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Dirk Müller: Klare Meinung zu Gold, Taschenspielertricks und Pleitewelle

Claudio Kummerfeld

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Laut Dirk Müller ist Gold jetzt mehr denn je Schutz vor anstehender Inflation

Dirk Müller begleitet die Coronakrise äußerst kritisch. Über den gigantischen Börsenboom der letzten Monate in den USA äußerte er sich sehr klar – Millionen wahnsinniger Kids würden die Börse stürmen (mehr dazu hier). Und ja, es ist absurd. Viele vor allem junge Amerikaner hatten dank staatlicher Corona-Hilfen monatelang mehr Geld in der Tasche als durch vorher selbst verdientest Geld. Millionen Amerikaner eröffneten Online-Depots und begannen mit Kleinstbeträgen an der Börse zu zocken.

Oft ist seit geraumer Zeit gerade bei großen Medienpublikationen von den sogenannten Crashpropheten die Rede. Damit sind Kommentatoren gemeint, die angeblich ständig nur negativ reden und sich einen Crash herbeisehnen. Zu diesem Kreis wird auch Dirk Müller gezählt. Auch wenn man nicht pauschal allen seinen Äußerungen zustimmen muss, so spricht er mit seinen Aussagen immer wieder wichtige Punkte an, so möchten wir es ausdrücken. So auch in einem aktuellen Interview, siehe folgendes Video.

Dirk Müller mit klarer Haltung zu Gold

Interessant ist die Haltung von Dirk Müller zu Gold (ab Minute 16:30 im Video). Ganz eindeutig sagt er, dass ihn kurzfristige Kursschwankungen bei Gold überhaupt nicht interessieren. Egal welche Bank gerade den Goldmarkt manipuliere, oder welche Faktoren sonst gerade den Kurs zum Schwanken bringen. Dies sei ihm völlig egal. Er schaut auf das ganz große Bild bei Gold. Die Inflation stehe bevor, und Gold sei der sichere Hafen. In 5.000 Jahren sei das Edelmetall nie wertlos geworden. Man könne kontinuierlich Gold hinzukaufen, ohne im kurzen Bild auf Preisschwankungen zu achten.

Taschenspielertricks bei US-Konzernen

In Sachen Profitabilität bei US-Konzernen spricht Dirk Müller von Taschenspielertricks. Die Gewinne der Unternehmen in den USA seien die letzten Jahre vor allem wegen der massiven Steuersenkungen von Donald Trump so gut, und nicht weil die Unternehmen profitabler wirtschaften würden. Hinzu kommen laut Dirk Müller die gigantischen Aktienrückkaufprogramme (dank weniger im Umlauf befindlicher Aktien steigt der Gewinn pro Aktie). Bei einem Wahlerfolg von Joe Biden in vier Wochen würden die Unternehmenssteuern erhöht werden – und der jetzige Vorteil für die Unternehmen würde sich in einen Nachteil verwandeln.

Märkte abgekoppelt von Realwirtschaft

Man könne auf der Welle der steigenden Aktienmärkte noch eine ganze Zeit lang mit schwimmen, so Dirk Müller. Wie lange das noch gut gehe, sei unklar. Aber die Börsenkurse hätten sich nun mal abgekoppelt von der Realwirtschaft. In den USA zum Beispiel seien die Indizes hochgezogen worden von einer Hand großer Tech-Konzerne, aber die breite Masse der Unternehmen sei nicht so gut gelaufen. Ja, das sehen wir bei FMW genauso. Amazon, Apple und Co sind in den Indizes derart stark gewichtet, dass sie mit ihren Kursanstiegen die Indizes hoch pushen. Dadurch wird die tatsächliche Lage am gesamten Aktienmarkt für die Börsianer nicht mehr klar erkennbar.

Dirk Müller über die Insolvenzwelle

Wirtschaft und Menschen stehen laut Dirk Müller jetzt direkt vor der zweiten Wand des Corona-Hurrikan. Er treffe nun auf eine durch die erste Welle geschwächte Wirtschaft, daher werde es jetzt problematischer werden. Wie schlecht es der Wirtschaft derzeit gehe, das wollten viele gar nicht wissen – man schaue lieber nicht so genau hin. Auf die Frage, ob jetzt ab Anfang Oktober, wo in Deutschland Insolvenzen wieder angemeldet werden müssen, die große Pleitewelle anstehe (mehr dazu hier), antwortet Dirk Müller: Nein, diese Pleitewelle komme, aber in mehreren Wellen in den nächsten Monaten, da derzeit noch viele Hilfs- und Rettungsgelder im Umlauf seien. Bis zum Sommer nächsten Jahres müsste man noch mit der aktuellen Corona-Situation leben. Erst dann gäbe es Impfstoffe, die auch wirklich an breite Bevölkerungsschichten verteilt würden, so Dirk Müller. Erst danach würde sich die Gesamtlage normalisieren.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    peter g

    5. Oktober 2020 19:09 at 19:09

    Sorry, aber Dirk Müller ist für mich auch nur ein Schaumschläger., der seinen eigenen Profit aus der Gesamtsituation zieht – Angst schüren – Sprüche klopfen und abkassieren. Seine Sprüche sind immer wieder schön anzuhören, aber die Performance seines so hoch gelobten Fond sprechen Bände. Die performance seit Auflegung ist unterirdisch.
    Hier hat nur einer verdient…..

