Folgen Sie uns
Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Aktien

Die Stimmen der Mahner werden lauter: BlackRock und Roubini

Die Vertrauensseligkeit (gemessen am „complacency index“) liegt an den Aktienmärkten auf einem neuen Allzeithoch – in der Vergangenheit war das stets Vorbote eines massiven Einbruchs. Nun mehren sich die mahnenden Stimmen – etwa von Nouriel Roubini und von BlackRock..

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Die Wall Street ist sich sicher: Donald Trump wird wirklich der große Wurf gelingen in Sachen Steuersenkungen und Infrastrukturprogramm – also kann es mit den Kursen nur nach oben gehen. Das meint auch Donald Trump selbst, der gestern erneut die derzeitige Rally an der Wall Street als sein Verdienst deklarierte:

Was wird aber Trump sagen, wenn die Aktienmärkte fallen? Auch sein Verdienst?

Aber je näher der Zeitpunkt rückt, an dem Trump seine „phänomenalen“ Steuerpläne präsentieren muss, umso nervöser dürften die Märkte werden. Die von Trump so hoch gelegte Latte ist im Grunde nur unter-springbar.

Aber selbst wenn der große Wurf gelingen würde – die Hoffnungen der Wall Street, vor allem aber der durchschnittlichen Amerikaner, der Main Street, dürften nach Einschätzung von Nouriel Roubini weit übertrieben sein. Roubin gilt als „Orakel der Finanzkrise, weil er bereits 2004 vor dem Crash des amerikanischen Immobilienmarktes gewarnt hatte und eine schwere Rezession kommen sah. Nun sagt Roubini: die Trump-Rally hat keinen Anhalt an der Realität, die Steuersenkungen kommen nur den Superreichen zugute, und Jobs würden auch keine geschaffen:

„It is little wonder that corporations and investors have been happy. This traditional Republican embrace of trickle-down supply-side economics will mostly favor corporations and wealthy individuals, while doing almost nothing to create jobs or raise blue-collar workers’ incomes. According to the nonpartisan Tax Policy Center, almost half of the benefits from Trump’s proposed tax cuts would go to the top 1% of income earners.“

Roubini prophezeit: Trumps Politik wird die Inflation anheizen, das wiederum wird die Anleiherenditen stark steigen lassen, der Dollar wird stärker, was wiederum viele Jobs in den USA kosten wird. Und vor allem steigen durch den Anstieg der Renditen die Kreditkosten für Amerikaner – die Folge wird sein, dass Kreditausfälle sich häufen (was derzeit schon der Fall ist, siehe dazu einen separaten Artikel später).

Erstaunlich findet Roubini vor allem, dass sich innerhalb der amerikanischen Wirtschaft nur wenig Widerstand gegen die massiven Eingriffe Trumps regt (nur Amerikaner einstellen, nur amerikanische Waren kaufen, das gilt auch für Firmen). Diese Politik erinnere stark an die Wirtschaftspolitik der Nationalsozialisten und der Faschisten in Italien – hätte Obama so agiert, hätte man ihn als Kommunisten bezeichnet, so Roubini:

„The Nobel laureate economist Edmund S. Phelps has described Trump’s direct interference in the corporate sector as reminiscent of corporatist Nazi Germany and Fascist Italy. Indeed, if former President Barack Obama had treated the corporate sector in the way that Trump has, he would have been smeared as a communist; but for some reason when Trump does it, corporate America puts its tail between its legs“.


Nouriel Roubini
Foto: Nouriel_Roubini_-_World_Economic_Forum_Annual_Meeting_2012.jpg: World Economic Forum

Vor diesem Hintergurnd ist es umso erstaunliucher, dass die Vertrauensseligkeit der Investoren auf einem Allzeithoch liegt – gemessen am sogenannten „complacency index“, der die Marktkapitalisierung von Unternehmen und ihr Ebitda in Relation zur Volatilität (gemessen am VIX) setzt. Blickt man in die Vergangenheit, so folgten solch extremen Werten bei der Vertrauensseligkeit stets Abstürze der Märkte (so hatte der Index im Jahr 2000 ein Hoch erreicht und dann 2007).

