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Digitaler Euro: Bedeutender Ökonom über die versteckten Risiken

Claudio Kummerfeld

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Euro-Symbol

Dein digitaler Euro ist die Antwort auf die neuen Kryptowährungen? Und wer sein Geldvermögen darin aufbewahrt, der hat nie wieder Sorgen, weil die Europäische Zentralbank (EZB) ja dank Druckerpresse nie pleite gehen kann? Klar ist, dass Notenbanken weltweit derzeit an digitalem Zentralbankgeld arbeiten, so auch die EZB. Aber zunächst kurz die Frage, was wäre überhaupt ein digitaler Euro? Nun, bislang haben wir Bürger Zentralbankgeld nur in Papierform in der Tasche. Digital nutzen wir Geld nur über unsere Hausbank oder Paypal etc. Aber direkt bei der Zentralbank haben nur die Banken selbst Zugriff über ihre Konten. Aber mit einem digitalen Euro hätte auch der Bürger quasi die Möglichkeit direkt bei der EZB ein Konto zu führen, und damit direkt Zentralbankgeld online zu nutzen, ohne Papiergeld. Das klingt doch wirklich nach einer super Sache?

Digitaler Euro als gigantisches Problem für die Banken

Dr. Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank, hat heute eine Denkschrift veröffentlicht, in der ein möglicher digitaler Euro kritisch betrachtet wird. Würde ein digitaler Euro von den Bürgern genutzt werden (und davon darf man ausgehen), dann fiele für die Banken eine wichtige Finanzierungsquelle weg. Denn wenn die Bürger Bankguthaben in digitale Euros umtauschen, würde nämlich Geld von ihren Konten bei den Geschäftsbanken auf ihre Konten bei der EZB überwiesen. Eine Geschäftsbank müsse in einem solchen Fall den gesamten Betrag von ihrem EZB-Konto auf das EZB-Konto des Bürgers überweisen. Entsprechend sinke dann das Guthaben der Geschäftsbank auf ihrem EZB-Konto und ihre Bilanz würde schrumpfen.

Privatleute und Unternehmen im Euroraum halten auf den Girokonten ihrer Geschäftsbanken laut Dr. Jörg Krämer 7,3 Billionen Euro. Wenn sie das im Extrem vollständig auf EZB-Konten überweisen würden, wäre dies für die Banken ein Verlust von fast einem Viertel ihres Fremdkapitals. Natürlich würden Banken dann versuchen einen solchen Mittelabfluss zu verhindern. So könnten sie ihre Sichteinlagen attraktiver machen, indem sie sie anders als bisher verzinsen. Außerdem könnten sie nach seiner Meinung als Ersatz für Sichteinlagen längerfristige Spar- oder Termineinlagen einwerben oder mehr Anleihen emittieren. Alle diese Möglichkeiten würden jedoch das Fremdkapital der Banken verteuern.

Risiken für die Bürger

Was wir bei FMW schon mehrmals in den letzten Monaten durchgesprochen hatten, waren vor allem die Risiken für den Bürger. So könne die EZB bei einem digitalen Euro ganz einfach Strafzinsen für die Kunden flächendeckend umsetzen, was bei Bargeld ja nicht möglich ist. Auch kann die EZB den Bürger vollständig überwachen und seine Lebensgewohnheiten im Detail nachvollziehen.

Wie die EZB die Banken retten könnte

Es ist leicht verständlich. Ein digitaler Euro könnte zur Katastrophe für Banken und Sparkassen werden, da ihnen ihre breite Finanzierungsbasis wegbrechen könnte, nämlich die Einlagen der Kleinsparer, die ihre Überschüsse aus Gehältern bisher aufs Spar- und Festgeldkonto packen. Diese Gelder würden dann wohl bei der EZB landen, wo der Bürger sich deutlich sicherer aufgehoben fühlt. Denn wie gesagt, die EZB kann ja nicht pleite gehen. Dr. Jörg Krämer bespricht im Detail die Folgen des Digital-Euros für die Banken, und mit welchem Maßnahmen die EZB diese Folgen auffangen könnte. Hier dazu seine interessanten Aussagen im Wortlaut:

Um dies auszugleichen und eine Erosion ihrer Gewinne zu vermeiden, müssten die Banken ihre Kreditzinsen erhöhen. Dann aber würden Unternehmen und private Haushalte weniger Kredite nachfragen. Will die EZB aus Sorge um die Konjunktur einen Rückgang der Kreditvolumina verhindern, muss sie die Finanzierungslücke der Banken selbst schließen. Dafür hätte sie im Wesentlichen drei Möglichkeiten, wobei alle mit schweren Nebenwirkungen einhergehen:

