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Europa

Die tatsächliche Arbeitslosenquote in Deutschland – eine Erwiderung

Redaktion

Veröffentlicht

am

Eine Erwiderung auf den Artikel von Claudio Kummerfeld „Die tatsächliche Arbeitslosenquote in Deutschland“ von dem Finanzmarktwelt.de-Leser „Pan-Autarkia“.

(Anmerkung der Redaktion: unter dem Artikel „Die tatsächliche Arbeitslosenquote in Deutschland“, den wir vollständig zum besseren Verständnis wiederholen, finden Sie die Argumente der Erwiderung)

Heute wollen wir uns mit einer sehr löblichen und doch noch verbesserungswürdigen Stellungnahme zur Volksvergackeierung rund ums Thema „Arbeitslosenquote laut dem neuesten Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit“ beschäftigen:


http://finanzmarktwelt.de/die-tatsaechliche-arbeitslosenquote-in-deutschland-10577/

Die tatsächliche Arbeitslosenquote in Deutschland

Veröffentlicht am 25.03.2015

Von Claudio Kummerfeld

Wie viele Arbeitslose hat Deutschland wirklich? finanzmarktwelt.de wollte wissen: Wie hoch ist die tatsächliche Arbeitslosenquote in Deutschland wirklich? Eine Analyse der vorhandenen Daten.

Eine aktuelle Arbeitslosenquote von nur 6,9%, wie sie Ende Februar von der Bundesagentur für Arbeit verkündet wurde, klingt “relativ” gut. Wir wollten aber mal abseits jeder Vermutung versuchen die tatsächliche Arbeitslosenquote in Deutschland zu erfahren. Wie sehr wird in Deutschland geschummelt? Wer ist aus der Statistik gestrichen und wie? Und vor allem: wie wird das offiziell begründet.

Maßnahmen

Arbeitslose, die in sogenannten Maßnahmen zwischengeparkt werden, also in Häkel-Gruppen, Sporttherapie, Bewerbungstraining uvm, zählen nicht als arbeitslos, da sie ja einer “Tätigkeit” nachgehen und somit dem Arbeitsmarkt “nicht zur Verfügung” stehen. Und wer nicht zur Verfügung steht, kann auch nicht zur Berechnung der Arbeitslosenquote herangezogen werden. Klingt logisch, ist aber natürlich Quatsch. Denn die “Maßnahme” dient ja offiziell dazu einen Arbeitslosen weiter zu qualifizieren, damit er höhere Chancen hat eine Arbeit zu finden – somit sagt ja schon der gesunde Menschenverstand, dass diese Person arbeitslos ist, zumal sie ihr Geld vom Amt bezieht.

„Sonderregelungen für Ältere”

In der weiter unten gezeigten Grafik erscheint eine Rubrik “Sonderregelungen für Ältere”. Menschen, die noch nicht alt genug für die Rente sind, aber in den Augen der Arbeitsagentur so alt, dass sie nicht mehr vermittelt werden können, werden einfach nicht mehr mitgerechnet. Um das für die Statistik ordentlich aufzubereiten, hat man anscheinend diese Rubrik geschaffen, die “Sonderregelung”. Unsere Meinung: Wer noch nicht das Rentenalter erreicht hat, und keine Arbeit hat, ist arbeitslos, und muss auch als Arbeitsloser gezählt werden. Da gibts doch gar nichts zu diskutieren!

Kranke Arbeitslose

Arbeitslose, die krank sind, zählen nicht als arbeitslos, da sie dem Arbeitsmarkt während ihrer Krankheit ja “nicht zur Verfügung” stehen. Irgendwie logisch, aber letztendlich ändert es nichts an der Tatsache: der kranke Arbeitslose ist arbeitslos, und wenn er wieder gesund ist, ist er immer noch arbeitslos – also ist es eine reine Zahlentrickserei die kranken Arbeitslosen aus der Statistik zu streichen.
Private Vermittlung

Wird ein Arbeitsloser durch private Arbeitsvermittler betreut, fällt er ebenfalls aus der Statistik, wird also nicht als Arbeitsloser gewertet. Paradox… das Geld kommt weiter vom Amt, der Arbeitslose sucht Arbeit, ist aber statistisch gesehen nicht arbeitslos.