Nervös wird nun auch der Dickfisch der Finanzbranche schlechthin, BlackRock. Man sieht vor allem politische Risiken durch die Wahlen in Europa, die durch die Aktien-Märkte überhaupt noch nicht eingepreist seien – und empfiehlt Gold als Absicherung.

Aber diesmal, ja diesmal, ist es bestimmt ganz anders. Es kann ja mit Trump nur besser werden als derzeit..

10 Kommentare

10 Comments

  1. randy hofbeck

    17. Februar 2017 12:01 at 12:01

    ich bin mir da nicht so sicher mitz der grossen korrektur der aktienmärkte. denn auch wenn der präsidentenversuch in sachen steuern senken nicht liefert, kann es durchaus sein, dass die märkte weiter nach oben laufen.
    beispiele: brexit und eben die wahl dieses merkwürdigen typen in usa zum präsidenten.
    und kapital scheint ja genug unterwegs zu sein …

  2. gerd

    17. Februar 2017 12:18 at 12:18

    „Was wird aber Trump sagen, wenn die Aktienmärkte fallen? Auch sein Verdienst?“

    Wenn der Dow um 2500 Punkte wieder auf 18000 fallen sollte – Stand vor seiner Wahl – dann kann Trump sich gestiegene Kurse natürlich nicht mehr auf die Fahne schreiben.
    Aber bis zu eben diesem Punktestand muss er sich auch noch keinen Rückgang negativ ankreiden lassen.

  3. Klemper

    17. Februar 2017 12:34 at 12:34

    Warum ist Herr Fugmann so persönlich betroffen?
    Hat er sich in Hillary verliebt? Hat er Migrationshintergund? Will er Pressesprecher von Erika werden?

    • Markus Fugmann

      17. Februar 2017 12:40 at 12:40

      @Klemper, Sie liegen bei allen Punkten völlig richtig! Bin verrückt nach Hillary, habe bayerischen Migrationshintergrund, und Erika ist auch scharf auf mich..

      • Klemper

        17. Februar 2017 12:45 at 12:45

        🙂

  4. gerd

    17. Februar 2017 12:39 at 12:39

    Tja, 12Uhr30 in Deutschland.

    Da ist die Welt schon wieder in Ordnung.
    Man mags nicht glauben – was nicht fällt steigt.
    Was würde Rüdiger Born sagen?
    Zögerlich nach unten und schnurstracks wieder hoch.
    Und das bedeutet was?

  5. frank.trg

    17. Februar 2017 12:59 at 12:59

    Mit dem Protektionismus sollte man vorsichtig sein. Bisher hat Trump noch nichts diesbezüglich getan, sondern nur laut gebellt. Zölle gibt es, bis jetzt, nicht. Jetzt kommen Steuersenkungen und das ist alles andere als protektionistisch. Ob Trump die Steuern wirklich auf 15 Prozent senken wird, glaube ich nicht aber auch schon eine fünfprozentige Steuersenkung dürfte sehr gut für die Wirtschaft sein. Damit würde die USA ein äußerst attraktiver Standort für viele Unternehmen. Z.B. würde viele ausländische Unternehmen dann ihre Sitze in die USA verlegen. Und wieso die Steuersenkung nur für große Konzerne gut sein soll, ist eine ziemlich dumme und falsche Behauptung von Roubini. Man könnte es auch Fake-News nennen. In den USA gibt es einen riesigen Mittelstand der den Großteil der Arbeitnehmer beschäftigt und die würden natürlich ebenso enorm von Steuersenkungen profitieren.

  6. Frank Hofmann

    17. Februar 2017 13:23 at 13:23

    Roubini ist eine Wall-Street Ratte, ein gut bezahlter Propagandist. Durch Streuen von Gerüchten erreicht er, dass die Hedgefonds und Banken auf Shorts umsteigen. Blackrock mahnt nur zur eigenen Tarnung bzw. ruft zum Halali auf die Dummschafe an den Märkten auf. Mittlerweile flüchten alle in Aktien und zwar auf Pump http://finanzmarktwelt.de/verblueffende-parallelen-zur-finanzkrise-schulden-der-us-konsumenten-erreichen-alte-niveaus-52873/. Exakt die gleiche Schose wie 1928. Dann lässt man die Wall-Street wie 1928 genüsslich absaufen und macht fett Kasse! Schwacher Artikel, leider.

