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Dirk Müller und Clemens Fuest über Finanztransaktionssteuer: Eindeutige Meinungen!

Redaktion

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Dirk Müller und Clemens Fuest melden sich heute zu Wort, und das mit ganz klaren Worten! Wir berichteten gestern bereits über die finale Planung der Börsensteuer, die später mal eine größere Finanztransaktionssteuer werden soll. Auf Aktienkäufe (große Konzerne) sollen vom einfachen Aktienkäufer 0,2% Steuern entrichtet werden. Der Witz oder besser gesagt der Skandal daran ist: Derivate bleiben von Steuern befreit. Und Fonds, die ja eigentlich für die Altersvorsorge gedacht sind, könnten wohl wie der direkte Aktienkauf auch von der Steuer betroffen sein. Profis bleiben steuerfrei, der einfache deutsche Aktien-Michel darf zahlen.

Der Skandal geht weiter. Man hört nun auch von Angela Merkel, wie gut sie den Entwurf von Olaf Scholz findet, auch dass Derivate nicht mit Steuern belegt werden sollen. Merkel sagte laut SPON in der Sitzung der Unionsfraktion nach Angaben von Teilnehmern, Frankreich und Großbritannien hätten auch NUR eine Aktiensteuer. Man würde ansonsten ein neues Feld aufmachen, was man nicht wolle. Ähhhhh, bitte wie jetzt? Das soll eine Begründung sein, warum man Derivate steuerfrei lässt, aber Aktien besteuert? Weil man sonst ein „neues Feld“ aufmachen würde? Tut man das nicht immer, wenn man sich neue Steuerarten einfallen lässt?

Für Dirk Müller ist das die „Reine Bürgerverarsche“

Dirk Müller (Mr Dax) findet im folgenden aktuellen Video mehr als klare Worte zur Börsensteuer. Es sei die reine Bürgerverarsche. Er erwähnt auch seine damaligen Aussagen in einem Bundestags-Ausschuss zu dem Thema. Genau die Produkte, die man aus seiner Sicht hätte besteuern müssen, genau die würde der Staat nun nicht besteuern – dazu zählt Dirk Müller zum Beispiel den Hochfrequenzhandel. Die Politik tue nun genau das Gegenteil von dem, was Sinn mache. Die Börsensteuer werde ausschließlich den Kleinanleger treffen. Die Zocker die man nach der Finanzkrise an die Kandarre nehmen wollte, die kämen laut Dirk Müller gut davon. Fachlich sei das Werk von Olaf Scholz eine Katastrophe.

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ifo-Chef Clemens Fuest mit aktuellem Kommentar

Clemens Fuest als Chef des wohl renommiertesten Wirtschaftsforschungsinstituts „ifo“ muss sich verständlicherweise auch als Nachfolger von Hans-Werner Sinn (hier ein aktuelles hochinteressantes Interview) etwas bedächtiger ausdrücken. Aber dennoch kritisiert auch er die geplante Steuer mehr als deutlich in einem aktuellen Kommentar. Die Finanztransaktionssteuer (hier auch ein guter Kommentar in der Welt) sei ein Schritt in die falsche Richtung. Die Worte von Clemens Fuest sind klar und deutlich. Nur, da wird sich wohl jeder Beobachter mit klarem Verstand fragen, warum macht Olaf Scholz das? War der Lobby-Einfluss seines Staatssekretärs (ehemals Derivate-Banker bei Goldman Sachs) zu groß? Hier im Wortlaut von Clemens Fuest:

„Diese Steuer ist ein Beispiel für eine Politik, die vorgibt, Probleme zu lösen, sie aber tatsächlich eher verschärft“, sagte er in München. „Viele Menschen denken, dass der Staat damit schädliche Spekulation bekämpfen könne und diejenigen bestrafe, die sich vor der Finanzkrise auf Kosten der Allgemeinheit bereichert haben. Tatsächlich braucht man andere Instrumente, um diese Ziele zu erreichen.“

Hauptursache für schädliche Spekulation und übermäßige Risikoneigung an den Finanzmärkten sei eine zu geringe Eigenkapitalausstattung von Banken. In der Finanzkrise mussten Banken letztlich mit staatlichen Geldern gerettet werden. „Das kann eine Steuer auf Finanztransaktionen nicht verhindern. Zielführender ist es, von den Banken deutlich höheres Eigenkapital zu verlangen. Viele Länder haben zusätzlich Abgaben auf Fremdkapitalfinanzierung von Banken eingeführt“, sagt Fuest.

