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Direktbank oder Filialbank – wo liegen die Unterschiede?

Redaktion

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Gastartikel von Roswitha Petrich

Eine Bank benötigt heute jeder Verbraucher. Wir Menschen haben als Grundlage das Girokonto, worauf unser Gehalt monatlich gebucht wird. Außerdem bietet das Girokonto die Grundlage für den gesamten Zahlungsverkehr, den wir bargeldlos abwickeln.

Noch vor vielen Jahren war es kein Thema, dass fast jedes kleine Dorf eine Sparkasse, eine Volksbank oder eine Filiale der Raiffeisenbank aufwies. Es gab zahlreiche Zweigstellen der Deutschen Bank, Commerzbank oder Dresdner Bank. Seit vielen Jahren hat sich die Welt rund um den Finanzmarkt ganz entscheidend gewandelt. Warum?

Im Zeitalter des Internets wuchsen viele Direktbanken im Netz wie Pilze aus dem Waldboden. Schnell wurde erkannt, dass es für die Abwicklung der Bankgeschäfte nicht unbedingt einen Berater einer Bank benötigt, der Überweisungen und vieles mehr für die Kunden ausfüllt. Die neue Generation im 21. Jahrhundert wächst damit auf, alle Bankgeschäfte selbst über den Computer abzuwickeln. Keine Überraschung also, dass eine Filiale der Bank nach der anderen geschlossen wurde. Schließlich kostet es unglaublich hohe Personalkosten, in jeder Bankfiliale vor Ort zahlreiche Mitarbeiter zu beschäftigen.

Die Vorteile einer Filialbank

Keine Frage – gerade die Generation der älteren Menschen genießt es sehr, ein oder zweimal im Monat eine Filiale der Bank oder Sparkasse aufzusuchen. Dort können die Kontoauszüge gedruckt werden und jeder Kontoinhaber kann sich Bargeldreserven abheben. Daneben wird ein kleiner Plausch mit dem Bankberater gehalten. Wenn Fragen rund um das Girokonto bestehen, können diese persönlich geklärt werden. Der Vorteil einer Filialbank besteht also ganz klar darin, dass der persönliche Kontakt zu einem Berater aufgebaut werden kann.

Gerade ältere Menschen sind mit der Technik und Onlinebanking oft überfordert. Sie misstrauen der Sicherheit aller sensiblen Bankdaten im Netz. Für diese Menschen ist es unglaublich wichtig, vor Ort einen Berater aufzusuchen, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Dieser Service kostet allerdings Geld. Nicht umsonst ist durch das niedrige Zinsniveau die Ertragslage vieler Kreditinstitute mehr als angespannt. Was heißt das genau?

Banken verdienen am Zinsunterschied von Einlagen und Kreditzinsen

Der Unterschied zwischen Zinsen für Spareinlagen oder Festgelder und allen Darlehen ist bei dem sehr niedrigen Zinsniveau, das schon lange am Markt anhält, nicht mehr sehr hoch. Genau hierin besteht allerdings der Verdienst für die Banken. Keine Überraschung also, dass den Kreditinstituten seit vielen Jahren durch den geringen Zinsunterschied (Zinsspanne) eine wichtige Einnahmequelle fehlt. Genau deshalb muss auf der Kostenseite gespart werden.

Filialbanken haben vor allem durch zahlreiche Mitarbeiter und Gebäudekosten (viele Zweigstellen an kleinen Orten) hohe Ausgaben. Somit ist es der normale Lauf der Zeit, dass diese Kosten eingespart werden müssen.

Wie kann dies ganz einfach passieren? Indem Personal entlassen wird und zahlreiche Filialen geschlossen werden. Außerdem merkt der Kunde, dass der Service, indem er stets mit einem Mitarbeiter vor Ort sprechen kann, einfach Geld kostet. Viele hochqualifizierte Banker verursachen Personalkosten, die indirekt auf den Kunden umgelegt werden.