  7. Frank Hofmann

    17. Februar 2017 13:30 at 13:30

    Trumps Team hat null Chancen, bis sein Programm flächendeckend starten wird, ist der Laden absichtlich durch die kriminellen Hedgefonds und Banken – die ihn per Presse hassen lassen – abgerissen. Die Märkte stehen auf der Kippe, es wird eine Zinsrally noch in 2017 erwartet http://www.iknews.de/2017/02/11/gefahr-einer-zinsrally-ist-real/ . Und das weiß auch längst der Goldman Sachs Freund M. Draghi!!
    Und was tut er? Er kauft jetzt nur noch Schrott aus dem Süden der EU auf. Weil er es so befohlen bekommt, weil er weiß, was seine Hedgefondsfreunde von ihm verlangen. Und er liefert prompt.
    Absicherung In physisches GOLD oder SILBER gehen. Man muss nicht blind alles verkaufen, aber sein Depot reduzieren ist JETZT angesagt.

  8. Frank Hofmann

    17. Februar 2017 13:35 at 13:35

    Die Bundesregierung hat erneut die Notstandsgesetzgebung ausgeweitet! Nunmehr darf auch die Bundeswehr oder die paramilitärische EU Polizei Eurogendfor im Inneren (das Gesetz ist schon länger durch) vor Supermärkten im Krisenfall den Laden bewachen. Eine regierung macht das niemals zum Spass, sondern weil sie wissen, dass der „EU Laden“ so oder so bald hoch gehen wird.
    Der gekürzte Pressetext dazu http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/vorbereitung-auf-katastrophenfall-neuer-staatlicher-krisenplan-fuer-versorgungsengpaesse-a2050809.html

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktuell: Pinterest-Aktie mit erstem Börsenkurs 25% im Plus

Veröffentlicht

am

Von

Die Pinterest-Aktie wurde gestern mit 19 Dollar offiziell an die Erstzeichner verkauft. Soeben wurde der erste frei handelbare Börsenkurs an der New York Stock Exchange mit 23,75 Dollar festgestellt. Hat diesmal ja „nur“ zwei Stunden gedauert, bis der Kursmakler in der Erstauktion die Preisfindung geschafft hat. Damit notiert die Aktie 4,75 Dollar oder genau 25% über dem gestrigen Emissionskurs. Aktuell steigt sie sogar etwas weiter auf 24,51 Dollar. Mehr Detail-Infos zum Pinterest-Börsengang finden Sie hier.

Pinterest
Foto: Pinterest

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Wall Street-Start: Pinterest im Fokus

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch berichtet gerade im LIVE-Video von der Wall Street. Aktuell ist die heutige Erstnotierung der Pinterest-Aktie im Fokus.

weiterlesen

Aktien

Commerzbank DB-Fusion: Zwei Gründe, warum es kein Zurück mehr gibt

Veröffentlicht

am

Der folgende Text ist eine rein subjektive Meinung! Also, zur Sache. Die Deutsche Bank kann eigentlich nicht mehr zurück. Nach trostlosen Jahren unter Anshu Jain sowie dem tristen Sanierer von der Insel (wer kennt noch seinen Namen?) versucht nur der sachliche Bankkaufmann Christian Sewing sein Glück an der Spitze der Deutschen Bank. Die angedachte Fusion mit der Commerzbank ist seit Jahren der einzige Hoffnungsschimmer für die DB. wie traurig. Nicht tolle Geschäfte, sondern noch „eine weitere Fusion“ bringt Hoffnung in die Bude.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Wir hatten bereits darüber geschrieben. Die Deutsche Bank ist das Paradebeispiel dafür, dass Zukäufe und Fusionen zum Zwecke des „Immer größer werden“ nicht automatisch ein gutes Ende finden. Bankers Trust gekauft, Morgan Grenfell gekauft, Postbank gekauft, Sal Oppenheim gekauft. Und trotzdem ist die Deutsche Bank ein Rendite-Desaster, und im Investmentbanking auch keine Profit-Fabrik wie die Konkurrenten aus dem Ausland. Aber die merkwürdige Hoffnung ist da, dass durch die Fusion mit der Commerzbank nun endlich alles besser wird. Bei der CoBa schön massiv Stellen streichen und runter mit den Kosten, und dann durch einen Riesen-Zuwachs im Mengengeschäft die Gewinne hochschrauben? Das scheint die Hoffnung zu sein.

