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Die Schweiz auf dem Weg zum Negativzins-Land

Spötter behaupten die Schweiz sei bereits ein Negativzins-Land. Denn noch kräftiger als die EZB hat die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins ins Negative gedrückt mit -0,75%, damit der Franken…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Spötter behaupten die Schweiz sei bereits ein Negativzins-Land. Denn noch kräftiger als die EZB hat die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins ins Negative gedrückt mit -0,75%, damit der Franken tendenziell geschwächt wird. Zuletzt machte die Postfinance (vergleichbar mit der Postbank in Deutschland) Schlagzeilen mit der Einführung von Negativzinsen für größere Guthaben. Das aktuellste EY-Bankenbarometer (Unternehmensberatung) zeigt jetzt, dass ein immer größerer Teil der Banken in der Schweiz in die Richtung Negativzinsen gehen wollen, und das nicht mehr nur für große Guthaben. Der Trend scheint eindeutig zu sein. Hier ein Zitat aus der Studie:

35 Prozent (im Vorjahr 30 Prozent) der Schweizer Banken planen die Einführung von Negativzinsen im Privatkundengeschäft, dies aber nur ab einem bestimmten Guthaben, oder falls die Nationalbank die Zinsen weiter senken sollte. Bei den Kantonalbanken erwägen bereits 60 Prozent (im Vorjahr 20 Prozent) einen solchen Schritt. «Bis heute haben erst wenige Banken in der Schweiz Negativzinsen im Privatkundengeschäft eingeführt. Ein Grund für die Zurückhaltung ist die Befürchtung, die Kunden mit Negativzinsen zum Abzug ihrer Gelder zu bewegen. Der Gesinnungswandel der Kantonalbanken zeigt jedoch, dass die Bereitschaft vieler Institute schwindet, die durch die Negativzinsen verursachten Mehrkosten alleine zu tragen.

Auch sehen laut EY 95% der 120 befragten Schweizer Banken noch andere „gravierende Konsequenzen“ durch die anhaltenden Negativzinsen in der Schweiz. So sinke die Profitabilität, die Vorsorgesysteme in der Schweiz hätten langfristige Probleme, und bei mehreren Anlageklassen steige das Risiko von Blasenbildungen (also wie in Deutschland Immobilien). Der EY-Experte Olaf Toepfer sagt dazu, dass es unabsehbare langfristige Folgen habe, weil Negativzinsen den Steuerungsimpuls für den Produktionsfaktor Kapital verzerren. Dies könne zu Fehlallokationen von Kapital und Liquidität führen.

Trotz Strukturwandel und Gewinnproblemen durch Negativzinsen hatten 80% der Schweizer Banken immer noch einen positiven Geschäftsverlauf. Immer noch 68% rechnen im neuen Jahr mit positiven Ergebnissen. Das ist eine große Überraschung. Hätten es Banken also womöglich gar nicht nötig Negativzinsen auf die Kunden abzuwälzen? Man will wohl einfach nicht auf einen Mindest-Gewinn verzichten. Immerhin rechnen 92% der Banken mit weiter sinkenden Renditen.

EY ist auch der Meinung, dass die Banken die Digitalisierung bisher nur als alternativen Vertriebskanal ansehen. Sie würden zu 64% an ihrem bisherigen Konzept (Filialen) festhalten, und versuchen das Internet nur als Zusatzgeschäft zu betreiben. EY weist aber darauf hin, dass zunehmend branchenfremde Unternehmen den Banken Konkurrenz machen bei immer mehr Kunden, die den Banken nicht mehr bedingungslos die Treue halten. Damit spricht man wohl die sogenannten FinTechs an, also oftmals Softwareanbieter oder Spezialanbieter von Handyapp-Konten uvm. Der übliche Personalabbau und Filialschließungen würden daher nicht mehr ausreichen um Banken langfristig die Zukunft zu sichern, so drücken wir es mal sinngemäß aus. Zitat EY:


