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Dirk Müller aktuell mit düsterer Aussage zu anstehendem Inflationsschock

Redaktion

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Dirk Müller über die angeblich bevorstehende Inflation

Vorgestern hatten wir bereits über das Video von Dirk Müller berichtet mit dem Titel „Jetzt wird alles in Frage gestellt“. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle dazu unseren Kommentar und das Video. Heute legt er nach. Alles was aktuell passiere, und wie die aktuelle Krise verlaufe, habe er so exakt in seinem Buch vorhergesagt, so Dirk Müller. Und er legt nach. Da es bisher genau so laufe wie in seinem Buch beschrieben, könne er jetzt auch gut vorhersagen, was als Nächstes passieren werde.

Es werde immer mehr Geld gepumpt. Er verweist unter anderem auf das direkte Verschicken von Schecks an die Bürger in den USA – eine Maßnahme, die in wenigen Tagen wohl anlaufen wird. Die kleinen Leute, denen mangels Arbeit in den USA wortwörtlich das Geld ausgeht, werden dann per Briefumschlag mit Scheck notversorgt vom Staat (hier der aktuelle Kommentar von Friedrich und Weik zum Helikoptergeld). Und dazu sagt Dirk Müller mit Blick auf das größere Bild, wenn diese Entwicklung so weitergeht: Es gebe dann jede Menge neues Geld, welches die Bürger in der Tasche haben – aber dieses viele Geld der Nachfrager treffe auf weniger Angebot. Es folgen dann sehr stark ansteigende Preise, also Inflation.

Dirk Müller spricht von plötzlichem Wechsel hin zu massiver Inflation

Denn aktuell könnten die Menschen ja in vielen Geschäften gar nicht einkaufen, keine Reisen buchen etc. Das Angebot verknappe sich also, so Dirk Müller. Wenn die Menschen mit mehr Geld auf immer weniger Güterangebot träfen, gebe es diesen plötzlichen Sprung zu einer deutlichen Inflation! Jetzt gäbe es noch einen deflationären Schock, der sich im Verkauf sämtlicher Assets zeige (FMW-Anmerkung: Der Ölpreis-Schock sorgt wohl erstmal für schwache Verbraucherpreise). Aber danach verwandele sich die Lage schlagartig hin zur Inflation, hin zu explodierenden Preisen!

Die Aussagen von Dirk Müller im folgenden Video sind sehr interessant, auch wenn man die Dramatik seiner Worte so oder auch so sehen kann. Zu sehr Panikmache? Denn er spricht ja um Prügeleien um das letzte Stück Klopapier! Wird es so kommen wie er es sagt? Kommt die kräftige Inflation? Bilden Sie sich bitte Ihre eigene Meinung. Markus Krall erwähnt in seinen Szenarien übrigens ähnliche Abläufe. Letztlich folge die extrem starke Inflation. Die Ausführungen von Markus Krall sind immer wieder hoch interessant. Sie sind inhaltlich konkret erläutert und nachvollziehbar. Auch hier gilt: Ob es letztlich so kommt wie in seinen Szenarien geschildert, wird man erst noch abwarten müssen.

Bislang aber läuft die Krise so wie von Markus Krall geschildert. Indem nämlich die Banken immer weniger Zinsertrag erwirtschaften können, haben sie immer weniger Gewinne, die irgendwann in Verluste umschwenken. Dadurch erodiert das Eigenkapital der Banken, und eine große Krise bricht aus. Wir haben es immer wieder gesagt. So gut nachvollziehbar die Szenarien von Markus Krall (siehe hier) auch sein mögen – die Szenarien und Variablen sind derart komplex, dass man auch den Verlauf der jetzt ausgebrochenen Corona-Wirtschaftskrise sehr schwer vorhersehen kann. Auf jeden Fall drucken die Notenbanken, und die Staaten machen Schulden. Das passt ins Szenario von Markus Krall. Sehen Sie hier das aktuelle Video von Dirk Müller.

