Anleihen

Dirk Müller und das Problem mit dem Crash – Problem Anlagealternative

Börsenkurse auf Handelsschirmen

Dirk Müller sagte in einem Interview im Mai 2020, dass dieser damalige Crash (ausgelöst durch die Coronakrise) the „Big One“ sei. Das sei der große Crash, auf den er gewartet habe. Wenn dieser Crash durch ist, dann haben wir wieder über viele Jahre Ruhe, so seine Worte.

Dirk Müller und der fehlende Crash

Nun, bis zum 19. März 2020 fiel der Dax schnell von 13.800 auf 8.500 Punkte im Tief. Als Dirk Müller am 5. Mai seine Aussagen tätigte, war der gesamte Aktienmarkt wieder im Ansteigen begriffen, so auch der Dax mit einem Stand von 10.600 Punkten. Bis heute hat der Dax mit 15.861 Punkten die damaligen Stände vor der Coronakrise schon lange überschritten. Von daher kann man sagen: Entweder hat Dirk Müller sich geirrt, oder soll der vorige Absturz auf die 8.500 bereits der große Knall gewesen sein?

Denken wir mal alle zurück an diese Zeit im April, Mai, Juni 2020. Alle Welt überlegte in der damaligen Erholungsphase, wann nun die zweite Abwärtswelle kommen würde, die den Gesamtmarkt noch stärker zum Absturz bringen würde als im März. Auch wir bei FMW haben damals oft über diese Fragestellung berichtet. Natürlich sind wir alle im Nachhinein schlauer. Und Dirk Müller? Schauen wir auf sein gestern Abend veröffentlichtes sehr kurzes Video zum Aktienmarkt am Ende dieses Artikels.

Laut Dirk Müller schwimmen die Anleger derzeit zwar weiter auf der Welle nach oben mit (FMW: Die Angst Gewinne zu verpassen). Aber viele Anleger hätten Angst. Es sei nicht die Frage ob, sondern wann der große Knall kommt. Morgen oder auch in zwei, drei Jahren kommt laut Dirk Müller der „Kipp-Punkt“. Je weiter man das Gummiband spanne, desto stärker komme es zurück. Im Klartext: Je weiter die Kurse nach oben laufen, desto größer der folgende Crash. Nur wann kommt er denn? Dirk Müller macht diesmal deutlich, dass auch er den Zeitpunkt nicht kennt.

Kaputte Märkte ohne Anlagealternative

Und das ist ein echtes Problem. Die Analyse der kaputten Märkte, die von den Notenbanken immer weiter angefeuert werden, haben schon unzählige Experten und Marktbeobachter präsentiert. Nur solche Märkte wie heute gab es wohl noch nie, wo die Notenbank den Zins abschafft, und die Anleger damit in Aktien und Immobilien getrieben werden. Ohne normale Märkte kann man wohl auch keinen Crash-Zeitpunkt voraussagen oder auch nur annähernd erahnen.

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Hängt es nur davon ab, ob die Notenbanken ihre Politik immer so weiter betreiben, oder doch eines Tages die große Politik-Wende eintritt, also steigende Zinsen und endende Anleihekäufe? Gerade für die Eurozone kann man daran glauben, dass es immer so weiter geht, weil Zombieunternehmen und Zombie-Staatskassen auf Nullzinsen und Gelddrucken angewiesen sind. Schauen wir auf die folgende aktuelle Grafik im Tweet.

Bei der deutschen zehnjährigen Staatsanleihe nimmt man den Negativzins und die Inflationsrate, und bekommt im Resultat die gigantische reale Rendite von minus 4,34 Prozent – ein Rekordtief, nachdem für Deutschland gestern eine Inflationsrate für August mit 3,9 Prozent verkündet wurde. Wenn das kein Anreiz für Anleger ist weiterhin Aktien zu kaufen? Der von Dirk Müller erwähnte Kipp-Punkt, der kann natürlich jederzeit eintreten, denn an der Börse soll man nie NIE sagen. Aber es wirkt so, als laufe erstmal alles weiter wie üblich. Immer tiefere Realrenditen, immer mehr Alternativlosigkeit zum Aktienmarkt.



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5 Kommentare

  1. Selbst bei ruhiger See,kentert ein Schiff zwangsläufig,wenn alle Passagiere auf einer Seite stehen.Es müssen nur genug sein.Lang ist’s nicht mehr hin…

  2. Profiteur vom ganzen Malheur

    Wenn die grosse naive Masse bemerkt, dass unter dem Mantra „Hilfe für die Wirtschaft“ und somit für Alle, die grösste Umverteilung von unten nach oben passiert, dann wird es ungemütlich für die kleine Obermasse.Auch die Robin Hooders bekämpfen das total falsche Symptom unter dem Stichwort „ Kampf gegen die Grossen“.Auch politisch sind vor allem linksgerichtete Parteien die MMT – Unterstützer.
    Wenn die schlau wären, würden sie diese Umverteilung im Wahlkampf thematisieren.
    Der vielversc/mähte Dirk Müller liegt auf jeden Fall richtig und wurde bisher nur durch eine desaströs Geldpolitik ausgebremst.
    Wer’s nicht glaubt, sollte sich den Chart der negativen Realzinsen vergrössern und ausrechnen wie lange es dauert bis ein Kleinanleger total enteignet ist.

    1. @Profiteur vom ganzen Malheur. Sie leben wohl im falschen Film. Der Dirk Müller Premium Fonds hat eine 5-Jahresperformance von insgesamt 5 Prozent. Und das in der größten Hausse seit Jahrzehnten. Dafür kassiert der Manager auch pro Jahr mindestens ein Prozent Investmentfee auf die Gesamtsumme. Es gilt anscheinend immer noch: Mundus vult decipi, ergo decipiatur!

  3. @Columbo-Fan

    Richtig! Im Vergleich dazu machte der MSCI World 89%!!!
    Je besser sie quatschen können, desto größer der Bogen, den man um diese Typen machen sollte.

    1. Ganz meine Meinung, der soll mal sagen, warum ein Anleger seine Premiumlusche stützen soll. Oder besser noch, er sollte keinen Guru markieren, ist er nicht!

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