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Digitales Zentralbankgeld: Notenbanken veröffentlichen gemeinsamen Bericht

Claudio Kummerfeld

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am

Euro bald auch als Digitales Zentralbankgeld?

Digitales Zentralbankgeld ist derzeit in aller Munde. Was hat es damit auf sich, welche Risiken bestehen, und was würde es für die Freiheit der Bürger bedeuten? Der bekannte Buchautor Ernst Wolff hatte sich erst gestern dazu bei uns äußerst kritisch geäußert (hier nachzulesen). Heute nun haben die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sowie zahlreiche weitere Zentralbanken einen Info-Text über digitales Zentralbankgeld (CBDC) veröffentlicht (hier in voller Länge auf 26 Seiten in Englisch).

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) als Teil dieser Gruppe von Zentralbanken hat heute gleichzeitig zur BIZ eine Info veröffentlicht. Zentralbanken und BIZ würden hiermit ihren ersten Bericht über digitales Zentralbankgeld veröffentlichen und die wichtigsten Anforderungen beschreiben. Der Bericht umreiße die Ausgangsprinzipien und die Kerneigenschaften des CBDC, enthalte aber keine Meinung über eine mögliche Einführung von CBDC. Die Zentralbanken würden weiterhin die Machbarkeit von CBDC untersuchen, ohne sich auf dessen Einführung festzulegen. Die Gruppe der Zentralbanken, die sich dem Thema widmen, besteht aus der Bank of Canada, der Bank of England, der Bank of Japan, der Europäischen Zentralbank (EZB), der Federal Reserve, der Sveriges Riksbank, der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der BIZ.

Laut dem Bericht gehe es um eine Koexistenz mit Bargeld und anderen Formen von Geld in einem flexiblen und innovativen Zahlungssystem. Digitales Zentralbankgeld, wenn es denn eingeführt werden sollte, solle umfassenderen strategischen Zielen dienen und die Geld- und Finanzstabilität nicht gefährden, so die Aussage der SNB. Die Eigenschaften des CBDC sollen „Innovation und Effizienz“ fördern. Diese Gruppe der Zentralbanken werde weiterhin auf dem Gebiet eines möglichen CBDC zusammenarbeiten, ohne einen Entscheid darüber vorwegzunehmen, ob CBDC auf ihrem Hoheitsgebiet eingeführt werden soll oder nicht, so deren Aussage.

Vorbereitung für Digitales Zentralbankgeld

Diese Gruppe von Zentralbanken habe einen starken internationalen Konsens erreicht, der ihnen einen Weg aufzeigen werde, wenn man nun das Für und Wider und die Ausgestaltung für digitales Zentralbankgeld erörtere. Auf der Grundlage dieser Prinzipien habe diese Gruppe von Zentralbanken die Kerneigenschaften eines künftigen CBDC-Systems eruiert. Ein solches System solle (Zitat):

– widerstandsfähig und sicher sein, um die betriebliche Integrität aufrechtzuerhalten
– bequem zu nutzen und mit sehr geringen oder gar keinen Kosten für die Endnutzer verbunden sein
– von angemessenen Standards und einem klaren rechtlichen Rahmen untermauert sein
– dem Privatsektor eine adäquate Rolle einräumen sowie den Wettbewerb und die Innovation fördern

Eine Form, die diese Eigenschaften aufweise, könne den Zahlungsverkehr widerstandsfähiger, effizienter, inklusiver und innovativer machen. Obwohl es aufgrund nationaler Prioritäten und Gegebenheiten keine einheitliche CBDC für alle geben werde, biete dieser Bericht ein Sprungbrett für weitere Entwicklungen bezüglich eines funktionsfähigen CBDC, so die SNB. Man darf davon ausgehen (so unsere Meinung), dass die Einführung des CBDC nur noch eine Frage der Zeit ist. Die weiteren Ausführungen in diesem Infopapier der Zentralbanken zeigt ganz klar, dass man nicht nur grob darüber nachdenkt, sondern dieses Projekt aktiv vorantreibt. Derzeit ist man halt erst in einem Stadium, wo sich mehrere Zentralbanken auf Grundstrukturen einigen müssen. Hier noch abschließende Worte des Chefs der SNB:

Thomas J. Jordan, Präsident des Direktoriums der SNB, sagte: «Wir erleben im Moment eine rasante Entwicklung im Bereich von digitalem Geld. Die Zentralbanken müssen eine fundierte Position entwickeln, ob und in welcher Form digitales Zentralbankgeld in
tokenisierter Form künftig zum Einsatz kommen könnte. Für die SNB steht zurzeit insbesondere die Erforschung der Verwendung von digitalem Zentralbankgeld durch Finanzinstitute im Vordergrund, sowohl im inländischen als auch im grenzüberschreitenden
Kontext. Zu diesem Zweck führt die SNB zusammen mit dem BIS Innovation Hub ein Projekt durch, bei dem die Integration von Zentralbankgeld in eine Distributed-LedgerTechnologie-basierte Finanzmarktinfrastruktur untersucht wird.