  2. Avatar

    Mike Lohmann

    6. Oktober 2020 09:26 at 09:26

    Dirk Müller? Das ist doch der, der mit seinem Anlagefond in den letzten 5 Jahre nur schlechte Resultate eingefahren hatte, obwohl Laien hohe Gewinne eingefahren haben. Den Markt schlecht zu reden und selbst nichts zustande zu bringen ist schon etwas seltsam. Dirk Müller scheint nur Geld von Kunden einzusammeln, um sich hohe Provisionen für ein feudales Leben zu generieren. Während Dirk Müller bei Provisionen und Gebühren lukrativ zulangt, haben seine Kunden bis heute seit Jahren noch nichts gesehen.

    • Avatar

      Dr. Frank Richter

      6. Oktober 2020 12:59 at 12:59

      Recht hat er.
      Das Mitkommentatoren seinen Fond kritisieren … der steht auf einem anderen Blatt.

      Seine Einschätzung zum Thema Gold teile ich ebenfalls.

  3. Avatar

    Anonym

    6. Oktober 2020 11:36 at 11:36

    Millionen wahnsinniger Kids .. sagen wir 50 Millionen,
    monatelang mehr Geld in der Tasche/Kleinstbeträge .. 2000$?
    Macht 100 Mrd $ mehr, weniger als 10% eines einzigen der grossen Unternehmen,
    ein nichts im Vergleich zum Gesamtmarkt.
    „Absurd“, genau.

  4. Avatar

    Shorti

    6. Oktober 2020 11:53 at 11:53

    Aber bitte, seine Einschätzungen sind realistisch und nur durch unglaubliche Manipulationen bis jetzt ausgebremst worden. Seine Performace wurde durch Absicherungen verschlechtert. Anfangs Jahr nach dem Blitzcrash stand er sehr gut da.Hat denn nicht auch Florian Homm zu dieser Zeit gesagt, „ WER NICHT ABSICHERT MUSS VERRÜCKT SEIN.Wer die Notenbanken wegen dem einmaligen Experiment mit ungewissem Ausgang kritisiert und gleichzeitig vorsichtige Anleger kritisiert, ist nicht konsequent.
    Kann man machen, wenn man denkt ,dass die Druckgeldorgie unendlich ohne Folgen weitergeht.
    Viele Grüsse von der MMT – Sekte.

    • Avatar

      Columbo

      6. Oktober 2020 16:06 at 16:06

      @Shorti

      Was nützen mir Absicherungen, wenn sie meine Rendite ausbremsen. Keine Rendite ohne Risiko. Müßte sich eigentlich bis zum Herrn Müller durchgesprochen haben.

  5. Avatar

    Übelkeit

    6. Oktober 2020 13:35 at 13:35

    Korrekt. Die Party ist vorbei wenn irgendwann die Musik der Notenbanken aufhört zu spielen. Und jeder wird versuchen anschließend panisch einen goldenen Sitzplatz zu ergattern, – wie bei der Reise nach Jerusalem.

    Jeder weiß und sieht das. Auch Dirk Müller. Erst am Ende wird man sehen welches Rettungsboot auch wirklich schwimmt.

  6. Avatar

    Peter G

    6. Oktober 2020 20:23 at 20:23

    Ich erinnere mich an ein Interview mit Ihm lange vor Corona. Da hat er groß getönt seine Absicherungen im Tief aufzulösen und billig einzusammeln. Das DAX Tief war da – eingesammelt hat er nur die Provisionen für seine Arbeit. Dem Anleger seines Fonds blieb nix…..

    • Avatar

      Übelkeit

      7. Oktober 2020 08:47 at 08:47

      Das war nur ein vorläufiges Zwischentief. Gegen den nächsten Rutsch wird der Crash im März lächerlich klein wirken. Gibt genug Anlysen im Netz. Stichwort monetäre Illusion.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – gute Ergebnisse interessieren nicht

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die aktuell reinkommenden Quartalszahlen stehen im Fokus seiner heutigen Aussagen. Dazu kommen die US-Wahlen und die Coronakrise.

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Das ist der wahre Beherrscher des Internets – Werbung

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Lieber Börsianer,

haben Sie sich eigentlich einmal Gedanken gemacht, woher Sie als Nutzer die Daten und Informationen beziehen, wenn Sie etwa auf der Seite der Amazon oder der Seite von Google surfen? Die landläufige Meinung: Das kommt alles aus der Cloud bzw. einem zentralen Großserver, der irgendwo in den USA steht.

