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Die neueste Drehung der Wall Street: Absetzung Trumps wäre gut für die Märkte!

Als am Mittwoch erstmals das Wort "impeachment" (Amtsenthebungsverfahren) im Zusammenhang mit der Comey-Affäre von Donald Trump aufkam, reagierten die Märkte geschockt mit einem herben Abverkauf. Nun aber mehren sich die Stimmen an der Wall Street, die sagen: die Absetzung Trumps wäre gut für die Märkte!

FMW-Redaktion

Als am Mittwoch erstmals das Wort „impeachment“ (Amtsenthebungsverfahren) im Zusammenhang mit der Comey-Affäre von Donald Trump aufkam, reagierten die Märkte geschockt mit einem herben Abverkauf. Steuersenkungen, großflächige Investitionen in die marode Infrastruktur der USA, aber auch vor allem die Deregulierung der Banken: alles schien auf einmal in Frage gestellt, und so wurden die Aktien der Hauptprofiteure der Trump-Rally (Banken, Transportwerte etc.) besonders stark abgestraft am Mittwoch.

Nun aber mehren sich die Stimmen an der Wall Street, die sagen: die Absetzung Trumps wäre gut für die Märkte! So zum Beispiel der als Permabulle bekannte Jeremy Siegel, Professor für Finanzwissenschaften an der Universität von University of Pennsylvania in Philadelphia. Er sagt: würde Trump morgen zurück treten, würde der Dow Jones 1000 Punkte zulegen in Reaktion darauf.

Der Grund: die Märkte würden ohnehin den viel verlässlicheren und berechenbaren Vize-Präsident Mike Pence als Präsidenten sehen. Und: die Rally seit der Wahl Trumps basiere nicht etwa auf der Trump-Agenda, sondern auf der Agenda der republikanischen Partei, die bei den Wahlen in Senat und Abgeordnetenhaus an die Macht gekommen seien.

So sei das Thema Steuersenkungen nicht etwa nur ein Vorhaben Trumps, sondern der Partei der Republikaner insgesamt, daher werde eine Steuerreform so oder so kommen: mit oder eben ohne Trump. Und überhaupt würden 90% der Wall Street wie auch der amerikanischen Firmenchefs lieber Mike Pence als Trump als Präsidenten sehen. Zudem seien nun eben die Republikaner für die nächsten zwei Jahre am Drücker (also bis zu den Zwischenwahlen) und könnten so ihre Agenda umsetzen.


Vizepräsident Mike Pence
Foto: gemeinfrei

Die Aussagen von Jeremy Siegel sehen Sie hier im Video..

Nunja, so ganz einfach scheint es mit der Umsetzung der republikanischen Agenda denn doch nicht zu sein, wie nicht zuletzt die gescheiterte Ersetzung von Obamacare zeigt. Die Republikaner sind kein einheitlicher Block, das hat doch das Hick-Hack um Obamacare deutlich genug gezeigt!

Siegel ist wie gesagt ein Permabulle – erhält aber Rückendeckung von jemandem, dem man das mit Sicherheit nicht vorwerfen kann: der legendäre Shortseller Jim Chanos, der einst den Zusammenbruch von Enron prognostizierte und damit viel Geld machte.

Auch Chanos meint, dass sich die Wall Street eine „stabilere Persönlichkeit“ als Präsident wünsche, ergo: Mike Pence, der eben als grundsolide gilt. Was die Märkte wollten, seien Steuersenkungen und Deregulierungen, nicht zwingend einen Präsidenten Trump.

Chanos gilt als Unterstützer der Demokraten, und kann sich daher auch eine Spitze gegen die Republikaner nicht verkneifen: er sage seinen republikanisch gesinnten Freunden immer wieder, dass es ja schön sei, wenn man weniger Steuern auf Einkommen und Gewinne zahlen müsse. Das Problem daran sei jedoch, dass man unter republikanischen Präsidenten leider kein Einkommen und keine Gewinne habe, wie die Vergangenheit gezeigt habe (Chanos spielt dabei auf die historische Tatsache an, dass die US-Märkte sich unter republikanischen Präsidenten durchschnittlich schlechter performten als unter demokratischen Präsidenten). Er selbst habe, so Chanos, während der Regierungszeit der Republikaner als Shortseller stets das meiste Geld verdient..



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18 Kommentare

  1. also das wäre jetzt echt der ober mega knaller wenn sich die amis damit den nächsten grund für eine weitere 4000 punkte Rallye zurecht basteln !!!