Dennoch ist es vielen Kunden ein paar Euro im Monat Wert, eine solide Filialbank vor Ort zu wissen. Wenn Fragen rund um Festgeld und Co bestehen, kann ein persönlicher Ansprechpartner vor Ort helfen. Nicht jeder Kunde liebt die 24-Stunden-Hotline, wo lediglich ein anonymer Servicemitarbeiter in der Ferne weiterhilft. Daneben wartet man oft sehr lange in der endlosen Warteschlange auf einen Ansprechpartner. Hilft er sofort weiter? Auch diese Frage bleibt erst einmal unbeantwortet.

Ist das nicht sehr unpersönlich? Ist eine Filialbank nicht sicherer? Viele Kunden wissen die gute, alte Sparkasse oder die solide Volksbank mehr denn je zu schätzen. Hier ist es schließlich seit vielen Jahren möglich, jedes Bankgeschäft anhand eines Bankautomaten oder beim Berater persönlich abzuwickeln. Gerade seit der Finanzmarktkrise weiß man hierbei, was man hat.

Ältere Menschen sind oft sehr vermögend. Wer ein Vermögen hat, will es schützen. Dieser Gedanke ist einigen Kunden ein paar Euro Gebühren wert. Guter Service kann Geld kosten, warum auch nicht?

Vorteile einer Direktbank

Immer stärker setzt sich die Internetbank in unserer Gesellschaft durch. Braucht man überhaupt noch einen Bankberater? Warum sollte man mit Frau Maier oder Herrn Schulz, den Bankkaufleuten, überhaupt reden müssen, wenn es um Bankgeschäfte geht?

Viele Kunden denken mittlerweile anders, wenn es um den persönlichen Ansprechpartner vor Ort geht. Kann man nicht alles anonym vom PC oder per App vom Smartphone erledigen? Ja – genau deshalb ist die Direktbank mehr als gefragt.

Diese verlangt deutlich weniger Gebühren als jede Filialbank. Jeder Verbraucher kann hier rund um die Uhr seine Bankgeschäfte bequem von zu Hause aus erledigen. Das erspart Personalkosten und Beratungsaufwand. Letztendlich ist dies eine erhebliche Kostenersparnis für alle Kunden, die firm im Umgang mit der Technik sind.

Außerdem kann so jeder auch an Feiertagen, Wochenenden oder am Abend seine Bankgeschäfte erledigen. Das ist einfach, effizient und schnell. Und was passiert, wenn dennoch Fragen bestehen?

Die 24-Stunden-Hotline hilft weiter

Viele Direktbanken bieten einen telefonischen Service rund um die Uhr an. Zumindest kann man an vielen Abenden oder am Wochenende mit einem Bankberater telefonieren und auf kompetente Antwort zu allen Fragen bauen. Diesen Vorteil bietet keine Filialbank, hier ist die telefonische Erreichbarkeit meist nur zu den Schalteröffnungszeiten gewährleistet.

Somit verschiebt sich bei der Internetbank der Service einfach – der persönliche Berater vor Ort wird durch den telefonischen Service ersetzt. Was ist besser? Hierüber kann kein Pauschalurteil getroffen werden. Gerade jungen Menschen ist es nicht wichtig, mit einen Ansprechpartner vor Ort zu sprechen. Sie haben kaum Fragen an einen Berater und schätzen den technischen Service für Bankgeschäfte aller Art rund um die Uhr. Genau deshalb setzt es sich immer stärker durch, eine Direktbank zu nutzen.

Internetbanken mit kostenlosem Girokonto

Viele Direktbanken verlangen keinerlei Gebühren für das Girokonto. Daneben werden für Kreditkarten und andere Serviceleistungen keinerlei Preise berechnet. Das kann sich eine Filialbank aufgrund der hohen Personal- und Gebäudekosten natürlich nicht leisten. Dennoch ist es die Frage, ob die Anonymität aller Direktbanken auf Dauer gut und sicher ist.

Kontoanlagen werden online durchgeführt. Jeder Verbraucher kann sehr einfach seine Identität (mit Legitimationsprüfung und Ausweisvorlage) per Internet nachweisen. Ein Sparbuch ist schnell eröffnet. Sogar das aufwendige Depotkonto mit Klassifizierung der Risikobereitschaft kann jeder Verbraucher einfach per Internet eröffnen. Dabei stellt sich die Frage: Weiß jeder Kunde, was er ankreuzt und was das genau für Folgen haben wird? Können alle Kunden mit den rechtlichen Konsequenzen umgehen, wenn in Sachen Geldanlagen etwas schief läuft?