Erstens könnte die EZB den Banken Staatsanleihen abkaufen und ihnen den Gegenwert auf ihren EZB-Konten gutschreiben. Das tut sie bereits seit 2015, so dass die Banken auf ihren EZB-Konten freie Guthaben in Höhe von 2.653 Milliarden Euro haben. Diese könnten die Banken nutzen, um den Abfluss von Zentralbankguthaben auszugleichen, den die Einführung des digitalen Euros auslösen würde. Allerdings müsste die EZB dann die in der Krise gekauften Staatsanleihen dauerhaft halten, was die Staaten noch mehr vom heilsamen Druck der Finanzmärkte abschotten würde. Die Anreize für eine solide Haushaltspolitik und für Reformen etwa im hochverschuldeten Italien würden weiter sinken. Die tiefgreifenden Probleme vieler Euro-Länder blieben ungelöst – mit all den damit verbundenen Risiken für die Stabilität der Währungsunion.

Zweitens könnte die EZB die Finanzierungslücke der Banken schließen, indem sie ihnen Unternehmensanleihen abkauft. Aber das liefe darauf hinaus, dass die EZB Unternehmen finanziert und sie teilweise dem Einfluss privater Geldgeber entzieht. Die Folge wären noch mehr Zombie-Unternehmen, die nur dank niedriger Zinsen überleben, gesunden Unternehmen Ressourcen entziehen und die Produktivität der gesamten Volkswirtschaft senken.

Drittens könnte die EZB auf den Kauf von Staats- oder Unternehmensanleihen verzichten und die Finanzierungslücke der Banken stattdessen dadurch schließen, dass sie ihnen mehr Kredite gewährt. Wenn aber EZB-Kredite die Finanzierung über Kundeneinlagen ersetzen, haben die Banken weniger Anreize, gut zu wirtschaften und sich für private Geldgeber attraktiv zu machen.
… wobei die disziplinierende Wirkung des Marktes abnimmt

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Wenn die EZB den Banken die Finanzierungsmittel ersetzt, die durch den digitalen Euro wegfallen, senkt sie die disziplinierende Wirkung des Marktes auf Staaten, Unternehmen oder Banken – mit all den negativen Folgen für Wohlstand und Freiheit.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Mike

    8. Januar 2021 18:08 at 18:08

    Damit ist erst recht klar, weshalb der Tauschhandel und Absicherungsverträge unter den Marktteilnehmer zum Standard werden wird. Oder kann man sich vorstellen, dass Geschäftsabschlüsse die durch die EZB nach belieben beeinflusst werden können, global noch akzeptierbar wären?

  2. Avatar

    Daxrabbit

    8. Januar 2021 18:28 at 18:28

    Viel interessanter ist m.E. die Rechtslage.

    Die EZB ist doch formal eine unabhängige Institution!
    Welche Gerichtsbarkeit/-ort gehört dazu ? … muss ich dann immer nach Brüssel für Streitigkeiten um und mit meinem Konto ?

    Bestenfalls gilt (wenn überhaupt wegen der Unabhängigkeit) EU-Recht. ==> ergo, bei einem deutschen Gericht brauche ich mich dann wohl nicht beschweren wenn ich nicht an meine Geld komme weil meine Bankkarte oder mein smartphone account nicht funktioniert.

    Die Digitale Inflation ist dann ebenfalls gesetzt !!! Je Tag 0,05 % Verlust vom Nominalwert o.ä. so für den Anfang … die Politik der letzten Dekade lehrt uns das wir schnell Werte im einstelligen Prozentbereich pro Monat erreichen dürften. Ich bin zwar kein Historiker, aber selbst ich weiß das ein Ende eines Wirtschaftszyklus immer sehr unangenehm für 99% der Bevölkerung ausging – analog zu Dirk Müllers Buch „Endspiel“, ja wir sind angekommen.

    Und der Nebeneffekt auf die Assi-Tour: Man kommt endlich an „Big Data“.

    Mal im ernst, wer hat sich noch nicht mit GreatBritain, Norwegen etc. beschäftigt !?

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Ölpreis: Aufwärtstrend geht weiter? Was macht Biden? API-Daten lassen aufhorchen

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit dem 5. Januar im Aufwärtstrend. Nach einer Mini-Pause ging es Anfang dieser Woche weiter nach oben, von unter 48 Dollar im WTI-Öl am 5. Januar bis auf derzeit knapp unter 53 Dollar. Zahlreiche Gründe für die jüngst gestiegenen Preise und womöglich auch weiter anziehenden Preise hatten wir die letzten Tage genannt.

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Positiv für den Ölpreis zu werten waren die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März).

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl veröffentlicht mit einer Wochenveränderung von +2,6 Millionen Barrels. Die API-Daten gelten stets als Vorschau auf die am folgenden Tag vermeldeten offiziellen Lagerdaten. Diese Woche verschieben sich viele Konjunkturdaten in den USA um einen Tag nach hinten, weil am Montag Feiertag war. Die offiziellen Lagerdaten aber verschieben sich aufgrund der gestrigen Amtseinführung von Joe Biden um noch einen weiteren Tag nach hinten auf Freitag Nachmittag. Bis dahin könnte der Ölpreis also zittrig bleiben, in der Vorschau auf möglicherweise steigende Lagerbestände in den USA.