Dabei geht es nicht nur um die Ergänzung der Distributionskanäle, sondern um grundlegende Herausforderungen im Zusammenhang mit der Kundenschnittstelle und der Kooperation in Wertschöpfungsnetzwerken. Die Digitalisierung erleichtert branchenfremden Konkurrenten den Markteintritt und kann die bereits seit Jahren sinkende Loyalität der Kunden weiter schwächen.
Branchenfremde Konkurrenten beginnen, die Schweizer Banken unter Druck zu setzen. Über zwei Drittel der Institute rechnen damit, dass ihre Marktstellung durch neue Technologien, IT-Unternehmen und branchenfremde Anbieter bedroht wird. «Lange Zeit haben die Banken die Gefahr durch branchenfremde Konkurrenten nicht ernst genommen. Die Realität ist eine andere: Erste branchenfremde Anbieter erscheinen auf dem Markt und treten für ausgewählte Komponenten der Wertschöpfungskette der Banken in den Wettbewerb. Die technologische Entwicklung und zu erwartende regulatorische Anforderungen beim Open Banking erleichtern den Markteintritt. Dadurch steigt der Wettbewerbsdruck und die Margen sinken weiter.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Emm wie Meikel

    5. Januar 2017 18:05 at 18:05

    Mein Mitleid Banken hält in Grenzen. Aufpassen sollten die Einleger, denn sie haften mit ihrer Einlage, die letztlich nicht weiter ist, als eine (demnächst sogar negativ verzinste) Forderung gegenüber der Bank.

  2. Avatar

    Emm wie Meikel

    5. Januar 2017 18:07 at 18:07

    Der Fehlerteufel hat wieder zugeschlagen: Mein Mitleid mit Banken hält sich in Grenzen ^^

  3. Avatar

    gerd

    5. Januar 2017 18:55 at 18:55

    „…und bei mehreren Anlageklassen steige das Risiko von Blasenbildungen (also wie in Deutschland Immobilien)“

    Und weil die Schweizer den Minuszinsen entkommen wollen, kaufen sie mit relativ starkem Franken eben diese Immobilien rund um den Bodensee auf Deubel komm raus –
    und fördern damit die Blasenbildung in Deutschland weiter, falls es denn eine ist.

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      Emm wie Meikel

      5. Januar 2017 19:33 at 19:33

      In deutschen Großstädten (wie in München, Frankfurt, Hamburg) sind die Preise für Immobilien auf Grund von billigem Geld wie wahnsinnig gestiegen. Wenn das keine Blase ist, was dann? Kleinere Gemeinden (weit weg vom Schuss, wo es keine Arbeit gibt und oft mit schlechter Verkehrsanbindung) wurden davon weitestgehend verschont.

      • Avatar

        gerd

        5. Januar 2017 20:14 at 20:14

        Offensichtlich haben Sie keine Vorstellung was z.B. sich z.B in München abspielt.

        Bei der Wohnungssuche steht der potenzielle Mieter mit 50 anderen Suchenden vor der Wohnung. Es sei, es gäbe zwei Besichtigungstermine, dann sind es nur jeweils 30 Leute. Die wartende Menge vor dem Haus, das ist aber auch die einzige Blase, die sich in München entdecken lässt. Vor rund 5 Jahren hatte München 1,3Mio Einwohner. Jetzt sind es 1,5 Mio.

        Schon mal was vom obersten Gesetz der Marktwirtschaft gehört. Na klar, doch. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis – den Preis der Mieten genauso wie in der Folge den Preis der Kaufimmobilien.

        Die Blase, welche keine ist, kommt alleine zustande durch den hohen Zuzug von Menschen. Und die brauchen nun mal Wohnungen.
        Das ist anderes als bei alten Gemälden, altem Wein, Oldtimern, Gold oder Aktien. Das braucht letztlich kein Mensch wirklich.

        Und jetzt bitte anschnallen und gut festhalten:
        Gerade w e i l die Zinsen so niedrig sind, wirkt das einer eventuellen Blasenbildung am Immobilienmarkt entgegen. Den jetzt wird neu gebaut und neu gebaut und neu gebaut. Und trotzdem kommt das Angebot an neuen Wohnungen der zusätzlichen Nachfrage nicht hinterher. Was würde aber aus den Neubauten, wenn wir „normal hohe“ Zinssätze hätten?
        Dann würde wie in den Jahren davor die Bautätigkeit wieder einschlafen und die Preise für den Bestand würden explodieren. Aber Blase wäre das trotzdem nicht, solange die Nachfrage vorhanden ist.