Kredite per Filialbank oder im Internet?

Auch in Sachen Darlehen und Kredite ist es einfach, den Sofortkredit per Direktbank zu beantragen. Es ist leicht, sich einen Ratenkredit noch am gleichen Tag ausbezahlen zu lassen. Somit werden online ein paar Fragen beantwortet und der Kredit wird einfach auf das Girokonto ausbezahlt.

Gehaltsnachweise oder Bestätigungen über Sicherheiten kann jeder Verbraucher einscannen und per Internet übertragen. Warum sollte man auch für ein Darlehen einen persönlichen Berater benötigen?

Wenn Sie mehr in Sachen Kredit und Kostenvergleiche erfahren möchten, können Sie sich hier informieren.

Soweit der Kredit ordnungsgemäß bewilligt, ausbezahlt und bedient wird, verläuft alles reibungslos. Jeder Kunde kann entscheiden, ob er Sondertilgungen leisten will oder nicht. Wichtig ist, dass gerade bei Direktbanken alle Fragen rund um die Kreditabwicklung geklärt sind, bevor der Darlehensvertrag unterschrieben wird.

Kleinkredit oder Baufinanzierung

Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus kosten Kredite im Zeitalter des 21. Jahrhunderts wenig Zinsen. Das bedeutet im Klartext, dass auch jede Bank weniger Erträge bei Darlehensauszahlungen generiert. Genau deshalb ist es auch mehr als kostengünstig und zeitgemäß für den Endverbraucher, sich sein Darlehen bei einer Online-Bank gewähren zu lassen. Hier verläuft in der Regel alles schnell und reibungslos, die Kostenersparnis ist enorm.

Allerdings ist gerade die Baufinanzierung ein Vorhaben fürs Leben. Wie oft leistet man sich eine Immobilie, die finanziert wird? Ein Darlehen für einen Immobilienkredit läuft oft länger als 20 Jahre. Im Laufe dieser Zeit bestehen Zinsänderungen, Wünsche einer Veränderung der Darlehensrate oder andere Fragen. Manchmal möchte der Kunde Sondertilgungen leisten oder das Darlehen aus persönlichen Gründen vorzeitig zurückbezahlen.

Ist es bei einer kleinen Lebensentscheidung wie einem Immobilienkredit nicht wichtig, zu einer Filiale vor Ort zu gehen? Weiß jeder Verbraucher, ob die Internetbank in 5 oder 10 Jahren auch alle Probleme schnell und einfach im Online-Chat lösen kann?

Natürlich muss jeder Kunde selbst entscheiden, mit welcher Lösung er sich wohlfühlt. Dennoch sollte man jedes langfristige Geschäft auch auf einen langen Horizont hin betrachten. Bei Internetbanken ändern sich schnell der Name der Bank oder Bedingungen, die der Kunde oft nicht sofort versteht. Ist es hier nicht besser, einen Ansprechpartner vor Ort in einer Filiale zu wissen, um alle Fragen persönlich klären zu können?

In unserer schnelllebigen Zeit laufen auch in Sachen Finanzen alle Geschäfte schnell und einfach. Doch nicht jedes Kredit- oder Anlagegeschäft ist kurzfristig zu betrachten. Wer auf Dauer mit seiner Bank zufrieden ist, kann sich glücklich schätzen. Während viele junge Menschen schnell und ohne Hemmungen das Finanzinstitut wechseln, bedeutet dies für solide, ältere Menschen eine große Hürde. Somit kann jeder Verbraucher selbst entscheiden, mit welcher Lösung er sich auf Dauer so richtig wohlfühlt.

Fazit

Jeder Kunde kann selbst seine Wahl treffen: Internetbank oder Filialbank? Tipp: Viele Verbraucher testen beide Optionen und bilden sich aufgrund dessen eine Meinung.


Beispielbild eines Vorraums mit Automaten in einer Sparkassen-Filiale. Foto: DSGV

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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