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Die Zukunft des Fernsehens – das Jahr 2019 könnte einen Umbruch einleiten

Apple springt auf einen fahrenden Zug auf

Was wurde hier in diesem Forum nicht schon geschrieben und protestiert über die Zwangsabgabe an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Höhe von jährlich 8 Milliarden Euro. Die Verwendung der Gelder für extrem teure Produktionen (z.B. Senderechte für Sportgroßereignisse) oder die Bezahlung der Intendanten und weiterer Führungskräfte (höhere Bezüge als für den Bundeskanzler aus einer Zwangsabgabe), die daraus resultierenden Pensionslasten und, und, und.

Jetzt zeigt sich eine Entwicklung, wieder einmal von den USA ausgehend, die dem Medium Fernsehen – den Öffentlich-Rechtlichen, wie den Privaten in Deutschland – einige Zukunftsprobleme bereiten könnte.

 

Streamingdienste setzen den Fernsehanstalten zu

Nicht erst der Großeinstieg von Apple in die Medienwelt mit seinem Dienst TV+ vorgestern brachte es zutage. Die Videostreaminganbieter buhlen um die TV- Kundschaft und das mit Erfolg. Netflix besitzt bereits 150 Mio. Abonnenten, auch Amazon, die Medienkonzerne Disney und Warner verhelfen dem Fernsehen auf Abbruf zusätzlich zum Durchbruch. Und jetzt steigt auch noch Apple mit seiner großen Fangemeinde ein.

Dabei geht es nicht nur um das Konsumieren von Filmen und Dokumentationen zu jeder Zeit und nach Belieben, die Branchengrößen sind schon längst mit Eigenproduktionen im Geschäft. Erfolgreich, wie die Eigenproduktion „Roma“ von Netflix bewies, die drei Oscars gewinnen konnte.

Diese Filmportale werden sowohl für RTL, Pro Sieben/Sat 1, als auch für die Öffentlich-Rechtlichen zu einer echten Herausforderung, denn nach Recherchen des Handelsblattes geht der Fernsehkonsum der unter 25-Jährigen in zweistelligen Riesenschritten zurück. Mit fatalen Folgen für die Werbeeinnahmen.

Gibt es Gegenwehr in Deutschland?

Zaghafte Versuche für einen Einstieg in Streamingdienste gibt es von Pro Sieben Sat 1 mit Discovery und von RTL mit einem Investitionsvolumen von 350 Mio.€, vorwiegend für eigene Produktionen. Alles in allem bescheidene Schritte gegenüber den US-Konzernen, die ihrer Fühler auch nach Deutschland ausstrecken. Die Börse hat nach der Apple-Präsentation schon einmal reagiert, denn die Papiere von Pro Sieben Sat 1 und Axel-Springer verloren nach dem Einstieg des Konzerns aus Cupertino in die Medienwelt deutlich.

 

Fazit

Egal wie man diese Entwicklung qualitativ beurteilt.

Die deutschen TV-Anbieter müssen sich etwas einfallen lassen, das Verhalten der jungen Konsumenten spricht Bände. Ein Korrespondent des Handelsblatts, Hans-Peter Siebenhaar, brachte die Herausforderung gerade für die Öffentlich-Rechtlichen sehr treffend auf den Punkt: „Die Bereitschaft, lebenslang eine Haushaltsgebühr an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten unabhängig von der Nutzung der Inhalte zu zahlen, wird vielen Mediennutzern durch die steigende Nutzung von Streamingdiensten bald wie ein Relikt aus dem untergegangenen analogen Medienzeitalter erscheinen“.

 

Von Georg Slickers – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=76495



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1 Kommentar

  1. ob genutzt oder nicht, der Rundfunkbeitrag bleibt. Alle Klagen dagegen laufen ins Leere, die links-grünen Gerichte schmettern alle Klagen ab. Ob man den Rundfunk überhaupt nutzt, interessiert doch gar nicht. In Deutschland muss jeder bezahlen und zwar pauschal. Der arme Student genauso wie der Milliardär, höchst möglich ungerecht und unsozial, aber das interessiert niemanden. Selbst wenn es in 10 Jahren kein Fernsehen mehr gibt wird der Rundfunkbeitrag bleiben. Und die ÖR steigen ja selbst um auf die neuen Medien. Mit FUNK sponsern sie zahlreiche Youtube-Kanäle die natürlich voll auf Regierungslinie sind und sich mit Gendermainstreaming und der Jagd nach imaginären Nazis beschäftigen.

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