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Die US-Arbeitsmarktdaten: so ungewiss wie nie!

Was bringen die US-Arbeitsmarktdaten, die durch die Hurrikanes Harvey und Irma so schwer beeinflusst sein dürften? Ca. 10% der amerikanischen Bevölkerung waren davon direkt betroffen, also eine große Zahl an Menschen..

FMW-Redaktion

Was bringen die US-Arbeitsmarktdaten, die durch die Hurrikanes Harvey und Irma so schwer beeinflusst sein dürften? Ca. 10% der amerikanischen Bevölkerung waren davon direkt betroffen, also eine große Zahl an Menschen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in den betroffenen Gebieten stark nach oben gegangen, jedoch nicht so stark, wie befürchtet. Der ADP Arbeitsmarktbericht vom Mittwoch fiel mit 135.000 etwa so aus, wie erwartet.

Die Schätzungen der Banken sind so unterschiedlich wie noch nie: zwei Banken erwarten sogar einen negative Zahl (SocGen mit -25.000 und Jefferies mit -45.000), ziemlich optimistisch dagegen die UBS (125.000) und die britische Standard & Chartered (150.000).

Ziemlich genau in der Mitte liegt etwa Goldman Sachs mit der Erwartung von 50.000 Jobs. Die Investmentbank geht davon aus, dass durch die Hurrikanes ca. 125.000 weniger Jobs geschaffen wurden und verweist auch auf den großen Effekt von Stromausfällen im Gefolge der Naturkatastrophen.

Hier die Eckpunkte der Erwartungen:

– neue Stellen: 80.000

– Arbeitslosenquote 4,4%

– Stundenlöhne +0,3%, zum Vorjahresmonat +2,5%. Einige Banken erwarten höhere Stundenlöhne, weil viele Unternehmen gewzwungen gewesen seien, die Produktion durch Überstunden aufrecht zu halten und dafür die Arbeitnehmer entschädigten durch höhere Zahlungen

– Jobs im Bereich Manufacturing: 10.000. Wobei es hier, wie die ADP-Daten gezeigt haben, einen Ausreißer nach oben geben könnte, weil möglicherweise viele neue (temporäre) Jobs zum Wiederaufbau der Infrastruktur geschaffen wurden (construction).

So oder so: völlig offen ist, wie die Märkte auf positive oder negative Abweichungen reagieren werden. In den letzten Monaten hat sich ohnehin gezeigt, dass die Daten immer weniger Einfluß auf die Märkte hatten, die ganz wilden Ritte nach den Daten scheinen erst einmal vorbei zu sein.

Für die Märkte sind derzeit zwei Dinge relavant: einerseits die Fed, die wohl so oder im Dezember die Zinsen anheben wird. Wichtig ist vor allem, wer nächster Fed-Chef wird und wer die neuen Mitglieder Fed sein werden.

Aber selbst das wird derzeit durch die wilden Steuer-Hoffnungen in den Schatten gestellt – die Steuer-Thematik ist daher derzeit der Marktbeweger Nummer eins an der Wall Street – egal, wie die Konjunkturdaten ausfallen..



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2 Kommentare

  1. + 200.000 ; Quote 4,5 % ; Stundenlöhne +0,1 %

    Letztendlich ist es auch egal, denn die „Märkte“ steigen sowieso.

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