15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    TM

    19. März 2020 18:09 at 18:09

    Dass Dirk Müller allen ernstes behauptet, er hatte bisher Recht – bislang lagen noch alle seine Prognosen komplett daneben. Und hier widerspricht er sich auch noch: Einerseits verlieren die Menschen massenhaft ihre Jobs und damit in den USA auch ihr Einkommen – was durch die Schecks allenfalls ansatzweise ausgeglichen wird, und zugleich gibt es trotzdem mehr Nachfrage als zuvor… is klar.

    Hätten die Haushalte tatsächlich nun in der Corona-Krise mehr Geld bei gleichzeitig verringertem Angebot, könnte das zu vorübergehender Inflation führen, aber auch das nur, wenn die Menschen dieses Geld ausgeben wollen würden. Nun haben die Menschen aber nicht mehr, sondern eher weniger Geld zur Verfügung und können und wollen zudem eher weniger und nicht mehr ausgeben.

    Und wenn die Krise vorbei ist, werden die Menschen das zum Teil „gesparte“ Geld, weil man nicht in den Urlaun fahren konnte, vermutlich ausgeben. Aber dann steht auch wieder mehr ANgebit zur Verfügung und diese zusätzliche Nachfrage im Vergleich zu einer Situation ohne Krise wird zum einen eher moderat sein und sich zum anderen auf verschiedenste Güter verteilen. Der eine holt die jetzt nicht getätigte Reise einfach nach, der andere kauft davon Möbel und noch ein anderer fährt dann statt an die Nordsee ins Ausland.

    Dirk Müller wird einmal mehr daneben liegen und dennoch wird er mit seinen Fehlprognosen nicht aufhören, solange er damit Geld verdienen kann.

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      Columbo

      20. März 2020 20:46 at 20:46

      @TM ist einer, der mit Zahlen und logischen Wahrscheinlichkeiten arbeitet, im Gegensatz zu sehr vielen, die glauben, meinen, sich möglicherweise erwarten usw.
      Wenn einer hier schreibt, die Schließung der Börsen sei „denkbar“, ohne dies schlüssig zu untermauern, bringt das genau Null. Denkbar ist Vieles. Und Glauben ist was für die Kirche, dort kann es Sinn machen, aber das ist was anderes.

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    Bären-Kritiker-Kritiker

    19. März 2020 18:34 at 18:34

    Immer wenn es etwas schönzureden gibt ( vor allem Schulden ) tritt@TM auf den Plan. Wäre ein Kandidat für die EZB . Wahrlich ein Gläubiger der MMT- Religion. Eines ist sicher, seine Ansichten der letzen Jahre bewahrheiten sich gerade. Als Permabulle im jetzigen Chaos die Warner zu kritisieren ist eher lächerlich.
    M.Koch hat es heute auch gekonnt.

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    Klinghöfer

    19. März 2020 19:08 at 19:08

    Warum werden hier überhaupt Artikel von diesem Dirk Müller gebracht? Der lag bislang immer falsch. Seit Jahren predigt er einen Crash; dass irgendwann eine bereinigende Korrektur kommt, war doch klar. Aber diesem Menschen hier jetzt eine Plattform zu bieten, ist absolut daneben.

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      Scheer

      19. März 2020 21:31 at 21:31

      Ob seine Aussagen sich letztlich bewahrheiten spielt erstmal keine Rolle.
      Generell finde ich kontroverse Meinungen sehr wichtig um eine eigene Meinung zu bilden.
      Da spielt es keine Rolle ob es Herr Faber, Herr Weik, Herr Fugmann, Herr Koch oder Herr Müller ist.
      Das wichtigste ist jedoch, dass es zu einer kontroversen Diskussion/Meinung kommt.
      Diese Vielfalt gibt uns die Freiheit eine eigene Meinung zu bilden und dafür sollten wir jeden Tag kämpfen.

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        Andreas M.

        20. März 2020 11:09 at 11:09

        Sheer@, bin schon wieder bei dir.

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      Stina

      19. März 2020 23:18 at 23:18

      @Klinghöfer, weiß auch nicht, wegen Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt vielleicht?
      Warum werden hier überhaupt Kommentare wie von diesem Klinghöfer gebracht? Muss ja keiner lesen, kann und darf und soll aber publiziert werden, weil es vielleicht andere Menschen interessiert.

