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Die Wahrheit über den „sensationellen“ Marshallplan

Man denkt beim Wort „Marshallplan“ immer, dass die USA kurz nach dem 2. Weltkrieg große Geldsummen nach Europa überwiesen um hier die Konjunktur anzukurbeln. Das stimmt aber nicht. Die US-Regierung gab US-Landwirten Geld, damit sie vor allem ihre…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die ARD hat Anfang der Woche eine höchst interessante Dokumentation über den Marshallplan ausgestrahlt. Bevor wir damit beginnen, nochmal vorab ein Kommentar zur ARD. Ja, wir „Kleingeistigen“ bei FMW kritisieren regelmäßig den Rundfunkbeitrag und die Sinnhaftigkeit diverser Programminhalte der Öffentlich Rechtlichen. Aber wir haben nie behauptet, dass alle Inhalte der ARD Schrott sind. Eine Doku wie die über den Marshallplan ist äußerst wertvoll und hilft beim Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge enorm weiter!

Der große „sensationelle“ Marshallplan

Als vor einigen Jahren in Griechenland die Krise am Schlimmsten wütete, wurde unter anderem nach einem Marshallplan gerufen. Genau so wollen viele „Experten“ Regionen wie Afrika auf die Beine helfen. Gemeint ist damit ein Konjunkturprogramm, ein finanzieller Impuls von außen, damit eine Volkswirtschaft auf die Beine kommt.

Man denkt beim Wort „Marshallplan“ immer, dass die USA kurz nach dem 2. Weltkrieg große Geldsummen nach Europa überwiesen um hier die Konjunktur anzukurbeln. Das stimmt aber nicht. Die US-Regierung gab US-Landwirten Geld, damit sie vor allem ihre Überproduktion an Baumwolle und Tabak nach Europa verschifften (Großbritannien, Frankreich, Deutschland waren die Hauptnutznießer). Diese Waren kamen bei europäischen Verarbeitern an, die dafür ganz normal zum Beispiel in D-Mark bezahlen mussten. Sie bezahlten aber nicht an die US-Produzenten, sondern an die deutsche Staatsbank KfW. Die nahm das Geld und vergab damit Kredite, zum Beispiel für den Wohnungsbau in Deutschland. Die Doku zeigt eindeutig, dass das Volumen dieser Kredite und ihr Effekt auf den Aufschwung in Deutschland aber nur minimal war.

Und auch war der Marshallplan kein Geschenk, sondern ein Kredit der USA. Die Bundesregierung zahlte diesen Kredit in US-Dollar in vollem Umfang wieder an die USA zurück. Die Doku-Autoren kommen zu dem Schluss, dass das Wirtschaftswunder in Deutschland möglich war, weil zum einen hunderttausende Besatzungssoldaten ihre harten Dollars in Westdeutschland verkonsumierten, und damit Nachfrage schufen. Und die industrielle Basis war in Deutschland vorhanden, um den Wiederaufbau in Europa mit neu produzierten Wirtschaftsgütern versorgen zu können.

Was die Doku übrigens nicht erwähnt hat: Anfang der 50er-Jahre tobte der Korea-Krieg. Die USA hatten nach dem 2. Weltkrieg ihre Rüstungsproduktion stark zurückgefahren, und stießen aufgrund des hohen Munitionsverbrauchs in Korea an ihre Kapazitätsgrenzen. Sie baten Deutschland in Windeseile Kapazitäten hochzufahren. So produzierten ehemalige deutsche Wehrmachtslieferanten zügig Munition in großem Umfang für die US-Streitkräfte – für den Korea-Krieg. Das war die Geburtsstunde der deutschen Rüstungsindustrie nach dem 2. Weltkrieg, was ebenfalls zum Aufschwung beitrug.

Darum würde der Marshallplan für Afrika nicht funktionieren

Wie die Autoren der ARD-Doku gut erläutern, haben beispielsweise die Briten mehr Unterstützung (Kredit) aus dem Marshallplan erhalten als die Deutschen. Dennoch waren die Bürger in Großbritannien noch deutlich länger auf Lebensmittelkarten angewiesen, wo in Deutschland schon die große „Fresswelle“ eingesetzt hatte. Der Grund war die breit vorhandene industrielle Basis sowie das Fachwissen der Arbeiter und Ingenieure.

