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Aktien

Dividenden: Stütze für den Dax 2020?

Ein Argument spricht dagegen, dass die Kursrally in Europa schnell zu Ende geht: es sind die Dividenden

Wolfgang Müller

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Wie wichtig werden im Jahr 2020 die Dividenden für den Dax?

Die Rally an den Aktienmärkten schreit nach einer Korrektur. Elf Prozent Anstieg beim S&P 500 innerhalb von drei Monaten, eingebettet in ein Super-Aktienjahr, dazu Indikatoren, die seit Wochen fast am Anschlag sind – Korrektur ante portas! Aber wie stark wird diese ausfallen – und gilt das auch für Europa und unseren Dax? Ein Argument spricht dagegen, dass die Kursrally in Europa schnell zu Ende geht: es sind die Dividenden.

Dividenden im Jahr 2020

359 Milliarden Euro an Dividendenausschüttungen im Jahre 2020, so hoch ist die Summe, die Allianz Global Investors berechnet hat. Das wären 3,6 Prozent mehr als im vergangenen Jahr und ein neuer Rekord. Dabei kann man auch mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite europäischer Unternehmen von 3,6 Prozent rechnen. Dazu der Vergleich mit den Euro-Anleihen mit guter Bonität: Deren Rendite liegt bei mageren 0,5 Prozent. Dies stellt weiterhin ein starkes Halte-Argument für Anleger dar, insbesondere die großen Kapitalsammelstellen, die auf laufende Einnahmen angewiesen sind.

Das Argument wird noch gewichtiger, wenn man sich die Renditesituation der weltweit ausstehenden Bonds betrachtet. Vor kurzem lagen noch 25 Prozent der Staatsanleihen im negativen Terrain. Im Zuge einer nachlassenden Rezessionsangst, auch im Zusammenhang mit den Annäherungen der USA und Chinas im Handelsstreit, hat sich die Gesamtsumme wieder der 10 Billionen Dollar-Marke genähert. Mittel- und langfristig könnte da wieder ein Gegenwind für die Aktien enstehehen. Aber in Deutschland rentieren circa 90 Prozent aller Staatsanleihen unter Null, in der Euro-Zone sind es 60 Prozent“, so Jörg de Vries-Hippen, der leitende Anlageexperte bei Allianz Global Investors.

Diese Lage beeinflusst natürlich auch den deutschen Leitindex.

Hier erwartet man für das laufende Jahr eine Ausschüttung von 37,1 Milliarden Euro, immerhin zwei Prozent mehr als im Rekordjahr 2019. In Deutschland liegt der Höhepunkt der Dividenden im Mai – anders als in den USA, wo die Ausschüttungen vierteljährlich erfolgen -, so dass dies dem Markt bis dorthin noch eine gewisse Stabilität geben könnte. Allerdings schafft die Aktionärsstruktur beim Dax etwas Unsicherheit, schließen stammen über die Hälfte der Eigentümer deutscher Dividendentitel nicht aus heimischen Gefilden.

Die Bedeutung der Dividenden

Seit den 1970er-Jahren haben Dividenden ungefähr 38 Prozent zur Gesamtrendite von Aktien beigetragen, so die Rechnung von Allianz Global Investors für den MSCI Europa. Dazu noch weitere Argumente für die Dividendentitel: Diese verhelfen einem Depot zu mehr Stabilität, denn die Gefahr, dass ein Unternehmen seine Ausschüttung ausfallen lässt, ist weitaus geringer, als dass die Aktie an der Börse an Wert verliert. „Historisch betrachtet entwickeln sich Dividenden stetiger als die Unternehmensgewinne“, so ein Experte.

Hierzu betrachte man nur die Verhältnisse während der Finanzkrise von 2008/09. Trotz der radikalen temporären Aktienverkäufe zahlten auch in dieser ungewissen Periode ca. 80 Prozent aller europäischen Aktienunternehmen weiter Dividenden an die Aktionäre. Derzeit beträgt der Anteil dieser Zahlungen in Europa fast 95 Prozent, die Zahl für die USA beläuft sich auf 80 Prozent. Dieser Prozentsatz war auch während der Finanzkrise für amerikanische Firmen nicht unter 70 Prozent gefallen. Eben weil diese Einnahmen gerade für die Kapitalsammelstellen von so existenzieller Bedeutung sind.

Sollte es da vor dem Frühjahr tatsächlich zu einem herberen Abverkauf im Index kommen, angesichts von 90 Prozent an Staatsanleihen in Deutschland, die unter Null rentieren?

Fazit

Im Zeitalter von absoluten Mager-Zinsen stellen Einnahmen aus Dividenden sicherlich einen wichtigen Bestandteil in der Anlagestrategie, insbesondere bei Großanlegern dar. Die dargelegten Argumente sprechen derzeit gegen eine große Korrektur vor dem großen Dividendenmonat in Deutschland. Der Dax ist zum einen erheblich günstiger bepreist als seine amerikanischen Pendants – und zum anderen tritt der deutsche Leitindex seit geraumer Zeit auf der Stelle: der Dax hat sich von der unglaublichen Euphorie der Amerikaner nicht infizieren lassen.

Es könnte also in nächster Zeit für Deutschland und Europa noch Folgendes gelten: Dividenden als Zinsersatz oder „Dividendenlust statt Zinsfrust“ wie es der Kapitalmarktanalyst Robert Halver in einer seiner vielen metaphorischen Satzkonstruktionen des Öfteren bezeichnet hat..

Die Bedeutung der Dividenden wird angesicht von Nullzinsen immer größer

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Verschärfung der Coronakrise belastet heute die Aktienmärkte.

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Volkswagen meldet 10 Milliarden Euro Gewinn – dazu noch ein interessanter Vergleich

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Volkswagen hat vor wenigen Minuten per Ad Hoc-Meldung vorab Daten für das Gesamtjahr 2020 veröffentlicht. Trotz der beispiellosen andauernden Covid 19-Herausforderungen habe Volkswagen im 2. Halbjahr 2020 seine Robustheit bewiesen. Die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen-Konzerns erholten sich im 4. Quartal weiter stark, überstiegen sogar die Auslieferungen des 3. Quartals 2020. Die Umsatzerlöse stiegen entsprechend ebenfalls erheblich. Auch der ausgewiesene Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft entwickelte sich sehr positiv, so das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Basierend auf vorläufigen Zahlen erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen (Dieselthematik) von rund 10 Milliarden Euro, dazu einen ausgewiesenen Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft von rund 6 Milliarden Euro. Die gesamten finanziellen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Ausblick wird Februar veröffentlicht. Die Volkswagen-Aktie reagiert positiv mit einem Kurssprung von 158,60 Euro heute Vormittag auf aktuell 169,28 Euro.

Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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