Der Monatsbericht

Die Bundesagentur veröffentlicht neben den wichtigsten Fakten zum Arbeitsmarkt auch einen umfassenden Monatsbericht, in dem alle Details eingesehen werden können. Studiert man den Monatsbericht genauer, stößt man auf folgendes Zahlenmaterial, das ganz unscheinbar in die sonstigen Daten eingearbeitet ist. Die Rede ist hier von Personen, die “im weiteren Sinne” arbeitslos sind und von Personen, die “nahe am Arbeitslosenstatus” sind. Mit so schwammigen Formulierungen kann man theoretisch die Arbeitslosenquote auch auf 0% runterrechnen. Das wäre dann aber zu auffällig manipuliert. Die beiden Hauptsummen haben wir rot markiert. In diesen Rubriken sind die Arbeitslosen untergebracht, die wir vorher teilweise erwähnt haben wie z.B. Maßnahmen und “zu alte” Arbeitslose.

Arbeitslose-rausgerechnet-aus-der-Statistik

Die tatsächliche Arbeitslosenquote

Wie hoch ist die Quote wirklich, und wie viele Menschen sind wirklich arbeitslos? Addiert man die versteckten Arbeitslosen zusammen, kommt man zu diesem Ergebnis:

Februarzahl offiziell: 3.017.000 Arbeitslose
“Im weiteren Sinne arbeitslos”: 341.199
“Nahe am Arbeitslosenstatus”: 454.663
Somit tatsächlich arbeitslos: 3.812.862

Quote offiziell: 6,9%
Quote tatsächlich: 8,72%

Abschließend kann man eigentlich nur sagen: warum wundern sich Politiker und die sogenannten Mainstream-Medien, wenn zunehmend immer mehr Menschen ihnen nicht mehr vertrauen? In keiner Zeitung wird zur Präsentation der offiziellen Zahlen auf diese Manipulationen hingewiesen. Eigentlich weiß doch jeder, dass wir in Deutschland mehr als 6,9% Arbeitslose haben. Warum nicht einfach ehrlich die Fakten auf den Tisch legen? Zumal doch gerade jetzt Andrea Nahles den Posten der Bundearbeitsministerin bekleidet – vormals Chefin der Jusos, Kämpferin für Gerechtigkeit und Transparenz.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt

 

Die Erwiderung auf den Artikel von Claudio Kummerfeld durch „Pan-Autarkia“:

FAZIT zuächst in Gestalt unserer Überarbeitung der oben gezeigten Tabelle:

Arbeitslosenzahl

Die Aussagen in o. g. Stellungnahme klären richtig auf, bleiben aber auf dem halben Weg leider noch stecken. Auch die vom Autor vorgenommene Erhöhung von der offiziellen, in Medien verbreiteten und von den Regierungsparteien strahlend kommentierten Arbeitslosenquote von 6,9 % auf 8,7 % übersieht leider die Wahrheit:

Die schon eher der WAHRHEIT entsprechende Arbeitlosenquote beträgt 12,5 % (siehe türkis-farbenen Kasten). Und selbst diese Zahl ist noch geschönt; denn es fehlen noch alle die gesuchten, aber nicht gefundenen Arbeitsstunden. Angenommen, alle Arbeitswilligen würden vierteltags arbeiten, obwohl sie nach einer Ganztagsarbeit suchen. Dann würde man von 0% Arbeitslosenquote sprechen; denn es haben ja ALLE Arbeit. Doch in WAHRHEIT beträgt in diesem Beispiel die – richtig ausgedrückt – Arbeitslosigkeits-Quote 75 %; denn 75 % der Arbeitsstundenwünsche sind hier unerfüllt. Eine solche Korrektur fehlt also noch bei der Berechnung der Quote von 12,5 %.

