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Die Sicht der Wall Street und die neue Interpretation der Euro-Rally (Videos)

Die Wall Street war gestern begeistert von der Abwesenheit schlechter Nachrichten, allerdings erfolgte der Anstieg unter dünnstem Volumen (ca. 25% des Volumens vom Abverkauf am letzten Mittwoch). Endlich, so sagt man an der Wall Street, macht Trump das, wofür er gewählt wurde: Deals! Und: warum steigt der Euro eigentlich?

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FMW-Redaktion

Die Wall Street war gestern begeistert von der Abwesenheit schlechter Nachrichten, allerdings erfolgte der Anstieg unter dĂĽnnstem Volumen (ca. 25% des Volumens vom Abverkauf am letzten Mittwoch). Endlich, so sagt man an der Wall Street, macht Trump das, wofĂĽr er gewählt wurde: Deals! Und so konnte man verdrängen, dass Trump weiter in groĂźen Schwierigkeiten steckt – gestern Abend dann der Bericht der „Washington Post“, wonach Trump sowohl den Chef der NSA als auch den Chef der National Intelligence aufgefordert haben soll, Druck zu machen, damit die Ermittlungen in Sachen Russland eingestellt werden.

Hören wir dazu Peter Tuchman, der seine deutschen Zuseher mit einem fröhlichen „Hello Fräuleins“ begrĂĽĂźt und meint, Trump als „FĂĽhrer der freien Welt“ sei eine „wild card“ (allerdings kannte Tuchman den Bericht der Washington Post noch nicht, aber das Ansehen lohnt in jedem Fall!):


Foto: Hundsgemeini – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15697318

Und was passiert gerade beim Euro? DarĂĽber spricht Jochen Stanzl – das Video stammt von gestern, hat aber nichts von seiner Aktualität eingebĂĽĂźt:

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Aktuell: Pulverfass Italien, Problemkind Apple, Trump feiert globale Steuersenkung

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Die EU-Kommission hatte heute Vormittag Italien die erwartete Ohrfeige verpasst. Den Haushaltsplan Italiens lehnte man ab, und will nun ein Defizitverfahren gegen Rom einleiten. So weit, so gut. Der Anleihemarkt hatte das schon erwartet, und so war die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen gestern bis auf 3,69% gestiegen.

Heute nun sank die Rendite auf aktuell 3,53%. Das ist eigentlich erstaunlich – aber vermutlich geht es hier um den Marktmechanismus „kauf das GerĂĽcht, verkauf die Fakten“. Nur dass es hier umgekehrt ging. Die Anleger hatten erst Anleihen verkauft (Rendite rauf), und sind nun wieder ein wenig optimistischer (Anleihen kaufen, Rendite fällt). Dabei ist die Situation weiterhin ein echtes Pulverfass.

Laut „La Stampa“ habe Italiens Innenminister Matteo Salvini seine Kompromissbereitschaft gegenĂĽber BrĂĽssel signalisiert. Man könne bei den Ausgaben fĂĽr das BĂĽrgereinkommen und die Rente einiges ĂĽberdenken. Das hilft erstmal der Rendite. Aber halt. Inzwischen hat Salvini diesem Medienbericht widersprochen. Ăśber das Defizitziel von 2,4% werde man nicht diskutieren. Er sei lediglich offen fĂĽr eine mögliche Diskussion ĂĽber die geplanten Investitionen im neuen Haushalt.

Also: Warum bleibt die Rendite auch aktuell noch bei 3,53%? Sieht der Markt (noch) nicht, dass der Streit zwischen Rom und Brüssel jederzeit in die nächste Eskalationsstufe springen kann? Für Spekulanten wäre das eine Chance. Aber wie gesagt, es ist ein Pulverfass. Hier kann man als Trader unmöglich etwas planen, und muss halt eine pure Spekulation eingehen.

Apple

Der Gigant unter den Auftragsfertigern fĂĽr Elektronik „Foxconn“ will laut Medienberichten im nächsten Jahr ca 2,5 Milliarden Euro einsparen. Nur der fĂĽr die iPhone-Herstellung zuständige Geschäftsbereich solle ca 760 Millionen Euro einsparen. In den letzten Tagen hatten bereits mehrere Apple-Zulieferer ihre Erwartungen spĂĽrbar zurĂĽckgeschraubt. Das lässt mehr als jemals zuvor darauf schlieĂźen, dass Apple ein Absatzproblem bekommen dĂĽrfte. Sind die iPhones doch langsam zu teuer geworden? Die Apple-Aktie ist in den letzten Wochen sehr stark gefallen, von 233 Dollar Anfang Oktober auf gestern 177 Dollar. Heute geht es in der New Yorker Vorbörse mal 1% nach oben. Aber das muss noch keine Trendwende bedeuten.

Globale Steuersenkung

Donald Trump ist aktuell mehr als begeistert ĂĽber eine „globale Steuersenkung“. So bezeichnet er die massiv gefallenen Ă–lpreise. Sie bescheren seinen Wählern natĂĽrlich sinkende Benzinpreise. Genau das hatte er ja mehrfach in den letzten Monaten von der OPEC gefordert. Die ist aber der falsche Adressat fĂĽr Dankesbriefe, da die OPEC gerade verzweifelt versucht den Ă–lpreis hochzubekommen. Nein, Donald Trump sollte sich eher bei den heimischen Frackern bedanken, die pumpen wie wild. Trump dankt in seinem Tweet ausdrĂĽcklich Saudi-Arabien. Eine Hommage an seinen Buddy Kronprinz bin Salman? Auch tweetet Trump zum Schluss noch, dass der Ă–lpreis noch weiter fallen solle. Momentan verliert er gut 40 Cent. Nun wartet man gespannt auf die Ă–l-Lagerdaten, die um 16:30 Uhr veröffentlicht werden (wir berichten gleich darĂĽber).