        Das ist München. Zumindest annähernd ähnlich wird es in den von Ihnen genannten Städte auch sein.

        • Avatar

          gerd

          5. Januar 2017 20:22 at 20:22

          Nachtrag:
          lange Schreibe, kurzer Sinn.

          Ich hätte Sie auch bloß fragen müssen, ob in den von Ihnen erwähnten kleinen Gemeinden das Geld etwa nicht so billig ist wie in den Großstädten.
          Sie haben eigentlich selbst das Argument geliefert, dass es die Nachfrage aufgrund des Bedarfs ist, welche die Preise hat steigen lassen – und nicht das billige Geld.

          • Avatar

            Emm wie Meikel

            6. Januar 2017 18:30 at 18:30

            Sie haben recht, ich aber auch. Die zusätzliche Nachfrage in Großstädten treibt die Preise, jedoch können Immobilienkäufer nicht solche extremen Preise zahlen ohne billigen Kredit. Der Bedarf ist sicherlich vorhanden, aber ohne zahlungskräftige (fast ausschließlich kreditfinanzierte) Nachfrage, wären die Preise deutlich niedriger.

            Wegen der niedrigen Mietrendite (eine Folge der hohen Preise) sind solche Objekte als reines Anlageobjekt schlichtweg uninteressant. Unter der Berücksichtigung der Instandhaltungskosten (Erfahrungswert ~2% vom Anschaffungpreis per annum) zahlt man unter Umständen sogar noch drauf (und das ohne Finanzierungskosten).

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Experte: Finger weg von Deutsche Bank und Commerzbank

Redaktion

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Andre Stagge über Commerzbank und Deutsche Bank

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) rät als Langfristinvestment ganz klar ab von Aktien wie Deutsche Bank und Commerzbank. Ausführlich bespricht er die Krise der Banken, und warum 2021 wohl kein gutes Jahr für sie werden wird. Auch wenn die Kurse auf den ersten Blick günstig zu sein scheinen. Eine Welle an Kreditausfällen könnte nun anstehen. Das Thema der faulen Kredite, die auch schon vor der Coronakrise da waren, aber jetzt noch deutlich ansteigen dürfen, besprechen wir oft auf FMW (siehe zum Beispiel hier). Andre Stagge geht aktuell darauf näher ein, und bietet eine Art Gesamtüberblick auf die Lage der Bankenbranche in der Krise.

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Verbraucherpreise in Deflation – Rabattschlacht bei Bekleidung

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in einer Klemme

Für die deutschen Verbraucherpreise im Monat Dezember liegen ganz frisch die endgültigen und ausführlichen Daten vor. Weiterhin hängen sie mit -0,3 Prozent in der Deflation. Wie die Details zeigen, passiert genau das was man erwarten darf. Weil alle Daten zeigen, dass die stationären Verkäufer in den Bereichen Bekleidung und Schuhe die großen Corona-Verlierer im Einzelhandel sind, durfte man von einer kräftigen Rabattschlacht ausgehen. Und so kam es auch. Dank Lockdown muss man mit kräftigen Rabatten die Produkte online an die Kunden bringen – Hauptsache man bekommt überhaupt Geld in die Kasse um durchzuhalten?

So kam für den Bereich Bekleidung und Schuhe im Dezember im Jahresvergleich ein deutliches Minus von 5,4 Prozent zustande. Oben drauf kommt ja für alle Endkundenprodukte noch dazu, dass der Dezember der letzte Monat mit reduzierter Mehrwertsteuer dazu. Dieser Faktor wird sich wohl auf alle Segmente ausgewirkt haben – weshalb man aber für Januar mit steigenden Preisen rechnen darf? Die Verbraucherpreise für den Sektor Verkehr lagen mit 2,7 Prozent im Minus. Hier wirken nach wie vor die schwachen Energiepreise.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise für Dezember

An dieser Stelle zitieren wir auszugsweise die aktuellen Aussagen des Statistischen Bundesamts zum Gesamtjahresvergleich zwischen 2019 und 2020:

Im Jahresdurchschnitt 2020 verbilligten sich vor allem die Energieprodukte

Die Energieprodukte verbilligten sich 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 4,8 % nach einem Anstieg um 1,4 % im Jahr 2019. Preisrückgänge gab es insbesondere bei leichtem Heizöl (-25,9 %) und bei Kraftstoffen (-9,9 %). Verantwortlich war neben der Senkung der Mehrwertsteuersätze vor allem der Ölpreisverfall auf dem Weltmarkt in den ersten Monaten des Jahres. Dagegen verteuerte sich Strom um 3,0 %. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Jahresteuerungsrate 2020 bei +1,1 % gelegen.