Doch setzt man die Zahl der knapp 4,4 Mio. Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) ins Verhältnis zu den 30.648.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, sind das alleine schon 14,4 %. Also sind auch die 12,5 % Makulatur. Hinzu kommen noch alle diejenigen, die aus dem Arbeitslosengeld II herausfallen, ohne Chance auf bezahlte Arbeit.

Die Regierungsparteien und die mit ihnen vereinten „politisch korrekten“ Medien leben davon, das Schlechte gut zu reden. Da wird Propaganda gemacht, welche Wähler- und Leserzustimmung fördern. Das Mittel dazu ist die geschickte und daher meistens unbemerkte Lüge. Schon die Zahl von 12,5 % ist so erschreckend, dass man sie heruntermanipuliert. Wie hoch die WAHRE Arbeitslosigkeitsquote ist, wissen wir mangels Datenzugang natürlich nicht. Aber wir schätzen sie auf mindestens 20 %, wohl eher über 30 %. Wenn die Medien so was Grausames rüberbringen würden, bestünde Revolutionsgefahr. Die Leute würden weder die Zeitungen und Zeitschriften kaufen, noch würden sie die Regierungsparteien unterstützen.

Also wird auf Teufel komm‘ raus gelogen. Selbst der intelligente und kritische Autor des o. g. Artikels ist Opfer dieser Propaganda. Fast ein ganzes Volk ist Propaganda-Opfer und marschiert immer mehr auf politisches Analphabetentum zu.

Wie viel bzw. wie wenig Prozent werden wohl durch den 82-seitigen Monatsbericht der Agentur für Arbeit durchsteigen? Hier ist er:

http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201502.pdf

Das gehört ja schon zur Grundpropaganda: Die negativen Dinge, die man einfach rüberbringen könnte, so langatmig und so kompliziert + intransparent präsentieren, dass man das gleich zur Seite legt! Welcher Journalist, der von Zeilenhonorar lebt, aber einen höchstens einseitigen Zeitschriftenartikel zum Monatsbericht schreiben soll, hat die Zeit, das alles zu studieren?

Dabei wäre alles so einfach: Arbeitslosigkeit eines Volkes wird in Stunden pro Woche gemessen, in denen keine bezahlte Arbeit geboten wurde, obwohl eine solche Arbeit gesucht wurde (Zahl A). Diese wird ins Verhältnis gesetzt zur Menge aller tatsächlich von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten geleisteten Arbeitstunden (Zahl B).

Arbeitslosigkeitsquote = Relation von A zu (A + B).Dazu Grafiken zum Aufzeigen der lang-, mittel- und kurzfristigen Entwicklung.

Das könnte man in einem Anhang aufteilen nach Männern und Frauen, nach Schulabschlüssen, Akademikern und Nicht-Akademikern, promovierten und nicht promovierten Akademikern, nach Altersgruppen, nach Absolventen eines Studiums innerhalb der ersten z. B. zwölf Monate nach dem Examen, nach Regionen usw. Dazu ein Glossar mit der Definition der Begriffe und dazugehörige Grafiken. Fertig!

Das möglichst EU-weit ebenso! Zur Vergleichbarkeit mit den Lügenstatistiken anderer Länder könnte man ja auch Berechnungen gemäß der alten Lügenmethode liefern, bis die meisten aufgewacht sind.




