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Die Stimmung in der Industrie ist schon wieder wie vor der Krise

Während die Industrieproduktion noch jede Menge aufzuholen hat (siehe hier die aktuelle Meldung der staatlichen Statistiker), so scheint sich die Stimmung in der Industrie doch rasch zu verbessern. Wie gut die Laune schon wieder zu sein scheint, zeigt der folgende Chart. Das Tal der Coronakrise ist anders als die tatsächliche Produktion schon wieder voll durchschritten worden, und man ist wieder oben auf! Der Chart zeigt den Verlauf der Produktionserwartungen seit dem Jahr 1991, anhand von Umfragen des ifo-Instituts.

Die deutsche Industrie erwarte in den kommenden drei Monaten eine Zunahme ihrer Produktion. Der ifo-Produktionsindikator stieg auf plus 4,3 Punkte, nach minus 19,5 im Mai. Das ist der zweitgrößte Anstieg dieses Indikators seit der Wiedervereinigung. Erstmals nach drei Monaten überwiege laut ifo also der Anteil der Unternehmen, die ihre Produktion ausweiten wollen. Vor allem in der Autoindustrie zeigt sich eine erstaunliche Aufhellung der Stimmung, zumindest wenn es nach der Umfrage geht. So herrsche in der Autoindustrie eine regelrechte Aufbruchstimmung. Dort sprang der Index der Produktionserwartungen im Juni auf plus 50 Punkte, nach minus 24 Punkten im Mai. Eine Ausnahme bilden die Maschinenbauer. Die Mehrheit der befragten Unternehmen rechnet hier nicht mit einer Ausweitung der Produktion in den nächsten drei Monaten. Der Produktionsindex stieg im Juni auf minus 26 Punkte, nach minus 33 im Mai.

Chart zeigt Stimmung in der Industrie seit 1991

Aber in den meisten Sektoren der Industrie springen die Erwartungen von Mai auf Juni von einem deutlichen Minus deutlich ins Plus. Hier weitere Aussagen von ifo im Wortlaut:

Größere Anstiege verzeichneten nur die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren auf plus 9 Punkte, nach minus 36 im Mai, und die Bekleidungsindustrie auf minus 33 Punkte, nach minus 84.

Die Nahrungsmittelindustrie erwartet eine Ausweitung der Produktion. Der Indikator stieg auf plus 18 Punkte, nach minus 3. Auch bei den Herstellern von Möbeln und von Pharmazieprodukten erwartete der überwiegende Anteil der Befragten, die Produktion auszuweiten: jeweils plus 11 Punkte im Juni. Bei den Chemieunternehmen stieg der Indikator im Juni auf plus 9 Punkte, nach minus 17 im Mai, bei den Herstellern von Druckerzeugnissen auf plus 8 Punkte und bei den Lederwarenproduzenten auf 0 Punkte, nach minus 29 im Mai.

In der Metallerzeugung und -bearbeitung stieg der Index auf minus 20 Punkte, nach minus 36 im Mai. Der Index stieg bei den Produzenten von Holz- und Flechtwaren auf minus 16 Punkte im Juni, bei den Herstellern von Computern auf minus 15 und in der Textilindustrie auf minus 13. Bei den Herstellern von Metallerzeugnissen und elektrischen Ausrüstungen stieg der Index jeweils auf minus 8 Punkte, bei den Herstellern von Glaswaren auf minus 3 und in der Papierindustrie auf minus 2.



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