Die neue Steuer erfasse wichtige Spekulationsinstrumente nicht, beispielsweise Derivate. Außerdem verringere sie die Umsätze am Markt, so dass es für einzelne Spekulanten leichter wird, die Preise zu beeinflussen. „Deshalb kann eine Finanztransaktionssteuer unerwünschte, spekulativ bedingte Preisausschläge sogar verstärken.“
Auch das Argument, dass bestimmte Finanzdienstleistungen nicht von der Mehrwertsteuer erfasst werden, spreche nicht dafür, eine Transaktionssteuer einzuführen. „Es ist seit Jahren bekannt, dass man zur Lösung dieses Problems eine Steuer auf Teile der Wertschöpfung im Finanzsektor erheben muss, im einfachsten Fall die Lohnsummen und Boni bei Finanzdienstleistern. In Dänemark beispielsweise existiert eine solche Steuer“, sagt Fuest.

Irreführend sei die Behauptung, der Weltwährungsfonds (IWF) unterstütze eine Finanztransaktionssteuer. In einer ausführlichen Stellungnahme habe der IWF bereits im Jahr 2010 dargelegt, dass eine Finanztransaktionssteuer das falsche Instrument ist, um den Finanzsektor zur Beteiligung an den Kosten der Finanzkrise heranzuziehen. „Der IWF hat von einer Finanztransaktionssteuer abgeraten und unter anderem eine Steuer auf Löhne und Gewinne der Finanzunternehmen vorgeschlagen, die sogenannte Finanzaktivitätssteuer.“

Scholz und Merkel - Dirk Müller und Clemens Fuest kritisieren Börsensteuer
Olaf Scholz und Angela Merkel. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    11. Dezember 2019 18:01 at 18:01

    Olaf AUFWACHEN ! Hier gebe ich Herrn Müller mal 100% recht!

    Bei Herrn Merz hätte ich das verstanden.

  2. Avatar

    Jürgen Dickmann

    11. Dezember 2019 19:06 at 19:06

    Die Politiker greifen den Bürgern in die Tasche um den Spekulanten die Yacht zu finanzieren, schade daß wir den Politikern ihre Altersversorgung nicht streitig machen können. Sie hättens verdient!

  3. Avatar

    Übelkeit

    11. Dezember 2019 21:19 at 21:19

    Wenn man den Hochfrequenzhandel besteuern würde müssten die Akteure ihr Kapital abziehen. Der Markt würde wohl um 99,9% zurücksetzen. ;)

    Wer wählt noch diese von Lobbyisten verseuchten Politiker?

    Die SPD sollte sich lieber wieder der kanzlerfrage widmen. Damit sind sie ein halbes Jahr beschäftigt und richten zumindest keinen Schaden an.

    Derivate besteuern!
    Hochfrequenzhandel besteuern!
    Trenbankensystem wieder einführen!

    Mit ist schon wieder schlecht!

    • Avatar

      Michael

      11. Dezember 2019 22:39 at 22:39

      @Übelkeit, Wer wählt noch diese von Lobbyisten verseuchten Politiker? Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung natürlich, wer sonst.
      Gegenfrage. Wer versteht denn eigentlich, was Hochfrequenzhandel, Derivate und Trennbankensystem sind? Wer hat die Zeit, die Lust oder auch das Potenzial, sich mit diesem winzigen Spezialgebiet zu befassen, wenn er mit Beruf, Hausbau, Familie, ein paar kleinen Hobbies, sozialem Engagement, ein wenig Freizeit oder Arbeitslosigkeit, Altersarmut und Existenzfragen vollbeschäftigt ist?