Das ist ein Irrglaube. Tatsächlich beziehen wir als Internet-Nutzer unsere Daten aus einem weltweit aufgespannten Netzwerk sog. CDN-Server (Content Delivery Network). Wenn Sie als Nutzer aus Deutschland eine Suchanfrage auf der Google-Seite starten, wird Ihre Anfrage also nicht erst über den Atlantik geschickt und anschließend zurück. Stattdessen werden die Internet-Nutzer von einem Server versorgt, der sich in räumlicher Nähe befindet.

Andernfalls wäre die Google-Seite unendlich langsam oder würde sogar kollabieren, wenn innerhalb weniger Minuten Millionen Anfragen zur gleichen Zeit eintreffen. So muss der Suchdienst im Durchschnitt pro Tag 3,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag abarbeiten. Das schafft kein Cloud-Server der Welt. Hier gilt: Auch das digitale Internet unterliegt physikalischen Grenzen.

Hier schafft ein ausgeklügeltes CDN-System Abhilfe. Es verteilt die Anfragen auf unzählige weltweit installierte Einzelserver und sorgt auf diese Weise für einen Lastenausgleich in den Internetleitungen. Dadurch bleiben die Internetauftritte der Unternehmen komfortabel und schnell.

Daneben schafft das CDN-System Sicherheit einerseits für die Unternehmen als auch für die Nutzer. So ist es heutzutage nahezu ausgeschlossen, dass Hacker etwa die Seite der Amazon, der Zalando oder anderer Endkunden-Unternehmen lahm legen können. Tatsächlich werden schlimmstenfalls durch Hackerangriffe einzelne Server im CDN-System ausgeschaltet. Das System erkennt einen solchen Angriff und leitet den Nutzer sofort auf den nächsten noch aktiven Server weiter.

Damit schafft CDN sog. Redundanzen. Anders formuliert: Die dezentrale Struktur sorgt dafür, dass die Internetversorgung nie gänzlich zusammenbricht. Damit leisten die CDN-Netzwerke einen ganz wichtigen Beitrag für die Stabilität und Verfügbarkeit des Internets. Sie bilden also das Rückgrat des modernen Internets.

Wer betreibt diese Netzwerke?

Ein US-Unternehmen dominiert dieses Marktsegment quasi nach Belieben. Man unterhält weltweit 300.000 CDN-Server und kontrolliert damit in der Spitze bis zu 30 % des täglichen globalen Internetverkehrs. Nahezu alle Software- und Internetunternehmen des Silicon Valley schwören auf die Dienstleistungen dieses US-Unternehmens. Die Kundenkartei umfasst Adressen wie etwa Amazon, Apple, Facebook, Google oder Microsoft. In Europa bedient man Unternehmen wie Daimler, Nestlé, Wienerberger, Voestalpine oder etwa den Autozulieferer Schaeffler, um nur die wenigsten aus der üppigen Kundenkartei der Amerikaner zu nennen.

Vor allem für Unternehmen mit Endkundenkontakt und stark frequentierten Internetauftritten ist CDN absolute Pflicht. Denn die Nutzer springen heute rasch ab, wenn sich ein Seite langsam aufbaut oder sogar minutenlang gar nicht erreichbar ist. Ich kann Ihnen versichern, eine stabile und schnelle…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Caterpillar meldet Quartalszahlen: Starker Rückgang, aber über Erwartung

Claudio Kummerfeld

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Der weltweit größte Baumaschinenhersteller ist Caterpillar aus den USA. Die Firma gilt daher als Frühindikator, weil Bauwirtschaft und Industrie auf Baumaschinen angewiesen sind, bevor eine Volkswirtschaft expandieren kann. Steigen also die Firmenumsätze, deutet das auf eine weiter florierende US-Wirtschaft hin, und umgekehrt genau so. Deswegen sind die soeben veröffentlichten Quartalszahlen von Caterpillar so extrem wichtig. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz im letzten Quartal liegt bei 9,88 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 12,76/erwartet 9,8). Der Gewinn liegt bei 1,22 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,66/erwartet 1,12).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,3 Prozent.

Die operative Profitmarge sinkt im Jahresvergleich von 15,8 Prozent auf 10,0 Prozent.

Die rückläufigen Umsätze liegen laut Unternehmensaussage an der rückläufigen Kundennachfrage nach Geräten und Dienstleistungen.

CEO-Kommentar:

“I’m proud of our global team’s performance as we continue to safely navigate the pandemic while remaining firmly committed to serving our customers,” said Caterpillar Chairman and CEO Jim Umpleby. “Our third-quarter results largely aligned with our expectations, and we’re encouraged by positive signs in certain industries and geographies. We’re executing our strategy and are ready to respond quickly to changing market conditions.”

Datenblatt mit Details zu den Quartalszahlen von Caterpillar

Caterpillar-Baumaschine - Caterpillar-Quartalszahlen
Eine Baumaschine von Caterpillar auf der Bauma. Foto: Wald-Burger8 CC BY-SA 3.0

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