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Die US-Konsumorgie erhält gerade neues Futter – geht der US-Rallye dennoch die Luft aus?

Nach einer Studie erhalten in diesen Tagen drei Viertel der US-Haushalte (79%) ihre Steuerrückerstattungen (tax refunds) für das letzte Jahr..

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Gestiegene Zinsen für den Verbraucher, gefallene Aktienkurse zu Jahresende und Unsicherheiten über die weitere Konjunktur, das müsste die Konsumlaune der Amerikaner doch deutlich dämpfen – und damit auch die US-Wirtschaft – schließlich hängt sie doch sehr von ihren eigenen Verbrauchern (70%) ab. Doch wie man gestern erfahren konnte, gibt es die Bescherung für den US-Steuerzahler (und damit den US- Konsumenten) eigentlich nicht im Dezember, sondern erst ab Februar (bis April).

 

Die große Steuerrückerstattung

 

Nach einer Studie des JP Morgan Chase Institute erhalten in diesen Tagen drei Viertel der US-Haushalte (79%) ihre Steuerrückerstattungen (tax refunds) für das letzte Jahr, was für 29% der Familien gleichzeitig den großen Zahltag darstellt. Immerhin entspricht die Erstattungssumme der Lohnsumme von fast 6 Wochen.

In konkreten Zahlen für 2019:

121 Mrd.Dollar Gesamterstattungen, 3143 $ pro Steuerzahler – ein Plus von 1,3% gegenüber dem Vorjahr. Obwohl einiges von dem Geld gespart und teilweise für die Abzahlung von Kreditschulden verwendet wird, sollen der Studie von JP Morgan zufolge bereits 74% davon wieder im Konsum landen und zwar bereits unmittelbar nach dem Zahltag. Diese Erstattungen erstrecken sich bis in den Monat April.

Für mich bedeutet dies, dass von Seiten der Konsumenten ohne externen Schock in den nächsten Wochen kein Einbruch zu erwarten ist.

 

„Erschöpfter“ Käufermarkt

Der gestrige Handelstag an der Wall Street bot nach einer Phase von 10 Wochen steigender Notierungen schon eine ziemliche Überraschung. Nach einem starken Auftakt sackte der Dow Jones ohne negative Nachricht plötzlich um 400 Punkte ins Minus. Kommentatoren suchten nach Erklärungen, aber bei erneut dünnen Umsätzen und dem Zustand permanenter Überkauftheit, lag eine Korrektur seit Tagen einfach in der Luft.

Die Frühindikatoren der Indizes zeigen es auch an. Der Dow Transportation Index fällt schon seit 7 Tagen und rutschte gestern in das so genannte „correction territory“, parallel dazu schwächelt der Semiconductor Index. Es brauchte also keines großen Impulses für Gewinnmitnahmen nach Kursanstiegen, die Dow und S&P 500 bis auf 3 bzw. 4% an ihre All Time Highs herangeführt hatten. Es ist derzeit einfach alles Gute in den Kursen eingepreist und viele Analysten sprechen davon, dass ein guter Deal im Handelskrieg gar nicht mehr ausreicht für kurzfristig weiter steigende Kurse. Man bräuchte einen weiteren Katalysator.

 

Die Erwartungen des Marktes

Die Marktteilnehmer spekulieren seit Wochen mit ihren Käufen – nach der dovishen Wende der Fed – auf ein Wiedererstarken der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2019. Nach einem negativen Jahresauftaktquartal soll das Wachstum erneut anspringen. Dies ist schön abzulesen an den erwarteten Wachtumsraten für die Jahresquartale:

Q1 minus 1,1%, Q2 plus 3,2%, Q3 plus 2,9%, Q4 plus 9,3%

Wenn da nicht die Abschwächung in der Weltkonjunktur (speziell in China und Europa) oder eine zum Handeln gezwungene Fed einen Strich durch die Rechnung machen werden!

 

By Devjohnson – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7191959

4 Kommentare

4 Comments

  1. Beobachter

    5. März 2019 10:01 at 10:01

    Was auch immer zwischen China u.den USA nächstens vereinbart wird, dies ist nur eine Schlacht. Ein hochgeschätzter Politologe u. China-Kenner hat gesagt, DER HANDELSKRIEG HABE EBEN ERST BEGONNEN U. WERDE JAHRZENTE DAUERN !

  2. Prognostiker

    5. März 2019 10:12 at 10:12

    Ich glaube nicht, dass die Steuerrückerstattungen eine Relevanz auf den Konsum haben.Der grösste Teil dieser Erstattungen wird wieder die oberen 30% betreffen u.die unteren 50 % der Leute die praktisch keine Reserven haben u.wenig verdienen u. wenig Steuern bezahlen werden auch wenig oder Nichts erhalten.

  3. Hesterberg

    5. März 2019 12:45 at 12:45

    @Beobachter
    Ich denke auch, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China noch lange andauern wird. Eine kurzfristige Lösung, mit der beide Mächte zufrieden sein könnten, ist aus meiner Sicht gar nicht möglich. Entscheidend dürfte sein, dass China den Faktor Zeit als Trumpf in seinen Händen hält, politisch für seine Mächtigen viel leichter lenkbar und seine Bevölkerung leidensfähiger ist. Das Riesenreich braucht gar keinen Deal. Es wird wirtschaftlich weiter stärker wachsen als die USA und es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Vormachtstellung der Amerikaner enden wird.

  4. Beobachter

    5. März 2019 15:21 at 15:21

    @ Hesterberg, ich könnte jedes Wort u,jeden Buchstaben ihres Kommentars unterschreiben.Schon öfters habe ich gedacht, dass wir ziemlich die gleiche“ DENKE“ haben. (übrigens auch M. Fugmann ) Wenn sie eine Frau wären u. Ende 2018 nicht das halbe Vermögen verloren haben, wäre eine Heirat nicht ausgeschlossen . ( Spass )

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Der Boom ist zu Ende

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Und wen erschwischt es dabei besonders? Dreimal dürfen Sie raten, richtig, die Deutsche Bank. Den deutschen Branchenprimus traf es im ersten Quartal besonders deutlich. Das Geldhaus erscheint bei Refinitiv nicht mehr unter den ersten zehn Topadressen bei Fusionen und Übernahmen in Deutschland, in früheren Zeiten eine Unmöglichkeit. Man glaube zwar im Gesamtjahr wieder zulegen zu können, gerade nach einer Fusion mit der Commerzbank. Aber…..?

Auch das Geschäft mit Börsengängen (IPOs) ist im ersten Quartal richtiggehend eingeschlafen. Das Geschäft mit Aktienemissionen brach laut Refinitiv um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Zuletzt hatte Volkswagen den Börsengang seiner Nutzfahrzeugsparte unter dem Namen Traton abgesagt.

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