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Die „Wirtschaftsweisen“ halbieren die Wachstumsprognose

Die bisherige Wachstumsprognose für die Konjunktur aus November lag bei 1,5%, wenn man die durchschnittliche Schätzung der sogenannten fünf Wirtschaftsweisen heranzieht. Sie sind ein Gremium von Deutschlands bekanntesten Wirtschaftsforschungsinstituten. Aktuell halbieren sie ihr Prognose fast auf 0,8%.

Die Hochkonjunktur der deutschen Wirtschaft sei erst einmal vorüber, aber eine Rezession sei dank der robusten Binnenkonjunktur nicht zu erwarten. Wie alle Experten weisen also auch die führenden Ökonomen in ihrer gemeinsamen Erklärung darauf hin, dass man in Deutschland eine Abkühlung vor sich habe, aber keine Rezession! Die Exportnachfrage aus wichtigen Absatzmärkten sei deutlich schwächer, und in vielen Branchen seien Kapazitätsgrenzen erreicht. Auch Engpässe auf dem Arbeitsmarkt würden eine Rolle spielen.

Heute früh hatten wir schon über einige Herabstufungen bei anderen Prognosen berichtet, unter anderem von ifo, IWF, OECD usw. Hier die Wirtschaftsweisen („Sachverständigenrat“) im Zitat:

Das Expansionstempo der deutschen Volkswirtschaft hat merklich nachgelassen. Vorübergehende Produktionsprobleme in der Automobil- und Chemieindustrie waren hierfür mitverantwortlich. Gleichzeitig hat sich die Grunddynamik der deutschen Wirtschaft verlangsamt. Nachfrageseitig geht dies vor allem auf eine deutlich schwächere Exportnachfrage aus wichtigen Absatzmärkten zurück. Angebotsseitig spielen die in vielen Branchen erreichten Kapazitätsgrenzen und bestehenden Arbeitskräfteengpässe eine Rolle.

Vor diesem Hintergrund revidiert der Sachverständigenrat seine Wachstumsprognose für das Jahr 2019 nach unten und erwartet für die Jahre 2019 und 2020 jahresdurchschnittliche Zuwachsraten des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,8 % und 1,7 %. Die niedrige Prognose für das Jahr 2019 wird dabei stark durch das schwache letzte Quartal des Jahres 2018 und den damit verbundenen geringen statistischen Überhang beeinflusst. Bereinigt um den positiven Kalendereffekt aufgrund der außergewöhnlich hohen Anzahl an Arbeitstagen beträgt die Zuwachsrate im Jahr 2020 nur 1,3 %.

Die Zuwachsraten des deutschen BIP werden demnach im Prognosezeitraum voraussichtlich leicht unterhalb des Potenzialwachstums liegen. Die Überauslastung der deutschen Wirtschaft geht somit zurück, und die Produktion nähert sich ihrem Potenzial von oben an. Die Anzahl der Erwerbstätigen dürfte jedoch weiter steigen und die Lohndynamik hoch bleiben. Insbesondere von dem privaten Konsum, den Bauinvestitionen und dem Staatssektor dürften im Jahr 2019 positive Wachstumsbeiträge ausgehen. Angesichts der robusten Binnenkonjunktur ist eine Rezession nicht zu erwarten.

Für die übrigen Mitgliedstaaten des Euro-Raums zeichnet sich ebenfalls eine schwächere Entwicklung ab. Der Sachverständigenrat senkt seine Prognose für die Zuwachsrate des realen BIP im Euro-Raum für das Jahr 2019 auf 1,2 %. Für das kommende Jahr wird ein Zuwachs in Höhe von 1,4 % erwartet.

Wachstumsprognose



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