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    Tom

    19. März 2020 20:52 at 20:52

    Soso, alles im Buch. Und er wusste also auch das Corona kommt…. Aha …

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      Hinterfrager

      20. März 2020 10:12 at 10:12

      Genau, Dennis Scheck hatte in seiner „Druckfrisch“-Sendung vollkommen recht, als er Dirk Müller’s Machtbeben sinngemäß als Sammelsurium von panikverbreitenden und teils kruden Aussagen bezeichnete, gegen die die vom Börsenmakler wie auf dem mittelalterlichen Jahrmarkt marktschreierisch angepriesenen Universaltinkturen aus eigener Herstellung helfen würden.

      Dirk Müller galt vor 5, 7, 8 Jahren noch als in seinem Fach vollkompetenter, sachlicher und menschenfreundlicher „Übersetzer“ komplexer Zusammenhänge auf dem Finanzmarkt – wie sich übrigens auch in seinen damals erschienenen ersten drei Buchtiteln gut nachvollziehen lässt.

      Seitdem hat sich Dirk Müller leider sehr stark vor den libertär-nationalistischen und teils autoritären Karren spannen lassen, dem leider auch sein Freund und Noch-CDU-Mitglied Max Otte verfallen ist („Mein Gewissen treibt mich zur AfD“) – und beider Börsenmakler „guter Bekannter“ Peter Boehringer sitzt übrigens bereits für diese Partei im Bundestag.

      Und genau in diesem sprachlich-(bilder-)psychologischen Duktus bewegen sich offenbar inzwischen auch die Bilder und Aussagen in Müllers Videos: Statt Lösungen wie einst wird Angst und Panik verbreitet: Leere Regale (nein, es gibt definitiv keine Lieferprobleme!), Aktienmärkte bald geschlossen, kein Gold mehr erhältlich, Unruhen könnten ins Haus stehen und und und… Vor wenigen Jahren gab es noch einen Dirk Müller, der die Menschen mitgenommen und in sympathischer Weise Lösungen offeriert hat. Damals übrigens ganz ohne seinen Fonds, der ihn offensichtlich auch seiner einst gerühmten Unabhängigkeit beraubt hat…

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        Andreas M.

        20. März 2020 11:14 at 11:14

        Versuch‘ doch mal Gold zu kaufen, Hinterfrager.

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          Hinterfrager

          20. März 2020 11:48 at 11:48

          Das war und ist nie ein Problem gewesen, wenn man besonnen bleibt und eine langfristige und kontinuierliche Strategie fährt! Das war einst übrigens auch eines der wichtigsten und sinnvollsten Rezepte aus dem Hause „Mr. DAX“ & Co. und hat nichts an Gültigkeit verloren. Nur ist eben „Mr. DAX“ inzwischen leider ein ganz anderer geworden…

          https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/dirk-mueller-aktien-dax-1.4219743

          Übrigens: Dirk Müller hat ein offensichtlich stark zunehmendes Problem mit Meinungen, die nicht zu 100% auf seiner Linie liegen. Ganz nach dem Motto „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“. Autoritäres Denken eines Dauer-Opportunisten eben, gerade in letzter Zeit leider mehrfach zu beobachten…

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    Martin Müller

    20. März 2020 08:27 at 08:27

    Jeder hat das recht seine Meinung demokratisch zu äußern.
    Dieses Zenario von Dirk Müller und Markus Krall beschrieben können tatsächlich schneller eintreten wie uns alle lieb ist?
    Wir werden wahrscheinlich noch böse überrascht werden wir wissen nicht was die Hochfinanz und Politik vor hat.
    Auge sei wachsam in diesem Sinne einen klaren Verstand

  6. Avatar

    Hesterbär

    20. März 2020 16:11 at 16:11

    Dirk Müller könnte Recht bekommen. Die Schließung insbesondere der US-Börsen ist durchaus denkbar. Das bliebe dann aber nicht ohne Folgen und die sind nicht kalkulierbar. Es könnte ein Schuss sein, der nach hinten losgeht.

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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am

Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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