(Anmerkung der Redaktion: Die Erwiderung ist die alleinige Meinung unseres Lesers „Pan-Autarkia“ und spiegelt nicht die Meinung von finanzmarktwelt.de wieder)

25 Kommentare

25 Comments

  1. Avatar

    Horst Weinrich

    31. März 2015 11:06 at 11:06

    Vielen Dank für die Erörterung!! Bin selbst Betroffener und habe mich u. meine einschlägigen Erfahrungen daher gerne bestätigen lassen.
    Leider interessiert das Thema die Öffentlichkeit nicht („versuchs doch mal mit Arbeit“ oder „…das kann doch gar nicht sein?!!“). Wirtschaftswissenschaftler, 51 j. 2. Bildungsweg, kaufm. Berufsausbildung, insges. 6 Jahre Kunde der Bundesagentur (div. Maßnahmen), dann 15 Jahre Bankerfahrung und nun hoffnungslos und ohne Rentenerwartung – bleibt evtl. noch die Karriere als Leiharbeiter?! Diese ca. 1 Mio in prekären Verhältnissen beschäftigten Mitbürger, werden als Erfolg gewertet aber mangels ausreichender Beitragszahlungen in 10 – 15 J. das Sozialsystem endgültig in Frage stellen. Auch statistische Tricksereien werden angesichts Millionen von Altersarmut betroffener an ihre Grenzen stoßen.

    • Avatar

      Kay Schlickeiser

      31. März 2015 13:15 at 13:15

      Genau das ist es ja ! Ich zeige es immer wieder, damit man da draussen endlich kapiert, wie wir aus Berlin verar**** werden. Merkel und ihre absolut unfähige Chaoten-Truppe – muss weg ! Und wer soll dann kommen ? Ich weiss es selber nicht ! Gibt keine Fähigen ! Und aus diesem Grunde habe ich auch diese Seite http://www.der-reale-irrsinn.de entwichelt – ich will den Menschen die Wahrheit sagen !

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        Di Dago

        1. April 2015 15:07 at 15:07

        Hallo Leute

        Macht Euch nicht zu Ofern! Gewählt habt doch Ihr diese unfähige Regierung!
        Ich bin Schweizer und mit einer Deutschen verheiratet, ich sehe wie es meine Frau schmerzt, wenn sie sieht was für ein einfältiger Haufen in Deutschland die geschicke des Landes bestimmt!
        Ich als Aussenstehender würde die AfD wählen, denn wenn diese Partei gestärkt wird, muss sie sich auchnicht mehr diesen Einheitsparteien anbiedern um in die Verantwortung zu kommen und etwas ändern zu können.
        Also meine lieben Deutschen Brüder, ihr habt es in der Hand!
        P.S. Ich Frage mich ja ständig, wie konnte die Merkel nur die letzten Wahlen gewinnen? Sie war schon immer schlecht udn das bisschen was Gut kam, hat noch GoldkettchenGerd verbrochen!
        Die hat doch nichts, aber rein gar nichts gemacht! Ausser Agitprop!

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          Kay Schlickeiser

          1. April 2015 16:36 at 16:36

          Genauso ist es ! Ich habe Merkel nie gewählt, nur die AfD ! Aber nicht weil besser sind aondern weil es keine andere Alternative gibt. Und ja, Sie haben Recht ! Unsere Politiker sind die dümmsten der Welt – kassieren aber leisten nichts ! Warum man Merkel wiedergewählt hat ? DAS ist die Frage, die ich mir schon die ganze Zeit stelle – der Deutsche Michel eben ! Signatur : http://www.der-reale-irrsinn.de

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            Kay Schlickeiser

            1. April 2015 16:38 at 16:38

            Genauso ist es ! Ich habe Merkel nie gewählt, nur die AfD ! Aber nicht weil die besser sind als die anderen, sondern weil es keine Alternative gibt. Und ja, Sie haben Recht ! Unsere Politiker sind die dümmsten der Welt – kassieren aber leisten nichts ! Warum man Merkel wiedergewählt hat ? DAS ist die Frage, die ich mir schon die ganze Zeit stelle – der Deutsche Michel eben ! Signatur : http://www.der-reale-irrsinn.de

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            Jens Höner

            1. Juli 2016 09:16 at 09:16

            Weil dem Volke die Propaganda verabreicht wurde: „wer nicht wählt, wählt rechts“. Aber das, dass genaue Gegenteil somit erreicht wird, hat das gute „dumme“ Volk noch nicht kapiert!

