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Die Rede von Jerome Powell: Headlines + Live-Feed: Zinssenkungen, aber nur für den Fall dass der Handelskrieg weiter eskaliert

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Märkte vermitteln heute den Eindruck, als hätte die Fed innerhalb eines Tages drei Mal die Zinsen gesenkt..jedenfalls sind es die Erwarutngen einer baldigen Zinssenkung, die heute für gute Stimmung sorgen. Damit das so bleibt, muß aber Jerome Powell auch liefern!

Hier die Headlines seiner Rede:

– Ausgang des Handelskonflikts ungewiß, beobachten die Entwicklung sehr genau

– werden alles dafür tun, damit Wirtschaft stark bleibt

– sind offen für Überprüfung des geldpolitischen Rahmens („it’s time to rethink long-run strategies“)

– dot plots (FMW: Eigenerwartung der Fed wie sich Leitzins entwickelt) hat Aufmerksamkeit der Märkte abgelenkt von der Frage, wie die Fed auf unerwartete Ereignisse reagieren kann

– Wirtschaft wächst, Arbeitslosigkeit gering, Inflation stabil

– nehmen sehr ernst, dass geringe Inflation Inflationserwartungen nach unten drückt

– Krisen-Instrumente haben gut gewirkt und werden wahrscheinlich irgendwann wieder gebraucht werden

FMW-Kurzfazit: Powell hält sich alle Türen offen, verspricht aber eben auch keine Zinssenkungen! Nun nimmt die Fed den Handelskrieg sehr ernst und sieht darin den entscheidenedn Faktor für die US-Konjunktur. Man könnte sagen, dass Powell ideel den Weg frei macht für Zinssenkungen, aber wohl nur für den Fall dass der Handelskrieg weiter eskaliert.

Das könnte bedeuten, dass die Märkte einen weiter eskalierenden Hansdelskrieg als positiv ansehen würden, weil Zinssenkungen (angeblich) wichtiger sind als die Auswirkungen des Handelskriegs – verrückte Börsen-Welt!

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16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    4. Juni 2019 16:22 at 16:22

    Für mich ist da schon klar wo die Reise hingeht… Alleine schon der Satz „Krisen-Instrumente haben gut gewirkt und werden wahrscheinlich irgendwann wieder gebraucht werden.“ Dies zeigt doch ganz eindeutig das der Weg für eine ultralockere Geldpolitik seitens der Fed bereitet wird!

    Dazu noch: „nehmen sehr ernst, dass geringe Inflation Inflationserwartungen nach unten drückt“ und „werden alles dafür tun, damit Wirtschaft stark bleibt.“ QE4 ist bereits in der Spur und wartet nur darauf unter einem fadenscheinigen Vorwand gestartet zu werden.

  2. Avatar

    Macwoiferl

    4. Juni 2019 17:34 at 17:34

    Es bestätigt die These @Wolfgang Müller:
    wen interessieren noch Unternehmensergebnisse?
    Mfg, Ihr Amt für Kursplus

  3. Avatar

    BG

    4. Juni 2019 18:03 at 18:03

    Freifahrtsschein für die Märkte und Trump. Jetzt kann sich Trump alles erlauben. Die Fed steht hinter ihm und fängt die Märkte auf. Jedenfalls bis zu seiner Wiederwahl.

  4. Avatar

    Roberto

    4. Juni 2019 18:38 at 18:38

    Das Powell weich wird und keinen Rückgrat hat, haben wir ja schon im Dezember sehen können. Dort startete die fulminante Rally von mehreren tausend Punkten im Dow. Nun wird er wieder schwach und faselt was von evtl. Martstützungen etc. Wenn das die gleiche Auswirkung hat wie im Dezember, dann können sich die Bären jetzt aber anschnallen. Oder besser noch, ihr Testament machen.

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    Altbär

    4. Juni 2019 21:13 at 21:13

    Wieder der Bull/ Bär Roberto, die Situation im Dez.war eine total andere. Die Aktien viel tiefer kurz vor Crash,
    die BBB Anleihen viel tiefer kurz vor Crash, während der Handelskrieg in den Optimisten- Köpfen so gut wie beigelegt war.
    Wenn jetzt die Zinsen gesenkt werden müssen u.gleichzeitig die Inflation wegen den Zöllen steigt, dann können Roberto u.die zwei anderen Bullen weltweit das Testament machen!
    Übrigens heute ist Short-Squeeze-Tag, den wir eigentlich am Freitag erwarteten, MORGEN KÖNNTE DIE BÖRSENWELT SCHON WIEDER ÄNDERST AUSSEHEN. An diesen Tagen melden sich immer gewisse Leute, ich warte noch auf @ Marko !

