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Die Rally der Wall Street und radikaler Egoismus: warum Trump so gut passt!

Da haben sich zwei gefunden, könnte man sagen, Trump und die Wall Street!

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Was ist der Grund für die Rally an der Wall Street seit der Machtübernahme von Donald Trump? Wirklich die Unternehmensergebnisse der US-Unternehmen, wie es immer wieder heißt? Seltsam, dass die Rally begann und nicht selten besonders impulsiv war in Zeiträumen, in denen US-Unternehmen gar nicht ihre Zahlen berichteten.

Natürlich ist ein Grund die aufgrund der Politik der Notenbanken massiv vorhandenen Liquidität bei gleichzeitig kaum mehr vorhandenen Renditen. Aber das alles war schon da, lange bevor Donald Trump ins Amt gekommen war. Ist es wirklich so, wie manche meinen, dass die Rally unter einer Präsidentin Hillary Clinton genau so abgelaufen wäre? Wir halten das für mehr als unwahrscheinlich, weil Clinton die Wall Street eher mehr als weniger reguliert hätte.

Und das ist vermutlich auch der entscheidende Grund der Trump-Rally: obwohl Trump bislang nichts hat umsetzen können, schon gar nicht die Steuerreform, ist doch eines klar: solange Trump im Amt ist, wird es eher weniger als mehr Regularien geben, wird es auf jeden Fall keine Steueranhebungen geben etc.

Genau das sagt nun auch „MarketWatch“: entscheidend sei nicht, was Trump alles nicht umsetze. Sondern entscheidend sei das, was unter Trump auf keinen Fall passieren werde:

„In other words (..) markets are not fretting about what has not happened, but instead cheering because higher taxes and new regulations are not on the horizon.“

Also eine Art negative Trump-Rally, man feiert das, was unter Trump sicher nicht passieren wird und nimmt schulterzuckend zur Kenntnis, dass Trump in Sachen Umsetzung seiner Versprechen bislang ein Rohrkrepierer ist – der Leidtragende des Politikversagens ist bislang nur der Dollar, nicht aber die US-Aktienmärkte. Und ein schwacher Dollar wiederum ist gut für die Wall Street – unsere Währung, euer Problem.

Die Wall Street hatte Trumps Vorgänger Obama als business-unfreundlich gesehen (so wie auch Clinton), während Trump nun für eines steht: bereichert euch, und zwar hier und jetzt und gerne auch ohne Rücksicht auf andere. Genau das kommt so mustergültig in Trumps Slogan „America first“ zum Ausdruck! Trump ist pro Business, pro Wachstum, gegen alles Regulierende, der Stärkere soll sich durchsetzen. Genau das wollte Obama so nicht.

Da geht es unter Trump um das Auskosten aller Möglichkeiten wie eben zum Beispiel massives Fracking – die Folgen sind egal, damit können andere oder zukünftige Generationen sich dann herumschlagen, Hauptsache business und Jobs hier und jetzt. Während etwa die Europäer auf Klimaschutz beharren, weil sie ihren Fokus auch auf die Zukunft richten, heißt das Trumpsche Motto: wir konsumieren hier und jetzt, also sind wir. Die Anderen können schauen, wo sie bleiben.


Donald Trump. Foto: Michael Vadon/Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Mithin ist das radikaler Egoismus – und genau das passt der Wall Street so gut in den Kram, weil man selbst auch nicht gerade zimperlich und rücksichtsvoll ist. Da haben sich zwei gefunden, könnte man sagen, Trump und die Wall Street. Aber wenn Trump fallen sollte (was ja nicht ganz unwahrscheinlich ist), wird die Rechnung dann an die Wall Street geliefert..

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5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    26. Juli 2017 19:03 at 19:03

    Gute Argumente für die Trump Rally,bei ihm hat man die Gewissheit dass er den Dollar eher schwächt u.der Währungskrieg wieder lanciert u.den U-S Börsen wieder hilft.Die jetzige Eurostärke ist also eine Dollarschwäche ,wie wir schon auf dieser Plattform lesen konnten hat es da einige Dickfische auf der falschen Flosse erwischt,aber in diesen verrückten manipulierten Märkten kann morgen schon wieder alles anders sein.Gespannt bin ich nur wie lange es noch dauert bis all die negativen U-S Aspekte sich negativ auf die U-S Börsen auswirken.

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    26. Juli 2017 20:21 at 20:21

    Was ist denn das für eine Logik. Zuerst sollen die Aktienkurse gestiegen sein, weil Trump massive Infrastrukturprogramme und Steuersenkungen in Aussicht stellte und jetzt weil diese nicht zustande gekommen sind in Verbindung mit weiteren unangenehmen Trumpplänen. Durch das erkennbare Versagen des „Best President Ever“ hätte es zumindest eine Enttäuschungsreaktion gegeben haben müssen. Nein, Goldman Sachs, Blackrock und c.o. haben durch ihre intensiven Kontakte zum Kongress schon früh gewusst, dass D.T. fast nichts seiner naiven Vorhaben politisch umsetzen kann. Gleichzeitig hat die Finanzindustrie (insbesondere Goldman Sachs) begonnen ihren Einfluss auf die Politik geltend zu machen. (Wo kommt der wahrscheinliche neue FED-Chef her?) Nein, die Niedrigzinspolitik hat bei der Sucht nach Rendite weiter gewirkt, mit steigenden Kursen, bis die Notenbank …..! Nirgendwo gilt der Spruch „Money makes the world go round“ mehr als in den USA. Alles andere ist nach meiner Meinung Illusion. Gruß

  3. Avatar

    Wolfgang M.

    26. Juli 2017 20:39 at 20:39

    Donald Trump ist aus meiner Sicht ein Entertainer mit einer Nischenbegabung für Immobiliengeschäfte, aber ein Greenhorn auf den Gebieten Diplomatie, Weltpolititik, Weltwirtschaft u.s.w. und damit kann er der Hochfinanz mit ihrem jahrzehntelangen praktizierten Lobbyismus zur Politik nicht annähernd das Wasser reichen. Ich glaube dem Narzissten ist noch nicht bewusst, dass er durch diesen Nachteil mehr und mehr zur Marionette wird.

  4. Avatar

    Beobachter

    27. Juli 2017 06:32 at 06:32

    TIMING DER NÄCHSTEN GRÖSSEREN KORREKTUR
    Die Finanzstrategen der Republikaner müssten sich doch überlegen wann sie die unausweichliche Korrektur der US Börse zulassen wollen.Wenn der Donald meint der Börsenkurs sei ein Masstab für seinen Erfolg u.die Kurse noch weiter treibt ,könnte es sein dass die Korrektur 2018 vor den Zwischenwahlen zu einem ungünstigen Zeitpunkt erfolgt u.sie dem Donald angelastet würde.

  5. Avatar

    Dr.Schaarschmidt

    10. August 2017 08:42 at 08:42

    Die Rallye startete schon im März 2009 und nicht erst im November 2016.Alles ist immer relativ zu sehen. Dow im März 09 bei unter 6500 und im Dezember 2014 schon 18 000 Punkte(fast 200%).Ähnlich gut liefen Nasdaq und S&P 500.Klar der Dow hat seit Dezember 2014 dann nochmals 4000 Punkte gemacht(22%) ,aber im Frühjahr 2015 startete die EZB auch ihr Kaufprogamm von 80 Milliarden monatlich. Zeitgleich intervenierten gleichzeitig die Bank of England,SNB und die Bank of Japan in ähnlichern Größenordnungen am Kapitalmarkt.

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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