einer Bank keine gut (neutrale) Quelle ist, ist auch klar.

    Verschwendet doch nicht eure Zeit!

  2. Avatar

    Beobachtet

    30. Oktober 2018 09:32 at 09:32

    @ Steven, gut erkannt, mein kürzlichen Post, wo DER OBERSTE INVESTMENTSTRATEGE EINER RENOMMIERTEN PRIVATBANK VOR 2-3 Wochen noch kein Wölklein am Börsenhorizont gesehen hat,u.jetzt schreibt die Aktienmärkte seien inmitten einer grösseren Korrekturphase.
    Ich frage mich:
    Ist das bewusster Zweckoptimismus oder wirklich schlechte Einschäzung eines „ unterbezahlten Berufsanalysten „ Die Finanzbranche sollte ausgemistet werden, u.die hochbezahlten Schönredner u.Kundentäuscher sollten lernen ihren Lohn mit ehrlicher Arbeit zu verdienen.

  3. Avatar

    Sabine

    30. Oktober 2018 12:52 at 12:52

    Eines ist ganz sicher. Solche Einschätzungen sind 10x durchgekaut, die Reaktion der Märkte beabsichtigt und geplant, psychologisch durchgecheckt usw. Mehr nicht.
    Wer die Wahrheit sucht, muß sich Daten, Fakten, Zahlen besorgen und dann selber schätzen. Alles andere ist und war die letzten 100 Jahre Zeitverschwendung. Es gibt natürlich Ausnahmen. Dazu zähle ich persönlich auch Herrn Fugmann oder Marc Faber!

    a) Die Anfänge dieser psychol. Kriegsführung der Finanzwelt gegen die Wahrheit und zur Bearbeitung der Massen gehen auf die holl.Tulpenblase und Gründung der FED zurück.
    b) Schon Kostolany sagt, Börse ist nur Psychologie.
    c) Deswegen ist es seit Jahrzehnten möglich,
    – daß das Geld immer wertloser wird (Jean-Marie Arouet („Voltaire“ genannt) soll gesagt haben, Papiergeld geht immer auf seinen tatsächl.Wert zurück, nämlich 0!)
    – daß das Edelmetall im Weltmarkt nur mit 5% hinterlegt ist, der Rest ist elektrische Nummern (wie bei Bitcoin).
    – viele Firmen um ein vielfaches mehr an der Börse wert sind, im Gegensatz zu ihrem realen Wert.

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Redaktion

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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