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Direktbank oder Filialbank – wo liegen die Unterschiede?

Redaktion

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Gastartikel von Roswitha Petrich

Eine Bank benötigt heute jeder Verbraucher. Wir Menschen haben als Grundlage das Girokonto, worauf unser Gehalt monatlich gebucht wird. Außerdem bietet das Girokonto die Grundlage für den gesamten Zahlungsverkehr, den wir bargeldlos abwickeln.

Noch vor vielen Jahren war es kein Thema, dass fast jedes kleine Dorf eine Sparkasse, eine Volksbank oder eine Filiale der Raiffeisenbank aufwies. Es gab zahlreiche Zweigstellen der Deutschen Bank, Commerzbank oder Dresdner Bank. Seit vielen Jahren hat sich die Welt rund um den Finanzmarkt ganz entscheidend gewandelt. Warum?

Im Zeitalter des Internets wuchsen viele Direktbanken im Netz wie Pilze aus dem Waldboden. Schnell wurde erkannt, dass es für die Abwicklung der Bankgeschäfte nicht unbedingt einen Berater einer Bank benötigt, der Überweisungen und vieles mehr für die Kunden ausfüllt. Die neue Generation im 21. Jahrhundert wächst damit auf, alle Bankgeschäfte selbst über den Computer abzuwickeln. Keine Überraschung also, dass eine Filiale der Bank nach der anderen geschlossen wurde. Schließlich kostet es unglaublich hohe Personalkosten, in jeder Bankfiliale vor Ort zahlreiche Mitarbeiter zu beschäftigen.

Die Vorteile einer Filialbank

Keine Frage – gerade die Generation der älteren Menschen genießt es sehr, ein oder zweimal im Monat eine Filiale der Bank oder Sparkasse aufzusuchen. Dort können die Kontoauszüge gedruckt werden und jeder Kontoinhaber kann sich Bargeldreserven abheben. Daneben wird ein kleiner Plausch mit dem Bankberater gehalten. Wenn Fragen rund um das Girokonto bestehen, können diese persönlich geklärt werden. Der Vorteil einer Filialbank besteht also ganz klar darin, dass der persönliche Kontakt zu einem Berater aufgebaut werden kann.

Gerade ältere Menschen sind mit der Technik und Onlinebanking oft überfordert. Sie misstrauen der Sicherheit aller sensiblen Bankdaten im Netz. Für diese Menschen ist es unglaublich wichtig, vor Ort einen Berater aufzusuchen, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Dieser Service kostet allerdings Geld. Nicht umsonst ist durch das niedrige Zinsniveau die Ertragslage vieler Kreditinstitute mehr als angespannt. Was heißt das genau?

Banken verdienen am Zinsunterschied von Einlagen und Kreditzinsen

Der Unterschied zwischen Zinsen für Spareinlagen oder Festgelder und allen Darlehen ist bei dem sehr niedrigen Zinsniveau, das schon lange am Markt anhält, nicht mehr sehr hoch. Genau hierin besteht allerdings der Verdienst für die Banken. Keine Überraschung also, dass den Kreditinstituten seit vielen Jahren durch den geringen Zinsunterschied (Zinsspanne) eine wichtige Einnahmequelle fehlt. Genau deshalb muss auf der Kostenseite gespart werden.

Filialbanken haben vor allem durch zahlreiche Mitarbeiter und Gebäudekosten (viele Zweigstellen an kleinen Orten) hohe Ausgaben. Somit ist es der normale Lauf der Zeit, dass diese Kosten eingespart werden müssen.

Wie kann dies ganz einfach passieren? Indem Personal entlassen wird und zahlreiche Filialen geschlossen werden. Außerdem merkt der Kunde, dass der Service, indem er stets mit einem Mitarbeiter vor Ort sprechen kann, einfach Geld kostet. Viele hochqualifizierte Banker verursachen Personalkosten, die indirekt auf den Kunden umgelegt werden.

Dennoch ist es vielen Kunden ein paar Euro im Monat Wert, eine solide Filialbank vor Ort zu wissen. Wenn Fragen rund um Festgeld und Co bestehen, kann ein persönlicher Ansprechpartner vor Ort helfen. Nicht jeder Kunde liebt die 24-Stunden-Hotline, wo lediglich ein anonymer Servicemitarbeiter in der Ferne weiterhilft. Daneben wartet man oft sehr lange in der endlosen Warteschlange auf einen Ansprechpartner. Hilft er sofort weiter? Auch diese Frage bleibt erst einmal unbeantwortet.