Preise für Nahrungsmittel überdurchschnittlich gestiegen

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2020 gegenüber 2019 überdurchschnittlich um 2,4 %. Im Jahresverlauf hat sich der Preisauftrieb zeitgleich mit der Senkung der Mehrwertsteuersätze abgeschwächt. Deutlich teurer waren im Jahr 2020 Obst (+7,1 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+6,1 %). Günstiger hingegen wurden insbesondere Speiseöle und Speisefette (-4,1 %).

Waren verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %

Waren insgesamt verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %. Unter den Verbrauchsgütern verteuerten sich Tabakwaren (+4,9 %) deutlich, die von der Senkung der Mehrwertsteuersätze ausgenommen wurden. Unter den Gebrauchsgütern verbilligten sich zum Beispiel Telefone (-6,0 %) sowie Geräte der Informationsverarbeitung (-4,4 %).

Dienstleistungen verteuerten sich 2020 gegenüber 2019 um 1,3 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber 2019 mit +1,3 % überdurchschnittlich, darunter Nettokaltmieten mit +1,4 %. Bei einigen Dienstleistungen stiegen die Preise deutlich stärker, unter anderem für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,2 %), Leistungen für Friseure und Körperpflege (+4,1 %) sowie für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,2 %). Die Ursachen hierfür waren vielschichtig, neben der Mindestlohnerhöhung dürfte auch der Aufwand für Hygienemaßnahmen zur Vermeidung von Corona-Infektionen relevant gewesen sein. Günstiger wurden vor allem Fahrkarten im Bahnfernverkehr (-14,9 %), bedingt vor allem durch die bereits seit Jahresbeginn abgesenkte Mehrwertsteuer für Bahnfernfahrten von 19 % auf 7 %.

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Covid-19: Sehen wir bald Peak-Corona? Einiges spricht dafür!

Es gibt einige Aspekte, die durchaus dafür sprechen, dass der Hochpunkt der Infektionen mit Covid-19 bereits überschritten ist!

Wolfgang Müller

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Sicher klingt es extrem merkwürdig, wenn man mitten im kalten Januar, beim Auftreten von massenhaft Mutationen von Covid-19 und einer noch nicht richtig in die Gänge gekommenen Impfaktion von einem möglichen und baldigen Überschreiten des Höhepunktes der Coronakrise spricht.

Aber es gibt einige Aspekte, die durchaus dafür sprechen.

Covid-19: Impfwelle und Dunkelziffer

Eines vorweg: Gemeint ist damit nicht das Ende der Infektionen, sondern die Zahl der Neuinfektionen, die in der zweiten oder dritten Welle ständig geklettert sind.

Die Zahl der offiziell an Covid-19 Infizierten hat am 7. Januar 2021 mit über 834.000 Menschen ihren bisherigen Höhepunkt erreicht (lt. John-Hopkins-Universität). Seither geht es tendenziell, trotz der Mutationszahlen, nach unten.

Ist der Hochpunkt von Covid-19 bereits überschritten?

Noch muss dies nicht die Wende bei den Infektionen gewesen sein, aber es deutet sich an, dass dies zumindest bald bevorstehen könnte. Dafür sprechen einige Faktoren: Es gibt weitere temporäre Verschärfungen in den Lockdowns (Europa, USA). Der Frühling naht, denn bis zum meteorogischen Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel sind es nur noch sechs Wochen, und die Impfquoten werden demnächst ein Vielfaches der offiziellen Infektionszahlen erreichen. Vor allem, wenn die USA über eine Million Menschen pro Tag impfen, die EU mit ihren 27 Staaten voll einsteigt und viele andere Staaten und die für Februar deutlich erweiterte Impfstoffproduktion anschwillt.

