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Diese zwei Fakten zeigen das völlige Debakel für die EZB

Die EZB ist felsenfest davon überzeugt, dass ihre Strategie von Negativzinsen und Geldschwemme funktioniert. Mann müsse nur noch etwas anschieben und etwas Zeit verstreichen lassen, dann kommt die…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die EZB ist felsenfest davon überzeugt, dass ihre Strategie von Negativzinsen und Geldschwemme funktioniert. Mann müsse nur noch etwas anschieben und etwas Zeit verstreichen lassen, dann kommt die Inflation schon Richtung 2%, so ihre Meinung. Zwei Fakten widersprechen dem aber eindeutig, und dazu auch noch beides nüchterne Fakten, die von der EZB selbst stammen!

Kreditvergabe durch europäische Banken

Die EZB betont immer wieder durch ihre Maßnahmen würden die europäischen Banken bessere Kreditkonditionen an ihre Kunden weitergeben und mehr Kredite vergeben. Doch wer ganz genau nachliest, findet Erstaunliches. Zum Beispiel spricht die EZB in ihrem aktuellsten „Bank Lending Survey“ (Umfrage zur Banken-Kreditvergabe) nicht von einer gestiegenen Kreditvergabe der Banken, sondern von einer gestiegenen Kreditnachfrage. Bankkunden wollen also mehr Kredite. Was aber noch längst nicht bedeutet, dass die Banken dann auch mehr Kredite vergeben. Zitat EZB:

„Net demand for loans to enterprises continued to increase in the second quarter of 2016 (16%, compared with 17% in the previous quarter; see Chart 4 and Table A).5 While this rise was smaller than that expected by banks in the previous round, they expect a further increase in loan demand from enterprises in the third quarter of 2016 (24%). All large euro area countries with the exception of Spain reported an increase in loan demand in the second quarter of 2016.“

Schon in diesem kurzem Oiriginalzitat der EZB kommt drei Mal das Wort „demand“ (Nachfrage) vor. Aber nirgendwo liest man, ob die letztlich reale Kreditvergabe auch gestiegen ist. Hierzu findet man nur etwas, wenn man genau hinguckt. Die reale Kreditvergabe versteckt die EZB immer stillschweigend in ihren Berichten, wo sie in der Überschrift von den verbesserten „Kreditkonditionen“ spricht, also niedrigeren Zinsen. Mit erwähnt wird hier auch das tatsächliche Vergabevolumen der Banken. Hier die aktuellsten Daten der EZB. So haben neue Kredite von europäischen Banken an Unternehmen im Wert von mehr als 1 Million Euro von Juli 2015 auf Juli 2016 stark abgenommen von 133 auf 105 Milliarden Euro im Juli 2016. Ein kräftiger Rückgang – also genau das Gegenteil der benötigten Entwicklung.

Kredite 1

Bankeinlagen bei der EZB

Der zweite Fakt ist genau so gravierend. Zusätzlich zur Mindesteinlage, die Banken bei der EZB hinterlegen müssen, gibt es auch die sogenannte Überschussliquidität. Also wenn Banken überschüssige Gelder nicht als Kredit herausreichen, und auch sonst nicht wissen wohin damit, parken sie diese „überschüssige Liquidität“ normalerweise gering verzinst bei der EZB. Durch die Negativzinsen hat die EZB aber genau diese Milch sauer gemacht in der nachvollziehbaren Hoffnung, dass die Banken das Geld lieber gewinnbringend als Kredit weitergeben, anstatt bei der EZB sogar noch Strafzinsen zahlen zu müssen von inzwischen -0,4%.

Somit wäre es nachvollziehbar, dass die Banken ihre Liquidität von der EZB abziehen um keine Strafzinsen zahlen zu müssen. Was passiert aber? Nach aktuellsten Zahlen der EZB hat genau diese Überschussliquidität der Banken bei der EZB die schöne runde Summe von 1 Billion Euro überschritten. Genau genommen sind es jetzt 1,02 Billionen Euro. Das ist Rekordniveau! Durch die umfassenden Anleihekäufe der EZB wurden die Banken als großer Halter von Staatsanleihen vom Markt „verdrängt“. Ziel der EZB: Verdammt noch mal, nehmt das Geld endlich und verleiht es an eure Kreditkunden, damit die mehr Maschinen kaufen, Fabriken bauen und Jobs schaffen“. Aber wie wir weiter oben im Artikel sehen, geschieht das nicht.