Ist das nicht sehr unpersönlich? Ist eine Filialbank nicht sicherer? Viele Kunden wissen die gute, alte Sparkasse oder die solide Volksbank mehr denn je zu schätzen. Hier ist es schließlich seit vielen Jahren möglich, jedes Bankgeschäft anhand eines Bankautomaten oder beim Berater persönlich abzuwickeln. Gerade seit der Finanzmarktkrise weiß man hierbei, was man hat.

Ältere Menschen sind oft sehr vermögend. Wer ein Vermögen hat, will es schützen. Dieser Gedanke ist einigen Kunden ein paar Euro Gebühren wert. Guter Service kann Geld kosten, warum auch nicht?

Vorteile einer Direktbank

Immer stärker setzt sich die Internetbank in unserer Gesellschaft durch. Braucht man überhaupt noch einen Bankberater? Warum sollte man mit Frau Maier oder Herrn Schulz, den Bankkaufleuten, überhaupt reden müssen, wenn es um Bankgeschäfte geht?

Viele Kunden denken mittlerweile anders, wenn es um den persönlichen Ansprechpartner vor Ort geht. Kann man nicht alles anonym vom PC oder per App vom Smartphone erledigen? Ja – genau deshalb ist die Direktbank mehr als gefragt.

Diese verlangt deutlich weniger Gebühren als jede Filialbank. Jeder Verbraucher kann hier rund um die Uhr seine Bankgeschäfte bequem von zu Hause aus erledigen. Das erspart Personalkosten und Beratungsaufwand. Letztendlich ist dies eine erhebliche Kostenersparnis für alle Kunden, die firm im Umgang mit der Technik sind.

Außerdem kann so jeder auch an Feiertagen, Wochenenden oder am Abend seine Bankgeschäfte erledigen. Das ist einfach, effizient und schnell. Und was passiert, wenn dennoch Fragen bestehen?

Die 24-Stunden-Hotline hilft weiter

Viele Direktbanken bieten einen telefonischen Service rund um die Uhr an. Zumindest kann man an vielen Abenden oder am Wochenende mit einem Bankberater telefonieren und auf kompetente Antwort zu allen Fragen bauen. Diesen Vorteil bietet keine Filialbank, hier ist die telefonische Erreichbarkeit meist nur zu den Schalteröffnungszeiten gewährleistet.

Somit verschiebt sich bei der Internetbank der Service einfach – der persönliche Berater vor Ort wird durch den telefonischen Service ersetzt. Was ist besser? Hierüber kann kein Pauschalurteil getroffen werden. Gerade jungen Menschen ist es nicht wichtig, mit einen Ansprechpartner vor Ort zu sprechen. Sie haben kaum Fragen an einen Berater und schätzen den technischen Service für Bankgeschäfte aller Art rund um die Uhr. Genau deshalb setzt es sich immer stärker durch, eine Direktbank zu nutzen.

Internetbanken mit kostenlosem Girokonto

Viele Direktbanken verlangen keinerlei Gebühren für das Girokonto. Daneben werden für Kreditkarten und andere Serviceleistungen keinerlei Preise berechnet. Das kann sich eine Filialbank aufgrund der hohen Personal- und Gebäudekosten natürlich nicht leisten. Dennoch ist es die Frage, ob die Anonymität aller Direktbanken auf Dauer gut und sicher ist.

Kontoanlagen werden online durchgeführt. Jeder Verbraucher kann sehr einfach seine Identität (mit Legitimationsprüfung und Ausweisvorlage) per Internet nachweisen. Ein Sparbuch ist schnell eröffnet. Sogar das aufwendige Depotkonto mit Klassifizierung der Risikobereitschaft kann jeder Verbraucher einfach per Internet eröffnen. Dabei stellt sich die Frage: Weiß jeder Kunde, was er ankreuzt und was das genau für Folgen haben wird? Können alle Kunden mit den rechtlichen Konsequenzen umgehen, wenn in Sachen Geldanlagen etwas schief läuft?

Kredite per Filialbank oder im Internet?