    • Avatar

      Roberto

      4. Juni 2019 23:06 at 23:06

      @Altbär, ich hoffe Du hast recht. Denn ich bin short und möchte diese gerne schön ins trockene bringen. So kann man sich irren Altbär. Also nichts lieber als das was Du predigst. Wenn s geht kann es auch gerne schnell gehen :-)
      Gute Nacht.

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    sufaap2008

    5. Juni 2019 11:15 at 11:15

    @Altbär, dass der Wirtschaftszyklus am Ende ist, steht für mich außer Frage. Trotzdem sehe ich die Situation nicht so eindeutig wie Sie.
    Die Amerikaner sind meiner Meinung fest entschlossen ihre Vormachtstellung als stärkste Wirtschaft zu verteidigen und als tonangebende Macht auch den nächsten Wirtschaftszyklus zu dominieren und zu bestimmen, also die Zukunft. Mit China auf der Überholspur ist es allem Anschein für die USA nicht denkbar.
    Die sind auch entschlossen mit allen Mitteln eigene Märkte am Leben zu erhalten.
    So ist es aus meiner Sicht den Amerikanern ein genialer Schachzug gelungen, in dem endenden Wirtschaftszyklus, sind sie in der Lage den Hauptkonkurrenten in den Schranken zu weisen, die ganze Welt zur Kasse zu bieten und eigene Märkte bei Laune zu halten. Die jüngste Zinsanhebung und der anschließender Kursrutsch wurden mit der Illusion der Einigung im Handelskonflikt revidiert und die Märkte stiegen. Die aktuelle Situation zeigt, das funktioniert auch in die andere Richtung-als importlastige Wirtschaft verschärft man den Konflikt (verdrängt also den Widersacher-China)-die Märkte rutschen, gleichzeitig senkt man die Zinsen-die Märkte steigen.
    Was werden die Märkte tun, mehr steigen und weniger fallen oder umgekehrt?
    Wann kommen die Folgen des Handelskonfliktes in der Realwirtschaft an?
    Im Dez. haben sich die Amerikaner ein Trumpf in den Ärmel gelegt und den Zinspuffer vergrößert. Fakt für mich ist, die USA haben noch genug Instrumente/Reserven um im endenden Zyklus trotz laufenden Handelskonfliktes die eigenen Märkte noch eine Zeit im Fahrwasser zu halten. Allein das Spielchen mit der Andeutung der Zinssenkung oder gar die Senkung bis auf Null kann lange dauern. Und was passiert, wen die USA nicht mal die Wende bloß die Entschärfung im Handelsstreit einleiten?
    Momentan gehe ich fest von einer Anhebung noch dieses Jahr aus. Es werden Chancen vor allem in USD-langfristig, VIX-kurz/mittelfristig auf der Unterseite und Rohstoffe, Edelmetalle-langfristig, Indizies-kurzfristig/mittelfristig auf der Oberseite gesehen und ausgelotet bzw. laufen bereits.

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      Columbo

      5. Juni 2019 11:58 at 11:58

      @sufaap2008
      Gute Analyse! Dreisatz: Wenn der S&P auf Grund einer vagen Zinssenkungsandeutung um fast 4% steigt, um wieviel steigt er, wenn Zinssenkung und Beruhigung des Handelsstreits zusammenkommen?
      Und wie tief fällt dann Gold?

      • Avatar

        sufaap2008

        5. Juni 2019 13:23 at 13:23

        @Columbo. Danke! Im Punkto Gold muss ich Ihnen widersprechen. Zinssenkung=USD Entwertung=steigender Goldpreis. Sie sehen Aktuell, Zinsfantasien in den USA lassen nicht nur Indizies steigen, sondern alles, was in USD gehandelt wird, Währungen, Rohstoffe…Auch das Gold, sicherer Hafen hin oder her.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      5. Juni 2019 13:33 at 13:33

      Hallo sufaap2008. Schön wieder von Dir zu hören. Bist ja doch noch im Forum. Ein paar gute Gedanken in Deinem Kommentar. Das deckt sich eigentlich mit einem alten Kommentar von mir, in dem ich behaupte, dass US-Präsident Trump und Fed-Chef alles in ihrer Macht stehende unternehmen werden, um ein „Absaufen“ der Konjunktur vor den Wahlen 2020 zu verhindern. Ob es angesichts der Unkontrollierbarkeit von Donald Trump und den schon erkennbaren Schäden gelingen wird, steht auf einem anderen Blatt. Andererseits ist sein Finanzminister Mnuchin, als langjähriger Goldman Sachs-Direktor mit dem Thema Börsenzyklen wahrscheinlich besser bewandert als wir alle zusammen. Wie oft wird er sich schon die Haare gerauft haben?
      Aber: Bevor der Dow Jones in einen Bärenmarkt eintritt, wird Donald Trump im Handelsstreit ganz kleinlaut werden. Wetten….
      Viele Grüße Wolfgang

