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Konjunkturdaten

Die US-Arbeitsmarktdaten heute: hier sind die Erwartungen!

Nach der Enttäuschung bei den US-Arbeitsmarktdaten im September mit -33.000 Stellen, sicher beeinflußt durch die Hurrikanes Harvey und Irma, erwarten die Märkte heute starke Daten, mithin also einen Nachholeffekt. Hier ein Überblick, was erwartet wird!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nach der Enttäuschung bei den US-Arbeitsmarktdaten im September mit -33.000 Stellen, sicher beeinflußt durch die Hurrikanes Harvey und Irma, erwarten die Märkte heute starke Daten, mithin also einen Nachholeffekt. Die Erfahrung aus dem Jahr 2005, als der Hurrikan Katrina wütete, zeigt jedoch, dass diese Erwartungen zu optimistisch sein könnten. Hier die Erwartungen an die Daten:

– neue Stellen: Konsensschätzung 310.000, die Flüsterschätzung liegt nach den staken ADP-Arbeitsmarktdaten vom Mittwoch jedoch höher (Goldman Sachs hob seine Prognose auf 330.000 Stellen an). Insgesamt schwanken die Erwartungen zwischen 120.000 Stellen und 420.000 Stellen

– Arbeitslosenquote: die Konsensschätzung liegt bei 4,2% – wie im Vormonat

– wichtig sind immer die US-Stundenlöhne, weil diese anzeigen, ob Lohndruck herrscht – was die Fed dann aufgrund der erwartbaren Inflation zu rascheren Zinsanhebungen zwingen würde. Die Erwartungen für die Daten heute liegen bei einem Anstieg von +0,2% zum Vormonat, wobei die Bandbreite der Erwartungen hier überraschend groß ist: sie reichen von -0,1% bis +0,8%. Im September lagen die US-Stundenlöhne bei satten +0,5%, vermutlich weil viele Firmen höher bezahlte Überstunden angeordnet hatten, um den vorherigen Produktionsausfall durch die Hurrikanes zu kompensieren.
Gegenüber dem Vorjahresmonat wird der Anstieg der Stundenlöhne bei +2,7% erwartet – im September lag er bei +2,9%. Die Frage, wie die US-Stundenlöhne ausfallen ist für die Entwicklung des Dollars wohl fast wichtiger als die Zahl der neuen Stellen!

– die erwarteten neuen Stellen dürften fast ausschließlich auf den Sektor der Privatwirtschaft entfallen, die Prognose liegt hier bei 303.000 neuen Stellen. Davon dürften nach Konsensschätzung lediglich 15.000 auf den Bereich Manufactoring entfallen – der Löwenanteil also auch diesmal auf den tendentiell niedriger vergüteten Dienstleistungssektor!

– die Beteiligungsquote (Labor Force Participation Rate), also der Anteil derjenigen Arbeitsfähigen, die in den letzten vier Wochen überhaupt noch einem Job suchen, lag im September bei 63,1% – für die Labor Force Participation Rate liegen keine Prognosen vor

Zu beachten ist, dass die Zahl der neuen Stellen mit pro Monat durchschnittlich 148.000 in den ersten neun Monaten diesen Jahres niedriger ist als im Jahr 2016, als in den ersten neuen Monaten durchschnittlich 200.000 neue Stellen geschaffen worden waren – mithin hat also Donald Trump sein Versprechen, Millionen von neuen Jobs zu schaffen und überhaupt ein Job-Wunder anzustoßen, noch nicht realisieren können!

Ein guter Indikator, wie die Zahl der heute vermeldeten Stellen ausfallen wird, könnten die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sein: diese waren im Vorfeld der September-Arbeitsmarkten höher ausgefallen (durchschnittlch 267.000 pro Woche), seitdem aber niedriger (durschnittlich 232.500 pro Woche), was heute für eine gute Zahl sprechen würde.

Wir berichten über die Zahlen um 13.30Uhr, später folgt dann ene detailliertere Analyse der heutigen US-Arbeitsmarktdaten!


Der übergeordnete Trend am US-Arbeitsmarkt mit den verschiedenen Berechnungsmethoden
Von Autopilot – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12304518

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Europa

Auftragseingänge der Industrie: Juhu, die Krise ist vorbei

Claudio Kummerfeld

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am

Verschiedene Metallerzeugnisse

Heute früh hat das Statistische Bundesamt die Auftragseingänge der Industrie (genauer gesagt für das Verarbeitende Gewerbe) für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Vergleich zu September steigen sie um 2,9 Prozent. Wichtiger: Im Jahresvergleich zu Oktober 2019 steigen sie um 1,8 Prozent. Noch wichtiger: Gegenüber Februar 2020, dem letzten Monat vor Ausbruch der Coronakrise, lagen die Auftragseingänge der Industrie um 0,8 Prozent höher.

Also kann man basierend auf diesen Zahlen sagen, dass zumindest für die Auftragseingänge der Industrie die Coronakrise vorbei ist. Der Chart, der bis zum Jahr 2012 zurückreicht, zeigt eine abgeschlossene V-förmige Erholung. Klar erkennbar ist, dass die Aufträge aus dem Ausland (wohl vor allem aus China) den Schnitt nach oben ziehen.

Chart zeigt den Verlauf der Auftragseingänge der Industrie seit 2012

Hier Detailaussagen der Statistiker im Wortlaut:

In der größten Branche des Verarbeitenden Gewerbes, der Automobilindustrie, stieg der Auftragseingang im Oktober 2020 weiter an (+1,0 % zum Vormonat) und lag damit 6,0 % über dem Vorkrisenniveau im Februar 2020.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Aufträge aus dem Inland im Oktober 2020 um 2,4 %, die Auslandsaufträge erhöhten sich um 3,2 %. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 0,5 % zu. Die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland stiegen um 4,8 %.

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im Oktober 2020 um 2,3 % über dem Vormonatsniveau. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Anstieg um 3,8 % und im Bereich der Konsumgüter fielen die Aufträge um 2,2 %.

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Konjunkturdaten

ISM Index (Dienstleistung) leicht schwächer – Preise steigen

Markus Fugmann

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Der ISM Index (Dienstleistung; November) ist mit 55,9 leicht schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 56,0; Vormonat war 56,6 – das war der schwächste Wert seit Mai).

Die Komponenten:

– Beschäftigung 51,5 (Vormonat war 50,1)

– Auftragseingang 57,2 (Vormonat war 58,8)

– Preise 66,1 (Vormonat war 63,9)

Wie schon vorhin beim Markit PMI für die USA steigen die Preise also weiter..

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Konjunkturdaten

US-Erstanträge besser als erwartet

Markus Fugmann

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Die US-Erstanträge (jobless claims) auf Arbeitslosenhilfe (für die letzte Woche) steigen um 712.000 (offizielle Prognose war 775.000, Vorwoche war 778.000, nun auf 787.000 nach oben revidiert).

Die fortgesetzen Anträge (continuing claimes) liegen mit 5,520 Millionen unter der Erwartung (Prognose war 5,915 Millionen; Vorwoche war 6,071 Millionen, nun auf 6,089 Millionen nach oben revidiert).

Hinweis: zuletzt gab es Kritik an der Genaugikeit der Daten vom Labor Department, mehr dazu hier..

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