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Die Wirtschaft der Eurozone brumt gewaltig, aber die Aktienmärkte sehen das anders..

In Europa brummt die Konjunktur, wie heute veröffentlichte Daten zeigen, deutlich stärker als in den USA. Aber die Aktienmärkte unseres Kontinents sind viel schwächer als die US-Indizes. Ahnen sie Unheil?

FMW-Redaktion

Es ist schon grotesk: in den USA sind die Wirtschaftsdaten nicht schlecht, aber weit weniger gut als derzeit in der Eurozone! Das gilt besonders für die Einkaufsmanagerindizes, und hier besonders für den Bereich „Gewerbe“. Heute kam die finale Version der Einkaufsmanagerindizes aus den Ländern der Eurozone (Markit PMI), die sich so lesen:

„Den sechsten Monat in Folge ging es in allen von der Umfrage erfassten Ländern aufwärts, was zeigt, dass sich der Aufschwung im November auf breiter Basis fortgesetzt hat. Drei Kernländer waren erneut führend: Deutschland vermeldete annäherndes Rekordwachstum, die Niederlande und Österreich verzeichneten jeweils neue Allzeithochs. Auch Irlands PMI erreichte einen der höchsten Werte in der bisherigen Umfragegeschichte.
Italiens PMI kletterte auf ein 81-Monatshoch, Frankreichs PMI auf ein 84-Monatshoch, und in Spanien stieg er auf den höchsten Wert seit nahezu 11 Jahren. Griechenland war zwar Schlusslicht, doch auch hier wies der PMI zum sechsten Mal hintereinander Wachstum aus.
Die Zuwächse bei Produktion und Auftragseingang fielen im November so hoch aus wie zuletzt im Februar 2011 bzw. April 2000. Ausgesprochen robust war laut Befragten sowohl die Binnen- als auch die Exportnachfrage. Das Exportneugeschäft zog in allen Ländern an, hier verbuchten die Unternehmen insgesamt sogar das höchste Plus seit Umfragebeginn im Juni 1997. Ein annäherndes Jahreshoch vermeldeten Deutschland, Italien, Spanien, die Niederlande, Irland und Österreich, was die Branchenakteure vor allem auf die anziehende Nachfrage aus den USA, Asien und innerhalb Europas zurückführten.“

Also überall Boom. Fragt sich nur, warum die Aktienmärkte das so nicht widerspiegeln. Vielleicht, weil eben diese Aktienmärkte die Zukunft spielen, während diese heute veröffentlichten Daten bereits Vergangenheit sind? Und vielleicht diese Zukunft weniger rosig aussieht, was die Aktienmärkte unseres Kontinents irgendwie spüren und antizipieren?

Erstaunlich ist, dass angesichts dieser Zahlen die europäischen Aktien-Indizes im Vergleich zum US-Aktienmarkt extrem günstig bewertet zu sein scheinen – oder sollte man doch besser sagen: die US-Märkte sind viel zu teuer? Letzteres scheint wohl auf jeden Fall richtig zu sein!

Wie auch immer! Hier die aktuelle Tabelle der Championsleague in Sachen Industrie (in der es keine Absteiger gibt, weshalb Griechenland weiter mitspielen darf..):

Deutschland 62.5 (Flash 62.5) 81-Monatshoch
Niederlande 62.4 Rekordhoch
Österreich 61.9 Rekordhoch
Italien 58.3 81-Monatshoch
Irland 58.1 215-Monatshoch
Frankreich 57.7 (Flash 57.5) 84-Monatshoch
Spanien 56.1 129-Monatshoch
Griechenland 52.2 2-Monatshoch


Theoretischer Konjunkturverlauf in der Konjunkturuhr
Von dieter f – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1412166



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1 Kommentar

  1. Das ist aber FAKT:
    Die Wirtschaft der Eurozone brumt gewaltig, aber die Mittelschicht wird immer aermer…und die Manager-Elite immer reicher….
    Die alten langgedienten Buckler werden aussortiert und durch billige befristete Malocher ersetzt!!!

    das ist grotesk…..

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