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Die Unverwundbarkeit der US-Wirtschaft – oder warum reagieren die US-Börsen nicht stärker?

Die US-Indizes handeln nur vier Prozent unter ihrem Allzeithoch, dabei hat sich die Lage an den Märkten doch substanziell eingetrübt. Was ist da los?

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Seit dem 3.Mai, als US-Präsident seinen unversöhnlichen Tweet über das Scheitern der Verhandlungen mit China in die Welt sandte, sind die Kurse an der Wall Street vier Wochen in Folge gefallen. Aber in welchem Ausmaß? Gerade mal gut vier Prozent von ihrem Allzeithoch, dabei hat sich die Lage an den Märkten doch substanziell eingetrübt. Die Anhebung der Zölle auf 25 Prozent und die Inaussichtstellung weiterer auf das gesamte Exportvolumen Chinas, der Huawei-Bann, die Kriegsgefahr im mittleren Osten mit dem Iran und die Spannungen im chinesischen Meer, um nur einige der Imponderabilien mit Kursrelevanz zu nennen.

 

Der Glaube an den wirtschaftlichen Sieg

Warum rauschen die Märkte bei diesen Meldungen nicht in den Keller?

Sie denken wahrscheinlich einen Schritt weiter. Trump riskiert keinen Aktiencrash und wird zurückrudern. Ratio versus Emotio

In meinem Kommentar vom 7. Mai habe ich die Zwickmühle dargestellt:

„Kann Donald Trump seine Zolldrohungen wirklich dauerhaft umsetzen? Die Grenzen des Pokerspiels“

Es gibt zwei entscheidende Prioritäten, die alle Aktionen, die man aus den Vereinigten Staaten hört, determinieren:

  • Donald Trump will 2020 wiedergewählt werden und braucht dazu unbedingt die Unterstützung der Wall Street und
  • die US-Gesellschaft kann keinen Crash am Aktienmarkt verkraften, ohne heftige Auswirkungen auf Wohlstand und inneren Frieden“

Das gilt weiterhin, da kann Trump noch so viel poltern.

Seit dem 3. Mai, als Trump seinen Tweet abgesetzt hat, ist der breite Markt um nicht ganz 4 Prozent, die Chipbranche 13% sowie Apple 13% (22 % vom Hoch) gefallen.

Die Märkte glauben insgesamt immer noch Trumps Version von der starken US-Konjunktur und dass man den Handelskrieg ohne große Schäden gegenüber China gewinnen werde.

Ein US-Manager hat dazu eine interessante Aussage gemacht. Die Symbiose zwischen den USA und China hat über Jahrzehnte funktioniert und es ist unsinnig, diese mit einem Handelskrieg zu beenden. Die US-Konsumwirtschaft basiert auf der Produktvielfalt, die billig aus China geliefert wird. Wir haben keine Chance dies kurzfristig zu ersetzen und für den Übergang von einer Konsum- zu einer Produktionsökonomie gibt es noch nicht mal einen Plan A.

Führt man den Streit fort, gibt es ein „Hard Landing“ für die USA.

 

Wie sieht es sentimenttechnisch aus?

Die monatliche Stimmungsumfrage der Bank of America/Merril Lynch unter Fondsmanagern zeigt eine Zunahme der Absicherungsgeschäfte. Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat zur Absicherung der Bestände gegenüber fallenden Kursen geführt.

Dies zeigt das  Put/Call-Verhältnis an der Chicagoer Terminbörse CBOE.

US-Fondsmanager sind aktuell nur noch zu 73 Prozent investiert, ein Rückgang der Investitionsquote um neun Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Daraus ist zu folgern, dass man einen großen Teil der Positionen liquidiert und den Barbestand erhöht hat. Der Bulle/Bär-Index steht mit minus 9,5 Prozent deutlich im negativen Bereich.

Der Fear&Greed- Index der US-Aktienmärkte notiert mit 39 Prozent im neutralen Bereich, wie auch andere kurzfristige Indikatoren. Dies war der Stand zu Beginn der Woche.