    1. Solange sie die vollkommen haltlose, hirnrissige und ihren eigenen Aussagen vor der Wahl diametral entgegenstehende Trump-Rally wieder zurücksetzen auf Stand Anfang November 2016 und dann einen Neubeginn wagen, ok! Aber bei dem derzeitigen Stand weiterzumachen, wäre eine schlechte Idee, weil weder politische, noch harte wirtschaftliche Fakten diese Megablase bisher auch nur ansatzweise untermauern konnten.

  2. Das Problem auch bei dieser Billenillusion ist nur leider, dass sich ein Impeachmentverfahren lange hinzieht (siehe Nixon) und Trump als seiner Meinung nach am besten geeigneter Mann der Welt als Präsident so schnell auch nicht zurücktritt. Vor der Pence-Rallye wartet mit zunehmender Wahrscheinlichkeit doch noch ein Trump-Kater.

    1. @Zinsangst, sehe ich ganz genauso!

      1. Was wäre eigentlich, wenn Trump den Braten riecht und Pence einfach feuert (wie Comey) und durch jemanden ersetzt, der für die Republikaner noch inakzeptabler wäre, wie z.B. Stephen Bannon. Das wäre eine Katastrophe für die GOP mit Blick auf die Midterm Elections.

      2. Wenn rauskommt, dass die Präsidentenwahlen tatsächlich von Irgendwem manipuliert wurden, ist dann ein republikanischer Vizepräsident wirklich und automatisch legitimer Nachfolger??
        Sowas hats ja bisher nicht gegeben in Amerika, aber wenn das kommen sollte wird mit der automatischen Ernennung des auch republikanischen Pence zum Präsidenten jegliche demokratische Struktur in Frage gestellt.

        1. @Bademeister, ich denke, die Demokraten würden dann (auch nicht zu Unrecht) Neuwahlen fordern, falls dem so gewesen wäre!

  3. Trump müßte jetzt eigentlich einen Krieg beginnen, um von der Misere abzulenken. Es müßte sich doch jemand finden, der die Sicherheit des Landes bedroht. Liegen die Kreuzfahrtschiffe, äähh…die Flugzeugträger eigentlich noch vor Nordkorea? Auch um Kim Jong ist es so still geworden.

  4. Was wäre eigentlich, wenn Trump den Braten riecht und Pence feuert (wie Comey) und ihn ersetzt durch Stephen Bannon oder eine ähnliche Figur, die für die Republikaner als Ersatz inakzeptabel ist? Das wäre bitter für die GOP.

  5. Warum ALLE Abgeordneten, die bis auf die Knochen korrupt sind, gegen Steuersenkungen sind, kann man hier nachlesen:
    https://www.armstrongeconomics.com/markets-by-sector/stock-indicies/press-is-trying-to-create-a-stock-market-crash-to-get-rid-of-trump/

  6. seh ich anders, es würde sehr wohl zu trumps Persönlichkeit zu passen sich per Rücktritt abzuseilen, als opfer, oder gejagten hexer, der gegen das korrupte Establishment leider keine Chance hatte.

    1. @Masud, aber das würde seiner seiner letztlich religiös motivierten Sieger-Ideologie widersprechen, die heißt: ich, Donald Trump, siege immer! Ein Rückrtitt unter Verweis darauf, dass das Establishment stärker war als er, ist eher undenkbar daher!

      1. Dass Trump ein religiös elitär geprägter Siegertyp ist stimmt. Er hat es aber in seinem bisherigen Leben immer geschafft, echte Niederlagen als absoluten Sieg selbst zu sehen und verkaufen zu wollen…wenn nötig wurde aus der Erde auch eine Scheibe. Diesmal ist er aber nicht unabhängiger und selbst agierender Unternehmer, sondern Führer einer Supermacht. Die An- und Herausforderungen, denen er anscheinend nicht gewachsen ist, sind jetzt wesentlich höher gesteckt.
        Er hat bereits beim ersten Durchgang der Abschaffung von Obamacare, wie auch schon so oft vorher in seiner zweifelhaften Unternehmerkarriere bewiesen, dass er es sein lässt, wenn er keine Chance hat zu gewinnen….er ist nur Gewinner, aber kein Arbeiter. Sollten führ ihn persönlich triftige Vorwände bestehen (Gesundheit?), wird er auch diesmal, wie so oft vorher, hinwerfen und der „Sieger“ sein….unser Mario versucht gerade von ihm zu lernen…

  7. Bei 120 Billionen implizierter Verschuldung ist es völlig wurscht, wer den Präsi mimt. Entscheidend ist einzig und allein, was die FED im Juni macht.

    1. … muss natürlich impliziter Verschuldung heissen

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