Die deutsche Wirtschaft war zügig bereit das kaputte Europa mit neuen Maschinen zu versorgen, wo aber in Großbritannien zur selben Zeit keine vergleichbare breite industrielle Basis vorhanden war. In der Doku wird auch auf Versuche der Vereinten Nationen in den 50er-Jahren verwiesen einfach nur mir Geld Afrika auf die Beine zu helfen. Das Konzept verpuffte. Auch das klassische Modell des Marshallplans dürfte heutzutage in Afrika verpuffen.

Die Förderung einer Volkswirtschaft von außen kann eben nur dann etwas bringen, wenn diese Volkswirtschaft technologisch und vom Wissensstand her in der Lage ist Produktion aufzubauen. Deswegen wäre es wohl erstmal sinnvoller eine breit angelegte Bildungsoffensive in Afrika aufzulegen, bevor man auf die Idee kommt immer wieder einfach nur Geld zu überweisen.

Die Gründe für das deutsche Wirtschaftswunder

Was waren also die Gründe für das Wirtschaftswunder. Da war der Support für die deutsche Industrie durch die amerikanischen Anforderungen an Munition, dank des Korea-Kriegs. Und es gab die hunderttausenden Besatzungssoldaten, die hier harte Währung unter die Leute brachten. Darüber hinaus gab es den ausdrücklichen Wunsch der US-Regierung, dass die Staaten in Westeuropa untereinander freien Handel treiben. Da war letztlich auch die noch vorhandene industrielle Infrastruktur in Deutschland sowie das Fachwissen der Arbeiter. Und ja, da war auch in einem gewissen kleinen Umfang der indirekte Marshallplan-Effekt. Aber seine Wirkung wird heute massiv überbewertet. Wie die Doku gut zeigt, hat das auch mit dem damals großflächigen Marketing der Amerikaner zu tun. Das führte auch dazu, dass sich die Westdeutschen dem westlichen Bündnis zugehörig fühlen, und nicht Richtung Osten tendierten. Dieser Plan ging ja auch auf.

Die 44 Minuten lange Doku „Marshallplan – Mythos oder Masterplan?“ können Sie hier in voller Länge sehen. Einfach hier klicken.

Marshallplan
Das offizielle Marshallplan-Logo. Der damalige US-Außenminister Marshall (Namensgeber des Projekts) war wärhend des 2. Weltkriegs Generalstabschef der US-Streitkräfte.

28 Kommentare

28 Comments

  1. Avatar

    GN

    19. April 2018 13:41 at 13:41

    ….so, jetzt wünsche ich mir noch ne kleine Aufklärung vom Historiker Fugmann über die Verwicklung und Förderung der NSDAP durch amerikanische Industrielle (Henry Ford) bzw. Banken (J.P. Morgan)……auch wurde die deutsche Wehrmacht durch amerikanische Unternehmen bis 1944 mit kriegswichtigen Rohstoffen versorgt (Standardoel)…….ja unsere großen amerikanischen Befreier haben natürlich nur Gutes im Schilde gehabt……….so waren ja auch die 20 Millionen Kriegstote durch US-Kriege unbedingt erforderlich (Ironie)…

  2. Avatar

    tm

    19. April 2018 14:03 at 14:03

    Vielleicht sollte man beim „Deutschen Wirtschaftswudner“ erwähnen, dass andere westeuropäische Länder ähnlich hoher oder zum Teil sogar höhere Wachstumsraten in der Nachkriegszeit erwirtschafteten.

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    hans

    19. April 2018 14:31 at 14:31

    ich habe es ja schon immer vermutet, der Slogan **America first** stammt gar nicht vom Trumbel.

    Wenn die Ausbeutung der Meere und ganzer Kontinente so weiter geht, bleibt die Hoffnung, das es dann auch heißt**America first**

  4. Avatar

    Jan

    19. April 2018 15:43 at 15:43

    First in den Hungertod oder was first?
    Die holen sich first genügend was die first brauchen werden. Wer dann hinten ansteht und auf dem leeren Teller schaut, pfuu, das merkt first keiner.
    Aber das war mit den Neandertalern auch schon so.
    Es geht einfach weiter wie es schon immer ging. Stark gewinnt. Schwach wird versklavt oder getötet.
    Übrigens ist ein Großteil der US bevölkerung entgegen jede Logik von deutscher statt Indianer Abstammung. Ob das helfen wird…
    Fazit: nicht rumheulen. Anpacken. Vorne sein.

