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Dividendensaison gegen Blackout Period – gelingt dem Dax ein Eigenleben?

Schon oft wurde hier auf finanzmarktwelt.de  die Grafik präsentiert, mit den von dieser Woche an stark steigenden Zahlen an US-Unternehmen, die wegen der Blackout Period keine eigenen Aktien zurückkaufen dürfen:

 

Ein sehr bedeutsamer Faktor, denn schließlich sollen diese Käufe in Höhe von ca. 1 Billion Dollar maßgeblich zum Anstieg der US-Börsen bis auf Allzeithochs Anfang Oktober des Vorjahres beigetragen haben. Damit trocknet zumindest temporär eine Liquiditätsquelle aus und eine Phase schwächerer Kurse wäre deshalb nicht ungewöhnlich. Zudem kommt noch der Start der Quartalssaison für Q1 (2019), bei der man sehnsüchtig auf gute Ausblicke hofft (der bisher kurstreibende Hoffnungsanker). Ganz anders die Situation in Deutschland.

Am heutigen Montag beginnt eine Dividendensaison, die sich gewaschen hat. Die Gesamtsumme von 52 Milliarden € bedeutet einen neuen Rekord, gegenüber 47 Milliarden € 2017, dabei werden etwa 42 Prozent der Unternehmensgewinne an die Aktionäre ausgeschüttet, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 38%.

 

Ein erstmals letzter Dividendenanstieg?

Die oben genannte Summe bezieht sich auf die Gesamtzahl aller 160 Unternehmen, die im Dax, MDax, TechDax und SDAX gelistet sind.

Was den Dax angeht, könnten sogar 24 von 30 Firmen ihre Dividendenzahlungen erhöhen. Bereits ausgeschüttet haben die Konzerne Siemens, Infineon, ThyssenKrupp und vorletzte Woche auch die Deutsche Telekom. Anders als in den USA, wo die Konzerne vierteljährlich ihre Aktionäre „verwöhnen“, beginnt die Dividendensaison in Deutschland jetzt erst richtig und der Zeitraum liegt schwerpunktmäßig auf den Monaten April und Mai.

Heute startet die Henkel AG mit ihrer Hauptversammlung, gefolgt in den nächsten Tagen und Wochen von Covestro, Beiersdorf, Bayer, Continental, Merck und zuletzt mit der Münchner Rück, der Dividendenkönigin im Dax.

Im Mai folgen dann noch 17 Unternehmen, einzig Neuling Wirecard lässt sich noch bis zum 18. Juni Zeit.

Die Gründe für diese historische Dividendenausschüttung sind natürlich die letztjährig gute Gewinnsaison und die niedrigen Zinskosten, die den Unternehmen diese Politik ermöglichen. Vielleicht der letzte Rekord, wenn nicht 2019 ein kleines ökonomisches Wunder geschieht – reichlich unrealistisch nach den bisherigen Gewinnwarnungen, Umstrukturierungen, Fusionsabsichten u.s.w.

 

Fazit

Die Dividendensaison ist sicherlich ein gewichtiges Argument auf die Hoffnung stabiler Kurse beim Dax in diesem Beobachtungszeitraum. Wenn da die Wall Street nicht wäre. Sie ist nach wie vor der Taktgeber für die Weltbörsen. Und wenn es dort eine Korrektur geben sollte, kann sich unser Dax in der Regel nicht davon abkoppeln. Die letzte Woche lieferte an den großen Märkten wieder ein kleines Kursfeuerwerk: Shanghai +5%, Stoxx 600 +2%, Japan +3% und S&P 500 +2%. Eine Hausse, die sich mehr und mehr von Fundamentaldaten entfernt und Hoffnungsszenarien diskontiert.

Jedenfalls ist die Wahrscheinlichkeit für ein „sell in May and go away….“ nach der bisherigen Jahresperformance gar nicht so unrealistisch – wenngleich diese Regel erst vor Jahresfrist nicht funktioniert hat. Aber vielleicht gerade deshalb!

 

Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0) – Ausschnitt aus Originalfoto



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2 Kommentare

  1. gibt es ein Kalender der die Blackout Periode anzeigt? danke

    1. @susiklatt. Die Regeln für Unternehmen für den Kauf eigener Aktien sehen folgendermaßen aus: Vier bis fünf Wochen bevor die Quartalszahlen bekanntgegeben werden, dürfen die Unternehmen keine eigenen Unternehmensanteile kaufen. Die Frist läuft bis 48 Stunden nach der Bekanntgabe. Das soll Insider-Trading verhindern, da diejenigen, die die Quartalszahlen berechnen, schon vorher wissen, wie sich der Aktienkurs verändern könnte.
      Damit brauchen Sie nur auf den Kalender mit den Quartalsberichten sehen.
      Gruß

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