Auch in Sachen Darlehen und Kredite ist es einfach, den Sofortkredit per Direktbank zu beantragen. Es ist leicht, sich einen Ratenkredit noch am gleichen Tag ausbezahlen zu lassen. Somit werden online ein paar Fragen beantwortet und der Kredit wird einfach auf das Girokonto ausbezahlt.

Gehaltsnachweise oder Bestätigungen über Sicherheiten kann jeder Verbraucher einscannen und per Internet übertragen. Warum sollte man auch für ein Darlehen einen persönlichen Berater benötigen?

Wenn Sie mehr in Sachen Kredit und Kostenvergleiche erfahren möchten, können Sie sich hier informieren.

Soweit der Kredit ordnungsgemäß bewilligt, ausbezahlt und bedient wird, verläuft alles reibungslos. Jeder Kunde kann entscheiden, ob er Sondertilgungen leisten will oder nicht. Wichtig ist, dass gerade bei Direktbanken alle Fragen rund um die Kreditabwicklung geklärt sind, bevor der Darlehensvertrag unterschrieben wird.

Kleinkredit oder Baufinanzierung

Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus kosten Kredite im Zeitalter des 21. Jahrhunderts wenig Zinsen. Das bedeutet im Klartext, dass auch jede Bank weniger Erträge bei Darlehensauszahlungen generiert. Genau deshalb ist es auch mehr als kostengünstig und zeitgemäß für den Endverbraucher, sich sein Darlehen bei einer Online-Bank gewähren zu lassen. Hier verläuft in der Regel alles schnell und reibungslos, die Kostenersparnis ist enorm.

Allerdings ist gerade die Baufinanzierung ein Vorhaben fürs Leben. Wie oft leistet man sich eine Immobilie, die finanziert wird? Ein Darlehen für einen Immobilienkredit läuft oft länger als 20 Jahre. Im Laufe dieser Zeit bestehen Zinsänderungen, Wünsche einer Veränderung der Darlehensrate oder andere Fragen. Manchmal möchte der Kunde Sondertilgungen leisten oder das Darlehen aus persönlichen Gründen vorzeitig zurückbezahlen.

Ist es bei einer kleinen Lebensentscheidung wie einem Immobilienkredit nicht wichtig, zu einer Filiale vor Ort zu gehen? Weiß jeder Verbraucher, ob die Internetbank in 5 oder 10 Jahren auch alle Probleme schnell und einfach im Online-Chat lösen kann?

Natürlich muss jeder Kunde selbst entscheiden, mit welcher Lösung er sich wohlfühlt. Dennoch sollte man jedes langfristige Geschäft auch auf einen langen Horizont hin betrachten. Bei Internetbanken ändern sich schnell der Name der Bank oder Bedingungen, die der Kunde oft nicht sofort versteht. Ist es hier nicht besser, einen Ansprechpartner vor Ort in einer Filiale zu wissen, um alle Fragen persönlich klären zu können?

In unserer schnelllebigen Zeit laufen auch in Sachen Finanzen alle Geschäfte schnell und einfach. Doch nicht jedes Kredit- oder Anlagegeschäft ist kurzfristig zu betrachten. Wer auf Dauer mit seiner Bank zufrieden ist, kann sich glücklich schätzen. Während viele junge Menschen schnell und ohne Hemmungen das Finanzinstitut wechseln, bedeutet dies für solide, ältere Menschen eine große Hürde. Somit kann jeder Verbraucher selbst entscheiden, mit welcher Lösung er sich auf Dauer so richtig wohlfühlt.

Fazit

Jeder Kunde kann selbst seine Wahl treffen: Internetbank oder Filialbank? Tipp: Viele Verbraucher testen beide Optionen und bilden sich aufgrund dessen eine Meinung.


Beispielbild eines Vorraums mit Automaten in einer Sparkassen-Filiale. Foto: DSGV

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Banken halten bei EZB 3,3 Billionen Euro – Daten zu Strafzinsen und Freibeträgen

Claudio Kummerfeld

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Türme von Banken in Frankfurt

Die einfache Sichtweise der „großen“ Experten in den Türmen der Notenbanken lautet: Je tiefer wir die Zinsen setzen, desto weniger attraktiv wird es für die Menschen Geld auf Bank- und Sparkonten zu parken. Sie werden dann immer mehr Geld in den Konsum pumpen. Aber egal wie viel sehr man auch an so einer Theorie festhält – die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Bürger (vor allem die Deutschen) wollen gerade in Krisenzeiten offenkundig weiterhin Monat für Monat von ihrem Ersparten anständig was auf die hohe Kante packen – Vorsorgen für die schlechten Zeiten, sozusagen.