Insgesamt bedeutet dies, dass man mit rückläufigen Kursen rechnet – und da sind wir wieder bei dem leidigen Thema Short Squeeze.

 

Fazit

Insgesamt ist eines festzustellen: Die Märkte haben mit einem kürzeren Handelsstreit gerechnet, denn sie sind von der Rationalität des Präsidenten ausgegangen – und das könnte ein temporärer Trugschluss gewesen sein.

Deshalb muss man jetzt die Kollateralschäden des Handelsstreits einpreisen, vorausgesetzt er dauert noch an.

Wenn Trump aber die Reaktion der Märkte ignorieren will, bräuchte er etwas anderes, was er als unausweichlichen Faktor für diesen Umstand präsentieren kann.

Eine militärische Eskalation mit dem Iran zum Beispiel – das würde seine Klientel ablenken..

2 Kommentare

2 Comments

  1. Warnsignal

    22. Mai 2019 10:08 at 10:08

    Weil nicht sein kann was nicht sein darf („Hard Landing“)? Das nenne ich mal ein gesundes Fundament für eine Rallye.

  2. Scheer

    22. Mai 2019 10:25 at 10:25

    @Fugmann:
    Sehe ich auch so, wann immer die Wirtschaft in den USA am schwächeln ist wird ein Krieg vom Zaun gebrochen. Das deckt sich mit der derzeitigen Eskalationsbereitsaft des Hegemons.
    Die Frage ist nicht ob, sondern wo dieser Krieg ausbrechen wird.

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Indizes

Headlines der Pressekonferenz von Jerome Powell – Fed-Chef lässt sich alle Optionen offen

Die wichtigsten Aussagen des durch Donald Trump unter Druck stehenden Fed-Chairman auf seiner Pressekonferenz

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Die wichtigsten Aussagen des durch Donald Trump unter Druck stehenden Fed-Chairman auf seiner Pressekonferenz in Schlagzeilen:

Kurzfazit FMW: Powell hält sich alle Türen offen! Die Wirtschaft überwiegend stark, aber die Risiken hätten eben zugenommen, deswegen hielten manche Fed-Mitglieder perspektivisch eine laxere Geldpolitik für geboten, wenn das Umfeld sich verschlechtern sollte. Wir wollen abwarten und dann reagieren, so der Tenor. Aber: keine Andeutung einer kommenden Zinssenkung im Juli (was auch nicht völlig ausgeschlossen wird durch Powell), aber das ist doch deutlich offener als die von den Märken eingepreiste Wahrscheinlichkeit von über 80% für eine Zinssenkung im Juli. Ob die Märkte das heute noch realisieren werden, dass sie schon sehr weit vor der Kurve sind?

Hier das Fazit eines Fed-Zynikers:

– Powell nimmt Platz..es geht los!

– Unsicherheiten und geringerer Inflationsdruck, werden handeln wenn nötig

– bislang Wirtschaft noch robust, erwarten weiter anziehende Inflation wenn Arbeitsmarkt stark bleibt

– Daten aus China und Europa waren zuletzt ermutigend

– Risikobewußtsein an den Märkten hat sich verschlechtert, sichtbar in den fallenden Inflationserwartungen

– einige Fed-Mitglieder sehen eine Änderung der Geldpolitik als nötig an

– Arbeitsmarkt bleibt stark

– unser Ausblick auf die Wirtschaft bleibt optimistisch, aber die Risiken haben zugenommen, was eine akommodierendere Geldpolitik nötig machen könnte

– schwächeres Wachstum in der Weltwirtschaft könnte Inflation eindämmen

– Konsum hat sich wieder erholt

– werden abwarten, wie sich die Lage weiter entwickelt und dementsprechend handeln

Powell jetzt fertig mit seinem Vortrag, jetzt Fragen..