      • Avatar

        sufaap2008

        5. Juni 2019 17:15 at 17:15

        Grüß Gott mein Guter!
        Ich bin noch da. Habe mich letzte Zeit sehr zeitintensiv um die Kontakte zu den Rostofftradern, die das gleiche System handeln, in russischsprachigen Raum gekümmert.
        Deine Wette gehe ich gerne ein und halte dagegen. Die Überlegung dabei ist, dass diese Mischung aus dem Handelskonflikt und möglicher Zinssenkung eine Symbiose ist um an zwei Fronten zu gewinnen, einerseits wird China ihre Expansionsanstrengungen einbremsen müssen und sich mit Nummer2 abgeben müssen auch eigene Stellung als wirtschaftliche Supermacht wird manifestiert. Um die Flurschäden auszugleichen hat man anderseits die Liquidität und sich daraus resultierende Vorteile. Die Bankenstresstests der FED und deren Szenarien u.a. Zinsen bei Null, Rückgang der Aktienkurse bis zu 60%! zeigen mir persönlich, dass die FED in keiner Weise naiv ist und sich schon seit mindestens einem Jahr auf die Rezession und Kursrückgang vorbereitet. Da die Aktienstände eine direkte Auswirkungen auf das amerikanische System haben, werden und müssen diese bis zum Zusammenbruch gehalten. Das ist nur möglich, wenn man die Zinsen senkt, dies ist wiederum möglich, wenn der Konflikt weiter befeuert wird.
        So werden die Amerikaner, ich schreibe bewusst nicht Trump, bis zum Eintritt in den Bärenmarkt NICHT kleinlaut werden.
        Ein perfektes Konstrukt, dass zum scheitern verurteilt ist aber als dominierende Nummer1 mit günstiger Währung hat man die besten Chancen auf der Rennbahn im nächsten Zyklus. Meine Sicht der Dinge?

  7. Avatar

    Altbär

    5. Juni 2019 12:53 at 12:53

    Geehrte Optimisten, die wichtigsten Zinsen sind ,wie hier schon oft erwähnt , die Unternehmens- Anleihenzinsen.Diese Zinsen werden bei schlechterer Wirtschaft oder bei Inflation durch Zölle nicht fallen.
    Zudem werden in den nächsten Jahren viele dieser supertoxischen BBB -Anleihen zur Erneuerung fällig.
    Ein kürzlicher Bericht auf FMW müsste alle Normaldenker erschüttern.
    Die künstlichen Zyklusverlängerungen durch Notenbanken werden immer kürzer u.irgendwann werden die Notenbanken den selbstverursachten Brand nicht mehr löschen können.

    • Avatar

      Columbo

      5. Juni 2019 13:50 at 13:50

      @Altbär
      bin kein Optimist, wenn schon Pseudooptimist oder Pseudobulle, wie Sie mich kürzlich treffend bezeichnet hatten?.

    • Avatar

      sufaap2008

      5. Juni 2019 13:59 at 13:59

      Behauptet jemand das Gegenteil?

    • Avatar

      Hesterberg

      5. Juni 2019 14:17 at 14:17

      @Altbär
      So ist es und so wird es kommen!

      Es ist wirklich erstaunlich, wie FED-gläubig die Bullen doch immer noch sind. Die Notenbanken haben kaum noch Munition und sie kämpfen in absolut aussichtsloser Position. Powell, Draghi und Co. wissen natürlich schon seit langer Zeit, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen ist und doch versprechen sie dem gemeinen Bullenvolk seit Jahren den Endsieg. Die Geschichte wiederholt sich doch immer wieder aufs Neue.

  8. Avatar

    Ranzentier

    5. Juni 2019 15:25 at 15:25

    @Columbo: „wenn Zinssenkung und Beruhigung des Handelsstreits zusammenkommen“…ich kann mir beides Zusammen nicht vorstellen…wenn dann nur, wenn es vorher einen noch tieferen Sturz der Indizes geben wird, wie es im Dezember schon einmal gab…die Vermutung liegt nahe, dass die Kurse jetzt Richtung gen Süden gehen für 3 Monate (aktuell letzter Shortsquezze vor dem Sturz)…dann hat die FED die legitime Möglichkeit wieder zu intervenieren…und wenn das geschehen ist, dann kommt der Deal mit einer Verzögerung von 3-4 Monaten…im Anschluss entspannen sich die Märkte und die Konjunktur zusehends und schwups ist es Oktober 2020…;o)…und Trump kleinlaut???…NEVER…

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Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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