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Die Supermarktkasse als neuer Bankautomat – einen Haken hat die Sache

Wenn man darüber nachdenkt, ist die Supermarktkasse gerade dabei die Bankautomaten abzulösen. Zumindest hat es den Anschein. Kennen Sie die Frage an der Kasse, nachdem alle Waren über den...

FMW-Redaktion

Wenn man darüber nachdenkt, ist die Supermarktkasse gerade dabei die Bankautomaten abzulösen. Zumindest hat es den Anschein. Kennen Sie die Frage an der Kasse, nachdem alle Waren über den Scanner geschoben wurden? „Wollen Sie auch noch Bargeld mitnehmen“? Das ist bis jetzt eine Art kleiner netter Vorteil für Kunden, die eh in bestimmten Supermärkten einkaufen. Jetzt aber, wo immer mehr Banken für das Geldabheben am Bankautomaten Gebühren verlangen (Gebühr für das eigene Geld zahlen, unglaublich!), gibt es die Supermarktkasse als Alternative, auch ohne dort etwas kaufen zu müssen! Also ohne Mindesteinkaufswert!


Beispielbild beim Geldabheben/Einzahlen im Supermarkt. Foto: Barzahlen.de

Das kann man getrost als Revolution ansehen. Natürlich wird sich auch der Supermarkt dabei etwas denken. Auch wenn kein Mindesteinkaufswert notwendig ist, so lockt man den Geldabheber doch zumindest in den eigenen Supermarkt. Und wer erst mal dort ist, kauft vielleicht doch mal schnell dies oder jenes, obwohl er das gar nicht vor hatte. Das Berliner Fintech-Unternehmen „Barzahlen.de“ bietet eine App, mit der man blitzschnell einen Code generieren und diesen an der Kasse vorzeigen kann. Dafür gibt es dann Bargeld. Und nicht nur das. Genau so kann man auch Bargeld auf sein Bankkonto einzahlen, an der Suparmarktkasse! Aber da ist ein Schönheitsfehler vorhanden. Denn, so schreibt man Zitat:

Auch Einzahlungen auf das Girokonto sind über Barzahlen möglich. Der Prozess funktioniert
analog zum Abheben: Das Mitglied wählt in der App den einzuzahlenden Betrag aus, erhält
einen Barcode und zahlt den Betrag an der Supermarktkasse auf sein Konto ein. Die Buchung
erfolgt in Echtzeit. Einzahlungen sind ab einem Mindest-Einzahlbetrag von 50 Euro möglich
und für den Kunden entsteht eine Gebühr von 1,5 Prozent des Einzahlbetrages.

1,5% Einzahlgebühr – das ist doch mal happig! Also nichts da mit der schönen kostenlosen Fintech-Welt jenseits normaler Banken. Aber der 0815-Bankkunde erhält ja eh nur 1 x pro Monat sein Gehalt, und hebt nur ab – wann zahlt man schon mal Geld ein auf sein Konto? Bisher war dies eine reine Angelegenheit von Fintech-Banken wie N26 oder anderen Direktbanken. Jetzt aber springen die Sparda-Banken auf diesen Zug auf – sie sind die ersten klassischen Filialbanken, die somit die Supermarktkasse als Entlastung/Ersatz für ihre eigenen Filialen und Automaten nutzen. Zitat „Barzahlen.de“, wo man damit wohl offensichtlich einen guten Durchbruch erzielen wird:

Mitglieder der Genossenschaftsbanken haben damit die Möglichkeit, im Einzelhandel kostenfrei Bargeld von ihrem Girokonto per Smartphone abzuheben. Zu den teilnehmenden Partnern gehören unter anderem mobilcom debitel, REWE, PENNY und real,-. Die Sparda-Banken sind die erste Bankengruppe mit eigenen Filialen, die Barzahlen integriert, und ihren Mitgliedern das Partnernetzwerk von Barzahlen parallel zu den rund 400 eigenen Filialen anbietet. Die Sparda-Gruppe versteht sich sowohl als Direktbank als auch Filialbank und bedient ausschließlich Privatkunden.

Der Service „SpardaBargeld“ startet ab sofort bei den Sparda-Banken Nürnberg und Augsburg. Weitere Sparda-Banken werden in den kommenden Wochen sukzessive folgen. „Für Bankkunden ist die kostenlose Bargeldversorgung heutzutage ein elementares Thema. Daher freuen wir uns, unseren Mitgliedern mit dem neuen Service ‚SpardaBargeld‘ eine einfache und flexible Lösung in ihrem direkten Umfeld bieten zu können“, erklärt Stefan Schindler, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Nürnberg.

Um „SpardaBargeld“ zu nutzen, loggen sich Mitglieder der Genossenschaftsbanken einfach mit dem Smartphone in die SpardaBanking-App ein und wählen die Funktion „Auszahlung“. Dort können sie den Betrag festlegen. Anschließend wird ein Barcode generiert, auf dem Smartphone-Display angezeigt und an der Kasse gescannt. Danach wird der gewünschte Betrag ausgezahlt und die Abhebung dem Kunden sofort in der SpardaBanking-App angezeigt.

Unser Kommentar: Schöne neue Bankenwelt: Der Kunde profitiert teilweise, die Banken können ihre Filialen noch weiter zurückfahren und wohl langfristig noch mehr Personal abbauen. Dies ist genau eine Art der Effizienzsteigerung in der Bankenwelt, wie sie seitens der EZB ständig angemahnt wird. Keine Zinsspanne mehr, also müsst ihr lieben Banken einfach effizienter werden und eure Fixkosten senken! Der Bankkunde/Konsument wird quasi bei jedem Geldabheben dem brutalen „Konsumdruck“ ausgesetzt – neben 100 Euro abheben an der Supermarktkasse den Kaugummis, Zigaretten und Snacks widerstehen, die ihm/ihr am Laufband angepriesen werden!



Quelle/Foto: Barzahlen.de



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