      Ich versuche es seit einigen Jahren so nebenbei hier und auf anderen Plattformen und erhalte nicht einmal Antworten auf einfache und naive Fragen von all den zahlreichen Spezialisten. Vielleicht sollten die Finanzmarktwelt-Profis einfach einmal aus Ihrer sehr beschränkten Nerd-Blase herausblicken auf die reale Welt. Ganz im Sinne der Philosophie der Finanzmarktwelt: Ziel ist, nicht nur den an den Finanzmärkten Interessierten Orientierung zu geben, das Geschehen einzuordnen und verständlich zu erklären. Zu finden unter:
      https://finanzmarktwelt.de/philosophie-der-finanzmarktwelt/

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        Petkov

        4. Januar 2020 11:37 at 11:37

        Michael, du bist in der Tat ein Phänomen! Du machst ja oft genug deutlich, dass du dein Börsenwissen aus den Gletscherbächern der Sahara geschöpft hast. Aber es ist vollkommen okay, solange du den Fachkundigen keine Teilschuld an deinen Unzulänglichkeiten subtil überträgst.

        Du fragst dich, wie in aller Welt die armen, besorgten Arbeitslosen in DE erfahren sollen, was ein Derivat ist. Ohhhh, mir kommen die Tränen. Die armen Arbeitslosen! Abgesichert und versorgt, wie in kaum einem anderen Land der Welt… Mit kostenlosem Zugang zu Bibliotheken und allen notwendigen Informationen… Mit vollen Bäuchen und mit jeder Menge Zeit, ihren Horizont zu erweitern.

        Willst du dich jetzt aller Ernstes beschweren, dass dir die Foristen auf FMW in ihrer Boshaftigkeit noch nicht die Finanzwelt in einer FÜR DICH nachvollziehbaren Art und Weise strukturiert, kurz, knapp und vor allem kostenlos erklärt haben? Wie lange brauchen sie eigentlich noch, um aus dir einen Multimillionär zu machen, während du sie in deinen Postings regelmäßig piesackst oder sogar beleidigst? Wie können die Börsenexperten hier überhaupt ruhig einschlafen, ohne dir ein Vermögensaufbaukonzept passend zu deiner egozentrisch-pseudoökologisch-kommunistischen Weltanschauung präsentiert zu haben?

        Mal im Ernst: du weißt sehr genau, dass viele erfolgreiche Börsianer hier langjährige, unvorstellbar fleißige Selbstdidakten sind. Und dass die Börsenroutinen bei denen durchaus „nebenbei“ laufen. Und dass manche von denen Hobbys haben, die normalerweise komplexe eigenständige Berufe sind? Dein Beruf lässt dir keine Zeit zur Erlangung von Finanzmarktverständnis? Ich verstehe! Schließlich sind die eigentlichen Berufe der besagten Experten quasi nicht ernst zu nehmen: Ärzte, Physiker und ähnliches Gesindel. „Nerds“ wie du sagst! Nicht zu vergleichen mit deiner Majestät dem Photoshop-Klicker, der auch noch ein Häusl in der Metropole Obermickringen gebaut hat und es auch noch mit Herzblut verwaltet. Und dann musst du auch noch regelmäßig Zeit für Kaffeekränzchen ähhhhh ich meine für soziale Engagements einplanen… Respekt! Achso, und die Börse verstehen und besser nutzen willst du auch. Aber das sollen andere für dich regeln und die Schritt für Schritt eine Anleitung schreiben. Am besten auf einem Bierdeckel, is‘ klar…

        Ups, eigentlich wollte ich dir lediglich frohes Neues wünschen! Bleib gesund und mach dir keine Sorgen: wir bleiben in Kontakt!

        • Avatar

          Michael

          4. Januar 2020 14:43 at 14:43

          @Petkov, herzlichen Dank für die sehr persönlichen und freundlichen Neujahrsgrüße, die ich hiermit natürlich gerne zurückgebe! Wie Sie ganz richtig bemerken, gehöre ich zu den 30% derer, die ein Einfamilienhaus ihr Eigen nennen. Allerdings nicht in Obermickringen, sondern in einer der angesagtesten und mittlerweile auch teuersten Regionen Deutschlands. Und dieses Haus ist übrigens weder geerbt, noch aus Erbschaft oder Lottogewinn finanziert.