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    Jan

    19. April 2018 20:24 at 20:24

    Ganz toller Beitrag, bitte mehr davon!!
    Beitrag der US-Industrie zur Finanzierung der Nazis wäre ebenfalls in der Tat, wie bereits erwähnt ein Wunschthema meinerseits.

    Besonderes Augenmerk auf deutsche Industrie dabei richten, die aufgrund des 1.WK Großteils unter US-Verwaltung stand (IG-Farben) und die unter amerikanischer Steuerung ebenfalls Großspenden an die NSDAP gerichtet haben.

    Das Thema wurde m.E. viel zu lange totgeschwiegen… ;)

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      Ally Hauptmann-Gurski

      26. April 2020 06:43 at 06:43

      Nicht zu vergessen, dass Truman fuer die US die Steuern erhoeht hat, um den Marshall Plan zu finanzieren (ab 1. Jan 1948). Dann hat Deutschland zurueckgezahlt, aber die Amerikanischen Steuerzahler haben das nicht bekommen.

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    Klaus L.

    19. April 2018 21:16 at 21:16

    Wie war das eigentlich mit den Dollars die man aus Amerika in Nazi Uniformen investierte.Hitler war damit nämlich in Bedrängnis und Amerika half. Seltsam – oder!

  7. Avatar

    Helmut

    20. April 2018 00:05 at 00:05

    Deutschland musste die Kohle auch unter Weltmarktpreis verkaufen…weiss auch fast keiner.

    Im übrigen starben nach dem Krieg mehr Deutsche als während des Krieges(Adenauer:6 Millionen sind verloren gegangen…),das heisst jeder der schwach war starb.War von den Amis auch gewollt.Erst als man wieder Angst vor der UDSSR bekam half man Deutschland auf die Beine,sonst wären es wohl paar Millionen Tote mehr geworden.

    Suchen sie mal nach Rheinwiesenlagern.Die SOldaten wurden sogar mit falschen Verspreche gelockt,nämlich das sie nach der Genfer Konvention behandelt werden.Dann erfand man aber einfach eine neue Bezeichung und lies sie am Rhein verhungern.Auch steckte man sogar Kinder und jeden der eine Uniform hatte(Förster etc.)dort rein.Der Bevölkerung und den Wachsoldaten war es verboten den Hägtlingen Nahrung zu geben.Es gab auch keine Hütten,Unterstände,Zelte etc.

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      Steve

      20. April 2018 10:40 at 10:40

      Die KZs wurde ja auch nur umgetauft in „russische Speziallager“

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    Michael

    20. April 2018 00:15 at 00:15

    Schon wieder die ARD: Kritisch und interessant zum Missfallen der AfD
    (Ich vergaß: Seit den Trump-Untersuchungen werden die Mainstreammedien ja wieder kritischer und freier, Global Deep State gibt ihnen etwas mehr Leine) :)

    Darüber hinaus gab es den ausdrücklichen Wunsch der US-Regierung, dass die Staaten in Westeuropa untereinander freien Handel treiben.
    Das ist das letzte, was der protektionistische Handels-Warlord auch nur in Erwägung ziehen möchte. Freier Handel, oh Graus, oh weh!
    Frei ist nur, wer Wonderland als Alphatierchen weiterhin akzeptiert.
    Der Artikel zeigt auf, dass amerikanische Pläne seit jeher nur den eigenen Vorteil beinhalten und historisch aufgrund zufälliger Nebenwirkungen lediglich missinterpretiert wurden.

    Lieber 5 afrikanische Freunde statt eines amerikanischen Opportunisten im Land…

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      Petkov

      21. April 2018 07:47 at 07:47

      Passt für mich, solange du persönlich für die afrikanischen Freunde bürgst und bei Straftaten mit Privatvermögen haftest.

      Ich bin übrigens gegen eine Obergrenze für Asylbewerber (echte Flüchtlinge sind sowieso die Allerwenigsten von denen). Auch die Anerkennungsverfahren sollen abgeschafft werden, jeder wird direkt anerkannt und bekommt die ihm zustehenden Sozialleistungen.

      Finanzert wird dies nicht mit Steuergeldern oder durch Erhöhungen der Sozialabgaben, sondern durch ein Fonds. Darin müssen alle Beamten (inkl. Richter, Polizisten etc.) und Politiker (auch die kleinen Gemeinderäte) monatlich prozentual das einzahlen, was Angestellten für die Rentenversicherung abgezogen wird.
      Die Fondsanteile können auch börsengehandelt werden. Die Entwicklung des Fonds soll an den langfristigen Gesamtbeitrag der Hilfesuchenden zum Wohlstand der Gesellschaft gekoppelt sein und das Rentenniveau der Politiker und Beamten determinieren.

      Wenn also michaels afrikanische Freunde einen kurzen, günstigen Sprachkurs bekommen, dann eine Sozialwohnung, aber nur für wenige Wochen, denn danach starten sie kometenhaft durch, arbeiten wie ein Schweizer Uhrwerk und füllen die Sozialkassen…. Dann sieht es prächtig aus für die Renten unserer Beamten und Politiker. Das Reichtum gönne ich denen sodann aus ganzem Herzen.

      Ach, übrigens sollen die Opferentschädigungen bei Kriminaltaten wie Vergewaltigungen und Körperverletzungen/Totschlägen ebenfalls aus diesem Fonds bezahlt werden. Aber solche Vorfälle passieren ohnehin praktisch nie, das sind extrem seltene massenhafte Einzelfälle, nicht der Rede wert.

      Das wäre echte Solidarität, die auf Verantwortung und Nachhaltigkeit basiert.

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        Michael

        24. Mai 2018 11:26 at 11:26

        Das ist mal ein sehr interessanter Beitrag!!! So habe ich diese ganze Asylantenangelegenheit bisher nicht gesehen. Aber wer probiert es aus

      • Avatar

        Michael

        25. Mai 2018 02:49 at 02:49

        @Petkov, erst einmal vorab: Da schreibt auch ein anderer unter dem Nickname Michael.
        Aber es passt gerade thematisch und weltanschaulich: Da wäre ich sofort dabei, wenn du im Gegenzug für alle Straftaten, wirtschaftlichen Schäden, Morde und Tötungsdelikte unserer amerikanischen Freunde, die diese im Ausland zu verantworten haben, mit deinem Privatvermögen haftest. So betrachtet, sind sie ja auch Migranten, die unerwünschten Einfluss auf andere Länder ausüben.
        Ich halte finanziell vermutlich etwa 30 Sekunden durch, du ungefähr 0,00001 Millisekunden ;)

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          Petkov

          25. Mai 2018 08:13 at 08:13

          Hallo Michael, du merkst aber hoffentlich selber, dass deine Antwort ziemlich skurril ist. Wann habe ich mich als Anwalt oder Verfechter von den Amis angeboten oder gar so wie du vorgeschlagen, Kuhhandeln zu betreiben: 5 Amerikaner für einen kriminellen Afrikaner. Gar nicht! Du bist Derjenige, der ständig schräge Nationalitätenvergleiche zieht, halb Europa (den Osten) in Schubladen steckt und die USA pauschal als größten Teufel der Menschheitsgeschichte an eine riesige Wand malt. Bezogen auf deinen starken, wenn auch seltsamen und unnötigen Nationenbezug möchte ich dich daran erinnern, dass du im Gegensatz zu mir ein Deutscher bist und somit ethnisch verwandt mit 80.000.000 Amerikanern inkl. Trump. Das ist aber für mich trotzdem kein Grund wie die Claudia Roth „Nie wieder Deutschland“ oder „Deutschland verrecke“ auf Demos zu skandieren.

          Ich spreche mich lediglich dafür aus, die Rechtsprechung sowie die Regeln und Normen möglichst genau unabhängig von Nationalitäten und Rassen anzuwenden. Das war früher in Deutschland absolut der Fall, in Merkelistan nicht mehr.

          Darüber hinaus kann ich in jeder Hinsicht als Integrationsexperte fungieren und in dieser Rolle sagen, dass es die merkel mit ihrem Ansatz auf keinen Fall „schafft“ und schon in wenigen Jahren offiziell als die größte politische Versagerin und Verbrecherin der neuen deutschen Geschichte da stehen wird.

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            Michael

            26. Mai 2018 01:45 at 01:45

            Hallo Petkov, meine Antwort ist auch nicht skurriler als dein Original-Kommentar oder deine Antwort. Ständig wetterst du gegen Asylanten aus dem süd-süd-östlichem Raum, steckst diese selber in Schubladen und malst pauschal einen eigenen größten Teufel an eine riesige Wand.
            Die ethnische Verwandtschaft mit Trump & Co. interessiert mich nicht im Geringsten. Ich habe keine ethnischen Präferenzen, derartiges Gedankengut überlasse ich gerne der AfD, Pegida und vergleichbaren Kaspern.

            Ich habe bereits mehrmals geschrieben, dass ich gegen jede Art von Gewalt, Kriminalität und Rechtsbruch bin. National und international, auf gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Ebene. Idioten und gute Menschen gibt es in allen Nationalitäten, Glaubensrichtungen und Hautfarben.

            Mit Claudia Roth oder Merkel habe ich nichts zu schaffen, bitte bringe mich nicht ständig in einem Satz mit diesen Personen in Verbindung.

            Und wenn du schon zynisch-sarkastisch extrem seltene massenhafte Einzelfälle bei Vergewaltigungen und Körperverletzungen/Totschlägen ins Feld führst, vergiss doch bitte nicht die russischen, ukrainischen, chinesischen, italienischen, deutschen oder amerikanischen Mitbürger und Freunde, die in dieser Statistik eine nicht unbedeutende Rolle spielen.

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            Petkov

            26. Mai 2018 13:53 at 13:53

            Michael, ständig bringst du diese absurde Argumentationslogik an den Tag, so dass wir nicht wissen, sollen wir uns über dich aufregen oder dich bemitleiden! Was spielt es für eine Rolle, ob Deutsche, Russen, Amerikaner oder Chinesen ggfs. auch kriminell sein könnten? Es geht hier darum, dass eine selbsternannte Weltretterin im Kanzleramt auf Kosten des gesamteuropäischen Sozialfriedens und ohne rechtliche Grundlage Völker eingeladen hat, die in der Regel weder kulturell noch arbeitsmarkttechnisch ein integrierter Bestandteil der hiesigen Gesellschaft werden können. Die vielen positiven Ausnahmen davon hatten auch bisher geregelte und legale Möglichkeiten nach Europa zu kommen. Nicht von ungefähr sehen die gut integrierten Türken, Afghanen, Syrer, Nordafrikaner etc. das merkelsche Migrationsdisaster extrem kritisch.

            Du beschwerst dich selber ständig, welche Abgabenlast du aktuell als Freiberufler zu tragen hast. Die IHK zählt dich als Künstler, was du nicht sein willst, musst aber zahlen Blabla… Glaubst du, mit deinen arabischen und afrikanischen Freunden wird’s besser, wo du auch deren 6-10 köpfige Familien durchbringen musst? Was für Job- und Verdienstchancen haben sie in einer hochentwickelten, postindustriellen Gesellschaft auf dem Weg zur flächendeckenden Digitalisierung von Produktion und Dienstleistungen?

            Aber mir geht es nicht wirklich um die sozialwirtschaftlichen Risiken, sondern vielmehr um die Gefahren für Leib, Leben und Seele. Du weißt sehr genau, dass die Politik, Polizei sowie Justiz in deinem Land noch lange keine adäquate Antwort auf das stetig steigende Gefahrenpotential finden können oder wollen. Magst du ganze Landstriche deines Vaterlands für Ghettos und No-Go-Areas opfern? Wem willst du was beweisen, magst du amerikanische Verhältnisse haben? Und wenn die Amis Trump gewählt haben, wen würden erfahrungsgemäß die Deutschen wählen, wenn’s denen richtig an Kragen geht? Was wäre das für eine Gesellschaft oder für ein Europa?

            Wem willst du mit deinem undifferenzierten Linkspopulismus was beweisen? Klar hat dein Volk Millionen Juden vergast, aber du kannst das nationale Gewissen nicht reinwaschen, indem du das Land mit den größten Feinden der Juden flutest: zurückgebliebenen, extremistisch- bornierten Moslems.

            Man muss immer versuchen, anderen Menschen zu helfen. Dabei soll man mit den vorhandenen begrenzten Ressourcen möglichst viele Bedürftige erreichen und dabei auch an die eigene Sicherheit denken, damit die Hilfe nachhaltig geleistet werden kann. Die merkelsche Zuwanderungsapokalypse wird keiner der genannten Anforderungen gerecht.

            Die Lösung lautet, mit viel weniger Geld viel mehr Menschen zu helfen, allerdings vor Ort oder in den Ländern aus dem gleichen Kulturkreis. Ich habe vielfältige Ideen, wie man Anreize dafür schaffen kann: Konjunkturprogramme, subventionierte Engagements europäischer Unternehmen, Bildungsinitiativen. Insbesondere Sexualbildung, damit man die untragbare Bevölkerungsexplosion als Fluchtursache beseitigt… Das bedarf eines guten Managements und ist nicht trivial, aber auf jeden Fall machbar. Und im Gegensatz zu deinen reaktiven Sticheleien ist das ein konkreter Plan.

            Du dagegen brüllst seit Jahren dein wirres Mantra rauf und runter, dass die amerikanische Politik aggressiv ist und die Russen eine Mafia haben, deswegen dürfen auch Nafris, Somalier und Araber mal die europäische Rechtsstaatlichkeit untergraben. Der deutsche Staat scheitert immer wieder an den Problemen, die mehrere Individuen aus besagten Erdteilen verursachen. Also muss man erst mal zumindest das Wachstum des Problempotentials unterbinden. Ob Chinesen, Amerikaner oder Marsianer ebenfalls „böse“ sein können, ist hier Stuss.

            Du kannst nicht nach einer Existenzberechtigung für die Pest suchen, nur weil es auch Cholera gibt.

          • Avatar

            Michael

            28. Mai 2018 21:59 at 21:59

            @Petkov, jetzt mach aber mal langsam und überdenke deine eigene absurde Argumentationslogik. Alles basiert auf meinem ersten Kommentar zu diesem Artikel zum Marshallplan. Ich spreche darin der ARD (nicht verwechseln mit AfD) darin lediglich zu, dass sie auch den einen oder anderen interessanten und kritischen Nicht-Mainstream-Artikel publizieren.
            Und ich zweifle weiterhin an, dass die USA ein großer Fan von Freihandel ist, außer dies geschieht zum eigenen Vorteil.
            Nicht mehr, nicht weniger.
            Und in einem kurzem Satz am Ende schreibe ich, dass mir 5 afrikanische Freunde lieber sind, als ein amerikanischer opportunistischer Supermilliardär. Freunde, lieber Petkov, aus Afrika, keine kriminellen oder illegalen arabischen Einwanderer (ein populistischer Kniff, den du zur perfekten Überleitung zu deinem Postulat benutzt).
            Hast du keine afrikanischen Freunde, glaube mir, da verpasst du was, da gibt es echt coole Menschen?!
            Nicht mehr, nicht weniger schreibe ich in meinem original Kommentar.

            Dann kommst du, mit Haftung fürs Privatvermögen, mit Kuhhandel, mit schrägen Nationalitätenvergleichen, mit ethnischen Verwandtschaften, mit Claudia Roth und Merkel.

            Du fragst dich, ob wir uns über mich aufregen oder mich bemitleiden sollen. Wer ist wir? Regt euch doch auf und bemitleidet mich gleichzeitig ;) Dann ist jedem von euch geholfen. Mir ist das wurscht.

            Du beherrscht zweifelsohne besser als ich die Sprache der Populisten, um dich einmal zu zitieren:
            Wem willst du mit deinem undifferenzierten Linkspopulismus was beweisen?
            Wem willst du mit deinem hochdifferenzierten ;) Rechtspopulismus was beweisen?
            Deine fast perfekte Grammatik und Rechtschreibung wird hoffentlich keinen über die vollkommen verquere Logik deiner wirren und haltlosen Logik hinwegtäuschen.

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            leftutti

            29. Mai 2018 02:59 at 02:59

            @Michael, Hey, mein Tipp: Lass es gut sein mit dem Typen, du hast ihm ja bereits öffentlich die Friedenspfeife angeboten. Der will halt nicht verstehen, sondern seinen Müll publizieren. Da rennst du gegen eine populistische Wand ||
            Als ich vor ein paar Monaten über wissenschaftliche Erkenntnisse zu unseren Untersuchungen an Bohrkernen in der Arktis schrieb, die nun seit Wochen global im Web und im TV laufen, waren die Kommentare vergleichbar erbärmlich, aber populistisch „logisch“ aufgebaut.
            Sollen die „Skeptiker“, Zyniker und Realitätsverweiger doch glauben, was sie wollen, ich bin raus aus diesen Diskussionen, die ein jedes Mal aus Viere Fünfe machen.

          • Avatar

            Petkov

            29. Mai 2018 07:21 at 07:21

            Sorry Michael, aber du hast im Laufe der Zeit so viele Privatinformationen von dir preisgegeben, dass ich mittlerweile fast ein perfektes Profil von dir erstellen kann. Und ich gehe mit dir jede Wette ein, dass ich zwar wesentlich jünger als du bin, aber auf meinem Lebensweg bislang erheblich mehr Ausländer aus allen Erdeckchen und auch aus allen Bildungs- und Gesellschaftsschichten kennengelernt habe. Selbst mit deinen moslimischen Patenkindern kannst du da wenig wett machen.

            Allein mein XING-Profil weist eine kulturelle Vielfalt auf, die extrem schwer zu toppen ist. Selbstverständlich auch Araber und Afrikaner aus verschiedenen Ländern. Und die alle sind, wie ich oben bereits erwähnt habe, allesamt Merkel-kritisch und würden meine Argumente bedenkenlos unterschreiben.

            Sie sagen über mich, dass ich vertrauenswürdig, fair und hilfsbereit bin. Aber eben auch erfahren und direkt, ich nehme bei wichtigen Themen kein Blatt vor den Mund.

            Du dagegen diffamierst mich als Rechtspopulisten, was dich selbst bloßstellt und noch lächerlicher macht. Das einzige, was an meiner absolut integeren Persönlichkeit kratzt, ist, warum ich mich immer wieder mit dir einlasse. Den Fehler werde ich jedoch korrigieren. Du bist eben Opfer deines eigenen reaktiven Verhaltens, wahrscheinlich alles unterbewusst in der Schule eingepflanzt. In der Schule eines Landes mit damals ungeheuerlichen psychologischen Altlasten. In der Schule eines gespaltenen und überall fremdbesetzten Landes. Viele Jahrzehnte danach spürt man die negativen Folgen.

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            Michael

            29. Mai 2018 16:12 at 16:12

            Hey Leftutti, alter Eisbohrer :) Bist du endlich wieder im Lande?

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            leftutti

            29. Mai 2018 17:58 at 17:58

            Hey Michael, alter Nasenbohrer ;) Ich bin auf dem Weg zurück in Richtung Süden (klar, in diesen Breiten gibt es ja praktisch nur diese Himmelsrichtung) :)
            Was soll ich noch noch hier, es gibt ja fast kein Eis mehr, dass man bohren könnte :(
            Ich melde mich mal bei dir, wenn ich wieder da bin. Höchstwahrscheinlich nächstes WE.

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            Michael

            31. Mai 2018 00:03 at 00:03

            @Petkov, du schreibst hier ganz öffentlich:
            Sorry Michael, aber du hast im Laufe der Zeit so viele Privatinformationen von dir preisgegeben, dass ich mittlerweile fast ein perfektes Profil von dir erstellen kann.
            Speicherst du personenbezogene Daten von mir auf deinem Rechner und betreibst du Profiling?

            Wenn ja, mache ich dich auf folgende Abschnitte der DSGVO aufmerksam:

            Profiling
            Profiling ist jede Art der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten, die darin besteht, dass diese personenbezogenen Daten verwendet werden, um bestimmte persönliche Aspekte, die sich auf eine natürliche Person beziehen, zu bewerten, insbesondere, um Aspekte bezüglich Arbeitsleistung, wirtschaftlicher Lage, Gesundheit, persönlicher Vorlieben, Interessen, Zuverlässigkeit, Verhalten, Aufenthaltsort oder Ortswechsel dieser natürlichen Person zu analysieren oder vorherzusagen.

            Recht auf Auskunft
            Jede von der Verarbeitung personenbezogener Daten betroffene Person hat das vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber gewährte Recht, jederzeit von dem für die Verarbeitung Verantwortlichen unentgeltliche Auskunft über die zu seiner Person gespeicherten personenbezogenen Daten und eine Kopie dieser Auskunft zu erhalten.

            Recht auf Löschung (Recht auf Vergessen werden)
            Jede von der Verarbeitung personenbezogener Daten betroffene Person hat das vom Europäischen Richtlinien- und Verordnungsgeber gewährte Recht, von dem Verantwortlichen zu verlangen, dass die sie betreffenden personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht werden.

          • Avatar

            Petkov

            31. Mai 2018 08:32 at 08:32

            :-) :-) :-) Der war gut, Michael, wirklich! Das stupide Kopieren von AGBs für die Webseiten deiner Kunden färbt langsam ab, nicht wahr?

            Ja, ganz richtig, ich speichere personenbezogene Daten von dir mit dem klaren Ziel ein Profil zu erstellen. Ein Profil vom Bürgertypus, der den Nährboden für politischen Dreck wie Claudia Roth, Teufela Merkel, Petri, Meuthen usw. bildet. Denn deine undifferenzierte, unreflektierte, starre und realitätsverweigernde Denkweise begünstigt erst die Bildung und Verfestigung dieses Abschaums – egal ob links- und rechtsrum gequirlt. Die einen unterstützst du direkt, die anderen mittelbar nach dem Prinzip „keine Wirkung ohne Nebenwirkung“. Oder nach dem Wechselwirkungsgesetz der Physik ;-) Leute mit deiner Denkweise schaffen ein großes Ungleichgewicht. Und da Ungleichgewichte nicht dauerhaft bestehen können, werden Prozesse in Gang gesetzt, die wir heute leider in der politischen Realität Europas ertragen müssen.

            Ich speichere deine Daten nicht nur, ich verarbeite sie auch. Und zwar mit dem mächtigsten Prozessor, der je existiert hat. Mit einem Prozessor aus Kohlenwasserstoffatomen, unerreicht von Intel, AMD & Co. Ein Prozessor, dessen Verarbeitungsalgorithmen nicht vorgegeben sind, sondern sich frei entfalten können. Und nicht an letzter Stelle: ein Prozessor, der keiner Verordnung und keiner bürokratischen Norm unterworfen werden kann.

            Du bist aber der Liebling eines jeden Politikers und glaubst, dass es für jedes Problem irgendwo irgendeine Verordnung gibt, die man einfach copy-pasten kann und schon ist die Welt wieder rosa-grün :-D Hauptsache man vertraut blind der unendlichen Weisheit der „Volksparteien“ und denkt ja nicht selber mit, sondern ermahnt die anderen sich zu fügen. Sonst funktioniert es in der Schafsherde nicht. Süß!

            Aber jetzt im Ernst: hör auf deinen im hohen Norden unterkühlten und immer verschnupft wirkenden Freund, der tutti Löcher in seinem Leben left-rum gebohrt hat. Hör auf ihn und hole dir nicht ständig Watschn von mir ab. Hast du es nicht schon satt, von einem spät zugezogenen Ausländer in deiner eigenen Muttersprache ständig durch den Kakao gezogen zu werden?

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            Michael

            31. Mai 2018 19:58 at 19:58

            Ach Petkov, ich fühle mich von dem zusammenhanglosen pseudowissenschaftlichen Gequassel nicht im Geringsten durch den Kakao gezogen oder abgewatscht. Vielmehr amüsiert es mich jedes Mal aufs Neue, und ich freue mich, dass ich immer wieder der Mühen des großen Profilers wert bin.
            Ich denke, du schließt da von dir auf andere, genau wie bei deinem unscharfen Pseudoprofil über mich. Erkennst du darin nicht zu großen Teilen den Petkov wieder?

  9. Avatar

    Steve

    20. April 2018 10:30 at 10:30

    Jo .
    Vor allem war viel Bedarf da , da viel kaputt.

    So läuft das Spiel …heute auch noch

  10. Avatar

    Wolfgang Harzig

    20. April 2018 23:14 at 23:14

    Für Geld lügt jeder. Es ist bloß die Frage, wieviel Sekunden die Druckmaschine laufen muss.

    • Avatar

      Kilian

      27. November 2018 10:02 at 10:02

      Die frage die wirklich wichtig ist,ist wie man das ausrechnet…
      und zwar mit einem Dreisatz…!!!!!!!

  11. Avatar

    Beobachter

    29. Mai 2018 18:37 at 18:37

    Die von FMW ,Wolfgang M. u.mir schon lang erwähnten Umschichtungen von US Aktien in TBonds sind anscheinend im Gange.Es brauchte aber sehr viel Überzeugungskraft um den BÖRSENSPEZIALISTEN zu erklären ,dass das CRV von 3 Mt. US Anleihen viel besser als von US Aktien ist.Ich bin gespannt, wie lange die hochbewerteten Nasdaq Titel die negative Lage noch ignorieren können.Viele hoffen auf die angekündigten Aktienrückkäufe.Könnte auch sein, dass Firmenbosse mit mittelmässiger Intelligenz die Aktienrückkäufe auch erst nach einer Korrektur machen!!!

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Allgemein

US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Allgemein

Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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am

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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