Wir von FMW meinen: Auf jeden Fall würde digitales Zentralbankgeld (abseits von Verschwörungstheorien) mehr Kontrolle über die Bürger, ihre Zahlungsströme und finanzielle Freiheit mit sich bringen. Im Fall eines Systemkollaps (2008 war man schon kurz davor) könnten bei digitalem Zentralbankgeld, Abschaffung von Bargeld und anderen Ideen (wie ein Goldverbot, jüngst von der ZEIT ins Spiel gebracht) keine Fluchtmöglichkeiten mehr bestehen für den mündigen Bürger. Heutzutage könnte der Bürger noch schnell sein Geld in bar abheben und unters Kopfkissen legen.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Jan

    9. Oktober 2020 12:38 at 12:38

    Geld unter dem Kissen war selten gut. In den 20er Jahre, hat man deswegen schnell Nackenschmerzen gekriegt, weil das Kissen irgendwann zu hoch lag. Als die Währungen in der ehemaligen Sovjet Union nach 1989 zusamenbrachen, wurde man übernacht von reich zu arm oder umgekehrt ja nach Währung in der Tasche. Menschen die das erlebt haben,haben anderes gelernt. Tauschhandel im kleinen Kreis. Schmuck, Jeans, Stück Käse, Sack Kartoffeln, alles wird ohne Geld hin u d her getäuscht, ohne Geld. Und die Bank & Währung der nicht Digital mitmacht könnte eine interessante Rolle spielen: als Bargeld lieferant, so wie der US$ in der ehrmaligen Sovjet Union. Und wenn es ein Rupee wird.

  2. Avatar

    Mike Lohmann

    9. Oktober 2020 13:09 at 13:09

    Bei wichtigen Verträgen ist men ab einer bestimmten Grössenordnung schon längst beim Tauschhandel angelangt, indem Waren mit Bezug auf reale Werte abgewickelt werden. Allen voran ist dabei China erfolgreich, indem z.B. Italien und Griechenland etc. gedruckte Papiergeld-Kredite gegen Häfen, Eisenbahnen und Agrarland vergeben wurden mit der Bedingung, dass die Rückzahlung wieder mit Bezug auf echte Werte wie Gold, Aktien etc. zu erfolgen habe. Dass heisst nichts anderes, als dass bei langfristigen Verträgen eine mögliche Hyperinflation in Europa bereits seit längerem auch durch China bei der Geschäftsabwicklung vorsorglich in Betracht gezogen wird.

  3. Avatar

    Goldsammler

    9. Oktober 2020 13:37 at 13:37

    Die Schweizer werden abstimmen und den Müll ablehnen. Der deutsche wird ed zur Kenntnis nehmen, was der BGH dazu sagt bleibt abzuwarten. Mir graut es davor.

  4. Avatar

    franco33

    9. Oktober 2020 15:35 at 15:35

    Digitales Zentralbankgeld

    Abschaffung von Bargeld für den Bürger in einem (1)
    angezeigten Sufenplan

    Ein digitales Konto bei der Zentralbank – Leistungen des Staates werden entsprechend
    vor Gutschriften verrechnet – etwaige Gutschriften/Rückzahlungen auf das Konto des
    Kontoinhabers können etwas Zeit in Anspruch nehmen (ohne Anspruch auf Bereitstellungsgebühren ? – oder sogar Minuszinsen darauf ? ) (2)

    Letzter Punkt: Kontoführung durch die Zentralbank als „Erziehungsmaßnahme“
    keinerlei Selbstbestimmung über die eigene finazielle Freiheit (Schlaraffenland der sozialistischen Diktatur !

    Alles das ist in der Planung bereits abgeschlossen.Es wird nur noch daran gearbeitet
    es „mundgerecht“ zu präsentieren.
    Was fällt einem zu „mundgerecht“ ein: Begriffe wie Umweltschutz durch Dekarbonisierung,
    solidarisch sein,umweltgerecht,das alte Wirtschaftssystem kippen und ein neues schaffen,“Gleiches Geld für Alle“,ist doch eh viel bequemer……………..
    Schon so nahe,daß es eh schon jeder ohne Gegenwehr über sich ergehen lassen wird.
    Verschwörungstheorie muß man eigentlich schon nicht mehr in den Mund nehmen.

  5. Avatar

    sascha

    9. Oktober 2020 16:03 at 16:03

    Stimmt alles , aber der Schnelligkeit willen wird das Argument sein für alle Bauern der Welt:

    Das Bargeld muss weg, er ist der größte Überträger von vieren .

    Das ist der Grund von Corona +

    • Avatar

      Volkan Erdogan

      9. Oktober 2020 23:37 at 23:37

      Nur Bares ist wahres. Ich s.. Auf digital Euro. Dmark scheine müssen zurückkommen.

  6. Pingback: Seven central banks with a joint report | En24 News

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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am

Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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