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    Kay Schlickeiser

    31. März 2015 13:04 at 13:04

    Und schon wieder die frisierten Zahlen ! Die Wahrheit dazu gibts hier : http://www.der-reale-irrsinn.de

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    KK

    31. März 2015 18:11 at 18:11

    Wo bleiben die sogenannten ‚prekären‘ Arbeitsverhältnisse, wo man/frau einfach froh ist, arbeiten zu dürfen, auch wenn man/frau praktisch nicht bezahlt wird, aber ‚Arbeitserfahrung sammeln‘ darf ? Praktika, Volutariate, … und wie sie alle heissen ?

    Sind die irgenwo erfasst, oder fallen die durch alle Register; sind diese Zahlen gar nirgends aufzufinden ?

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      Kay Schlickeiser

      31. März 2015 19:17 at 19:17

      Die ganze Statistik ist ein einziges Lügenmärchen. Merkel und ihr Sauhaufen sollen gut dastehen, und da kann man keine schlechte Zahlen gebrauchen. Denen ist´s doch egal – Hauptsache unter 3 Mill. ! Signatur http://www.der-reale-irrsinn.de

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    Oliver

    31. März 2015 19:09 at 19:09

    Die einzige ehrliche Statistik würde die Anzahl der Nettosteuerzahler bekannt geben.

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    Oblomow

    31. März 2015 20:35 at 20:35

    Auch von mir herzlichen Dank an @Pan-Autarkia.

    Die Verschleierung findet jedoch nicht nur bei der Arbeitslosenstatistik statt. Dazu nur einige Stichworte:

    Bei den Erwerbstätigen wird auch der Öffentliche Dienst erfasst. Der muss insgesamt von den außerhalb desselben Tätigen, insbesondere über Steuern (der Haupteinnahmequelle des Staates), finanziert werden. Daher werden auch die Steuern der Beschäftigten im ÖD in Wahrheit nicht von den dort „Erwerbstätigen“ getragen. Steuern könnten folglich gesenkt werden, entlohnte man den ÖD einfach netto.

    Weiteres Beispiel sind die Gehaltsabrechnungen der Arbeitnehmer. Dort sind u.a. das Bruttogehalt und die AN-Anteile zur Soz.Vers., die ESt -als Abzugsposten- sowie das sich daraus ergebende Nettogehalt aufgeführt. Zusätzlich werden die AG-Anteile zur Soz.Vers. angegeben. Was fehlt, ist die Summe aus Bruttogehalt und AG-Anteilen. Das aber ist der Betrag, den der AG bei Licht betrachtet für die Arbeitskraft zahlt. Dazu ein Beispiel (die Beitrags- und Abgabensätze sind nicht aktuell, da aus 2011 stammend):

    Unterstellt, ein AN hätte ein Bruttogehalt von 3.000,00 Euro mtl. (mithin 36.000 Euro/brutto/Jahr), läge die Arbeitgeberbelastung bei 43.101 Euro/Jahr und die weitere Rechnung sähe wie folgt aus (Steuerklasse I, keine Kinder):
    43.101,00 Euro Arbeitgeberbelastung
    – 2.628,00 Euro AG-Anteil KV
    – 351,00 Euro AG-Anteil PV
    – 3.582,00 Euro AG-Anteil RV
    – 540,00 Euro AG-Anteil AV
    = 36.000,00 Euro Bruttogehalt AN
    – 2.952,00 Euro AN-Anteil KV
    – 441,00 Euro AN-Anteil PV
    – 3.582,00 Euro AN-Anteil RV
    – 540,00 Euro AN-Anteil AV
    Zwischensumme:28.485,00 Euro
    – 5.683,00 Euro LSt
    – 312,56 Euro Soli
    = 22.489,44 Euro Auszahlung an AN

    Bezogen auf die AG-Belastung, kommen nur 52,18 % (22.489,44 Euro) beim AN an.