————–

– wir hatten zuletzt starke Arbeismarktdaten, werden jetzt einfach die kommenden Daten abwarten

– Frage: wenn es einen Handelsdeal USA-China gibt, wird die Fed die Zinsen dann nicht senken? Powell: werden das nicht an einer einzigen Sache festmachen, sondern das Gesamtbild beurteilen


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– Frage nach Trump – Powell: das Gesetz ist klar, ich werde meine vierjährige Amtszeit haben

– Frage nach Draghis Rede gestern: jede Notenbank macht das, was sie für ihren Bereich für richtig hält – wir kümmern uns um die USA

– Frage nach Inflation: wir müssen stark sein beim festhalten am 2%-Ziel:

– Frage nach dem starken Dollar – Powell: Währungspolitik ist Aufgabe des US-Finanzministeriums, nicht die der Fed

– bis auf ein fed-Mitglied waren alle gegen eine sofortige Zinssenkung, weil wir einfach abwarten wollen, wie die Dinge sich entwicklen

– wir haben global die Lage, dass die Produktion (manufacturing) schwach ist, aber der Dienstleistungssektor sehr robust bleibt

Pressekonfernenz beendet

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Devisen

Aktuell: Markus Koch im LIVE-Video zur Fed-Entscheidung

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Von

Markus Koch meldet sich aktuell LIVE im folgenden Video zur aktuellen Fed-Entscheidung. Sein Video trägt den Titel „FED LIEFERT“.

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Indizes

Fed lässt Leitzins unverändert

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Soeben hat die Fed ihren Entschluß mitgeteilt, die Zinsen unverändert zu belassen!

– Unsicherheiten haben zugenommen

– Fed läßt Wort „patient“ weg

– Bullard wollte Zinsen senken

– Dot plots gesenkt – Fed erwartet unveränderte Zinsen für 2019

– werden die Entwicklung sorgfältig beobachten

– der Vergleich zum letzten Statement:

FMW: die Fed läßt sich alle Türen offen, die Fed-Mitglieder sind gespalten. Nun wird entscheidend sein, ob Powell bei der Pressekonferenz in Sachen Inflation das Wort „transitory“ fallen läßt, also seine bisherige Aussage revidiert, wonach die Inflation nur vorübergehend niedriger sei. Sollte Powell das machen, wäre das ein Hinweis auf eine Juli-Zinssenkung!


Hier das FOMC-Statement im Wortlaut:

Information received since the Federal Open Market Committee met in May indicates that the labor market remains strong and that economic activity is rising at a moderate rate. Job gains have been solid, on average, in recent months, and the unemployment rate has remained low. Although growth of household spending appears to have picked up from earlier in the year, indicators of business fixed investment have been soft. On a 12-month basis, overall inflation and inflation for items other than food and energy are running below 2 percent. Market-based measures of inflation compensation have declined; survey-based measures of longer-term inflation expectations are little changed.

Consistent with its statutory mandate, the Committee seeks to foster maximum employment and price stability. In support of these goals, the Committee decided to maintain the target range for the federal funds rate at 2-1/4 to 2-1/2 percent. The Committee continues to view sustained expansion of economic activity, strong labor market conditions, and inflation near the Committee’s symmetric 2 percent objective as the most likely outcomes, but uncertainties about this outlook have increased. In light of these uncertainties and muted inflation pressures, the Committee will closely monitor the implications of incoming information for the economic outlook and will act as appropriate to sustain the expansion, with a strong labor market and inflation near its symmetric 2 percent objective.

In determining the timing and size of future adjustments to the target range for the federal funds rate, the Committee will assess realized and expected economic conditions relative to its maximum employment objective and its symmetric 2 percent inflation objective. This assessment will take into account a wide range of information, including measures of labor market conditions, indicators of inflation pressures and inflation expectations, and readings on financial and international developments.

Voting for the monetary policy action were Jerome H. Powell, Chair; John C. Williams, Vice Chair; Michelle W. Bowman; Lael Brainard; Richard H. Clarida; Charles L. Evans; Esther L. George; Randal K. Quarles; and Eric S. Rosengren. Voting against the action was James Bullard, who preferred at this meeting to lower the target range for the federal funds rate by 25 basis points.

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