Und bei de facto Nullzinsen, die in den letzten Jahren in der Regel (nach Abzug der Inflation) reale Negativzinsen bedeuten, legen die Menschen einfach pro Monat noch mehr Geld auf die hohe Kante, sozusagen als Ausgleich für die fehlenden Zinsen. Und so steigen seit Jahren in der Eurozone die Bankguthaben immer weiter an. Das wird für die Banken immer mehr zu einem dramatischen Problem. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wollte nicht nur, dass der (einfältige?) Bürger endlich sein Geld in den Konsum steckt. Nein, die EZB wollte auch erreichen, dass die (faulen?) Banken endlich mehr Geld als Kredit herausreichen an Privat- und Geschäftskunden, damit die Konjunktur angekurbelt wird – und dadurch letztlich die Inflation ansteigt – die letzten Jahre geschah aber letztlich das Gegenteil.

Banken vor immer größerem Problem

Aber egal wie fleißig die Banken auch sein mögen bei der Kreditvergabe – der Sparfleiß der Bürger ist stärker. Die Guthaben bei den Banken wachsen immer mehr. Und genau deswegen hatte sich die EZB eine Art Strafmechanismus ausgedacht, damit die Banken nun wirklich mal die Einlagen der Kunden vermehrt als Kredit rausreichen. Verrechnet man das von den Bankkunden eingezahlte Guthaben mit den ausgegebenen Krediten, dann haben praktisch alle Banken eine Überschussliquidität, die bei der EZB geparkt wird. Die EZB bestraft die Banken hierfür mit einem Negativzins von derzeit -0,5 Prozent (ab 2014 stufenweise eingeführt, damals noch bei -0,1 Prozent). Je mehr die Kunden sparen und je höher sich die Banken-Überschüsse auf ihren EZB-Konten auftürmten, desto mehr mussten sie als Strafzins an die EZB überweisen.

Dies wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Problem für die Banken, die sowieso dank Nullzinsen ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Geschäft hatten, nämlich der Zinsmarge. Die EZB sah dieses Problem, und führte einen Freibetrag ein. Die Banken sollten für zu viel hinterlegte Einlagenüberschüsse also bestraft werden – aber nicht so sehr, dass sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Und so gibt es EZB-Strafzinsen für die Banken mit einem Freibetrag an Einlagen, der nicht mit einem Strafzins bedacht wird.

Gigantische Überschüsse, Strafzinsen und Freibetrag

Heute veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen die Dimension der Beträge. Demnach gab es im Dezember 2020 eine Überschussliquidität im Euroraum in Höhe von 3,35 Billionen Euro. Zwischen Einführung des Tiering-Systems (Freibeträge) im Oktober 2019 und Dezember 2020 betrug der Zinsaufwand der Banken im Euroraum für das Halten dieser Überschussliquidität bei der EZB 8,9 Milliarden Euro. Dieser Zinsaufwand (die Strafzinsen) fiel laut Bundesbank um 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, als dies unter sonst gleichen Bedingungen ohne ein Tiering-System der Fall gewesen wäre. Gleichzeitig wurde mit zuletzt 2,498 Billionen Euro der größte Teil der Überschussliquidität weiterhin negativ verzinst.

Während die Überschussliquidität der Banken bei der EZB in den letzten Jahren immer weiter stieg (oberer Teil der Grafik), dachte die EZB wohl sie könnte dies verhindern, indem sie den Strafzins immer weiter anhebt. Es brachte aber nichts! Wer arg ins Detail gehen möchte, kann sich beim Klick an dieser Stelle in den Bundesbank-Bericht auf den Seiten 61-72 in das Thema vertiefen. Wer sich für die Rücklagen der Deutschen interessiert, der klicke bitte hier. Im Krisenjahr 2020 wurde von deutschen Haushalten 333,5 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, nach 220,3 Milliarden Euro in 2019. Diese Summe steigerte sich in den letzten Jahren immer weiter, obwohl das Zinsniveau für die Sparer immer weiter abrutschte.

