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Konjunkturdaten

Die US-Arbeitsmarktdaten im Detail: Amazon-Effekt schlägt brutal zu + vorauseilender Trump-Effekt?

Bei den vorhin veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für März interessiert die Amerikaner hauptsächlich wie immer die Zahl der neu geschaffenen Stellen. Wir hatten vorhin schon darüber berichtet, dass diese Zahl mit nur 98.000…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Bei den vorhin veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für März interessiert die Amerikaner hauptsächlich wie immer die Zahl der neu geschaffenen Stellen. Wir hatten vorhin schon darüber berichtet, dass diese Zahl mit nur 98.000 neuen Stellen deutlich schlechter ausgefallen ist als erwartet (180.000). Was ist passiert? Von den 98.000 neuen Stellen stammen 9.000 aus dem Staatssektor.

Verbleiben 89.000 neu geschaffene Stellen in der Privatwirtschaft. Das ist wirklich verdammt wenig. Davon wurden, unglaublich aber wahr, 28.000 neue Jobs im produzierenden Gewerbe geschaffen. Und zwar entfallen diese 28.000 auf alle drei Teilbereiche, als da wären +11.000 bei Bergbau, Öl- und Gasförderung. Weitere 6.000 neue Jobs gibt es im Baugewerbe, und 11.000 neue Stellen in der Industrieproduktion. Als Untersektor beim Bergbau haben „unterstützende Aktivitäten für den Bergbau“ satte 8.800 neue Stellen geschaffen, und das nur im März!

Der Bergbau war schon tot in den USA. Und Donald Trump hat ihn in den ersten Wochen seiner Präsidentschaft massiv durch warme Worte und Ankündigungen unterstützt. Man könnte fast meinen dieser Schub an neuen Stellen ist schon die Vorbereitung auf die Wiederauferstehung der Branche. Aber die Daten zeigen ja, dass neue Stellen geschaffen wurden! Es ist für den Gesamtsektor mit +28.000 neuen Stellen erstaunlich positiv, dass alle drei Teilbereiche Zuwächse hinlegen, wo sie doch lange Zeit nur abgebaut haben. Ist das schon der Trump-Effekt, bevor neue Gesetze und Infrastrukturmaßnahmen überhaupt wirken können?


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Dienstleistungen schaffen 61.000 neue Stellen. Aus diesem Segment stammt die Schwäche bei den neuen Stellen im März. Brutal zuschlagen tut diesmal mehr als wohl je zuvor der „Amazon-Effekt“. In Industriestaaten kauft der Konsument immer mehr online ein – diesen Effekt darf man wohl als Amazon-Effekt bezeichnen, da der Branchenführer das Online-Einkaufen immer aggressiver ausbaut, und die Konkurrenz nachfolgt. Der Konsument scheint das Online-Angebot gerne anzunehmen, was zuletzt immer häufiger zum Sterben altbekannter großer Namen im US-Einzelhandel führte.

Deswegen verschwinden nur im März bei US-Kaufhäusern satte 34.700 Stellen. Was für ein Einbruch – er zieht die Monats-Statistik der gesamten US-Volkswirtschaft drastisch runter. Und obwohl Bars und Restaurants wie üblich kräftig neue Stellen schaffen (+21.000), gehen bei Kinos, Freizeitparks etc erstaunlicherweise 12.400 Jobs verloren, obwohl das doch eine der klassischen Joblieferanten der USA ist, wo man mit neuen Kartenabreißern und Platzanweisern (keine Häme!) jahrelang schlecht bezahlte, aber immerhin neue Jobs geschaffen hatte.

Einfache Hilfstätigkeiten für Zeitarbeiter (+10.500) sowie Hausmeisterjobs (+16.800) bringen wie üblich zahlreiche neue Stellen wie auch Gesundheit & Sozialarbeit mit +16.700. Im Großen und Ganzen haben die Dienstleistungen etwas nachgelassen, schaffen aber immer noch deutlich mehr neue Stellen als das produzierende Gewerbe. Entweder ist es im März schon der Trump-Effekt, oder gibt es deswegen deutlich weniger neue Jobs, weil die USA mit jetzt nur noch 4,5% Arbeitslosenquote quasi Vollbeschäftigung haben? Keine Arbeitslosen mehr da, die man überhaupt noch einstellen könnte? So weit wollen wir nicht gehen, denn wir erinnern uns bitte alle daran, dass 4,5% lediglich die offizielle Arbeitslosenquote in den USA ist! Wo die tatsächliche Quote liegt, überlassen wir an dieser Stelle den Philosophen!


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Daten + Grafiken: US BLS

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    gerd

    7. April 2017 15:42 at 15:42

    Statistiken an sich sind schon fragwürdig.
    Aber Statistiken aus Amerika sind anscheinend genauso falsch und verlogen wie die amerikanischen Argumente über einen anderen Staat herzufallen.

    Wie ist es sonst möglich, dass drei Tage zuvor die privaten Statistiker einen Stellenzuwachs von 260000 melden konnten? Mit Unfähigkeit alleine kann man derartige Divergenzen doch wohl nicht mehr erklären.

  2. Avatar

    Hans Marlow

    8. April 2017 21:40 at 21:40

    Offensichtlich wurden hier Falschmeldungen zu den US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Die richtigen Daten für März finden Sie unter dem unten stehenden Link. (Sarkasmus)

    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2017-04/40373649-maerkte-usa-starke-arbeitsmarktdaten-duerften-wall-street-stuetzen-015.htm

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Konjunkturdaten

Aktuell: ISM Index (Gewerbe) schwächer

Markus Fugmann

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Der ISM Index (Gewerbe; November) ist mit 57,5 etwas schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 58,0; Vormonat war 59,3).

Die Komponenten – vor allem Beschäftigung enttäuschend:

– Beschäftigung 48,4 (Vormonat war 53,2)

– Auftragseingang 65,1 (Vormonat war 67,9)

– Preise 64,5 (Vormonat war 65,5)

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Allgemein

Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone November: Deflation den vierten Monat in Folge!

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse wird zusammengepresst

Soeben hat Eurostat als Vorabschätzung die Verbraucherpreise der Eurozone für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich ist es ein Wert von -0,3 Prozent nach ebenfalls -0,3 Prozent im Oktober. Erwartet für heute wurde eine Veränderung von -0,2 Prozent. Damit erlebt die Eurozone (basierend auf dem Modell des Harmonisierten Verbraucherpreisindex) den vierten Monat in Folge Deflation! Dies hängt natürlich auch mit der seit Juli geltenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland zusammen, welche in vier Wochen wieder rückgängig gemacht wird.

Man sieht: Die Preissteigerung bei Lebensmitteln bleibt relativ konstant mit +1,9 Prozent. Ebenfalls ändern sich die Verbraucherpreise im Negativen auch relativ konstant. Die Energiepreise sinken um 8,4 Prozent – das sind ähnlich hohe negative Werte wie in den Vormonaten. Wie gesagt, ab Januar könnte der Gesamtschnitt wieder Richtung Null-Linie tendieren mit den steigenden deutschen Mehrwertsteuersätzen.

Datenblatt zeigt aktuelle Verbraucherpreise in der Eurozone

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