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Diese Fakten sprechen für einen weiter fallenden Ölpreis

Von Claudio Kummerfeld

Der Ölpreis schwankt nach seiner Halbierung von 100 auf 50 US-Dollar jetzt seit einem Monat in einer Range von 7 Dollar rauf und runter. Viele Experten erwarten einen Anstieg. Wir listen einige Fakten auf, die eher für einen weiter fallenden Ölpreis sprechen.

USA

Die Öl-Lagerbestände in den USA steigen immer weiter. Aktuell sind sie mit 434 Millionen barrels so hoch wie seit 1982 nicht mehr. Und obwohl die Anzahl der aktiv genutzten Öl-Bohrlöcher in den USA derzeit immer weiter fällt, reicht dies noch lange nicht aus um den Anstieg der letzten Jahre zu korrigieren; hinzu kommt noch, dass die Produktivität der aktuellen Bohrlöcher immer weiter steigt.

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Saudi-Arabien

Saudi-Arabien hat laut einer Bloomberg-Umfrage jüngst seine Produktion um 130.000 barrel pro Tag auf 9,85 Millionen erhöht, so viel wie seit 2 Jahren nicht mehr. Damit erhöht sich die global verfügbare Fördermenge wieder um ein Stück. Die Ankündigungen der saudischen Offiziellen aus den letzten Monaten waren auch mehr als eindeutig. Man hat kein Interesse an steigenden Ölpreisen – im Gegenteil. Man möchte die gesamte Konkurrenz, vor allem die amerikanische Fracking-Industrie, in ihre Schranken weisen, damit man selbst seinen Platz an der Sonne als Öl-Produzent Nr. 1 behält.

Irak und Syrien

Der Irak sucht aktuell nach Wegen die Produktion zu erhöhen, um mit einer größeren Ölmenge, die verkauft wird, den niedrigen Ölpreis zu kompensieren. Hinzu kommt: zuletzt war die geförderte Ölmenge der OPEC zurückgegangen – aber nur aufgrund extrem schlechten Wetters, welches zu massiven Auslieferungsproblemen in Häfen im Südirak führte. Wenn das Wetter sich bessert, wird auch hier die Fördermenge wieder steigen und noch mehr Öl kommt auf den Markt. Pipeline-Zerstörungen in Libyen am 14.02. sorgten für drastische Rückgänge bei Öl-Ausführen aus dem Land – hier ging es um 200.000 barrel pro Tag. Diese Probleme wurden wieder behoben und die Fördermenge, die auf den Markt kommt, zieht somit auch hier an.

Aktuell schießt der Ölpreis ohne ersichtlichen Grund 1,5 Dollar nach oben. Händler munkeln über automatische Handelsprogramme, die eine Kettenreaktion ausgelöst haben. Also – dieser Anstieg steht auf mehr als wackligen und kurzfristigen Beinen.

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Quelle: US Energy Information Administration / Bloomberg / OPEC



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1 Kommentar

  1. Sehr informativ gemacht.Für mich eine gute Entscheidungshilfe.

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