Grafik zeigt Bundesbank-Daten zu Strafzinsen und Überschussliquidität

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BlackRock, Wall Street – und China: Kampf der Giganten

Wolfgang Müller

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Wird BlackRock zu mächtig? Während BlackRock immer größer und wichtiger wird, scheinen die USA insgesamt abzusteigen (siehe hierzu das Interview mit der USA-Korrespondentin der „Zeit“, Heike Buchter).

Der Kampf der beiden Supermächte USA und China um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft elektrisiert viele Marktbeobachter. Klar ist es fast unmöglich Chinas weiteren Aufstieg zu verhindern, schließlich hat China mit seiner riesigen Anzahl an Menschen – Vergleich zu den USA: 1439 Millionen zu 332 Millionen – einen Riesenvorteil. Aber die USA haben neben ihren großen Techfirmen auch noch weitere Riesen, einer davon ist der Finanzdienstleister BlackRock, der letzte Woche gigantische Zahlen abgeliefert hat.

BlackRock: Der schwarze Felsen wird immer größer

Der weltweite Aktienmarkt klettert, wie schon so oft dargestellt, auch infolge der Aktionen der Notenbanken nach oben, auf zuletzt 106 Billionen Dollar. Maßgeblich beteiligt daran ist die Wall Street, deren Aktienmärkte allein schon ein Gewicht von über 40 Billionen Dollar aufweisen. Angesichts des Anteils der USA an der Weltbevölkerung (4,3 Prozent) und der Wirtschaftsleistung (kaufkraftbeteinigt etwa 16 Prozent) eigentlich viel zu groß. Aber ebenso dominant ist der Anteil der Vermögensverwaltung in den USA, wie allein die letzten Donnerstag veröffentlichten Zahlen von BlackRock aufweisen.

BlackRock ist mit 8,68 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen (Stand: 31. Dezember 2020) der weltgrößte Vermögensverwalter. Die Kunden sind Privatanleger und Institutionen wie Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherer, Staatsfonds und Zentralbanken. So der zutreffende Eintrag bei Wikipedia.

Inmitten der Corona-Krise ist es der Firma von Larry Fink gelungen, einem sehr einflussreichen CEO, was demnächst auch die Regierung von Joe Biden erleben dürfte, das Volumen der verwalteten „Assets“ im Jahr 2020 um 17 Prozent oder 1,2 Billionen Dollar auf 8,68 Billionen Dollar zu steigern.

BlackRock profitierte nicht nur von der aktiven Fondsbranche, auch seine bekannte ETF-Sparte (iShares) ist um 185 Milliarden Dollar gewachsen.

Aus diesen ganzen Zahlen ergab sich ein Gewinn für das Jahr 2020 von 5,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von ebenfalls 17 Prozent. Dass die Fantasie der Investoren auch bei diesem Felsbrocken der Finanzwelt ins Kraut schießt, zeigt die Entwicklung der Aktie, die bis zur Veröffentlichung der Jahresbilanz um 44 Prozent gestiegen ist. Aufgrund der großen Marktmacht von BlackRock spürt der Gigant nicht einmal so sehr die Entwicklung in der Fondsbranche hin zu den kostengünstigen Exchange Traded Funds. Der Gewinn des Finanzdienstleisters war auch im vierten Quartal um 1,6 Milliarden Dollar angewachsen.

Noch ein paar Sätze zum Zweikampf zwischen den USA und China.

Liste der größten Firmen der Welt

Betrachtet man sich die aktuelle Liste der nach Marktkapitalisierung schwersten Unternehmen der Welt, so stellt man fest, dass sich unter den größten 20 Unternehmen allein 13 US-Unternehmen, unter ersten Zehn gleich deren sieben befinden. China ist mit Tencent, Alibaba vertreten.

Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Tesla, Facebook, Berkshire Hathaway, Visa, Walmart, Johnson &Johnson, JP Morgan, Procter&Gamble, MasterCard, von einem Finanzgiganten BlackRock ist dabei nichts zu sehen, nicht einmal unter den ersten Hundert.

Sicher wird es demnächst durch Regulation bei den Monopolfirmen einiges an Korrekturen geben. Auch befinden sich die Kurse einiger Firmen in Höhen, die nicht aufrechterhalten werden können – auch wenn einige glauben, Aktien könnten sich dauerhaft den Fundamentaldaten entziehen.