Sonderfall Deutschland

Was Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten sehr unterschiedlich macht, ist die Zahl der bisher Infizierten und zugleich die wahrscheinlich niedrigere Dunkelziffer zu anderen europäischen Ländern. Die offizielle Infektionsrate mit Covid-19 liegt aktuell bei gut 2,4 Prozent, während sie in Großbritannien und vielen europäischen Staaten bei vier oder gar fünf Prozent liegt, bei einer gleichzeitig deutlich höheren Dunkelziffer. Das heißt, die Gesamtinfektionsrate läge möglicherweise in Deutschland bei weniger als 10 Prozent der Bevölkerung, während sie in anderen Ländern vielleicht schon über 20 Prozent liegt. Mit großer Auswirkung für die durch die Impfung zu beschleunigende Gefahrenabwehr gegenüber der Pandemie. Vorteil USA, auch wenn es makaber klingt: Wegen einer „offiziellen“ Infektionsrate von 7,5 Prozent, einer vielfach höheren Dunkelziffer, weil sich Teile der Bevölkerung bis zuletzt aus Angst vor beruflichen Konsequenzen nicht haben testen lassen und das Virus weitaus mehr verharmlost wurde, als in Deutschland. Und jetzt Joe Biden mit allem Einsatz 100 Millionen Menschen in sehr kurzer Zeit impfen lassen will.

In Deutschland kommt noch das Gefahrenmoment einer relativ alten Bevölkerung zum Tragen.

Laut statista gibt es derzeit in Deutschland rund 18,1 Millionen Menschen, die 65 Jahre oder älter sind. Ein prozentualer Anteil von rund 22 Prozent an der Gesamtbevölkerung im Lande. Dabei etwa drei Millionen Pflegebedürftige, über zwei Millionen zuhause und mit anderen Familienangehörigen zusammenlebend. Auch die Zahl der über 80-Jährigen liegt in Deutschland bei über fünf Millionen, es leben sogar schon 20 Tausend Hundertjährige in Deutschland.

Aus diesen Zahlen erklärt sich auch die große Fürsorgepflicht der Regierung gegenüber der älteren Bevölkerung.

Hier liegt auch der große Effekt der Impfaktion in Deutschland, denn bis vor Kurzem lag der Anteil der Coronatoten bei den über 70-Jährigen bei 87 Prozent und 70 Prozent bei den über 80-Jährigen. Diese Altersgruppen sollten jedoch in der großen Mehrheit bis in den März geimpft sein.

China und Indien

Ein Drittel der Menschheit (über 2,8 Milliarden Menschen) lebt in diesen beiden Ländern. Und wie sehen die Infektionszahlen aus? China wird sich weiter abschotten (bei unglaublich niedrigen Infektionen) und selbst impfen und im 1,39 Milliarden-Land Indien (mit der halben Bevölkerung unter 20 Jahre) zeigen die Zahlen schon seit Monaten nach unten.

Covid-19 in Indien

Fazit

Natürlich wird es nicht einfach sein, die Menschheit in ihrer Gesamtheit gegen Covid-19 zu impfen. Man weiß auch weder wie lange eine „erimpfte“ Immunität gegen Corona anhält, noch im Entferntesten, wie viele Menschen die natürliche Immunität bereits erlangt haben. Dabei soll die Krankheit bei einem Großteil der jungen Menschen sogar symptomlos verlaufen. Die Zahl der jungen Menschen unter 18 Jahre beträgt weltweit 30 Prozent, immerhin über 2,3 Milliarden Jungbürger.

Aber sollten sich die Impfpläne so umsetzen lassen, wie von den Firmen und den Ländern mit ihren Gesundheitsbehörden geplant, wird sich rasch Peak Corona einstellen. 750.000 Neuinfektionen, mit abnehmender Tendenz gegenüber Millionen täglicher Impfungen, zunächst bei den „Vulnerablen“, Peak Corona eben, auch wenn die Pandemie nicht so schnell erledigt sein dürfte. Was sind da nicht alles für Fragen offen, in Richtung Immunität, Übertragbarkeit und so weiter, aber aus meiner Sicht gibt es ein gewaltig helles Licht am Ende des Tunnels, zumindest für Covid-19.

Der Peak bei Covid-19 könnte bereits überschritten sein!

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