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Die Schweiz ist nervös – warum fällt der Franken selbst zum Euro?

FMW-Redaktion

Am Devisenmarkt findet derzeit eine denkwürdige Bewegung statt: der schweizer Franken erleidet einen Schwächeanfall und fällt zum Euro auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober:

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Das ist insofern erstaunlich, als der Euro praktisch gegenüber allen anderen Währungen abwertet – in Erwartung der nächsten Bazooka durch Mario Draghi am kommenden Donnerstag. Sollte die EZB dann den Einlagezins weiter absenken und ihr QE erhöhen und/oder ausweiten, bringt das vor allem die Schweizer Nationalbank SNB, den „größten Hedgefonds der Welt“ (siehe dazu unseren Artikel „Der „größte Hedgefonds der Welt“ hat eine ganz spezielle Investment-Methode!“) unter Druck. Die SNB fürchtet eine weitere Schwächung des Euro mit damit verbundener Franken-Stärkte, die der Wirtschaft des Landes weitere Probleme bereiten könnte. Heute Vormittag nun wird der Franken abverkauft, auch zum US-Dollar:

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Dafür kann es im Grunde nur zwei Gründe geben! Der erste könnte sein, dass die SNB versucht, durch Franken-Verkäufe im Vorfeld der EZB-Entscheidung den Franken zu schwächen und sich so einen Puffer zu schaffen, falls die EZB den großen Wurf bringen wird, mit dem die Märkte bereits rechnen. Der zweite Grund könnte sein, dass die SNB gezwungen sein könnte, den Franken doch wieder an den Euro zu koppeln – aber diesmal zu einem Kurs, der über dem aktuellen Kurs liegt. Am Markt kursiert heute das Gerücht, die SNB könnte dann einen Mindestkurs von 1,15 installieren. Das halten wir jedoh für unwahrscheinlich, nachdem die SNB im Januar sich von einem Mindestkurs verabschiedet hat, den sie langfristig sowieso nicht halten kann.

Eines aber ist sicher: die Notenbanker der SNB sind nervös und werden im Vorfeld überlegen, wie sie reagieren werden. Vermutlich haben wir heute die erste Reaktion schon gesehen – Franken-Verkäufe!



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