Was das Vermögen von Kundengeldern angeht, haben die USA noch weit die Nase vorn. Denn neben dem 8-Billionen-Dollar-Koloss BlackRock gibt es noch die Riesen Vanguard Group, State Street Global Advisors und Fidelity Investments, jedes Unternehmen verwaltet mehrere Billionen Dollar.

China hat ein großes Problem in seinem Aufwärtsstreben und das ist sein totalitäres System. Es wird sicherlich nicht das Vertrauen von Investoren steigern, wenn eine Regierung so rigoros an eine Firma wie Alibaba herangeht, kürzlich noch achtwertvollstes Unternehmen der Welt, dessen Gründer Jack Ma schon seit Wochen von der Bildfläche verschwunden ist. Da vertraut die westliche Welt schon eher auf einen ETF der Firma BlackRock, Sparte iShares, wie die jüngsten Zahlen beweisen. Der Produktionsstandort China boomt – aber der Finanzstandort?

BlackRock und die Wall Street

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Wirtschaft kommt laut Bundesbank recht gut durch den Lockdown, aber…

Claudio Kummerfeld

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Lockdown Schriftzug

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für Januar veröffentlicht. Demnach kommt die deutsche Wirtschaft recht gut durch den Lockdown. Die Erholung der deutschen Wirtschaft ist laut Bundesbank im letzten Quartal 2020 durch das erhöhte Infektionsgeschehen und die wieder erheblich verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwar ausgebremst worden. Aber es habe jedoch keinen größeren Rückschlag gegeben, da sich weniger durch die Maßnahmen betroffene Bereiche der Wirtschaft weiter erholten. Insbesondere die Industrie aber auch die Bauwirtschaft hätten nach den bis November vorliegenden Zahlen kräftig zugelegt.

Die Auftragseingänge in der Industrie hätten im November das Vorkrisenniveau vom Schlussquartal 2019 sogar deutlich überstiegen. Zudem seien die Einzelhandelsumsätze bis November noch erheblich gewachsen. Dies hätte ein Gegengewicht zu den Einbußen gebildet, die aufgrund der im Dezember angeordneten Schließungen im stationären Einzelhandel entstanden sein dürften. Die Unternehmensstimmung hellte sich im Dezember laut ifo Geschäftsklimaindex trotz des Wiederaufflammens der Pandemie auf. Diese ermutigenden Signale lassen laut aktueller Bundesbank-Aussage darauf hoffen, dass auch die zu Beginn des neuen Jahres verlängerten und weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung nicht allzu weit zurückwerfen.

Aber die Bundesbank versieht diese rosigen Aussagen mit einer kleinen Warnung, wie es nicht anders zu erwarten wäre. Bei dieser Krise sind ja „Risiko-Disclaimer“ fast schon unverzichtbar, da niemand eine Glaskugel hat und unzählige Variablen vorhersehen kann. Sollte das Infektionsgeschehen jedoch nicht erheblich nachlassen und die gegenwärtigen Beschränkungen der Wirtschaftstätigkeit länger anhalten oder noch weiter verschärft werden, so könne es gleichwohl noch zu einem spürbaren Rückschlag (für die Wirtschaftsleistung) kommen, so die Bundesbank.

Auch beim Thema Arbeitslosigkeit sieht die Bundesbank offenbar keine ernsthaften Probleme. So blieb der Arbeitsmarkt laut Aussage der Bundesbank trotz der wieder strikteren Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung bemerkenswert stabil. Zwar seien im November und Dezember vermehrt Anmeldungen zur Kurzarbeit eingegangen, diese entsprächen jedoch nur einem Bruchteil der Anzeigen aus dem vergangenen Frühjahr. Die aktuellen Anzeigen würden sich vor allem auf den von den angeordneten Schließungen betroffenen Hotel- und Gaststättenbereich sowie Teile des Handels beschränken. Die registrierte Arbeitslosigkeit sei im Dezember wie schon in den beiden Monaten zuvor spürbar zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen sei um saisonbereinigt 37.000 gegenüber dem Vormonat gesunken, die entsprechende Arbeitslosenquote läge damit bei 6,1 Prozent.

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