          Was mein Börsenwissen betrifft, mache ich oft genug deutlich, dass ich seit jeher nur in den Devisenmärkten aktiv bin, dort allerdings recht erfolgreich mit einer positiven Trefferquote von über 90%. Dies in Kombination mit dem, inzwischen hypothekenfreien, Eigenheim ist mein persönliches Vermögensaufbaukonzept, und in dieser Konstellation sicher nicht das schlechteste. Dafür brauche ich noch nicht einmal Ärzte und Astronomen oder Atomphysiker.

          Dass Sie sich aus den von mir genannten Begriffen „Beruf, Hausbau, Familie, Hobbys, sozialem Engagement, ein wenig Freizeit oder Arbeitslosigkeit, Altersarmut und Existenzfragen“ genau die Arbeitslosen herauspicken, die ja vollgefressen und übersättigt alle Zeit der Welt hätten, sich in kostenlosen Büchereien zu Börsenprofis heranzubilden, dabei natürlich geflissentlich meine Aussage ignorieren, dass einige zwar Zeit und auch Lust, aber vielleicht gar nicht das Potenzial dazu haben, nennt man glaube ich Framing.

          Dass Sie mir im gleichen Atemzug willkürlich unterstellen, ich würde mich über andere beschweren, weil diese mir kein Vermögensaufbaukonzept und Börsenverständnis liefern, und ich diesen Menschen sogar noch eine Teilschuld an meinen „Unzulänglichkeiten“ zuschriebe, nennt man wohl Propaganda. Laut Duden auch Agitation. Oder ist es lediglich Sinnverdrehung, Verwirrung oder Ignoranz? Haben Sie schon einmal in Erwägung gezogen, dass ich mit meinen zwei oder drei Fragen in 6 Jahren FMW-Zugehörigkeit vielleicht einfach einmal einen sachlichen Meinungsaustausch oder Themenwechsel in der Kommentarfunktion anregen wollte, der über monatelange Polemik und persönlichen Kleinkrieg zwischen Bären und Bullen hinausgeht? Dass ich einfach andere, neue Themen anstoßen wollte, als das ständige Augurentum, ob die Aktienmärkte nun bald fallen oder weiter steigen werden? Haben Sie denn auch registriert, dass es neben unfreundlichen, manchmal etwas abschätzig und überheblich wirkenden Personen wie Ihnen auch nette Menschen gibt, die gerne, freiwillig, kompetent, sachlich und tatsächlich sogar kostenlos geantwortet und wertvolle Tipps und Quellen, nicht nur für mich, zur Verfügung gestellt haben?

          Nichtsdestotrotz freue ich mich, dass Sie offensichtlich zumindest bemüht sind, so löbliche gute Neujahrs-Vorsätze wie Höflichkeit, Konzilianz, Toleranz, menschenwürdiges Sozialverhalten und Anstand auch in die Tat umzusetzen. Ganz im Ernst: Nur zwei bis drei persönliche Beleidigungen in einem so langen Text ist wirklich ein enormer Fortschritt für Sie.

        • Avatar

          Johannes

          4. Januar 2020 16:29 at 16:29

          @Petkov, das ist irgendwie interessant: … während du sie in deinen Postings regelmäßig piesackst oder sogar beleidigst. Ich kann mich nicht erinnern, dass Sie in den letzten 2 bis 3 Jahren auch nur einen sachdienlichen Kommentar zu Börsen, Märkten, Wirtschaft oder auch Politik und Gesellschaft geschrieben haben. Dafür umso mehr polemische und sehr persönliche Anfeindungen, zudem auch häufig deutlich unter der Gürtellinie. Natürlich kann ich mich irren, und Sie posten zur Entkräftung ein paar Links zu Kommentaren, die sich mit sachlichen Themen befassen und nicht auf Ihre paar persönlichen Lieblingsfeinde hier abzielen.

  4. Avatar

    md

    5. Januar 2020 15:47 at 15:47

    @johannes, ich kann mich auch nicht erinnern ob sie:

    Ich kann mich nicht erinnern, dass Sie in den letzten 2 bis 3 Jahren auch nur einen sachdienlichen Kommentar zu Börsen, Märkten, Wirtschaft oder auch Politik und Gesellschaft geschrieben haben.

    oder haben sie ?

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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