    Die Bruttogehaltsdarstellung (36.000 Euro als explizit ausgewiesene Ausgangsgröße) erweckt jedoch den Eindruck, vom Preis für die Arbeitsleistung (das ist die AG-Belastung) würden „nur“ ca. 37,53 % (13.510 Euro) abgezogen.

  6. Avatar

    nanukwolf

    31. März 2015 21:14 at 21:14

    Alle schimpfen über die Reg. Part. wer zum Teufel hat die den dann gewählt

    • Avatar

      Oblomow

      31. März 2015 22:18 at 22:18

      Es geht doch um alle Parteien. Schauen Sie beim Bundeswahlleiter nach. Dort sehen Sie, dass 71,5 % der Wahlberechtigten 2013 meinten, ihre Entscheidung über die Farbe des Käfiggitters vermöchte etwas zu bewirken.

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    Dr. Jens Romba

    31. März 2015 21:59 at 21:59

    Es wäre sehr schön, in diesem Zusammenhang auch einmal festzustellen, wie hoch denn der Anteil der arbeitslosen Akademiker und Ingenieure sowie der Studienabbrecher bei den ganzen Arbeitslosen ist. Denn sehr oft wird ja von den Mainstreammedien Werbung für das Studium der sogenannten MINT-Fächer (MINT = Mathematik, Ingenieurswissenschaften, Naturwissenschaften, Technik) gemacht, da uns angeblich in naher Zukunft wohl ein „Fachkräftemangel“ bevorsteht. Ein „Fachkräftemangel“ der schon heute so gravierend ist, daß wir unbedingt mehr Zuwanderung aus dem Ausland brauchen. In Zusammenhang damit habe ich unter

    https://propagandaschau.wordpress.com/2014/09/04/gastbeitrag-die-mar-vom-fachkraftemangel/

    einmal eine sehr interessante Reportage zusammengefaßt, die sich ein jeder Leser einmal anschauen sollte. Der dementsprechende Link sowie weitere interessante Links und auch Kommentare Betroffener werden mit diesem Artikel gleich mitgeliefert. Wer dann noch interessiert ist, kann sich unter

    https://buergerstimme.com/Design2/2014/09/fachkraeftemangel-schuldig-oder-nicht-schuldig/

    einen weiteren Artikel mitsamt ebenfalls weiteren interessanten Links und Kommentaren Betroffener durchlesen.

    Ich schätze einmal, daß auch der Anteil der arbeitslosen, prekär oder fachfremd beschäftigten Akademiker bereits seit vielen Jahren falsch angegeben wird. Denn nur so kann ich es mir erklären, daß ich nun schon seit 10 Jahren nach Abschluß meiner Promotion zum Dr. rer. nat. keine adäquate Anstellung bekommen habe. Und das obwohl ich ungebunden und flexibel bin sowie dazu bereit, weltweit zu leben, zu reisen und zu arbeiten. Und nur so wären auch die anderen geschilderten Fälle in den erwähnten Artikeln und Links erklärbar.

    Würde jedoch diese Wahrheit zugegeben, so gäbe es nicht nur eine Revolution. Denn dann würde das jahrzehntelange Prinzip des Weiterkommens und des Wohlstandes durch Bildung und durch Qualifikation derart ad absurdum geführt, daß das gesamte Universitäts- und Bildungssystem nicht nur in Deutschland zusammenbräche. Offenbar ist dies mittlerweile aber unbedingt vonnöten, da vermutlich nur auf diese Weise die jetzt bestehende Misere in der gegenwärtigen Arbeits- und Bildungslandschaft wirksam angegangen und behoben werden könnte.