Wo landet das Geld? Zu Teilen zumindest in der Überschussreserve von jetzt mehr als 1 Billion Euro, die in einem „funktionierenden Markt“ nur knapp über 0 liegen dürfte. Wie gesagt, in einem funktionierenden Markt! Wäre all das nicht so traurig, müsste man darüber lachen. Was aber fast schon wütend macht, ist die beharrliche Ignoranz der EZB und ihre feste Überzeugung, dass ihre Politik funktioniert. Mit der Meinung steht sie ziemlich alleine da. Aber das ist ja das Gute bei der Notenbank in einem demokratischen Staatengebilde. Sie agiert unabhängig, ohne jegliche Weisungsgebundenheit geegnüber einer übergeordneten Stelle. Was grundsätzlich eine sehr wichtige Sache ist, kann aber in so einem Fall auch bedeuten: Grober Unfug kann immer weiter fortgesetzt werden, ohne Eingriff von außen. Da bliebe letztlich nur eine Veränderung der EZB-Verträge durch die Eurozonen-Mitglieder. Aber herje, die meisten Mitglieder sind recht zufrieden mit dieser Politik…

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    micromegas

    5. September 2016 18:09 at 18:09

    Die Inflation, also der Teurungsrate, kommt nicht vom aufblähen der Geldmenge, sondern von den Löhnen. Und wenn die Löhne nicht steigen, steigen auch nicht die Preise.

    • Avatar

      foxxi

      6. September 2016 11:38 at 11:38

      ……..das ist leider nicht richtig! schau mal den geldanlagesektor an, da ist die inflation deutlich.gelddrucken ist immer die vorausetzung für inflation!
      richtig ist, dass die ezb ihre strategie wird ändern müssen. der konsument wird in die lage versetzt werden müssen, durch evtl. direkte und indirekt notenbankenhilfen, den absatz der industrie zu erzeugen, der für das gewinnwachstum notwendig ist.
      der wachstumszwang ist das große problem dieses schuldgeldsystems

  2. Avatar

    gerd

    5. September 2016 18:53 at 18:53

    „…diese Überschussliquidität der Banken bei der EZB (hat) die schöne runde Summe von 1 Billion Euro überschritten…, die in einem „funktionierenden Markt“ nur knapp über 0 liegen dürfte“

    1.
    a) Das hieße, dass aufs Jahr gerechnet 4Mrd an Zinsbelastung bei den EU-Banken anfallen würde?!?
    b) wenn schon ohne „Strafzins“ diese Summe nicht 1Billion sondern eigentlich bei 0 liegen sollte, wieso können die Banken sowas mitmachen? Wieso zahlen die ihren Kunden dann überhaupt noch 1Cent an Zinsen, wenn sie die Minuszinsen schon nicht weitergeben wollen?
    Tatsächlich bieten sie aber sogar Anlagen an mit, was weiß ich, o,5% bis 1%Zinsen oder als Neukunde vielleicht noch mehr? Also irgendwo ist da noch ein Haken, das da doch noch was verdient wird. Oder die Banker sind wirklich etwas dümmlich.

    2.
    Wenn sich die Banken schon evtl. so dumm anstellen und nicht selbst drauf kommen:
    Könnt ihr nicht als eines der (bald) größten deutschen Finanz-Informationsportale bei der EZB intervenieren?
    Hinsichtlich der im März mal von der EZB angekündigten langlaufenden M i n u szins-Tender für Banken, meine ich?! Was da eigentlich mit los ist. Wann das starten soll?
    Ich muss immer wieder sagen, DAS wäre eine Maßnahme mit größerer Erfolgsaussicht. Und dafür die „Strafzinsen“ für die Banken aber wieder abschaffen.
    Wenn die EZB dann auf FMW schon nicht hört, na, dann weiß ich auch nicht.

    beo 0

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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