Donald Trump
Donald Trump

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Aktuell: Es geht bergab! Apple -4%, Nasdaq -2,1% – und Ă–l geht auch den Bach runter

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Jetzt gewinnt die Fahrt gen SĂĽden an Geschwindigkeit, aber so richtig. Nachdem es gestern schon nicht gut aussah, geht Apple heute den Bach runter mit -4,2%. Der Nasdaq wird mit runter gezogen auf aktuell -2,1%. Jetzt sind alle wichtigen US-Aktienindizes negativ im Jahr 2018. Im Chart haben Apple (orange) verglichen mit dem Nasdaq seit 2015. Apple trifft es aktuell besonders hart, dass Goldman die Aktie nun das zweite Mal in einer Woche abgestuft hat (von 222 auf 209, und jetzt auf 182 Dollar). Aktuell notiert die Aktie bei 178 Dollar.

Apple vs Nasdaq

Der simple Grund für den Absturz am gesamten Markt? Nach der Angst der letzten Tage kommen jetzt wohl die Verkäufer, die keine Lust haben die Verluste weiter auszusitzen. Lieber jetzt mit geschrumpften Gewinnen oder akzeptablen Verlusten aussteigen, als nochmal 10% oder 20% tiefer enttäuscht aus dem Markt gehen. So einfach kann Börsenpsychologie sein, und so einfach kann daraus eine Lawine entstehen! Kann, nicht muss! Aber die Charts sehen nicht gut aus für die Bullen.

Auch der Ă–lpreis geht weiter den Bach runter

Aber auch Öl leidet. Wenn die Aktien einbrechen, weil die Analystenwelt (ganz plötzlich) nicht mehr an ein tolles Fortsetzen des Wirtschaftsbooms glaubt, bedeutet das auch weniger Nachfrage nach Öl. So fällt der Ölpreis heute auch, und zwar unter die Marke von 55 Dollar (WTI-Öl). Diese Marke hatten wir gestern schon besprochen. Sie war extrem wichtig, weil der Ölpreis nach seinem zwölf Tage langen Absturz dort halt gemacht hatte letzte Woche. Der Ölpreis crasht gerade durch auf aktuell 54,06 Dollar. Wahnsinn! Der Chart zeigt den Verlauf seit 9. November. Jetzt ist aus charttechnischer Sicht gut Platz nach unten vorhanden!

Ă–lpreis

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Hat die Deutsche Bank ein 150 Milliarden Dollar Geldwäsche-Problem?

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Rollt da ein gewaltiges Problem auf die Deutsche Bank zu? Eigentlich (!) waren doch alle Skandale abgearbeitet, so dachte man. Aber nach dem Skandal ist vor dem Skandal? Es geht um den Zeitraum von 2007 bis 2015. Die größte dänische Bank „Danske Bank“ wollte wohl unbedingt neues Geschäft im Baltikum und in Russland mitnehmen, und drĂĽckte wohl alle drei Augen zu.

Gigantische Geldbeträge wurden jahrelang aus Russland und angrenzenden ehemaligen Sowjetrepubliken auf die Dankse-Filiale in Estland eingezahlt. Estland ist ein winziges Land, und daher sollte eigentlich auch das Geschäftsvolumen in Estland bei Danske winzig sein? Aber nein. Ein Volumen von 234 Milliarden Dollar, welches dort durchgeschleust wurde, stammte nach Ermittlungen in Dänemark offenbar größtenteils aus dubiosen Quellen aus Russland. Es soll um Geldwäsche gehen.

Offensichtlich ging es darum dubiose Rubel zu waschen, und sie in sauberen Anlagen in Euroland und im Dollar-System unterzubringen. Die Danske Bank bediente sich beim Weiterleiten der Gelder nicht nur beim US-Giganten JP Morgan, der diesen Kontakt schon 2013 abbrach. Wie Berichte jetzt zeigen, soll die Deutsche Bank offenbar der Hauptabwickler dieser Aktivitäten gewesen sein, um die Gelder von der Danske weiterzuleiten in die große weite Welt.

Schlimmer wird es noch dadurch, dass wohl die Deutsche Bank-Tochter in den USA der Abwickler fĂĽr Danske gewesen sein soll, wobei es das Volumen 150 Milliarden Dollar erreicht habe. Damit wäre die US-Justiz fĂĽr diesen Fall wohl „mal wieder“ zuständig? Was kommt da noch auf die Deutsche Bank zu? Wieder Milliarden-BuĂźgelder? Wir wissen es nicht, dazu steht dieser Skandal zumindest in Sachen Deutsche Bank noch ganz am Anfang. Der Danske-Skandal an sich ist in Dänemark schon seit Monaten ein riesiges Politikum!

Puhhhhhh, da steht womöglich wieder was ins Haus für die Deutsche Bank. Was genau, wie schlimm es wird, das weiß noch niemand. Daher versuchen wir gar nicht erst zu mutmaßen. Ob das der Aktie gut tun wird? Da können Sie sich ja ihre eigenen Gedanken machen! Die Deutsche Bank-Aktie fällt heute insgesamt um 0,65%. Seitdem diese Nachricht vorhin raus kam, ist die Aktie nur um 5 Cents gefallen auf jetzt 8,55 Euro. Also, alles halb so wild? Kein echtes neues Problem? Wir haben da so unsere Zweifel.

Deutsche Bank
Die Deutsche Bank-TĂĽrme in Frankfurt. Foto: Nordenfan / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

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