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Die US-Arbeitsmarktdaten heute

FMW-Redaktion

Heute ist es wieder so weit: die von den Märkten als wichtigstes Konjunktur-Datum der Welt wahrgenommen US-Arbeitsmarktdaten, die Non-farm payrolls, stehen an. Der am Mittwoch veröffentlichte ADP Arbeitsmarktbericht hatte die Erwartungen weit übertroffen, dazu gestern starke US-Erstanträge – daher sind die Erwartungen hoch. Doch zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass die Daten im März häufig enttäuschen: seit dem Jahr 2010 fielen fünf Arbeitsmarktberichte schwächer aus als erwartet (was auch an den „seasonal adjustments“ liegen kann).

Ein Faktor könnte wichtig werden: das Wetter! Im Februar waren die Zahlen stark, damals war das Wetter in den USA ungewöhnlich warm. Im März hat sich das geändert, der Wintersturm Stella erfasste Anfang des Monats den Mittleren Westen sowie die Ostküste mit reichlich viel Schnee. Da in den USA neue Stellen sehr schnell und unbürokratisch vergeben werden, reagieren viele Firmen eben stark auf Wetter-Erscheinungen und stellen in solchen Phasen weniger ein.

Zudem könnte der extrem warme Februar (zweitwärmster Februar in der Geschichte der USA) gewisse Vorzieh-Effekte ausgelöst haben, die sich nun negativ bemerkbar machen könnten. Das gilt besonders für den Bausektor, der in den ADP Daten am Mittwoch stark zulegen konnte – aber häufig liegen ADP und die Non-fram payrolls recht weit auseinander. Zusätzlich könnte der staatliche Einstellungsstopp („hiring freeze“), den Trump am 23.Januar verordnet hatte, stärker im März als im Februar bemerkbar machen.

Die Trends zuletzt waren: seit der Wahl Trumps steigen die Jobs im produzierenden Gewerbe, gleichzeitig stieg die participation rate, also der Anteil derjenigen, die sich aktiv um Arbeit bemühen (wer das nicht tut, wird auch nicht von der Arbeitslosenquote erfasst, die heute wie im Vormonat bei 4,7% erwartet wird).

Und so ist der Trend übergeordnet:


Von Ben Moore – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30968718

Insgesamt ist die Reaktion der Märkte extrem Headline-getrieben: man kuckt vor allem auf die Zahl neuer Stellen, alles andere interessiert recht wenig (außer, wenn die Stundenlöhne, die bei +0,2% erwartet werden, stark abweichen). Mithin haben die Märkte aufgrund einer gewissen Oberflächlichkeit kein echtes Interesse, wie es wirklich um den US-Arbeitsmarkt steht. Das dürfte weitgehend an der Dominanz der Algos im Handel liegen, die eben vorwiegend auf die blanke Zahl neuer Stellen reagieren.

Und wie soll man das traden? Clive Lambert hat da einen genialen Ratschlag: stellen Sie sicher, dass Sie am Montag noch am Markt sind:



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