Was bringt Joe Biden für den Ölpreis?

Positiv für die Öl-Bullen ist zu werten, dass Joe Biden gestern im Rahmen diverser präsidialer Dekrete die Keystone XL Pipeline gestoppt hat, deren Bau in den USA noch nicht begonnen hat. Damit wird zukünftig nicht noch mehr Öl aus Kanada in Texas ankommen. Grundsätzlich ist dies vorsichtig positiv für den Ölpreis zu werten, da die Angebotsmenge geringer ausfallen dürfte. Aber na ja… werden die Kanadier ihr Öl dann nicht anderweitig auf dem Weltmarkt anbieten?

Also, bringt Joe Biden tendenziell für die nächsten Jahre dank dem Pipeline-Stop und sicherlich diversen schärferen Umweltgesetzen die Öl-Förderung in den USA zu einem Wachstumsstop, oder sogar zu einer Schrumpfung? Das wäre gut für alle Trader, die einen höheren Ölpreis sehen wollen. Aber da gibt es noch die andere Seite der Medaille. Man darf annehmen, dass sich die Beziehung zwischen den USA und dem Iran unter dem neuen US-Präsidenten entspannt. Sollten die US-Sanktionen gelockert werden, dürfte der Iran wohl zügig mehr Öl fördern und auf dem Weltmarkt verkaufen. Denn das Land braucht wohl jeden Petro-Dollar. Dies wäre folglich schlecht für den Ölpreis. Also ist es nicht so einfach zu beantworten, ob Joe Biden nun gut oder schlecht für einen potenziell weiter steigenden Ölpreis zu betrachten ist. Schaut man auf den Chart 30 Tage zurück, dann ist der Ölmarkt noch im Aufwärtstrend. Die Grundstimmung ist vor allem wegen dem möglichen anstehenden Mega-Stimulus in den USA positiv.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen
Chart zeigt Ölpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

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Christine Lagarde: Headlines der PK der EZB: entscheidende Fragen unbeantwortet

Markus Fugmann

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Hier die wichtigsten Aussagen von Christine Lagarde auf der heutigen Pressekonferenz der EZB – im offiziellen Statement bislang wenig Neues:

– Lagarde beginnt mit warmen Wünschen für 2021

– Impfungen wichtiger Meilentstein

– Industrie weiter robust, Dienstleistung weiter schwach, wenngleich weniger schwach als in der ersten Corona-Welle

– Inflation bleibt niedrig

– Kurzfristig überwiegen die Risiken

– Wirtschaft der Eurozone dürfte auch im 4.Quartal geschrumpft sein

– Pandemie wird auch 1.Quartal 2021 belasten

– es wird trotz Impfungen noch dauern, bis Herdenimmunität erreicht ist

– Impfungen und Brexit-Deal sind ermutigend, aber übergeordnet bleiben die Risiken bestehen

– Headline-Inflation dürfte bald ansteigen, auch wegen deutscher Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer

– Inflation dürfte mittelfristig anziehen, Inflationserwartungen sind gestiegen

– Kreditvergabe: Banken etwas vorsichtiger geworden

– Europäische Länder sollen schnell beschlossene EU-Hilfsmaßnahmen in ihren Parlamenten beschließen, um Erholung anzuschieben

– Lagarde „hat fertig“, jetzt Fragen

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– Lagarde: positiv sind Impfungen, dass der Brexit-Dealk zustande gekommen ist, dazu bessere Aussichten auf Kooperation mit der neuen US-Regierung

– schärfere Lockdowns wegen Mutationen durchaus möglich

– Frage nach Zombiefirmen: bislang weicht Lagarde einer Antwort aus – da redet sie minutenlang herum, aber die Frage zielte letztlich auf die negativen Konsequenzen der EZB-Politik, und das ließ sie (wieder einmal!) unbeantwortet!

– Frage nach (unausgesprochener) yield curve control der EZB (Berichte darüber, dass EZB versucht, die Renditen für Anleihen vor allem italienischer Anleohen nicht zu stark gegenüber deutschen Anleihen als Benchmark steigen zu lassen:: wieder keine konkrete Antwort von Lagarde!

– Frage nach digitalem Euro: was soll der für die Menschen bringen? Lagarde: ein digitaler Euro würde das Bargeld nicht ersetzen (FMW: echt??)
Lagarde: wir wollen in Sachen Digitaleuro sehr transparent sein (FMW: wohl eher pseudo-transparent..)
Lagarde:Einführung des digitalen Euros würde noch Jahre dauern; viele Fragen darüber noch offen und schwierig, wenn er käme, wäre er für alle gut, nicht nur für Elite

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