Commerzbank muss „in gute Hände“ kommen

Ist die DB für die Commerzbank ein guter Ehepartner? Es geht wohl eher darum, was die Politik denkt, was gut und richtig für die Commerzbank ist, beziehungsweise für das deutsche Finanzsystem. Jüngst tat die Berliner Politik ja alles um so zu tun, dass die mögliche Fusion eine rein privatwirtschaftliche Sache sei. Man halte sich da raus. Dabei ist es in Berlin und Frankfurt ein offenes Geheimnis, dass der ehemalige Goldman Sachs-Chef in Frankfurt Jörg Kukies, der seit dem Amtsantritt von Olaf Scholz Staatssekretär im Bundesfinanzministerium ist, diese Fusion hinter den Kulissen vorantreibt.

Aber nochmal ein Schritt zurück. Seit Monaten haben die Gerüchte immer weiter zugenommen, dass Commerzbank und Deutsche Bank über eine Fusion sprechen. Aber erst vor genau vier Wochen gab es dazu die offizielle Bestätigung. Seit dieser offiziellen Verkündung lief die CoBa-Aktie besser als die Aktie der Deutschen Bank. Und seit Jahresanfang, wo die Gerüchte so langsam aufkamen, hat die CoBa im Kurs um satte 42% (! ! !) zugelegt.

Von 5,70 auf 8,08 Euro, das ist ein guter Trade gewesen für jemanden, der im Januar eingestiegen ist. Auf lange Sicht aber ist dieser Anstieg im Chart kaum wahrnehmbar. Noch schlimmer ist die Lage beim Betrachten dieses Charts, der bis 2015 zurückreicht. 2016 lag das Tief in der Commerzbank-Aktie bei 5,20 Euro. Ende 2018 wurde dieses Tief fast wieder erreicht. Die Fusionsgerüchte mit der DB brachten die Kurswende für die Aktie. Der Markt preist positive Ereignisse immer schon mit Gerüchten und Erwartungen vorher in die Kurse ein.

Was, wenn nun die Fusion abgesagt wird? Die Phantasie wäre weg, und der Kurs würde einbrechen. Das kann sich die Commerzbank kaum leisten. In der Banken-Szene ist es ein offenes Geheimnis, dass es in Frankreich und den Niederlanden durchaus Banken geben soll, die Interesse daran hätten die Commerzbank relativ günstig zu schießen. Aber wohl am Ehesten könnte die italienische UniCredit bereit stehen als Käufer. Und das wäre wohl ein absolutes No Go für die Berliner Politik. Man sehe nur, zu was für einer leeren Hülle die Italiener die HypoVereinsbank gemacht haben, die einst eine der vier großen deutschen Banken war. Ein ähnliches Schicksal könnte der Commerzbank als UniCredit-Außenstelle bevorstehen.

Man darf davon ausgehen, dass die Bundesregierung dies nach Möglichkeit vermeiden will, im Sinne der finanziellen Staatsraison. Die Commerzbank selbst kann einen erneuten Kurseinbruch nicht brauchen, falls die DB-Fusion abgesagt wird. Durch den zuletzt immer weiter gestiegenen Aktienkurs wird nun auch die Fallhöhe nach einem Scheitern immer höher. Halten sich potenzielle ausländische Käufer danach erstmal zurück, könnte der CoBa-Kurs schön in die Tiefe rauschen. Dann könnten sie einen Anlauf nehmen für ihre Schnäppchenjagd. Und das kann die Berliner Politik kaum wollen. Olaf Scholz hat mit dem 15%-Anteil an der Commerzbank ein gewichtiges Wort mitzureden bei der letztlichen Entscheidung. Man darf durchaus vermuten, dass bei Problemen in den Fusionsgesprächen ein „nettes“ Machtwort des 15%-Eigentümers erfolgt. Los, seht zu, zieht die Fusion durch.

Commerzbank Handelssaal
Handelssaal der Commerzbank in Frankfurt am Main. Foto: FNDE CC BY-SA 4.0

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen