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Indizes

Die wechselhaften US-Börsen – oder wer hat Schuld am Aktienkurs-Jo-Jo?

Auch wenn manch Kommentar im Zusammenhang mit den US-Börsen von Casino spricht: Im Endeffekt zählen die Unternehmensergebnisse

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Auch wenn manch Kommentar im Zusammenhang mit den US-Börsen von Casino spricht, sollte man die Kirche doch im Dorf lassen. Im Endeffekt zählen die Unternehmensergebnisse, die in der jetzigen Situation nur sehr schwer zu prognostizieren sind.

Zu den Fakten: Der Stand eines Aktienindex orientiert sich immer noch weitgehend an den zugrunde liegenden Unternehmensgewinnen. Im Oktober 2018 betrug das Kurs/Gewinn-Verhältnis beim S&P 500 – 17, es fiel infolge der Rezessionssorgen, ausgelöst durch die Zinsanhebungen der Fed und der Ankündigung weiterer vier bis auf einen Stand von 14,3, um sich bis in den April wieder bis auf 17 zu erholen.

Die Gewinne der Unternehmen in Q1 waren nicht so katastrophal ausgefallen, wie erwartet. Das kursunterstützende Aktienrückkaufprogramm von einer Billion Euro lassen wir in der Betrachtung mal außen vor, der Effekt von 5 Prozent hat aber auf das KGV auch nicht den überragenden Effekt bei einem 20 Billionen-Dollar-Index. Diese Buybacks werden zwar immer fragwürdiger, sind aber seit Aufhebung ihres Verbotes fester Bestandteil der amerikanischen Unternehmenskultur.

Das langjährige, durchschnittliche KGV der US-Märkte liegt bei 15 bis 16, ergo erleben wir zwar große Schwankungen, aber in Summa eigentlich noch nichts Sensationelles.

Zur Einordnung: Unser Leitindex DAX hatte im Zuge der Internethausse im Jahr 2000 ein KGV von 30 und dies bei einem niedrigeren Durchschnitts-KGV, als sein US-Pendant.

 

Wer sorgt für das derzeitige Durcheinander?

Da muss man nicht weit suchen gehen. Ein US-Präsident, der am Ende eines langen Konjunkturzyklus eine schuldenfinanzierte Jahrhundert-Steuerreform auflegt, dann die Notenbank trotz guter Konjunkturdaten zu Zinssenkungen auffordert, bei gleichzeitigem Anwerfen der Notenpresse (Q4) und dabei einen Handelskrieg mit dem zweit- und drittgrößtem Wirtschaftsraum der Welt in Gang setzt. Dazu noch ein ständiges Wechselspiel betreibt zwischen Drohen und Hoffnung-schüren, unter dem Einsatz von unerwarteten Tweets.

Investoren an den Aktienmärkten versuchen seit jeher künftige Aussichten in die Preisfestellungen einzupreisen, was bei diesem US-Präsidenten ständig zu Schieflagen führt.

Die Aktienkurse beim S&P 500 sind auf Dauer kein Spiel von Algos oder von Optionshandel, dafür ist der Markt viel zu groß. Ich habe hier schon einmal aufgezählt, welche Investorengruppen weltweit in diesem Mammutindex vertreten sind. Unmöglich hier ein einheitliches Vorgehen zu erwarten.

Die Kursentwicklung ist Ausdruck vom Wechselspiel zwischen der Angst und der Hoffnung von Millionen Anlegern und des ständigen Auftretens von Short Squeezes (Eindeckung von Investoren, die ihre Depots absichern wollten), die den Markt als Tollhaus erscheinen lassen.

 

 

Készítette: Meutia Chaerani / Indradi Soemardjan http://www.indrani.net – A feltöltő saját munkája, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2206055

 

Mein Fazit

 

Möglicherweise stehen wir vor einer Phase voller unwägbarer Kursavancen, weil an der Schaltstelle der mächtigsten Wirtschaftsmacht ein Mann steht, dessen Markenzeichen die Unberechenbarkeit ist, allerdings gepaart mit einer unglaublichen Egomanie. Ein Präsident, der die jahrzehntealte Markteffizienz (Efficient Market Theory) an ihre Grenzen bringt – möglicherweise für noch einen längeren Zeitraum (2020). Es gibt keinerlei verlässlichen Voraussagen derzeit, außer der Tatsache, dass die Aktienkurse sich halbieren werden, wenn dies auch die Unternehmensergebnisse tun.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Übelkeit

    17. Mai 2019 13:05 at 13:05

    Absoluter Blödsinn. Alle Indizes werden ausschließlich von zwei Faktoren bestimmt: Geldmenge und Algos/Tradern.

    Die Investoren bestimmen nur das Interesse oder Desinteresse. Die Algos bestimmen den Rest. Sie kennen die Geldmenge und alle Charts. Zeitgleich werden markante Hochpunkte und Tiefstpunkte in allen Aktien angelaufen. Das sind keine Zufälle.

    Beste Beispiel für deren Einfluss ist, wenn ein Schwergewicht wie Apple nachbörslich einen ganzen Index bewegt. Zu Zeiten wo Anleger nicht handeln oder gar handeln können werden synchron andere Aktien in dem Index um mehrere Prozente heruntergezogen oder heraufgezogen.

    Als im letzten Jahr der Boden erreicht wurde lag das nicht an dem Einlenken der FED sondern an der Charttechnik. Dax Top bis Nackenlinie des SKS waren 100%. Nackenlinie bis Boden ebenfalls 100%. Zeitgleich wurde im Sp500 die Unterstützung des 10 Jährigen Aufwärtstrend angelaufen. Trump hätte China den Krieg erklären können, der Index wäre trotzdem abgeprallt.

    Trump streut nur zur richtigen Zeit die Informationen. Wie zu Weihnachten. Er will den Index stabilisieren. Manchmal klappt es manchmal haben seine Aussagen aber auch kaum einen Effekt. Dann muss man sich eine neue Geschichte ausdenken wie „war schon eingepreist“

    Je mehr Geld die Algos konzentrieren, desto unwichtiger wird der Rest. Früher haben sich Aktien Tage lang nicht bewegt, da sich im Unternehmen auch nichts geändert hat. Die Zeiten sind vorbei.

  2. Avatar

    Macwoiferl

    17. Mai 2019 13:10 at 13:10

    Ach Quark und Nullkommanix.
    Hier auf FMW steht es oft genug zu lesen.
    Und auch Jochen Stanzl sagt es im Morgenvideo:
    Die großen Player heißen FED, EZB, Bank of Japan etc.
    Dazu shorties und longies, die sich jagen gegenseitig.
    Verfallstage.
    Aktienrückkäufe (auf Pump)
    Unwichtig sind:
    Konjunktur, Wachstum, neue Produkte, neue Märkte etc.
    Börse=Casino?
    Ja klaro, windige Zockerbuden. Mehr nicht!

    • Avatar

      Wolfgang M.

      17. Mai 2019 13:58 at 13:58

      @Macwoiferl. Ja genau und deshalb haben die Aktienmärkte seit dem Krieg nach Inflation und sonstigen Kosten akkumuliert zwei Prozent mehr als alle anderen Anlageformen gebracht. Ein Engagement in den Aktienmärkten heißt Übernahme von Risiko und dafür gibt es Rendite. Alle risikolosen Anlagen erbringen nach Inflation, Steuern und Gebühren – null Rendite. Darüber gibt es so viele wissenschaftliche Arbeiten, die von der Fondsbranche tunlichst ignoriert werden. Klar haben die Notenbanken gerade ein Monster geschaffen, mit ihrer Zinspolitik, die keine schmerzhafte Rückkehr zur Normalität zulässt. Wie oft habe ich hier in diesem Forum schon geschrieben, dass der monetäre Faktor der wichtigste für die Börsen ist. Und man spielt das Spiel halt bis es nicht mehr geht, Japan lässt grüßen. Wieso wollen Sie es nicht wahrhaben, dass à la longue die Unternehmensergebnisse die entscheidende Rolle spielen. Die Weltbörsen sind über Jahrzehnte nur gestiegen, weil die Unternehmen mehr verdienen und nicht weil Trader Optionen handeln. Das ist nur das weiße Rauschen, das kurzzeitige Auf und Ab. Wenn Apple nächstes Jahr nur die Hälfte verdient, fällt auch der Kurs mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Hälfte. Klar haben wir derzeit eine durch das billige Geld überzogene Vermögensstruktur. Aber der S&P 500 hat derzeit ein KGV von 17 und nicht von 70. Das Gerede vom Casino ist doch populistisch. Haben die Aktien teilweise nicht sogar zwei Weltkriege überstanden? Das Vermögen von vielleicht einer Milliarde Anleger liegt an den Weltbörsen und nicht im Casino und repräsentiert in großem Maße (nicht in allen Fällen) das Sachkapital der Volkswirtschaften und das ist langlebiger als FIAT-Geld, auch wenn es endlich wieder eines bereinigenden Gewitters bedarf. Nur haben wir derzeit einen Mitspieler am Markt, der sich am Immobilienmarkt schon mit dem Kauf von Casinos verzockt hat. Jetzt hätte ich mich fast ein bisschen echauffiert.
      Schöne Grüße

  3. Avatar

    Macwoiferl

    17. Mai 2019 14:52 at 14:52

    Ja, ganz ruhig, ganz ruhig!
    Der Blick in die rosarote Vergangenheit taugt für mich nicht zur Analyse der Gegenwart!
    Wir schauen uns Tesla an und fragen: Wo sind denn die vielzitierten Gewinne?
    Wir schauen uns Alibaba an und fragen: Was macht diesen entsetzlichen Krautladen so wertvoll?
    Haben Sie mal die Website aufgerufen?
    Wir hatten den Neuen Markt – nullkommanull Gewinne.
    Ja und Apple steigen TROTZ Verlusten beim Iphone.
    Was ist so unglaublich wertvoll an Amazon? Worin liegt der Ertrag?
    Wann gab es die letzte Innovation bei Google? Die stellen laufend Projekte ein: Google Site Search, Google Plus, Google Glasses.
    …und und und…

    Sie schreiben selbst laufend: die Bilanzen werden frisiert. Die Ergebnisse durch Aktienrückkäufe angehübscht.
    Zombie-Firmen. Zombifizierung der Wirtschaft.

    …undund und..

    Was micht nervt an Deutschland: der „Deutsche Induktionsschluss“.
    Der lautet, kurz gesagt: Was einmal war wird immer sein.
    Dazu der Deutsche Naive Nenner: Alles ist gut. Alles ist in Ordnung. Alles ist prima.
    Raute formen. Ommmm.

    Der obige Text erinnert mich an eine Polizeikolonne, die den Schaulustigen nach einem Massencrash mit 330 Autos zuruft:
    Fahren Sie weiter, es ist nix passiert.

    Und ja: Zockerbuden. Casino. Hütchenspielkolonne. Wettbüros. Dillerhütten. Gambling-Bars.
    Das sind die Börsen 2019.

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Finanznews

Dax schwächer als Wall Street – Rotation vorbei? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Der Dax ist wieder erkennbar schwächer als die großen Indizes der Wall Street: während der deutsche Leitindex noch nicht einmal den Stand kurz vor dem Corona-Crash erreicht hat, steigen S&P 500 und Nasdaq auf neue Allzeithochs. Bereits gestern liefen die Tech-Werte besser als die „Corona-Verlierer“, die ab 09.November (Meldung von Pfizer) so stark steigen konnten – heute setzt sich dieses Muster weiter fort. Ist die Rotation damit schon wieder vorbei, weil der Glaube an eine schnelle Wiederauferstehung von Value-Aktien schwindet? Der Dax jedenfalls tut sich schwer im Bereich der 13400er-Marke – langsam muß der Ausbruch auf der Oberseite erfolgen, denn was nicht steigt, tendiert dann zu fallen. Ist es der starke Euro, der bremst?

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Gold/Silber

Goldpreis: Abverkauf als Vorbote für Crash der Aktienmärkte?

Markus Fugmann

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Der Goldpreis ist zuletzt stark unter Druck gekommen – hat das auch etwas für die Aktienmärkte zu bedeuten? Derzeit herrscht an den Märkten bekanntlcih Impfstoff-Euphorie – die US-Indizes mit exztrem starker Performance im November, es waren vor allem die Aktien und Indizes, die in der Coronakrise am Stärksten verloren hatten, die massiv stiegen. Daher hatte etwa der US-Nebenwerte-Index Russell 2000 (wichtigstes ETF: IWM) seinen besten Monat der Geschichte, obwohl knapp die Hälfte der in diesem Index enthalenen Unternehmen Verluste schreiben und in der Coronakrise ihre Verschuldung massiv nach oben geschraubt hatten, um die Krise finanziell zu überstehen. Nicht zufällig ist daher der Russell 2000, der die breite Wirtschaft der USA abbildet, der mit Abstand „teuerste“ Index der Wall Street.

Goldpreis und Aktienmärkte: ein seltsamer Zusammenhang

Der Goldpreis ist bekanntlich nun zweistellig im Minus seit seinem Hoch im August knapp unter der 2100-Dollar-Marke, alleine im November verlor das gelbe Edelmetall 5%. Heute folgt eine kleien Gegen-Reaktion bei Gold mit einem Anstieg über die 1900er-Marke, aber eines ist doch auffällig: die Aktienmärkte erwarten durch die Impfstoffe eine baldige Lösung der Coronakrise nach dem Motto: im Jahr 2021 wird alles so wie früher, oder sogar besser (Allzeithoch vieler Aktien-Indizes). Mit anderen Worten: die Menschen leben wie früher, die Nachfrage zieht an, wodurch tendentiell Inflation entsteht. Das ist die Sicht der Aktienmärkte.

Aber einiges ist hier ungewöhnlich! Zunächst einmal, dass der Goldpreis fällt, obwohl der Dollar schwach ist. Weiterhin ist auffällig, dass die Anleihemärkte eine andere Botschaft senden: denn hier steigen die Renditen nicht, was ja eigentlich passieren müsste, wenn die Wirtschaft wieder stark anzieht nach Ende der Coronakrise (starke Wirtschaft geht tendentiell einher mit infaltionären Tendenzen). Die Anleihemärkte also sehen diese Rückkehr in die alte Welt also offenkundig nicht – und es ist kein Geheimnis, dass die Anleihemärkte als „smarter“ gelten als die Aktienmärkte. Jene Aktienmärkte, die lange die Dimension des Corona-Problems ignoriert und verdrängt hatten, um dann plötzlich in Panik zu verfallen.

Zurück zum Goldpreis: warum fällt Gold? Offenkundig gehen die Investoren nicht davon aus, dass eine von den Aktienmärkten bereits eingepreiste Rückkehr zur Vor-Corona-Realität bald eintreten wird  – sonst müsste Gold eigentlich als bewährter Schutz vor Inflation steigen. Auch die Anleihemärkte sehen das Positiv-Szenario der Aktienmärkte offenkundig nicht.

Wenn nun der Goldpreis deutlich fällt, ist darin eine Botschaft enthalten, wie in folgendem Video von „Game of Trade“ erklärt. Das Video beginnt mit einer Analyse der Aktienmärkte, zeigt dann die derzeit euphorische Stimmung der Investoren – und erklärt dann den zentralen Aspekt: dass der fallende Goldpreis ein Vorbote ist für fallende Renditen, was wiederum absehbar auf erheblichen Streß für die Aktienmärkte hindeutet:

 

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Fallender Goldpreis als Vorbote für einen Crash der Aktienmärkte?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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