  8. Avatar

    Kay Schlickeiser

    31. März 2015 22:01 at 22:01

    Ich habe da noch etwas, was interessant sein dürfte : Nachfragen unerwünscht ! Wenn Politiker und Wirtschaftsbosse Rede und Antwort stehen sollen : http://www.der-reale-irrsinn.de

  9. Avatar

    Max

    1. April 2015 03:14 at 03:14

    es ist natürlich Quark, die Hartzer ins Verhältnis zu allen Sozialversicherungspflichtigen zu setzen. Hartzer können auch Aufstocker sein oder Selbständige oder oder.

    halbwegs korrekt wäre, die Zahl der tatsächlich Arbeitslosen ins Verhältnis zu den Vollzeitbeschätigten zu setzen, das sind lt. Destatis rund 22 Mio.

    somit beträgt die echte Arrbeitslosenquote rund 17%.

  10. Avatar

    Kay Schlickeiser

    6. April 2015 11:16 at 11:16

    Wallraff-Undercover im Jobcenter. Ich biete den Beitrag jetzt frei zum Ansehen an – solange, bis RTL ihn sperrt : http://www.der-reale-irrsinn.de

  11. Avatar

    Karl-Josef Schnitzler

    30. Juli 2015 11:59 at 11:59

    Nicht in der Statistik sind u.a. Personen, die:

    – krank und arbeitslos sind,

    – eine Stelle suchen, aber eine Beschäftigung haben, das mehr als 450€ Einkommen bringt

    – eine Stelle suchen, aber einen Job haben, aus dem mehr als 450€ einkommen resultieren

    – langzeitarbeitslos sind, aber sehr erfahren, also älter als 56

    – arbeitslos sind, aber nicht bei der Arbeitsagentur gemeldet

    – keine Lust haben, regelmäßig zur Arbeitsagentur zu gehen und dort völlig sinnlos die Zeit zu verbringen

    – arbeitslos sind, einen 450€ Job haben und die sehr geringen Rentenversicherungsbeiträge bezahlen

    – ein Studium beendet haben

    – arbeitslos sind, aber nicht die vorgeschriebene Anzahl an Bewerbungen nachweisen wollen oder können

    – sich zum 5. mal in einer ABM-Maßnahme der Arbeitsagentur befinden, in der man lernt, wie man Bewerbungen schreibt

    – von der Arbeitsagentur an eine andere Institution übergeben wurde, die eine Arbeitsstelle sucht

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Europa

ifo Index schwächer, erster Rückgang seit sechs Monaten

„Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten“

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für Oktober veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 92,7 (Prognose war 93,0; Vormonat August war 93,4) – der erste Rückgang nach fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,3 (Prognose war 89,9 ; Vormonat war 89,2)

– Erwartungen: 95,0 (Prognose war 96,5; Vormonat war 97,7)

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

„Die Stimmung unter den Unternehmenslenkern hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 92,7 Punkte gesunken, nach 93,2 Punkten[1] im September. Dies ist der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge. Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten. Ihre aktuelle Situation beurteilten sie hingegen etwas besser als im Vormonat. Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu.

Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich. Deutlich mehr Firmen waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die Unternehmen konnten ihre Kapazitätsauslastung im letzten Quartal deutlich von 75,3 auf 79,8 Prozent steigern. Der zuletzt aufgekommene Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate hat aber einen merklichen Rückschlag erhalten.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima hingegen merklich verschlechtert. Die Dienstleister waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Zudem ist der Optimismus der Vormonate zur weiteren Geschäftsentwicklung wieder verschwunden.

Im Handel ist Geschäftsklimaindikator leicht gesunken. Während die Händler pessimistischer auf die kommenden Monate schauen, waren sie mit den laufenden Geschäften zufriedener.

Auch im Bauhauptgewerbe ist die Aufwärtsbewegung des Geschäftsklimas gestoppt. Die Unternehmen korrigierten ihre sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage deutlich nach unten. Auch ihre Erwartungen fielen etwas pessimistischer aus.“

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

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am

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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