Devisen

Dollar: Die Ratten verlassen das steigende Schiff..

FMW-Redaktion

Der US-Dollar hat sich wieder deutlich erholt zuletzt – das gilt gegenüber dem Euro, das gilt aber auch gegenüber den Währungen der Emerging Markets sowie zum Yuan, der heute Nacht deutlich gefallen ist zum Greenback nach dem schwächeren Fixing der People´s Bank of China.

Diese Erholung des Dollar aber hat nur sehr wenige Gewinner: erstmals seit Mai 2014 sind die Investoren bei den acht wichtigsten Währungen (ohne den Yuan) nicht mehr positiv eingestelt für die amerikanische Währung. Damit setzt sich ein Trend fort: war das Boot der Dollar-Bullen lange Zeit extrem gefüllt, so sind stetig mehr Investoren „von Bord gegangen“ – um nun, wie die am Freitag Abend veröffentlichten CFTC-Daten zeigen, erstmals ins leicht Negative zu drehen.

Während der Euro von der Skepsis der Investoren nur wenig profitieren kann, war insbesondere der Yen gesucht: die Long-Quote bei der japanischen Währung erreicht ein neues Allzeithoch, sodass derzeit der Faktor Longpositionen zu Shortpositionenen mehr als 3:1 beträgt. Das war sicher teuer für einige Hedgefonds: am Freitag wertete der Yen deutlich ab und dürfte herbe Verluste für einige Hedgies gebracht haben. Klar Dollar-bullisch sind die Anleger nur gegenüber dem britischen Pfund, dessen Short-Quote den höchsten Stand seit knapp drei Jahren erreicht.

Stark profitieren konnten auch die Rohstffwährungen kanadischer Dollar und australischer Dollar: beide Währungen sahen in ihrem Lager einen Anstieg von 26% gegenüber der Vorwoche. Das passt zusammen mit dem neuen Optimismus der Märkte gegenüber den Rohstoffen: so stiegen die Long-Kontrakte bei den wichtigsten Rohstoffen stark an, sodass derzeit insgesamtein Überhang von 782.000 Long-Kontrakten besteht! Vor drei Monaten waren die Investoren noch mit einem Überhang 142.000 Kontrakten short bei Rohstoffen. Insgesamt wurden Long-Positionen bei 18 von 22 Rohstoffen ausgebaut.

Besonders gesucht war Öl (WTI, siehe dazu unseren heutigen Bericht „Ein bisschen Licht im Dunkel des Ölpreis-Anstiegs“) mit einem deutlichen Rückgang der Short-Kontrakte und einem ebenso großen Anstieg der Long-Kontrakte. Damit liegt das Verhältnis beim WTI-Öl bei knapp 5:1 long gegenüber short.

Fazit: die Märkte haben im Vorfeld der Fed-Sitzung das Dollar-Boot verlassen und setzen voll auf weiter steigende Rohstoffpreise (vor allem Öl und Weizen). Das spricht jedoch eher dafür, dass der Dollar wieder stärker wird und die Rohstoffe vor einer Korrektur stehen!



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